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Wanderrostfeuerung mit angeschlossenem Schlackengenerator. Die Vergasung
des Brennbaren in den Rückständen in einem an den Rost angeschlossenen Generator
erfordert eine von der Menge des Brennbaren abhängige Menge von Vergasungsluft.
Je nach der Anstrengung des Rostes und der wechselnden Beschaffenheit des Brennstoffes
werden die oben in den Generator fallenden Schlacken mehr oder weniger ausgebrannt
sein, so daß der Betrieb einer ständigen Beobachtung und scharfen Lufteinstellung
bedarf,
wenn eine gleichmäßig gute Vergasung und die beste Brennstoffausnutzung erreicht
werden soll. Damit kann aber im praktischen Dauerbetrieb nicht immer gerechnet werden.
Der Erfindung gemäß soll deshalb die Zufuhr der Druckluft selbsttätig geregelt werden.
Das geschieht auf Grund folgender Erwägung. Mit einer bestimmten Menge von Vergasungsluft
wird eine entsprechende Menge Brennbares vergast und dabei eine gut ausgebrannte
Schlacke von der Walzenaustragsvorrichtung aus dem Generator entlassen werden. Steigt
die Menge des Brennbaren, so wird mit der gleichbleibenden Windmenge der Ausbrand
schlechter; die Walzen führen eine noch glühend heiße Schlacke ab. Umgekehrt wird
bei geringerem Gehalt an Brennbarem der Ausbrand schon gegen die oberen Schichten
der Brennstoffsäule im Generator getrieben werden und durch die Luft die unterste
über den Walzen liegende Schicht mehr abgekühlt sein. Die Temperatur dieser unteren
Schicht wird daher ein Richtmaß für den Gang des Generators darstellen und soll
deshalb der Erfindung gemäß zur Luftregelung benutzt werden.
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Die Mittel zu dieser Regelung können verschiedener Art sein.
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a) Ausdehnung fester Körper. In ein Rohr wird z. B. ein Metallstab
eingeschoben, dessen Ausdehnungskoeffizient von dem Ausdehnungskoeffizient des Rohres
sehr verschieden ist. Unter dem Einfluß der verschiedenen Temperaturen entsteht
an dem einen Ende eine genügende Kraftwirkung, um durch ein Gestänge unmittelbar
auf eine Drosselklappe der Luftzuführung zu wirken; oder aber die Verschiebung des
Endes wird.benutzt, um verschiedene elektrische Kontakte einzuschalten, wodurch
dann die verschiedene Einstellung der Drosselklappe herbeigeführt wird.
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b) Wassererwärmung. Wenn ein der veränderlichen Temperatur ausgesetztes
Rohr mit gleichbleibender Geschwindigkeit von Wasser durchflossen wird, so wird
-das ausfließende Wasser entsprechend der auf das Rohr von außen wirkenden Temperatur
erwärmt oder abgekühlt. Wird also ein solches Rohr in die betreffende Schicht. des
Generators eingelegt, so kann das ausfließende Wasser oder richtiger seine Temperatur
benutzt werden, um die Drosselklappe einzustellen. Die Vorrichtungen zu diesem Zweck
sind an sich bekannt. So wird z. B. das Kühlwasser für den Abstreifer von Wanderrosten
in einem »Simson« benannten Apparat unter Vermittlung von Ausdehnungskörpern zum
Heben und Senken eines Kammes mit 13 verschieden langen Tauchkontakten benutzt,
welche die Wanderrostgeschwindigkeit durch Änderung der Tourenzahl des Reguliermotors
in sicherer Weise ändern; auf gleiche Weise kann auch die Wassertemperatur zur Änderung
der Stellung der Drosselklappe verwertet werden. Als Wasser zum Durchführen durch
das Rohr kann das zur Berieselung des Generatorschachtmantels benutzte Wasser benutzt
werden, das also nach oder besser vor seiner Anwendung zur Kühlung des Schachtmantels
durch das Rohr der Regelvorrichtung geleitet wird.
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Um den Generatorgang nach der mittleren Beschaffenheit der Brennschicht
im ganzen Querschnitt des länglichen Schachtes zu regeln, werden.die unter a und
b angegebenen Regelmittel in der geeigneten Zone um den ganzen Umfang oder mindestens
an den Längsseiten des Schachtes in das Innere des letzteren verlegt. Die Verlegung
erfolgt am besten durch Versenkung von außen her. Eine günstige Stelle mit leichter
Anbringbarkeit befindet sich an der Ansatzstelle des Kastens, in dem sich die Austrag-
und Brechwalzen befinden.
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Zur Verdeutlichung sei auf das Schema nach Abb. i der Zeichnung verwiesen.
i sind die Spritzrohre am Kopf des Generatorschachtes a, aus denen das Berieselungswasser
an der Schachtwandung herabläuft, um sich in der Überlaufrinne 6 zu sammeln. 3 sind
die Mittel zur Regelung der Vergasungsluft. q. ist der Kasten, in dem sich die Austraä
walzen 5 befinden.
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Bestehen die Mittel 3 aus Rohren, durch die Wasser läuft, so muß dieses
in konstanter Menge, also unter gleichem Druck, durchströmen. Das Wasser wird zweckmäßig
einem hochliegenden Gefäß mit Schwimmerregelung entnommen, zuerst durch die Rohre
3 und dann zu den Spritzrohren i geführt.
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Die zur Regelung benutzten Mittel 3, welche also die in ihrer Zone
herrschende Temperatur aufnehmen, verlaufen längs, durch oder um den ganzen Umfang
des Schachtes oder Kastens. Die Wärmeaufnahme erfolgt nach der mittleren Beeinflussung
der in der betreffenden Zone herrschenden Temperaturen. In Abb. a, in der diese
mittlere Beeinflussung mit in bezeichnet ist, ist das Schema für die unter a angegebenen
Mittel (feste Körper) angedeutet, während in Abb. 3 das Schema für die unter b angegebenen
Mittel (Wasser) angegeben ist, wo wiederum in die mittlere Beeinflussung bedeuten
soll. Die Schlußstellung der Drosselklappe (geringste Temperatur) wird zweckmäßig
zugleich Stillsetzung des Gebläses zur Folge haben. Zu diesem Zweck wird der Antrieb
so durchgeführt, daB ein Motor einerseits die Austragwalzen und anderseits das Gebläse
antreibt, wobei jeder Antrieb ein-und
ausgerückt werden kann (mechanische
oder elektromagnetische Kupplung). Bei der niedrigsten Schlackentemperatur ist dann
diese Kupplung auszurücken.
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Nun ist noch zu berücksichtigen, daß kalte Schlacken über den Austragswalzen
schneller als heiße entfernt werden können und daß daher die normale für den Brennstoff
durch Einstellung mit der Hand bewirkte Austragsgeschwindigkeit dann richtig ist.
Diese bleibt vorteilhaft bis zu einer gewissen Temperatursteigerung bestehen. Für
die mittleren Tenperaturen wird aber eine Verringerung der Austraggeschwindigkeit
vorteilhaft sein, und für das oberste Drittel (heißester Gang) wird die Antriebskupplung
vorteilhaft ganz ausgerückt, um für die Vergasung bei dann stärkster Windzufuhr
Zeit zu lassen. Es können natürlich beliebig viele Zwischenstufen oder keine Zwischenstufen
(nur Einschalten des Walzenantriebes bei niedriger und Ausschalten bei hoher Temperatur)
vorgesehen werden.
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Der Walzenantrieb wäre also mit Hilfe derselben Mittel zu regeln,
die für die Regelung der Vergasungsluft angegeben wurden. Indessen können die unter
a und b geschilderten Mittel auch doppelt angewandt werden, und zwar das eine Mal
am untersten Teil des Schachtes, also dicht über den Walzen, um die Luftregelung
zu bewirken, und das andere Mal in einer höheren Zone, um die Austraggeschwindigkeit
zu regeln und so eine gleichmäßige Schütthöhe besser aufrechtzuerhalten. Stets ist
jedoch auch noch eine Geschwindigkeitsregelung von Hand nach der Beobachtung der
Schüttung des Generators mit beizubehalten, einesteils um den Heizer zu einer Bedienung
der Feuerungsanlage anzuhalten, anderseits weil die Schüttung immerhin nicht ganz
zuverlässig mechanisch geregelt werden kann.
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Die sämtlichen beschriebenen Regelmittel und Einrichtungen lassen
sich bei allen solchen Generatoren anwenden, die an irgendeine Vorschubfeuerung
angeschlossen sind.