-
Anlage zum Aufschütten von Dämmen. Im Abraumbetrieb der Braunkohlentagebaue
muß ein großer Teil der Massen auf Haldenkippe gefahren «-erden, bevor die Möglichkeit
besteht, die Massen im ausgekohlten Tagebauraum zu verstürzen. Die Abraummassen
werden dabei in übereinanderliegenden Scheiben von etwa 7 m Höhe verstürzt. Die
Versturzmöglichkeit wird dadurch geschaffen, daß ein Damm von etwa 7 m Höhe und
einer dein Kippgelände entsprechenden Länge als Ausgangsbasis des Kippbetriebes
für jede einzelne Scheibe aufgeschüttet wird.
-
Die Herstellung dieser Dämme geschieht in der Weise, daß die mittels
Zugförderung herangebrachten Abraummassen zu beiden Seiten des Kippengleises entladen
und nach Abfahrt des Zuges von Hand unter die Gleisschwellen gestopft werden. Auf
diese Weise wird das Kippengleis auf seiner ganzen Länge zentimeterweise allmählich
hochgetrieben, bis schließlich der Kippendamm die gewünschte Höhe erreicht hat.
Es liegt auf der Hand, (laß dieses Verfahren sehr zeitraubend und kostspielig ist,
ganz besonders (lang, wenn nicht Sand und ILies, sondern Lehm und Ton als Material
in Frage kommen.
-
Bekannt ist, daß in England und Amerika beim Bau von Kanälen die Bodenmassen
in kleinen lluldetikippwagen auf kürzestem Wege mittels Kabelwinde auf ein fahrbares
Gerüst hochgezogen werden, (las parallel zum Erdeinschnitt dein Vorrücken des Baggers
entsprechend verschoben werden kann. Von der Plattform des Gerüstes aus werden die
Wagen gekippt, so daß sich entlang dem Kai,aleinschnitt eine langgestreckte Halde
von mehreren 1Tetern Hölle und Breite ergibt. Es handelt sich hierbei also uni eine
fahrbare Kippenbühne.
-
Diese '\"orrichtunr ist für den Abratnnbetriell nicht anwendbar, weil
die bei der Zugför(lerun- in Frage kommenden großen Gewichte eine außerordentlich
schwere Durchkonstruktion der Kippenbühne notwendig machen würden und außerdem die
Auffahrt:-möglichkeit auf die ständig wandernde Bühne nicht gegeben ist.
-
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung, die bei
ihrer prinzipiell anders gearteten Arbeitsweise diese Nachteile @-erineidet. In
der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Abb. i zeigt
die Vorrichtung für (las Aufschütten von Dämmen im Grundriß, Abb. 2 in der Seitenansicht,
Abb.3 stellt eine weitere Anwendungsmöglichkeit der Vorrichtung beim Aufschütten
von Halden im Grundriß dar, und Abb.:1 gibt eine übersichtliche Darstellung der
Betriebsverhältnisse einer Hallenkippe, gleichfalls im Grundriß.
-
Die Vorrichtung besteht aus einem etwa 7 m hohen fahrbaren Gerüst
b, (las als Holz-oder Eisenkonstruktion ausgebildet ist. Das Gerüst wird mit seiner
Mittelachse in der Längsrichtung des aufzuschüttenden Dammes aufgestellt. Das auf
der Krone des Dainmes a liegende Fahrgleis liegt mit seinem freien Ende auf dein
Gerüst b auf, ohne (laß zwischen den Schwellen des Fahrleises und der oberen Plattforen
des Gerüstes eine feste Verbindung bestände. "Zwischen (leg Kopfseite des Dammes
a und dem Gerüst b wird ein Zwischenraum von etwa i m Breite gelassen. Zur
einwandfreien 'Unterstützung des Gleises all dieser Stelle ist ein Ausleger c angeordnet,
der an dem einen Ende mit (lein Gerüst fest verbunden ist und mit dem anderen auf
dem Dannnkrone Sich auflegt. Zum Transport des Gerüstes b in der Längsrichtung des
aufzuschüttenden Dammes dient eine Kabelwin(le d, die bequem von zwei Leuten bedient
werden kann.
-
Der Arlaeitsprozeß gestaltet sich folgendermaßen Es wird zunächst
eine Auffahrtsralilpe unter einem bestimmten Steigungsverhältnis eil der ein Abraunibetriell
üblichen Weise aufgeschüttet. All dein Ende (leg Auffahrtsrampe, (las etwa 7 111
höher liegt als sein Allfang, wird (las fahrbare Gerüst t) aufgestellt, so daß ein
Zwischenraum \-on etwa i in Länge zwischen beiden verbleibt. Die Verl:inrel-tillg
des Fahrgleises der Auffahrtsrampe ruht auf der Plattform des Gerüstes h auf, wobei
die Fahr-leisschwellen lose auf der Plattforen des Gerüstes aufliegen.
-
Der Abratiniztig, der auf die Auffahrtsrampe durch die Lokomotive
heraufgeschoben ovorden ist, wird nun eil den vorerwahlltln Zwischenraum Wagetl
für Wagen abgekippt. Jede#nial wenn ein Wagen entleert ist, wird
der
Zug tun eine Wagenlänge vorgeschoben. so (saß stets ein voller gen über dein ZwisChenrauill
steht. ---ührencl die bereits ciltleerteil Wagen auf dein Gerüst Aufstellung finden.
-
Ist der Zwischenraum auf diese Weise ausgefüllt. (l. 11. der Daillili
uni etwa r in verlüngc@t, so wird (las Gerüst h in der Lä ngsrichtuig entsprechend
vorgezogen, wobei inan sich (leg kleinen Kabelwinde d bedient. Um ein teilweises
Cherschiitteil (leg Brücke finit Abrauirniassen zu vermeiden, -wird das dein Damm
zugekehrte Eilde des Gerüstes (furch einen Bohlenhelag verkleidet, gegen den sich
die Abraunmiassen anlegen. Infolgedessen üben sie auf das Gerüst eine Art Schuhwirkung
aus, was den Transport des Gerüstes wesentlich erleichtert.
-
Auf- diese Weise wird der Damm in seiner ganzen Höhe abschnittsweise
in einem Bruchteil der Zeit leergestellt, die beim bisherig en Verfahren für das
zentimeterweise Hochbringen des Dammes in seiner ganzen Länge eiforderlich ist.
-
Die gleiche vorteilhafte Anwendung findet der Gegenstand unserer Erfindung
auch beine weiteren eigentlichen Betrieb' der Haldenkippe. Dieser geht, -wie in
(lese Abb. und 4 dargestellt, in der Weise vor sich, daß der Ausgangsdannn a (gestrichelt
gezeichnet) in entsprechender Weise, uni den Punkt D schwenkend, ständig verbreitert
wird. Da die im Abrauinbetrieb üblichen Seitenentlader immer nur nach der zum Fahrgleis
parallelen Seite entladen,- dagegen nicht quer dazu, so ist die natürliche Folge,
daß die Kippe, deren schwenkendes Kopfende Bodenmassen nicht erhält, inisner kürzer
-wird und etwa in der gestrichelt gezeichneten Weise zurückzieht, -was dein Aufnahmevermögen
der Kippe naturgemäß erheblichen Abbruch tut. Außer-(lein bereitet es vermehrte
Nebenarbeiten, dieses freie Kippenende vor dem Abgehen zu sichern, -was in der Regel
durch Unterstapelung mit Schwellen oder (furch Unterstützung mittels eines einfachen
schmalen Bockes geschiebt.
-
Es kommt hinzu, (saß auf (leg äußersten Spitze nach (leg Natur (leg
Sache (sie meisten Bodenmassen untergebracht werden müssen, cla hier (leg Ausschlag
bei (leg Schwenkung der Kippe am größten ist. Uns ein Zurück-])leihen dieses schwenkenden
Endes zu vermeiden, ist es erforderlich, beine Kippen auf (leg letzten Zuglänge
mit Zügen von ganz kurzer L äuge (ß bis 4 Wagen) zu fahren, (sie a111 äußersten
Ende allgekippt werden. Beins Arbeiten finit so kurzen Zügen entstellen liaturgeiniiß
sehr erhebliche Zeitverloste und 1_.eisttuigseilil>tilien, und zwar wirken sich
die Zeitverluste beim Zugwechsel auf der mehrere icio in langen Kippenfront um so
ungünstiger aus, je kürzer die "Lüge sind, die-dein äußersten Eilde der Kippe zugeführt
werden.
-
Diese drei großen Nachteile des üblichen Kippenbetriebes werden durch
den Einbau unserer Erfindung beseitigt. Das Gereist h %-ird am schwenkenden Ende
der Kippe aufgestellt und das freie Ende des Fahrgleises lose auf die Plattform
des Gerüstes b aufgelegt.
-
Der Arbeitsvorgang gestaltet sich (sann in der Weise, daß der Vollzug
in seines: normalen Länge nach dem äußersten Ende der Kippe gefahren und hier wagenweise
abgekippt- wird, wobei die entleerten Wagen auf (las Gerüst b geschoben werden,
dessen Länge der eines normalen Zuges entspricht. Auf diese Weise ist es möglich,
die Kippe in ihrer ursprünglichen Länge zu erhalten, ja sogar beliebig zu verlängern,
und auch auf dem äußersten Kippenende ileit ganzen Zügen zu arbeiten, so claß (sie
Leistungsfähigkeit (leg Kippe wesentlich gesteigert wird. Beim Rücken des Fahrgleises
auf Kippe in P ichtung (leg Böschung wird naturgemäß auch in entsprechendem Umfange
das Gerüst b mittels der kleinen Kabelwinde d vorgezogen.