DE430669C - Verfahren zur Reinigung von Abwaessern - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Abwaessern

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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/52Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities
    • C02F1/5263Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities using natural chemical compounds

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Description

  • Verfahren zur Reinigung von Abwässern. Die Reinigung flüssiger Stoffe, wie Abwässer, Trüben u. dgl., von mineralischen Bestandteilen, wie Ton, Erde u. dgl., meist kolloidalen anorganischen Verbindungen, geschah bisher durch Absitzenlassen in großen Behältern oder durch chemische Reinigung, indem man Fällungsmittel, wie Alaun, Salzsäure, Chlormagnesiumlauge, Kalkmilch u. dgl., dem trüben Wasser zusetzte. Dies hatte eine Ausfällung der Verunreinigungen zur Folge, die aber nur dann wirksam eintrat, wenn das Fällungsmittel in genügender Menge von r bis 5 kg pro Tonne Wasser verwendet wurde. Die Kosten sind daher hoch und die Anwendung dieser Verfahren selten.
  • Ebenso bestand die Reinigung fester Stoffe von Ton, Erde u. dgl. darin, daß man entweder einfach mit Wasser schlämmt, was meist unvollkommen ist und viel Zeit erfordert, oder man setzt kolloid-chemisch und physikalisch wirksame Mittel, wie Soda, Wasserglas u. dgl., zu, welche ein rasches Aufquellen der Verunreinigungen hervorrufen. Diese Verfahren benötigen meist etwa 2 Prozent Zusatzmittel, weshalb die Kosten auch so hoch waren, daß sie bis heute wenig Verwendung und Verbreitung haben.
  • Bei organische Stoffe enthaltenden Trüben, insbesondere städtischen Abwässern, solchen der Farben-, Zuckerfabriken, Gerbereien, sind auch schon Verfahren vorgeschlagen worden, welche organische Mittel zu Hilfe nehmen, wie Nitroprodukte von harzartigen Körpern, Humuslösungen, kresolhaltige Reinigungssäuren =in Verbindung mit Ton bz«-. Kieselsäure; die übertragung dieser Verfahren auf anorganische Abwässer und Trüben scheitert jedoch daran, daß sie, wenn überhaupt durchführbar, teuer ausfallen oder im Falle der Reinigung der in einer Trübe aufgeschwemmten festen Stoffe von ihren tonigen, erdigen usw. Verunreinigungen alle Stoffe ziemlich gleichmäßig ergreifen, wie z. B. Huminstoffe.
  • Auch aus der Literatur ist die Wirkung von Elektrolyten und Schutzkolloiden genügend bekannt, ohne daß es bisher gelungen ist, ein wirtschaftliches, also billiges Reinigungsverfahren in allgemeine Verwendung zu bringen.
  • Vorstehende Erfindung beseitigt die erwähnten -Nachteile, und zwar derart, daß bei mindestens gleicher, meist aber besserer Wirkung die Kosten des Verfahrens auf einen Bruchteil der bisherigen Kosten herabgemindert werden.
  • Die Erfindung besteht darin,- daß man- an Stelle der bisher verwendeten Elektrolyte ganz geringe Mengen von Bohrölen der Trübe zugibt, wonach die Wirkung der Lösung, Suspendierung bzw. Ausflockung der Verunreinigungen, eintritt. Die sogenannten Bohröle sind leicht emulgierbare, oft auch als lösliche Öle bezeichnete organische Substanzen, die heute in der Technik allgemein als Kühlflüssigkeit an Bohrmaschinen, Drehbänken u. dgl. Verwendung finden. Ihre leichte Verteilung im Wasser und der Umstand, daß sie von kolloidalen Körpern leicht adsorbiert werden, ermöglicht ihre Anwendung in sehr geringen Mengen. Da sie aus Abfallstoffen im großen hergestellt werden, sind sie billig, was ihre Verwendbarkeit erhöht. Ähnlich wirken schon manche ihrer Ursprungsstoffe, wie insbesondere industriell abfallende Pflanzenextrakte, z. B. Zellstofflaugen, Sulfitlauge u. dgl.
  • Beispiel Eine Aufbereitungsanlage sendet ihre Trübe, also das mit Erde, Ton u. dgl. verunreinigte Wasser, in große Teiche, die aber immer noch das Wasser mit 4 g fester Substanz in Liter abgeben, was zu großen Schadenvergütungen führt. Unter den bekannten Mitteln erwies sich Chlormagnesiumlauge als das beste, wobei mit 1,5 kg auf die Tonne Trübe eine gute Klärung erzielt wurde. Die Kosten waren aber sehr hoch, i,8 Goldpfennig. Bei Zugabe von 30 g Bohröl pro Tonne Trübe wurde dieselbe Wirkung erzielt, wobei die Kosten nur 0,4 Goldpfennig betragen.
  • Beispiel 2.
  • Eine Braunkohle ist durch Erde und Ton stark verunreinigt, so daß sie trotz Waschen mit Wasser nicht verkaufsfähig ist. Eine brauchbare Reinigung wurde bei Zugabe von 1,2 Prozent Wasserglas - 12 kg pro Tonne Kohle erzielt, aber die Kosten waren mit 3,6o Mark viel zu hoch, daher das Verfahren unwirtschaftlich.
  • Bei Zugabe von 1,2 kg eines Holzextraktes pro Tonne Kohle ergab sich dieselbe gute Wirkung, nur daß die Kosten nunmehr 9,6 Goldpfennig betragen, weshalb der Betrieb lebensfähig ist.
  • Vorliegende Beispiele sind bereits im Großbetriebe erprobt und die Durchschnittsergebnisse angeführt.
  • Die Wirkung der Bohröle kann durch kolloidchemisch und physikalisch wirksame Stoffe, wie Säuren, Basen, Salze, Alkalien usw., also durch an und für sich bekannte Stoffe erhöht, vermindert oder aufgehoben werden, was auch in Fällen von wahlweiser Ausscheidung einzelner Verunreinigungen von Bedeutung ist. Es sind dann ebenfalls iiur ganz geringe Mengen dieser Stoffe (unter Prozent) zu verwenden, jedenfalls aber immer bedeutend weniger als bei der bisherigen Alleinverwendung derselben. Die Zugabe kann vor oder nach dem organischen Mittel oder auch gleichzeitig mit demselben erfolgen. Hierfür sei folgendes Beispiel gegeben: Eine Kesselwasserreinigungsanlage arbeitet in bekannter Weise mit Soda und Ätznatron. Der Wasserdurchfluß mußte sehr langsam sein, weil sonst die feinen ausgefällten Flokken mitschwimmen und das Wasser verunreinigen. Nach Zugabe von 12 g Bohröl auf i Tonne Wasser trat die Ausfällung und Ballung der Flocken so intensiv ein, daß mit 6facher Leistung bei gleichen Zusatzmitteln gearbeitet werden konnte. Die Reinigungskosten gingen auf den fünften Teil herunter.

Claims (2)

  1. PATENT-ANSPRÜcHE: i. Verfahren zur Reinigung von Abwässern anorganischer Fabriken, Trüben und in Trüben aufgeschwemmten festen Stoffen von erdigen, tonigen u. dgl. Verunreinigungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffe mit Wasser vermengt werden, welches geringe Mengen (unter '/., Prozent) Bohröle enthält.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man außer den in Anspruch i erwähnten Zusatzmitteln, mit diesen vermengt oder zeitlich in der Zugabe getrennt, geringe Mengen (unter o,5 Prozent) von geeigneten, kolloidchernisch oder physikalisch wirksamen Substanzen, wie Säuren, Basen, Alkalien, Salze u. dgl., zusetzt, welche die gesamte Wirkung verstärken, abschwächen oder eine wahlweise Abscheidung der Verunreinigungen hervorrufen.
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