DE43878C - Hakenhebel zum Ausziehen menschlicher Zähne - Google Patents
Hakenhebel zum Ausziehen menschlicher ZähneInfo
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- DE43878C DE43878C DENDAT43878D DE43878DA DE43878C DE 43878 C DE43878 C DE 43878C DE NDAT43878 D DENDAT43878 D DE NDAT43878D DE 43878D A DE43878D A DE 43878DA DE 43878 C DE43878 C DE 43878C
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61C—DENTISTRY; APPARATUS OR METHODS FOR ORAL OR DENTAL HYGIENE
- A61C3/00—Dental tools or instruments
- A61C3/14—Dentists' forceps or the like for extracting teeth
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Von allen Zähnen lassen sich die grofsen Backenzähne im Unterkiefer am schwierigsten
ausziehen. Mit den bisher üblichen Zangen kann man wohl das Ausziehen dieser Zähne
bewerkstelligen, indessen gelingt dies nur unter Aufwendung einer unverhältnifsmäfsig grofsen
Kraft.
Um diesen Uebelstand zu beseitigen und ein schnelles und leichtes Entfernen solcher
Zähne zu ermöglichen, ist nach vorliegender Erfindung ein Hakenhebel construirt, welcher
dem bekannten Zahnschlüssel gleicht, jedoch von diesem sich dadurch unterscheidet, dafs
er nur mit einer Hand dirigirt zu werden braucht, und dafs der Angriffspunkt der Kraft
ein anderer ist und die Kraft selbst in anderer Weise wirkt.
Auf der beiliegenden Zeichnung veranschaulichen die Fig. 1 und 2 den bekannten Zahnschlüssel
in End- und in Seitenansicht. Bei diesem Schlüssel ist der Haken α senkrecht
zur Achse des Stieles b an diesem auswechselbar angebracht, infolge welcher Anordnung
der Schlüssel sich immer nur durch Benutzung beider Hände in die erforderliche Lage bringen
läfst. Wenn dieser Schlüssel angesetzt ist, so mufs man dem Stiel b mit der Hajid nach
einander eine Dreh- und Aufwärtsbewegung ertheilen, um das Ausziehen des Zahnes zu
bewirken. Hierbei findet aber in den meisten Fällen ein Verschieben des Schlüsselbartes auf
dem Zahnfleisch und ein entsprechendes Verschieben des Hakens statt, so dafs mit diesem
Schlüssel gewöhnlich der verkehrte Zahn gezogen oder die Krone des Zahnes abgebrochen
wird.
Ferner hat die Erfahrung gelehrt, dafs bei Benutzung des Zahnschlüssels sowie der Zahnzange
häufig der Alveolarrand (der innere oder der äufsere, je nach der Richtung der Hebekraft) abgebrochen wird. Die Ursache
dieser nachtheiligen Wirkung liegt darin, dafs die beiden Angriffspunkte sowohl des Zahnschlüssels
als auch der Zahnzange unnachgiebig sind.
Erfinder vermeidet diesen Uebelstand bei seinem Hakenhebel dadurch, dafs er die eine
harte Angriffsfläche durch ein elastisches Kissen ersetzt, welches sich nachgiebig an den Alveolarrand
anlegt und während der Benutzung des Hakenhebels von dem Alveolarrand ab nach oben gleitet, ohne denselben zu zerstören und
ohne dabei den eingeklemmten Zahn loszulassen.
Der neue Hakenhebel ist in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellt. Derselbe ist so eingerichtet,
dafs der Haken a bezw. dessen Angriffspunkt a' in der Mittelebene des Stieles b in
der Richtung der am Stiel angreifenden Kraft liegt.
Der Stiel b endet vorn in eine zur Achse des Stieles schräg angeordnete, ebene Platte bl,
welche mit einem auswechselbar befestigten Kissen b'2 von Gummi oder anderem elastischen
Material versehen ist. In einer Gabelung der Platte bx ruht drehbar auf einem
herausnehmbar angebrachten Stift a', Fig. 6, der Haken a, welcher in Bezug auf die Platte b1
bezw. deren Kissen b% so angeordnet ist, dafs,
wenn man ihn in die in Fig. 4 punktirt gezeichnete Lage dreht, seine Angriffskante mit
der unteren Kante des Kissens b'2 abschneidet.
Die Benutzung des Hakenhebels ist folgende :
Nachdem man den Haken α in die in vollen Linien gezeichnete Stellung Fig. 4 gedreht
hat, setzt man die Platte bx mit ihrem Kissen b2 derart gegen den auszuziehenden
Zahn, Fig. 3, dafs das Kissen b" zum Theil an dem unteren Ende der Krone und zum Theil
an dem oberen Ende des Zahnfleisches anliegt. Hierauf klappt man mit einem Finger derjenigen
Hand, welche den Stiel umfafst, den Haken α so weit nach innen, bis dessen Angriffskante
den unteren Rand der Krone fafst. Sodann (der Finger ruht noch auf dem Rücken des Hakens) drückt man das dem Haken abgewendete
Ende des Stieles nach unten und hebt gleichzeitig das den Haken tragende Ende des Stieles nach oben.
Bei dieser Bewegung bildet das Kissen b2 anfangs den Drehpunkt für den Stiel b, während
gleich darauf der Drehpunkt des Stieles mehr nach der Mitte des letzteren hinrückt,
wodurch das Kissen, der Haken und der zwischen Kissen und Haken eingeklemmte Zahn
in Bezug auf den Unterkiefer nach oben gleiten und der Zahn aus dem Unterkiefer herausgehoben
wird, und wobei infolge der Richtung der wirkenden Kraft ein Abgleiten des Hakens
α und der Platte &' von dem betreffenden Zahn unmöglich ist.
Der Hakenhebel wird vortheilhaft mit einer Feder oder einem federnden Bande in der
Weise ausgerüstet, dafs die Feder oder das Band das Bestreben hat, den Haken immer
nach rückwärts von der Platte bl fortzuziehen oder zu drücken. Man erreicht hierdurch,
dafs, sobald ein Zahn gezogen ist und der Finger von dem Haken entfernt wird, letzterer
durch die Wirkung der Feder zurückgeht und den gezogenen Zahn freigiebt, so dafs dieser
von selbst aus dem Hakenhebel herausfällt und man alsdann den Hakenhebel sogleich
zum Ausziehen eines anderen Zahnes ansetzen kann.
Zum Ausziehen der verschiedenen Zähne benutzt man verschiedene Haken a\ für einwurzelige
Zähne wird der in Fig. 7 dargestellte kleine, für mehrwurzelige der in Fig. 8 veranschaulichte
grofse, und wenn zwei neben einander stehende Zähne mit einem Hub entfernt werden sollen, der in Fig. 9 gezeigte
hohlgefräste Haken in die Gabelung derPlatteö1
eingeschaltet.
Für den dritten grofsen Backenzahn (Weisheitszahn) dürfte empfehlenswerth sein, die in
Fig. 10 angedeuteten Hakenhebel mit winklig abgebogenem Stiel anzuwenden.
Mit dem beschriebenen Hakenhebel lassen sich nicht nur sämmtliche Zähne des Unterkiefers
mit geringer Kraftaufwendung herausheben, sondern bei einiger Uebung kann man auch die Zähne des Oberkiefers auf die beschriebene
Weise entfernen.
Anstatt das elastische Kissen b2 unmittelbar an der Platte b ' des Stieles b anzubringen,
kann das Instrument auch so constrain werden, dafs dieses Kissen b'2 an einer besonderen
Platte b3 befestigt wird, Fig. 1 1 bis 13, welche
durch ein Scharnier drehbar mit der Platte bx verbunden ist. Durch diese bewegliche Anordnung
des Kissens soll ein schmerzhafter Druck auf den Alveolarrand ausgeschlossen sein.
Claims (2)
1. Zum Ausziehen menschlicher Zähne ein Hakenhebel, welcher aus einem Stiel b mit
vorderer, mit elastischem Material belegter Platte 61 und aus einem in eine Gabelung
der Platte b' auswechselbar eingesetzten Haken α in der Weise gebildet ist, dafs
der Angriffspunkt des Hakens in der Mittelebene des Stieles oder des vorderen Endes
des Stieles liegt, und . dafs nach dem Ansetzen des Hakenhebels an den auszuziehenden
Zahn, welches mit einer Hand geschieht, durch gleichzeitig ausgeführtes Niederdrücken des einen und Heben des
anderen Endes des Stieles ein Ausheben des betreffenden Zahnes bewirkt wird.
2. An dem im Anspruch 1. gekennzeichneten Hakenhebel die Abänderung, dafs das
elastische Kissen b~ an einer besonderen Platte b 3 befestigt ist, welche mit der
Platte bl des Stieles b beweglich verbunden
ist, zum Zweck, einen schmerzhaften Druck auf den Alveolarrand zu verhüten.
Hierzu ι Blatt /Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43878C true DE43878C (de) |
Family
ID=319162
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43878D Expired - Lifetime DE43878C (de) | Hakenhebel zum Ausziehen menschlicher Zähne |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43878C (de) |
-
0
- DE DENDAT43878D patent/DE43878C/de not_active Expired - Lifetime
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