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Sperrvorrichtung an Triebwerken selbsttätiger Waagen. Das Anhalten
der Triebwerke selbsttätiger Waagen geschieht bisher so, daß beispielsein Hebel
oder eine Klinke usw. v -eise während der ganzen Laufzeit .des . Triebwerkes an
einem an dein Waagebalken sitzenden Anschlag an_ liegt. : bei eintretender Schwingbewegung
des Waagebalkens von diesem Anschlag abgleitet und hierdurch einem Sperrglied das
Einlegen in ein zugehöriges Sperrad des Triebwerkes usw. - gestattet. Bei einer
anderen Art der Sperrung löst der zuerst frei schwingende Waagebalken durch Auftreffen
auf einen Haken oder einen sonstigen Hebel ein Sperrglied irgendwelcher Form aus.
Auch Kniegelenke sind schon angewandt worden, die beim Einspielen des Waagebalkens
einknicken und so die Sperrung des Triebwerkes einleiten. Bei der zuerst beschriebenen
Konstruktion verursacht der am Anschlag des Waagebalkens anliegende Hebel dauernd
eine Reibung, die <las rechtzeitige Spielen des Waagebalkens verhindert, so daß
man zu Voreilgewichten greifen muß, die ein vorzeitiges Schwingen des Waagebalkens
herbeiführen. Die anderen Bauarten lassen zwar den Waagebalken zuerst frei schwingen,
behindern aber dann seine Weiterbewegung, weil er ja plötzlich eine gewisse Kraftleistung,
nämlich das Zurückdrücken eines Hebels oder das Auslösen des Kniegelenkes, zu vollbringen
hat. Auch hierbei ist man auf die Verwendung von Voreilmechanismen angewiesen, die
den Waagebalken vorzeitig in Schwingung versetzen. Selbstverständlich hängt die
Leichtigkeit der Auslösung aller dieser Mechanismen sehr davon Y ab, wie die aufeinandergleitenden
Flächen beschaffen sind bzw. ob die Bolzen, um die sich die Hebel drehen, gut eingeölt
sind usw. So wird ein Hebel der zuerst beschriebenen Art natürlich bei blankpolierten
Flächen leichter gleiten, als wenn nach einiger Zeit die Flächen etwas angerostet
oder verstaubt sind. Ein Hebel wird sich auf seinem zugehörigen -Bolzen leichter
drehen und dem Waagebalken weniger Widerstand entgegensetzen, wenn er sauber,: und
gut eingeölt ist, als wenn et 'länget e ' Zeih etwa der Feuchtigkeit ausgesetzt
war. Auch Temperaturunterschiede können schon eine Rolle spielen, da im Winter das
Öl dickflüssiger ist als im Sommer und folglich weniger Schmierfähigkeit besitzt.
Man hat daher die Erfahrung gemacht, daß bei zu Anfang vollständig einwandfrei und
genau arbeitenden Waagen im Laufe der Zeit Fallschwingungen vorkamen, die nur darauf
zurückzuführen sind, daß die Waagen bzw. das auslösende Hebelwerk verschmutzt oder
angerostet waren.
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Diesem Übelstand begegnet die vorliegende Erfindung dadurch, daß eine
dauernde oder längere Berührung zwischen Waagebalken und Sperrgliedern überhaupt
nicht stattfindet, sondern daß ein Fühlhebel in gewissen, verhältnismäßig rasch
aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten prüft, ob der Waagebalken bereits seine Anfangsstellung
verlassen hat und zum Spielen gekommen ist. Solange der Waagebalken in seiner ursprünglichen
Lage verbleibt, wird der Tastlrebel durch einen am Waagebalken sitzenden Anschlag
jedesmal an seiner Weiterbewegung gehindert, indem er sich gegen diesen Anschlag
anlegt. In dem Augenblick jedoch, in dem der Waagebalken die ihm zukommende Bewegung
vollführt, ist er dem Tasthebel aus dem Wege gegangen, und dieser kann sich weiterbewegen
und hierdurch die Sperrung des Triebwerkes einleiten.
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Auf der Zeichnung ist in Abb. z eine solche Einrichtung beispielsweise
an einer selbsttätigen Laufgewichtswaage dargestellt. Der
Laufgewichtsbalke
n ist mit i bezeichnet, das Laufgewicht mit 2, die Antriebswelle für das Laufgewicht
mit zugehörigem Zahnrad mit 3, der Antriebsschieber mit angehängtem Treibgewicht
mit q.. Der Antriebsschieber q. greift auf der einen Seite mit einer Verzahnung
in das zugehörige Zahnrad ein, während er auf der anderen Seite eine Sperrverzahnung
besitzt. Jedesmal, wenn das Laufgewicht ,2 um einen Teilstrich seiner Skala vorgerückt
ist, ist der Antriebsschieber 4. um eine Sperrzahnteilung weiter nach unten gegangen.
Vorn am Laufgewichtsbalken i und mit dem Antriebsschieber .4 durch einen Kettenzug
oder durch Hebel zwangläufig verbunden, bewegt sich mit ihm gleichzeitig eine Kerbenteiste
5 senkrecht auf und nieder. Der Anschlag 6 am Laufgewichtsbalken i sitzt dem am
Waagengestell drehbar angeordneten Tasthebel7 gegenüber. Der Tasthebel7 besitzt
an seinem oberen Ende eine Vase 8, mit der er an der Kerbenteiste 5 entlanggleitet.
Während das Laufgewicht von einem zum anderen Teilstrich seiner Skala läuft, hebt
sich die Kerbenteiste 5 von einer zur anderen Kerbe, also uin eine Kerbeneinteilung,
wobei der Tasthebel 7 mit seiner Nase 8 an der Kerbenteiste entlang@;leitet und
seine Zunge ,-. mithin eine Bewegung nach der Zunge 6 am Laufgewichtsbalken zu macht.
Die Kerben der Kerbenteiste 5 sind tiefer als die Entfernung zwischen der Zunge
9 des Tasthebels 7 und der Laufgewichtsbalkenzunge 6. ;'Mithin wird, solange der
LaufZewichtsbalken i mit seinem vorderen Ende hochsteht. ein L astausgleich also
noch nicht erfolgt ist, sich der Tasthebel 7 mit seiner Zunge 9 gegen die "Zunge
6 anlegen. Sofort wird sie aber wieder von der nächsten Erhöhung der Kerbenteiste
5 hinweggedrückt, so daß der Balken i wieder Gelegenheit hat, frei zu spielen. Diese
Tastbewegung des Tastliebels 7 findet so lange statt, bis bei genügend vorgeschobenem
Laufgewicht 2 der Laufgewichtsbalken i vorn nach unten schwingt, so daß der Tastliebel7
bei seiner nächsten Bewegung in der Richtung auf den Laufgewichtsbalken zu an der
Zunge 6 keinen Widerstand mehr findet, sondern sich um so viel weiterbewegen kann,
bis seine Nase 8 im Grunde der zugehörigen Kerbe der Kerbenteiste 3 angelangt ist.
Seitlich von dem Treibschieber d. ist eine Sperrklinke io am Waagengestell gelagert
und mit ihrer Spitze so weit von den Sperrzähnen des Treibschiebers 4 entfernt,
daß sie noch nicht den Sperrzahn erfaßt, wenn der Tasthebel7 sich gegen die Zunge
6 am Laufgewichtsbalken anlegt. Erst bei der Weiterbewegung des Tasthebels 7 macht
auch die Sperrklinke io einen größeren Weg und legt sich in die Sperrverzahnung
des Treibschiebers d. ein, das Triebwerk also am Weiterlaufen hindernd.
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Die Weiterbewegung des Tasthebels 7, die die Sperrung des Triebwerkes
bewirkt, kann auch noch dazu verwendet werden, durch Auslösen weiterer Haken oder
Hebel i i andere Getriebeteile freizugeben. So können z. B. mehrere Laufgewichtsbalken
nebeneinander schwingen und das Triebwerk der nachfolgenden immer durch den Tasthebel
des vorhergehenden beim Stillsetzen seines eigenen Triebwerkes ausgelöst werden.
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Selbstverständlich kann diese Sperrvorrichtung auch bei allen möglichen
anderen Waagentypen verwendet werden, so z. B. bei Waagen mit Aufsetzgewichten,
wie in Abb. 2 dargestellt, oder bei Waagen mit Anhängegewichten usw. Es sollen die
hier gezeigten Beispiele nur den Gedanken veranschaulichen, ohne die Ausführungsmöglichkeiten
in irgendeiner Weise zu erschöpfen. Die Kerbenteiste kann beispielsweise durch eine
Zahnstange ersetzt werden, die eine Welle mit einer Scheibe antreibt, an deren Umfang
die Kerben eingearbeitet sind usw.