DE43306C - Hydraulische Tiefbohreinrichtung mit stofsendem Werkzeug - Google Patents
Hydraulische Tiefbohreinrichtung mit stofsendem WerkzeugInfo
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- DE43306C DE43306C DENDAT43306D DE43306DA DE43306C DE 43306 C DE43306 C DE 43306C DE NDAT43306 D DENDAT43306 D DE NDAT43306D DE 43306D A DE43306D A DE 43306DA DE 43306 C DE43306 C DE 43306C
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Tief bohreinrichtung setzt sich zusammen:
1. aus der an P angeschlossenen Kraftmaschine,
welche entweder aus einer Druckpumpe allein oder einer solchen combinirt mit einem Accumulator bestehen kann,
2. aus dem Compensationsstück HP,
3. aus dem Schubklinkenmechanismus St,
4. aus dem an R angreifenden Kabel,
5. aus dem Transmissionsgestänge i k und
6. aus den hydraulischen Bohrmaschinen L bezw. F.
ι. Die Kraftmaschine. Die Druckpumpe ist entweder als einfach wirkende Pumpe mit oder
ohne Druckventil construirt und dient direct zur Kraftübertragung zum Bohrmeifsel, oder
sie ■ wirkt auf einen zwischengeschalteten Accumulator. Sie erhält ein nutzbares Volumen,
welches gleich ist dem vom Plunger des Bohrmeifsels beschriebenen Volumen plus dem Spulvolumen
während der Druckperiode, oder als schnelllaufende, doppelt wirkende Pumpe zur Speisung eines Accumulators, wobei letzterer
dann durch einen ~ Steuermechanismus das Druckwasser mtermittirend in das Bohrgestänge
giefst und somit direct als Kraftübertrager dient, während die Pumpe indirect arbeitet.
Letztere Einrichtung dient für weite Bohrlöcher etc. (Bohrschächte). Die einfach wirkende,
ohne Druckventil arbeitende Pumpe soll einen Theil des anzusaugenden Wassers aus dem
Transmissionsgestänge entnehmen, um den Plunger des Meifsels schnell zu entlasten; der
übrige Theil, und zwar das Spülvolumen, wird aus einem Reservoir oder Brunnen entnommen,
wobei die Saughöhe gleich der im Transmissionsgestänge gesunkenen Wassersäule sein
soll; diese Wassersäulen können auch künstlich durch Drosselung der Querschnitte hergestellt
werden.
2. Als Compensationsstücke HP zum Anschlufs der Pumpe oder des Accumulators an
das Transmissionsgestänge können entweder starke Druckschläuche oder Gelenkrohre dienen,
und zwar derartiger Construction, dafs das Transmissionsgestänge sich sowohl um die eigene
Achse drehen als auch in der Richtung der Achse um eine bestimmte Länge bewegen kann.
3. Der Schubklinkenmechanismus St bezweckt das selbstthätige und sichere Umsetzen
des Bohrers im Bohrloche nach jedem Schlage, und zwar um einen vorher bestimmten Winkel,
wobei der ganze Bohrmechanismus an dieser Drehung theilnimmt. Die Einrichtung besteht
aus der quadratischen, mit runder Bohrung versehenen oberen Röhre k, auf welche ein Sperrrad
mit Knarre geschoben ist. Der Hebel der Knarre ist mittelst Zugstange ο mit der Pumpe
bezw. dem Accumulator in Verbindung gebracht, so zwar, dafs, wenn die Pumpe ihre
Saugperiode beginnt bezw. wenn der Plunger des Accumulators durch das Spiel der Pumpe
wieder hinaufgetrieben wird, die Sperrklinke vorgeschoben und somit das Bohrgestänge um
einen bestimmten Winkel gedreht wird. Zur Regulirung der Umsetzung ist der Knarreniiebel
bei e mit einer Coulisse versehen. Der Schubklinkenmechanismus ruht oberhalb des
Bohrloches auf einer Drehplatte p.
4. Das bei R angreifende Kabel besteht aus einem Ketten- oder Seilkabel von etwa 60 m
Ketten- oder Seilfassung mit einer Tragkraft,
die der im Bohrloch hängenden Last mindestens gleichkommt. Das Kabel soll so eingerichtet
sein, dafs bei 2 Centnern Mehrgewicht, als beabsichtigt wird, ein Gleiten in der Bremse desselben
so lange stattfindet, bis das Uebergewicht ausgeglichen ' ist. Es soll hierdurch erreicht
werden, dafs, wenn das Hängegestänge vom Bohrer abgebohrt ist und der Meifsel die Sohle
nicht mehr treffen würde, das ganze Schlaggewicht der Wassersäule auf dem Plunger vom
Transmissionsgestänge aufgenommen wird und dieses sich infolge dessen selbstthätig so lange
senkt, bis jene Schlagwirkung gehoben ist und der Meifsel also wieder regelmäfsig vor Ort
arbeitet.
5. Das Transmissionsgestänge besteht im oberen Theil aus dem quadratischen Torsionsrohre
Z', an welches abwärts schmiedeiserne Röhren / mit Muffenverbindung angeschlossen
sind. Im unteren Theil des Bohrloches ist das Gestänge mittelst eines Nippelstückes an
die hydraulische Bohrmaschine angeschlossen. Um den Auftrieb des Spülwassers zu beschleunigen,
dann aber auch namentlich, um das Gewicht des Transmissionsgestänges möglichst vollständig auszubalanciren, sollen die
Rohre mit Holz- oder Korkmantel versehen sein. Die Dimensionen der Röhren richten
sich nach dem Pumpendruck, der Tiefe des Bohrloches, dem vom Meifselplunger beschriebenen
Volumen und der Gröfse der Spülung; im allgemeinen soll der Durchmesser möglichst
grofs genommen werden.
6. Die eigentliche im Bohrloch arbeitende hydraulische Bohrmaschine L bezw. F besteht
aus dem am Transmissionsgestänge ruhig hängenden Plungercylinder ä und dem durch
Druckwasser beweglichen Meifselschafte b bezw.g. Der Meifselschaft im Plungercylinder ist mittelst
sogenannter Rillenliderung c abgelidert. Der Meifselschaft oder der' Arbeitsplunger mit dem
daran sich befindenden Meifsel kann entweder zur Vollbohrung,' wie bei L, oder zur Kernbohrung,
wie bei F, eingerichtet sein.
Der Plungercylinder α ist für beide Bohrmethoden gleich, so dafs durch Einsetzen eines
anderen Plungers die Bohrmethoden gewechselt werden können, ohne dafs sich in der Gesammteinrichtung
etwas ändert. Zur Vermeidung des willkürlichen Drehens des Plungers in dem Cylinder ist ersterer auf seiner ganzen
"Länge mit zwei diametral gestellten Nuthen versehen, in welche zwei bei ee eingesetzte
Stifte greifen.
Zwischen dem Kolben c und dem Grund des Plungercylinders ist eine cylindrische Feder d
gelagert, deren Tragkraft das Gewicht des Plungers und des Bohrers um ein Bestimmtes
überschreitet und dabei so elastisch ist, dafs die Tragkraft innerhalb gewisser Grenzen sich
wenig ändert. Die Feder kann bei tiefen Bohrlöchern auch durch die neben dem Gestänge
aufsteigende schwere Wassersäule ersetzt oder doch ergänzt werden. Zur Spülung des Meifsels
trägt der Plunger bei g eine Durchbohrung von solcher Gröfse, dafs bei einem bestimmten
Druck auf den Plunger ein vorher bestimmtes Wasservolumen zur Spülung des Meifsels, also
zur Entfernung des Bohrschlammes, zur Verwendung gelangt.
Bei der Vollbohrung gelangt der Spülstrom in kleinem Strahl durch h h bis nahe zum
Meifsel/, wo er in mehrere kleine Ströme getheilt ist, um jede Meifselschneide spülen zu
können; dagegen tritt er bei der Kernbohrung vom Plungerkopf in den inneren hohlen Raum,
welcher die Kernbüchse bildet. Von hier aus nun spült der Spülstrom den abgebohrten
Kern, tritt durch die innere Spülrille r zu dem Kernschneider, von da zu den äufseren
Spülkanälen w und . steigt von da zu Tage. Der Plunger des Kernbohrapparates besteht aus
dem central und axial durchbrochenen Kreuzmeifsel u, der kegelförmigen Kernbruchzone s,
der Kerntiefe t, der Federhubzone x, dem Kernfedertreiber r und der oberhalb r sich
fortsetzenden Kernbüchse. Der Plunger des Vollmeifsels ist aus der Zeichnung direct verständlich.
Betrieb des hydraulischen Tiefbohrapparates.
-
Nachdem der Meifsel f auf der Bohrlochsohle angekommen und der Plunger b q ganz
eingeschoben ist, wird das Transmissionsgestänge i k und mit ihm der Plungercylinder a
und der Plunger b q nebst Meifsel f wieder so viel von der Bohrlochsohle gehoben, als
der Hub des Meifsels betragen soll. Nun wird über Tage die Pumpe in Betrieb gesetzt. Beim
Druck der Pumpe fliefst ein Theil des vorher angesaugten Wassers durch die kleine Bohrung g
im Kopf des Plungers zur Spülung des Meifsels ab; durch das gröfsere Pumpenvolumen steigt
der Wasserdruck auf dem Plunger auf eine vorher bestimmte Höhe, wodurch der Plunger
und mit ihm der Meifsel auf die Bohrlochsohle geworfen wird.
Macht die Pumpe nun noch einen weiteren Weg, so wird das übrige Wasser durch ein
Sicherheitsventil abgeführt. Sobald die Pumpe jetzt ihre Saugperiode beginnt, wird der
Plunger b q entlastet und die . Feder α treibt denselben und mit ihm den Meifsel hoch, worauf
das Spiel wieder von neuem erfolgt. In dieser Weise macht der Bohrer im Bohrloch
genau dasselbe Spiel wie die Pumpe über Tage, wobei die im Bohrgestänge stehende
Wassersäule als Kraft transmittirendes Glied anzusehen ist.
Bei der Vollbohrung wird auf diese Weise die ganze Bohrsohle bearbeitet, dagegen wird
bei der Kernbohrung nur ein ringförmiger Theil weggemeifselt.
Die Kernfeder t im Kernbohrer ist so construirt, dafs dieselbe innerhalb der kegelförmigen
Bruchzone s bei Beginn der Bohrung noch etwas Platz hat; dringt nun der Bohrkern beim
Bohren in den Meifsel ein, so bleibt Abwärtstrieb des Bohrers und die Feder t mit ihren
vier Fangklauen auf dem Kopf des Kernes liegen und dieses Spiel wiederholt sich so
lange, bis der Kern beinahe in die Kernbüchse tritt. Von jetzt ab ist der Kern oberhalb
der kegelförmigen Bruchzone länger, als der Hub des Meifsels beträgt, und nun trifft
beim Niedergang des Bohrers die Brust r der Kernbüchse die Kernfeder t und treibt diese
somit auf den Kern. Von jetzt ab wird mit jedem tieferen Eindringen des Bohrers die
Kernfeder ί auf dem Kern mit niedergetrieben, und zwar so lange, bis die Kernbüchse vollgebohrt
ist. Soll nun der Bohrer zu Tage gehoben werden, so tritt beim Anziehen des
ganzen Bohrzeuges die Kernfeder t zunächst in -die kegelförmige Bruchzone s, wodurch die
Klauen der Kernfeder in den Kern geprefst werden. Beim weiteren Aufziehen wird nunmehr
der Kern abgesprengt und, auf dem Kernfänger ruhend, zu Tage gebracht.
Mit vorliegenden Constructionen soll erreicht werden:
ι. gröfsere Sicherheit des Gelingens der Bohrarbeit
durch das während der Arbeit ruhig hängende Bohrgestänge, also Wegfall der Brüche
im Gestänge, Freifall und Meifsel;
2. weniger Nachfall im Bohrloch, da das ruhig hängende Bohrgestänge die Bohrlochwandungen
nicht mehr zerschlägt, aus welchem Grunde die Bohrlöcher auch kleiner genommen werden können, wodurch die Arbeit beschleunigt
wird; s>
3. Vermeidung von den so gefährlichen Fehlschlägen, die Veranlassung zu Brüchen im Gestänge
und den Anhängeschrauben geben, auch die Leistung vermindern;
4. gröfsere Sicherheit beim Einlassen des Apparates in das Bohrloch, da das so gefährliche
Ein- und Ausscheeren der Freifallstücke während des Einhängens beseitigt ist;
5. Beschleunigung der Bohrarbeit durch Erzielung einer bedeutend gröfseren Anzahl Hübe
und Schläge;
6. präcisere Arbeit des Bohrapparates, da sämmtliche Functionen mechanisch ausgeübt
werden und man nicht mehr von der Geschicklichkeit und dem Willen des Bohrmeisters
und Arbeiters abhängig ist;
7. Vereinfachung der Anlage, da die Schlagmaschine nebst Balancier und Spülpumpe in
einer Pumpenanlage vereinigt sind;
8. bedeutend billigere Anlage durch Wegfall der Schlagmaschine nebst Rohrleitung und
Balanciere, des Rotationsapparates nebst Transmission und der theuren Diamanten, wogegen
die maschinellen und baulichen Einrichtungen vereinfacht und vermindert werden;
9. viel billigere Bedienung, da die ganze Arbeit von drei Personen besorgt wird, und
zwar von einem Maschinenführer und zwei Schärfschmieden; von diesen ist während des
Bohrens nur der Maschinenwärter am Bohrloch thätig, während die Schmiede schärfen. Beim
Ausholen und Einlassen des Apparates sind auch die Schärfschmiede am Bohrloch thätig;
10. Unbeschränktheit in der Tiefe des Bohrloches, da der Apparat eben so sicher in grofser
als ,geringer Tiefe arbeitet und das Gewicht der Bohrgestänge durch Holz - oder Korkmantel
entlastet werden kann, was bei dem ruhenden Gestänge auch haltbar bleibt.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine hydraulische Tiefbohreinrichtung mit stofsendem Werkzeug, bei welcher der Arbeitskolben (c) zum Zweck seiner Entlastung nach dem Niedergange und zur gleichzeitigen Spülung des Bohrloches durchbohrt oder undicht gemacht ist, in Verbindung mit einer Feder (d), welche den Auftrieb des entlasteten Kolbens bewirkt.
- 2. Bei einem solchen Apparat ein stofsender Kernbohrer (u) mit Kernfänger (t) und dem als Kernbüchse dienenden Plunger (q).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43306C true DE43306C (de) |
Family
ID=318641
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43306D Expired - Lifetime DE43306C (de) | Hydraulische Tiefbohreinrichtung mit stofsendem Werkzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43306C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE974523C (de) * | 1951-09-26 | 1961-01-26 | Andre Stenuick | Druckluftbetriebene Schlagbohrvorrichtung zur Herstellung von Gesteinsbohrloechern |
-
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- DE DENDAT43306D patent/DE43306C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE974523C (de) * | 1951-09-26 | 1961-01-26 | Andre Stenuick | Druckluftbetriebene Schlagbohrvorrichtung zur Herstellung von Gesteinsbohrloechern |
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