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Mehrfachdrahtziehmaschine zum Ziehen dünner und dünnster Drähte. Überall,
wo es sich um das Ziehen größerer Drahtmengen handelt, ist man, soweit dies in bezug
auf die Abmessungen des Drahtes bis jetzt praktisch möglich war, von den Einfachdrahtziehmaschinen
zu den Mehrfachdrahtziehmaschinen übergegangen.
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Die vorhandenen Mehrfachdrahtziehmaschinen versagen jedoch beim Ziehen
dünner und dünnster Drähte mehr oder weniger, was einerseits entsprechend der Qüerschnittsabnahme
auf die immer geringer werdende Widerstandsfähigkeit des Werkstoffs zurückzuführen
ist und anderseits durch die vorhandenen Mängel aller bestehenden Bauarten von Mehrfachdraht?iehmaschinen
hervorgerufen wird. Wenn man bei den bekannten Mehrfachdrahtziehmaschinen im wesentl_chen
zwei Bauarten unterscheidet, und zwar Bauart i = Aufnahme und Fortbewegung des Drahtes
durch Stufenkonusse, Bauart z = Aufnahme und Fortbewegung des Drahtes durch zwei
nicht abgestufte, einfache zylindrische Walzen, kann man feststellen, daß Bauart
i, von anderen Fehlern, wie Einschneiden des Drahtes usw., ganz abgesehen, darin
ihren größten Nachteil aufweist, daß es bei Drähten von weniger als o; i mm Durchmesser
sehr schwierig, zeitweise sogar unmöglich ist, die Diamantziehsteine den Stufenkonussen
und ihrer wechselnden Aufnahmefähigkeit gegenüber genau auf die
richtige
Abstufung zu stellen oder dauernd genau in der entsprechenden Stufenfolge zu halten,
für die die betreffende Mehrfachdrahtziehmaschine gebaut ist; während bei Bauart
a, ebenfalls abgesehen von den bei Bauart i angeführten kleineren Mängeln, die Walzen
in ihrer durch besonderen Antrieb hervorgerufenen Eigengeschwindigkeit dem Streckungsverhältnis
des Drahtes nicht Rechnung tragen, so daß dünne Drähte oft abreißen.
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Durch die vorstehend beschriebenen Mängel ergibt sich die Nichtverwendbarkeit
dieser Bauarten von Mehrfachdrahtziehmaschinen für dünne und dünnste Drähte, was
für diese zur Beibehaltung und ausschließlichen Verwendung der bekannten Einfachdrahtzüge
geführt hat. Das Ziehen mit diesen Einfachdrahtzügen bedeutet aber einerseits einen
ungeheuren Zeitverlust und anderseits auch eine bedeutende Erhöhung der Gestehungskosten.
Durch die vorliegende Erfindung isteine Mehrfachdrahtziehmaschine für dünne und
dünnste Drähte geschaffen, bei der alle Nachteile der bekannten Maschinen vermieden
sind, indem der zu ziehende Draht nicht von Ziehscheiben fortbewegt wird, die er
auf ihrem ganzen oder halben Umfange umschlingt, sondern durch eine Anzahl von Nebenwellen,
die eine Hauptwelle kreisförmig umgeben, derart, daß der Draht jede einzelne Nebenwelle
nur längs eines kleinen Teils ihres Umfanges berührt. Infolge der geringen Anlagefläche
des Drahtes - im ganzen ein Umfang einer der Nebenwellen - kann der Draht nicht
einschneiden und nicht »kleben«, d. h. die Neigung haben, am Ziehscheibenumfang
hängen zu bleiben.
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In der Zeichnung, Abb. i und 2, bedeutet A die Hauptantriebswelle
der Maschine. Der Antrieb erfolgt durch die RiemenscheibeB. Die Welle ist gelagert
in den beiden Platten Cl und C2; rund um die Hauptantriebswelle sind eine Anzahl
von Nebenwellen D angeordnet, die ebenfalls in den beiden Platine. gelagert sind
und die von der Hauptantriebswelle A durch Vermittlung des Zahnrades E und der Ritzel
F angetrieben werden. Der Diamantziehstein G sitzt in einem rinnenförmigen Halter
H. Nachdem der zu ziehende Draht J in den ersten Diamantziehstein G eingezogen ist,
wird er um die sämtlichen Nebenwellen D herumgelegt, so daß er sich an jeder einzelnem
Nebenwelle nur längs eines kleinen Bruchteiles ihres Umfanges anschmiegt. Dann wird
der Draht in den nächsten Stein eingezogen, hinter diesem wieder um sämtliche Nebenwellen
herumgelegt, in den dritten Drahtziehstein eingezogen usw. Wird nun die ganze Maschine
von der Antriebsscheibe B und der Hauptantriebswelle A in Bewegung versetzt, so
bewirken die sämtlichen Nebenwellen D einen sanften Vorschub des Drahtes. Da der
Draht an jeder einzelnen Nebenwelle nur längs eines ganz kurzen Umfangsstückes anliegt,
kann niemals ein Hängenblei.ben des Drahtes oder ein zu starker Vorschub eintreten.
Die Spannung sämtlicher Drähte zwischen den einzelnen Ziehsteinen regelt sich vielmehr
vollkommen selbsttätig.
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Sollte etwa beim Ziehen' etwas dickerer Drähte der auf diese . Weise
erzeugte Vorschub nicht ausreichen, so schlingt man in den ersten Stufen den Draht
nicht um sämtliche Nebenwellen, sondern läßt eine oder einige dazwischen aus, indem
man den Draht beispielsweise von der Nebenwelle D3 unter Überspringung der
NebenwelleDi und D, unmittelbar zur Nebenwelle Ds führt und erst um diese wieder
auf die Außenseite der Nebenwelle gelangen läßt. Dadurch wird erreicht, daß der
Draht längs des Umfanges der Nebenwellen D3 und D6 eine größere Reibung und damit
auch einen größeren Vorschub erhält. Am stärksten würde dieser Vorschub .sein, wenn
man etwa von D1 unmittelbar nach D9 zurückführt, weniger stark, wenn man etwa von
D2 nach D8 zurückführt usw., so daß man den Vorschub mit großer Genauigkeit den
jeweiligen Erfordernissen anpassen kann.
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Zum Schmieren und Kühlhalten der Steine kann entweder in den rinnenförmig
ausgebildeten Halter H dauernd Ziehflüssigkeit zufließen, die etwa unterhalb der
Maschine in einem schalenförmigen Behälter gesammelt und wieder dem Halter zugepumpt
wird; oder aber es ist möglich, die ganze Maschine in einen mit Ziehflüssigkeit
gefüllten Trog einzusenken. Die Maschine hat außer größter Einfachheit und übersichtlichkeit
und unbedingt zuverlässiger Wirkung auch bei den feinsten Drahtdurchmessern den
sehr wesentlichen Vorteil billigsten Preises.