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ALFRED RABL IN WIENER NEUDORF (NIEDERÖSTERREICH)
Vorrichtung zum Blankmachen isolierter Drähte Angemeldet am 20.Juli 1967 (A 6746/67).-Beginn der Patentdauer : 15. Juli 1968.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Blankmachen isolierter Drähte unter Verwendung zweier relativ gegeneinander bewegter Werkzeuge, deren Arbeitsflächen an der Drahtoberfläche zur
Anlage gelangen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist vor allem für die Elektroindustrie bestimmt und soll 5 zweckmässig zur Entfernung der Isolierschicht von Drahtenden verwendet werden, die an irgend ein
Anschlusselement anzulöten sind. Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein einfaches Handgerät zu schaffen, in welchem das Drahtende durch kurzzeitiges Einführen ohne
Beschädigung des Drahtkörpers von der Isolierung befreit wird.
Bei den bekannten Vorrichtungen dieser Art wird der Draht zwischen zwei in entgegengesetztem
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oderKorundkörnern oder fräserartig angeordneten Messern gebildet ist. Korundscheiben haben den Nachteil, dass die Zwischenräume der wirksamen Körner frühzeitig durch Isoliermasse der blank zu machenden
Drähte verlegt werden. Fräserartig ausgebildete Scheiben bewirken eine merkliche Abnahme der
Oberfläche des Drahtes, wodurch eine unerwünschte Verringerung seines Durchmessers eintritt.
15 Um die angeführten Nachteile der bekannten Geräte zu vermeiden, wird eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, bei welcher erfindungsgemäss die Behandlungsfläche mindestens eines der beiden auf dem blankzumachenden Draht zur Anlage gelangenden Werkzeuge mit
Diamantenteilchen bzw. Diamantenstaub belegt ist.
Die Verwendung von sogenannten Industriediamanten bzw. Diamantenstaub als Schleifmittel ist 20 allgemein bekannt, doch wurden diese Werkstoffe niemals zum Abschleifen der Isoliermasse von
Drähten verwendet, da in den einschlägigen Fachkreisen das Vorurteil bestand, dass solche Schleifmittel ähnlich wie Korund in kurzer Zeit durch das verhältnismässig weiche Isoliermaterial verlegt und die so beschaffenen Vorrichtungen betriebsunfähig werden.
Im Rahmen der Erfindung wurde jedoch unter überwindung dieses Vorurteiles erkannt, dass 25 Industriediamanten bzw. Diamantenstaub infolge des Umstandes, dass die Bearbeitungsflächen der
Kristalle anders als bei Korund gestaltet sind und grösstenteils stumpfwinkelig zueinander stehen, keine
Isolierteilchen zurückhalten und dadurch stets rein bleiben.
Die Bearbeitungsflächen können beliebig, beispielsweise als gegeneinander bewegte Plättchen,
Walzen od. dgl. ausgebildet sein.
30 Weitere Merkmale der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen näher erläutert, in welchen drei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt sind. Es zeigen Fig. 1 einen axialen Längsschnitt der ersten Ausführungsform der Vorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie
11-11 der Fig. 1, Fig. 3 eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung in schematischer Darstellung, Fig. 4 eine dritte Ausführungsform der Vorrichtung teilweise in Seitenansicht und teilweise in axialem 35 Längsschnitt, Fig. 5 eine Stirnansicht der Vorrichtung, teilweise bei abgenommenem Deckel, und Fig. 6 einen Einzelteil in Seitenansicht.
Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung ist in einem Gehause das eine zum
Erfassen mit der Hand geeignete Form aufweist, ein Motor gelagert, auf dessen Welle, allenfalls unter
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Zwischenschaltung eines die Geschwindigkeit ändernden Getriebes, über eine Kupplung --2-- eine Behandlungswalze --3-- angeschlossen ist, welche über ein Getriebe --4-- mit einer Gegenwalze - antriebsweise verbunden ist.
Die beiden Walzen-3, 5- besitzen in gleicher Ebene verlaufende Umfangsnuten-6 bzw. 7-, welche aufeinanderfolgend immer kleineren bzw. grösseren
5 Durchmesser aufweisen, so dass von den beiden sich entlang einer Erzeugenden der Walzen deckenden
Nuten kreisförmige Durchgangsöffnungen verschiedener Durchmesser gebildet werden, in denen Drähte entsprechender Durchmesser behandelt werden. Zur Erzielung scharfer Arbeitskanten ist die Oberfläche der Nuten mit Diamantenstaub verkleidet. Es ist natürlich auch möglich, die gesamte Oberfläche der
Walzen-3, 5- mit einer Diamantenstaubschichte zu versehen. An Stelle von Diamantenstaub 10 können auch kleine Diamantenteilchen in die Oberfläche eingesetzt werden.
Die obere Walze--5-- ist an ihren beiden Enden in einem Schlitz --8-- gelagert und durch eine Feder --9-- belastet, deren Vorspannung mittels einer Schraube -10-- verändert werden kann. Die Feder--9--ist so ausgebildet, dass die Belastung am Walzenende mit dem grössten Nutenquerschnitt wesentlich grösser als am Walzenende mit dem kleinsten Nutenquerschnitt ist, so dass dünnere Drähte einem geringeren 15 Arbeitsdruck ausgesetzt werden als dickere und damit ein Reissen dünner Drähte verhindert wird.
Im Bereiche der Walzen-3, 5- ist das Gehäuse --1-- ausgenommen und mit düsenförmigen, zu den überlagerungsstellen der Nuten --6, 7-- führenden öffnungen --11-- versehen, durch welche die Drahtenden zu den Behandlungswalzen eingeführt werden.
Wei bereits früher angedeutet wurde, erfolgt die Arbeitsweise mit der erfindungsgemässen 20 Vorrichtung in der Weise, dass die zu behandelnden Drahtenden entsprechend ihrem Durchmesser durch eine der öffnungen --11-- in die derselben entgegenstehenden Nutengebilde eingeführt werden. Um dabei alle Flächen des Drahtes mit den Walzenwänden in Berührung zu bringen, wird der Draht zweckmässig beim Ein- und Ausführen gleichzeitig auch verdreht. Die von den Diamantenkörnchen abgetrennten Isolierteilchen gleiten an den glatten Kristallflächen ab, so dass kein Verlegen der 25 Bearbeitungsfläche erfolgen kann.
Die vom Draht entfernten Isolierteilchen werden durch eine Öffnung --12-- im Gehäuse - 1-- ausgetragen.
Bei einem bestimmten Verhältnis des Drahtdurchmessers zur lichten Weite der Behandlungsnut ergibt sich eine ausreichende Reinigung des Drahtes auch ohne diesen verdrehen zu müssen, da die 30 Ungleichförmigkeit in der Höhe der Diamantenteilchen in Verbindung mit einer gewissen
Bewegungsfreiheit des Drahtes in radialer Richtung alle Stellen der Drahtoberfläche an irgend einem
Diamantenteilchen ankommen lässt.
Es hat sich aber auch gezeigt, dass eine gleichmässige Behandlung des Drahtes an seiner gesamten
Oberfläche durch Einführen desselben schräg nach oben und Ausführen desselben ebenfalls schräg nach 35 oben in der andern Richtung erzielt wird. Diese Schwenkbewegung des Drahtes kann aber auch durch eine Schwenkbewegung des Gerätes in den Richtungen A und B in Fig. 2, ersetzt werden, je nachdem ob der Draht ein-oder ausgeführt wird.
An Stelle der vorerwähnten Schwenkbewegungen ist es aber auch möglich, den zu reinigenden
Draht, wie Fig. 3 zeigt, zwischen drei Walzen-3, 5' und 5"--zu führen, zwischen denen der Draht 40 im elastischen Bereich wellenförmig geführt wird, wobei die Walzen von der Walze-3- angetrieben werden, die ihrerseits an den Motor angeschlossen ist.
Für Folgewickelautomaten können die beschriebenen Konstruktionen dahingehend abgeändert werden, dass das Gerät in radialer Richtung zu dem vorbeilaufenden Draht beweglich angeordnet und in
Zeitabständen in Arbeitsstellung an den Draht gebracht wird, so dass dieser nur an bestimmten 45 Längsabschnitten blankgelegt wird.
Weiters können in Abhängigkeit vom Durchmesser des zu behandelnden Drahtes Walzen verschiedener Durchmesser verwendet werden, wobei es auch denkbar ist die Walzen gegeneinander austauschbar zu machen. So könnte beispielsweise für Drähte von 0, 06 bis 0, 15 mm ein
Walzendurchmesser von 1, 2 mm, für Drähte von 0, 1 bis 0, 3 mm ein Walzendurchmesser von 3 mm, für 50 Drähte von 0, 25 bis 0, 5 mm ein Walzendurchmesser von 6 mm und für Drähte von 0, 4 bis 1, 2 mm ein
Walzendurchmesser von 8 mm verwendet werden.
Bei der in den Fig. 3 bis 5 dargestellten Vorrichtung bezeichnet wieder --1-- das Gehäuse, in dem der Motor --32-- gelagert ist, auf dessen mit einem Gewindeteil --33-- versehenen Welle - -34-- ein Antriebskopf --35-- mit einer Gewindebohrung --36-- aufgeschraubt ist. Der Kopf 55--35--weist drei sternförmig auseinanderlaufende Schlitze--37--auf, von welchen einer eine mit
Diamantenteilchen oder Diamantenstaub belegte Bearbeitungswalze --38-- aufnimmt, die auf einer im Kopf drehbar gelagerten Welle --39-- sitzt und mit dieser auf Drehung gekoppelt ist. Die Walze
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angeordneten Zahnkranz --31-- abwälzt.
Die Welle --39-- ist zur Mittelachse des Kopfes
5--35--bzw. des ihn zentrisch umgebenden Gehäuses --1-- versetzt gelagert und verläuft parallel zu einem Durchmesser desselben. Die Zahnflanken der Verzahnung --41-- schneiden einander ausserhalb der Achse des Kopfes-35--.
Gegenüber der Behandlungswalze --38-- liegt eine sich auf den Umfangsflächen der
Beilagscheiben --27-- abstützende Blattfeder --42--, die die Aufgabe hat, einen an der Walze 10 --38-- vorbeigeführten Draht an diese anzudrücken. Zu diesem Zwecke ist die Blattfeder mit ihrem
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--13-- befestigt,welche an ihrem Umfang mit mehreren in der Achsrichtung verlaufenden Kerben --17-- versehen ist, 15 in die eine am Boden der Ausnehmung --16-- sitzende, leicht bogenförmig gekrümmte Feder - mit einer nach oben ausgebogenen Rast --18'-- eingreift und dadurch die Scheibe - bzw. den Bolzen --13-- in der eingestellten Lage festhält. Beijeder Kerbe-17-kann eine Marke ausgeführt sein, welche angibt, für welche Drahtstärken die betreffende Einstellung geeignet ist.
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---19-- abgedeckt,Die Motorwelle --34-- weist eine durchgehende axiale Bohrung --24-- auf, welche mit einer 25 Offnung-25-im Gehäuse --1-- fluchtet. Seitlich ist am Gehäuse eine Anschlussstelle --26-- für die Stromzufuhr vorgesehen.
Die beschriebene Vorrichtung arbeitet in folgender Weise : Zwecks Reinigung eines Drahtendes wird dieses durch die Bohrung-20-der Kappe-19-so weit eingeschoben, bis es zwischen die Walze --38-- und die Feder-12-zu liegen kommt. Der in Gang gesetzte Motor-32-- treibt 30 den Kopf --5-- an, der durch seine Rotation des Kegelrad --41-- um die Mittelachse des Kopfes - dreht. Dabei wälzt sich das Kegelrad --41-- am Zahnkranz --31-- ab und versetzt die
Behandlungswalze --38-- in Rotation. Durch die Drehung der Walze-38-um ihre eigene Achse und gleichzeitig um die Achse des Drahtes wird dieser, während er durch die Vorrichtung geführt wird, an seinem ganzen Umfange gereinigt.
35 Die vom Draht entfernten Teilchen können durch die Öffnungen --22-- ausgeworfen werden.
Soll eine beliebige Länge eines Drahtes gereinigt werden, wird dieser einfach kontinuierlich durch die Bohrung --24-- gezogen und an der Öffnung --25-- abgeführt.
Die beschriebene Vorrichtung kann auch auf einen Ständer fix montiert werden, auf dem gegebenenfalls auch ein mit einer elektrischen Heizanlage versehener, Zinn enthaltender Behälter 40 aufgestellt sein kann, in das die blankgemachten Enden des Drahtes eingetaucht werden.
Die Geschwindigkeitsübersetzungen werden zweckmässig so gewählt, dass die rotierende Bewegung der Behandlungswalze um ihre eigene Achse wesentlich schneller ist als ihre Umlaufbewegung um die
Drahtachse.
An Stelle der Behandlungswalzen kann auch ein vibrierendes Plättchen bzw. Plättchenpaar 45 vorgesehen sein.