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Verfahren und Stempel zum Einsetzen der Lochsteine ohne Zwischenfutter
unmittelbar in die Uhrwerksplatine selbst. Bekanntlich geschieht die Herstellung
der Lager in Taschenuhrgestellplatten noch heute in der Weise, daß die am Umfang
nachgestanzten Platinen oder Brücken mittels gebohrter Löcher, den sogenannten Präzisionslöchern,
auf Präzisionsstifte der Sortierplatten gesteckt «-erden, deren Stellung in Beziehung
zur Bohrspindel so festgelegt ist, daß die Bohrung für das Steinlager und mithin
dieses selbst an den gewünschten Platz kommt.
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Das 1_insetzen des Steinlagers in die ihrer Stellung nach festgelegten
Brücke erfordert nun im allgemeinen vier Arbeitsvorgänge, und zwar zunächst das
Bohren eines Loches, das erheblich kleiner sein muß als der Steindurchmesser, und
dann das 'Nachbohren dieses Loches mittels eines Zapfenbohrers, dessen Zapfen in
dem Loch möglichst ohne Spiel geführt wird und der ferner seinerseits die erste
Bohrung so erweitert, daß sie dein Stein eine leichte Einführung erlaubt. Das Loch
wird hierbei nur auf eine ganz bestimmte Tiefe nachgebohrt, wodurch ein Auflager
für den Stein geschaffen und die Entfernung der zwei Lager einer Zelle voneinander
bestimmt wird. -Hiernach erfolgt das Einstechen einer Nut, durch «-eiche die Lochwandung
geschwächt wird, worauf schließlich das Umlegen der geschwächten Wandung über den
Stein als Endoperation geschieht.
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Die Schwächung der Wandung zum Ermöglichen des Eindrückens des Steinlagers
ist bekanntlich schon seit vielen Jahren bei der Fertigung der Deckplättchen der
Spurlager für die Unruhen gebräuchlich; sie ermöglicht das Eindrücken in ein einfach
gebohrtes
Loch und gewährleistet infolge der dem Messing innewohnenden
Elastizität einen genügenden Festhaltedruck.
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Seit einiger Zeit (bei dem Erfinder seit igi8) ist in der feinmechanischen
Massenfabrikation das früher nur an den Wänden der Stücke geübte Nachstanzverfahren
auch beim Fertigen von Löchern aller Art in Anwendung gebracht worden, und zwar
zum Erzielen größerer Genauigkeit, besonders hinsichtlich der Präzisionslöcher der
Taschenuhrgestellplatten, die, wie erwähnt, zum Einhängen des Werkstücks auf der
712aschine dienen und zugleich die Stellung des Werkstücks bestimmen.
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Beim Fertigen der Steinlager ist man neuerdings (vgl. Patent 363905)
dazu übergegangen, die Löcher in den Platten (Brücken) viel größer zu machen, als
dies für den Stein selbst notwendig ist, um diese Löcher ebenfalls stanzen und nachstanzen
zu können. In die Löcher werden dann besondere Steinfutter eingesetzt, die in einem
Arbeitsgang für sich gefertigt werden und aus Messingplättchen bestehen, in die
die Lagersteine in der eingangs erläuterten Weise gefaßt werden. Hierbei ist von
Bedeutung das Zentrieren des Umfangs nach dem Mittelloch des Steins, da von der
Genauigkeit dieser Arbeit die Genauigkeit der Eingriffsentfernulig, d. h. die Entfernung
der Lager zweier verschiedener Wellen, abhängt. Das Steinfutter wird in dein vorgesehenen
Loch durch Preßsitz festgehalten; indem die Wandung des Loches in bekannter Weise
(wie beim Fertigen des Loches für den Steinsitz) geschwächt, »federnd« gemacht ist.
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Diese Steinlager mit Steinfutter haben aber den Nachteil, daß ihre
Herstellung gegenüber der früheren Art eine erhebliche Verteuerung und hinsichtlich
der Eingriffsentfernung keine Verbesserung bringen, da sich die sowohl beim Nachstanzen
der Löcher als auch besonders beim Zentrieren der Steinfutter entstehenden Fehler
addieren und eine Ungenauigkeit infolge Schiefstehens der Räder ergeben können.
Zugleich wird auch noch hinsichtlich der Gestellweiten eine Vergrößerung der Ungenauigkeit
hervorgerufen, weil die Tiefe des Eindrückens nicht unmittelbar mit Beziehung auf
den Stein erfolgen kann, sich also mindestens die Fehler der Steindicke, des Steinsitzes
im Futter, des Eindrückens und der Ausdrehung in der Platte addieren, wodurch unbedingt
Nachhilfen erforderlich werden.
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Die Erfindung beseitigt die Fehler der obengenannten Lagerfertigung
durch Fortlassen der besonderen, zu den erwähnten Fehlerquellen Veranlassung gebenden
Steinfutter, In die Platten (Brücken) p (Abb. i) werden die beliebig hergestellten
Löcher l nachgestanzt mit einem Durchmesser, der kleiner als der des Steins ist.
Die Wandung wird, wie oben beschrieben, durch die Rille 11 (Abb. i) geschwächt,
der Stein s mittels des Stempels der Abb.3 auf eine einstellbare Tiefe eingedrückt
und im Loch vermöge der Elastizität der Wand festgehalten. Da der Stein schon bei
der Bearbeitung genauestens nach dem Loch zentriert ist, fällt die Ungenauigkeit
des Zentrier ens nach dem früheren Verfahren weg. Der Stein s (Abb. 2) ist hierbei,
,wie früher bei den Deckplättchen, zylindrisch gestaltet, wobei die eine Seite mit
einer schwachen Rundung r versehen ist, die durch Polieren mittels einer Bürste
erzeugt wird und durch gutes Zentrieren des Steins das Eindrücken erleichtert.
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Der Uhrmacher, welcher einen gebrochenen Stein zu ersetzen hat, braucht
lediglich den gebrochenen Stein herauszudrücken und kann dann. mit leichter Mühe
einen neuen Stein ohne jedes besondere Werkzeug einsetzen.
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Die Ungenauigkeit in der Gestellweite wird behoben durch Ausbildung
des Eindrücksteinpels als Doppelstempel (Abb.3). Der innere Stempel i besitzt einen
Durchinesser, der kleiner oder höchstens gleich dein Steindurchmesser ist; seine
Stirnfläche drückt den Stein ein und ist gegen die des äußeren verstellbar. Die
äußere Stirnfläche a stützt sich gegen die Plattenfläche, die mit der Brücke zusammenstößt,
und gibt die Begrenzung für die Tiefe des Eindrückens, so daß die Entfernung zur
inneren Stirnfläche i gleichbedeutend ist mit der Tiefe des Steinsitzes zur Plattenoberfläche.