DE428218C - Verfahren zur Herstellung eines aus Kupfer und Eisen bestehenden Doppelmetalls - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines aus Kupfer und Eisen bestehenden DoppelmetallsInfo
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Description
Doppelmetalle aus Kupfer und Eisen, die durch eine metallische Zwischenschicht zusammengehalten
werden, sind bekannt. Gemäß der Erfindung wird für die Bildung der Zwiselenschicht
Zink verwendet. Das Zink der Zwischenschicht, die man zweckmäßig von vornherein auf mechanischem Wege .in die
beiden sie umgebenden Metalle zum Anhaften gebracht hat, geht beim Zusammenpressen
dieser Metalle in der Hitze eine Legierung mit dem Kupfer ein, und es tritt infolgedessen
eine sehr innige und regelmäßige Verbindung der beiden Hauptbestandteile des Doppelmetalls
ein, derart, daß dieses sehr hohen Beanspruchungen standzuhalten vermag, ohne daß die Bestandteile des Doppelmetalls sich
voneinander trennen.
Bei Ausübung des Verfahrens verfährt man so, daß eine Seele oder ein Kern aus dem
einen der beiden Bestandteile des Doppelmetalls, z. B. aus Stahl, zunächst mit einem
Zinküberzug versehen und alsdann in ein Rohr oder eine Hülle aus dem Mantelmetall, z. B.
Kupfer, in an sich bekannter Weise hineingesteckt wird, worauf das Ganze gemäß der
'* Erfindung einem ersten Zieh- oder Walzvorgang unterworfen, hierauf so weit erhitzt
wird, daß lediglich das Zink schmilzt, und endlich, während die gebildete Zwischenschicht
noch flüssig ist, einem zweiten Ziehoder Walzvorgang ausgesetzt wird.
Im einzelnen kann die Ausführung dieses Verfahrens sich folgendermaßen gestalten:
Man verwendet ein Kupferrohr und eine Stahlstange, die etwas länger ist und die einen
derartigen Durehmesser hat, daß sie ziemlich leicht in das Kupferrohr eingeführt werden
kann. Das Kupferrohr wird sodann in Pottasche gewaschen, mit Säure gebeizt und in ein
Boraxbad getaucht. Nach Entfernung aus diesem läßt man das Rohr trocknen.
Die Stahlstange wird alsdann ebenfalls gewaschen und in einem Säurebade stark gebeizt;
sie wird hiernach in ein Bad von geschmolzenem Zink getaucht, derart, daß das Zink sie vollständig bedeckt. Nach Entfernung
aus dem Bade wird die Stange abgerieben, um den Überschuß an Zink zu entfernen. Schließlich wird die Stange in heißem Zustande
auch in ein Boraxbad getaucht.
Man führt nun die Stahlstange in das Kupferrohr ein, wobei man darauf achtet, daß das
eine, vordere Ende der Stahlstange mit dem einen Ende des Kupferrohrs übereinstimmt.
Sodann führt man auf der Ziehbank einen ersten Gang aus, um das Rohr auf die Stange
zu drücken, wobei man mit dem vorderen Ende von Rohr und Stange beginnt.
Das Ganze wird dann in einen Glühofen gebracht, der auf etwa 8oo° erhitzt ist oder
höchstens auf eine Temperatur, die wenig tiefer liegt als der Schmelzpunkt des Kupfers.
Man läßt den zu glühenden Gegenstand etwa 15 Minuten im Ofen.
Nach Entfernung aus dem Ofen wird auf einem Walzwerk eine Streckung ausgeführt
(die das überschüssige Lot entfernt), wonach man die Streckung auf einer Ziehbank fortsetzt,
und zwar vorzugsweise in Gängen von 0,5 bis 2 mm. Dies wird so lange fortgesetzt,
bis man den gewünschten Durchmesser erreicht hat. Zwischen jedem Gange wird jedesmal
ausgeglüht, wie dies für das gewöhnliche Ziehen von Kupfer- und Stahlstangen üblich
ist.
Die Kupfer- und Stahlteile sind auf diese Weise in sehr haltbarer Weise durch ein wirkliches
Kupferlot zusammengefügt, das sich während der Erhitzung aus dem geschmolzenen Zink und dem Kupfer des Rohres gebildet
hat. Dieses Kupferlot ist an den Schnittflächen als gelbe Linie erkennbar, während das
Zink als solches vollständig verschwunden ist. Die erhaltene Masse kann geschmiedet und
im Gesenk gepreßt werden, ohne daß dabei die Bestandteile voneinander getrennt werden.
Sie eignet sich im besonderen für die Herstellung von Gewehrkugeln im Gesenk, wobei das
Kupfer infolge seiner Schmiedbarkeit die Kugel völlig bedeckt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann ferner Verwendung finden zur Herstellung
von Stangen, von Platten usw., und zwar in zwei oder mehreren übereinanderliegenden
Schichten, die es ermöglichen, durch Schneiden, Pressen, Schmieden, Walzen, Strecken,
Treiben oder in jeder anderen geeigneten Weise Gegenstände von verschiedenster Form
und für die verschiedensten Zwecke herzustellen, ζ. B, außer für Gewehrkugeln auch für
Schmuckgegenstände, Bauteile, Maschinenteile, Haushaltungsgegensiände, Tischgegenstände,
Toilettenartikel, Beleuchtungsgegenstände, Elektrizitätsleiter und andere Gegenstände
für die verschiedensten Verwendungszwecke. Im besonderen kann man mit dem beschriebenen Verfahren auch Kochtöpfe herstellen,
die außen aus Kupfer und innen aus Stahl bestehen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines aus Kupfer und Eisen bestehenden Doppelmetalls
unter Gebrauch einer metallischen Zwischenschicht, dadurch gekennzeichnet,
daß als Zwischenschicht Zink verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Seele oder ein
Kern, z. B. aus Stahl, zunächst mit einem Zinküberzug versehen und alsdann in ein
Rohr oder eine Hülle aus dem Mantelmetall, z. B. Kupfer, in an sich bekannter Weise hineingesteckt wird, worauf das
Ganze einem ersten Zieh- oder Walzvorgang unterworfen, hierauf so weit erhitzt wird, daß lediglich das Zink schmilzt,
und endlich, während die gebildete Zwischenschicht noch flüssig ist, einem zweiten Zieh- oder Walzvorgang ausgesetzt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhitzung
auf eine Temperatur von etwa 8oo° etwa 15 Minuten lang erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR428218X | 1923-07-04 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE428218C true DE428218C (de) | 1926-04-28 |
Family
ID=8899098
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP47788D Expired DE428218C (de) | 1923-07-04 | 1924-03-29 | Verfahren zur Herstellung eines aus Kupfer und Eisen bestehenden Doppelmetalls |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE428218C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE908226C (de) * | 1944-06-30 | 1954-04-01 | Schmidt Gmbh Karl | Verfahren zum Herstellen von Lagern aus Eisen oder Stahl mit einer Auflage aus Leichtmetallegierungen unter Verwendung einer metallischen Zwischenschicht |
| DE938694C (de) * | 1952-05-25 | 1956-02-02 | Licencia Talalmanyokat | Verfahren zum Herstellen von aus Kupfer und Leichtmetallkoerpern bestehenden Verbindungsstuecken, um zwei aus den gleichen Metallen bestehende elektrische Leiter miteinander zu verbinden |
| DE1025231B (de) * | 1953-10-21 | 1958-02-27 | Rudolf Hingst Dipl Ing | Verfahren zum Verbinden von Teilen aus gleichen oder verschiedenen Metallen miteinander |
| DE19823728A1 (de) * | 1998-05-27 | 1999-12-09 | Fuerstlich Hohenzollernsche We | Verfahren zur Herstellung eines metallischen Verbundkörpers und Verbundkörper |
-
1924
- 1924-03-29 DE DEP47788D patent/DE428218C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE908226C (de) * | 1944-06-30 | 1954-04-01 | Schmidt Gmbh Karl | Verfahren zum Herstellen von Lagern aus Eisen oder Stahl mit einer Auflage aus Leichtmetallegierungen unter Verwendung einer metallischen Zwischenschicht |
| DE938694C (de) * | 1952-05-25 | 1956-02-02 | Licencia Talalmanyokat | Verfahren zum Herstellen von aus Kupfer und Leichtmetallkoerpern bestehenden Verbindungsstuecken, um zwei aus den gleichen Metallen bestehende elektrische Leiter miteinander zu verbinden |
| DE1025231B (de) * | 1953-10-21 | 1958-02-27 | Rudolf Hingst Dipl Ing | Verfahren zum Verbinden von Teilen aus gleichen oder verschiedenen Metallen miteinander |
| DE19823728A1 (de) * | 1998-05-27 | 1999-12-09 | Fuerstlich Hohenzollernsche We | Verfahren zur Herstellung eines metallischen Verbundkörpers und Verbundkörper |
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