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Zusatzsystem, welches da-zu bestimmt ist, innerhalb eines Lichtbildsystems
oder in dessen unmittelbarer Nachbarschaft angebracht zu werden. Bekanntlich ist
die Abbildungstiefe aller Lichtbildsysteme hauptsächlich vom Abbildungsmaßstab und
vom Cffnungsverhältnis abhängig, während die Änderung der Brennweite keine merkbare
Änderung der Abbildungstiefe hervorruft. Es ist dabei vorausgesetzt, daß der im
Höchstfalle zulässige Durchmesser eines Zerstreuungskreises, welcher noch als scharfe
Abbildung --- als Vereinigungspunkt der Abbildungsstrahlen - eines Gegenstandspunktes
angesprochen wird, in allen Fällen gleich groß angenommen ist. Demgemäß ist die
Abbildungstiefe scharf zeichnender Lichtbildsysteme bei einem bestimmten Abbildungsmaßstab
und Öffnungsverhältnis unveränderlich. Diese Eigenschaft wird besonders bei lichtstarken
Lichtbildsystemen vielfach als Nachteil empfunden, weil große öffnungsverhältnisse
geringe Abbildungstiefe bedingen, während meist möglichst große Abbildungstiefe
angestrebt wird. Nebenbei wird, insbesondere wenn es sich um Systeme für Porträtaufnahmen
handelt, mitunter großer Wert auf künstlerische Weichheit des Bildes gelegt. Das
ist aber gleichbedeutend damit, daß die von einem Gegenstandspunkte kommenden abbildenden
Strahlen nicht sämtlich in einem Bildpunkte zusammentreffen, sondern ein Teil davon
die Bildebene in benachbarten Punkten durchsetzt.
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Es ist der Zweck der Erfindung, die Lichtbildsysteme bezüglich ihrer
abbildungstiefe und der Weichlich der Abbildung zu verbessern. Ausgehend von dem
Gedanken, daß der lichtempfindlichen Schicht Strahlen zugeführt werden, die von
verschieden weit entfernten Gegenstandspunkten lrerrührcn, kann man den angestrebten
Erfolg erreichen, indem man die Lichtbildsysteme gemäß der Erfindung durch ein Zusatzsysiem
ergänzt, welches dazu bestimmt ist, innerhalb eines Lichtbildsystems oder in dessen
unmittelbarer Nachbarschaft angebracht zu werden und dessew freie Öffnung aus konzentrischen
Ausschnitten besteht, welche von zur optischen Achse konzentrischen Kugelflächen
begrenzt sind und die Büschel der Abbildungsstrahlen der abgebildeten Gegenstandspunkte
in Teilbüschel zerlegen, durch die jeder Gegenstandspunkt in mindestens zwei in
verschiedenen achsensenkrechten Ebenen liegenden Vereinigungspunkten der Abbildungsstrahlen
scharf abgebildet wird. Die Ausschnitte können dabei in ihrer Wirkung alle oder
gruppenweise voneinander verschieden sein, und man hat es in der Hand, durch geeignete
Auswahl der Anzahl, Größe; Dicke und des Stoffes sowie der Oberflächenkrümmung der
Ausschnitte die beiden gewünschten Eigenschaften in verschieden starkem Maße zur
Wirkung zu bringen.
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In den Abb. i bis 5 der Zeichnung sind fünf Ausführungsbeispiele des
neuen Zusatzsystems in Mittelschnitten dargestellt. Die .Üb. i bis :1 geben
nur den.optischen, Abb. 5 den optischen und mechanischen Teil der Einrichtung- wieder.
In den Abbildungen sind die sphärischen Flächen, um die Zeichnung deutlich zu machen,
mit übertrieben starker Krümmung angegeben.
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Im ersten Beispiele (Abb. i) wird das Zusatzsystem von einer aus einem
optischen Gliede a bestehenden Zusatzlinse gebildet. an welcher eine Randzone x'
mit sammelnder `'Wirkung, eine Zone y1 ohne Brechkraft und in der Mitte eine Zone
z1 mit zerstreuender Wirkung angeschliffen ist. Im zweiten Beispiele (Abb. 2) ist
die Reihenfolge der Zonen umgekehrt. Das System besteht aus einem planparallelen
Gliede b, auf welches in der Mitte ein plankonvexes Glied e und außen ein konkavplaner
Ring d aufgekittet ist. Es hat demgemäß eine Zone x2 in der Mitte mit sammelnder
Wirkung, eine Zone y= ohne Brechkraft und eine Randzone z= mit zers:reuender Wirkung.
Die Wirkung der planparallelen Zonen kann wegen der geringen Dicke der Glasschicht
verna,-hlässigt werden. Bringt man eins dieser Systeme an einem auf ein bestimmte
Entfernung scharf eingestelltem Lichtbildsysteme an, ohne die Einstellebene zu ändern,
dann bildet das Teilbüschel der die Zone y1 bzw. y= durchsetzenden Strahlen die
in derselben Entfernung gelegenen Punkte, das Teilbüschel der die Zone x1
bzw. x=
durchsetzenden Strahlen näher gelegene und das Teilbüschel der die
Zone z' bzw. z= durchsetzenden Strahlen ferner gelegene Punkte in ;der Einstellebene
scharf ab. Es wird also einerseits die Abbildungstiefe vergrößert, da gleichzeitig
mehrere, in verschieden weit ent fernten Ebenen gelegene Punkte auf einem Punkte
,der Einstellebehe scharf abgebildet werden können, anderseits aber.die Weichheit
der Abbildung erhöht, da von ,den drei Teilstrahlenbüscheln, die von einem in einer
bestimmten Entfernung (z. B. der ursprünglich
eingestellten Entfernung)
gelegenen Gegenstandspunkte herrühren, immer nur eins scharf abbilden kann, wobei
der scharfe Bildpunkt von den Schnittfiguren überlagert wird, welche von der achsensenkrechten,
durch den Bildpunkt gelegten Ebene aus den beiden anderen Teilbüscheln herausgeschnitten
werden.
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Verzichtet man darauf, die Abbildungstiefe im Hintergrunde zu vergrößern,
da die Vergrößerung der Abbildungstiefe im Vordergrunde wichtiger ist, so genügt
ein Zusatzsystem, welches dem -dritten Ausführungsbeispiele (Abb. 3) entspricht.
An eine planparallele Platte e ist eine Randzone x@ mit sammelnder Wirkung
angeschliffen, während eine mittlere Zone y, ohne brechende Wirkung ist.
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Das vierte Beispiel (Abb. ¢) zeigt ein Zusatzsystem, bei welchem die
Zonen verschiedener Brechkraft in mehrfacher Wiederholung vorhanden sind. Es besteht
aus einem Ringe f mit einer inneren Randzone ohne Brechkraft und einer äußeren Randzone
mit sammelnder Wirkung, der eine Luftzone g ohne Brechkraft umgibt und auf welchen
ein Ring !t aufgekittet ist, der eine innere Randzone mit zerstreuender Wirkung,
eine mittlere Zone ohne Brechkraft und eine äußere Randzone mit sammelnder Wirkung
besitzt. Weitere Ringe von gleichem Aufbau mit jeweils größerem Durchmesser können
in beliebiger Anzahl das System ergänzen; im Ausführungsbeispiel ist noch ein solches
Glied i aufgekittet. Ein Zusatzsystem von der in Abb. .4 dargestellten Ausführung
hat demgemäß drei Zonen yl, f und y'i ohne Brechkraft, drei Zonen x', x#, x'; mit
sammelnder und zwei Zonen z1 und v mit zerstreuender Wirkung, mit welchen außer
den Punkten der eingestellten Entfernung gleichzeitig Punkte dreier anderer Entfernungen
im Vordergrunde und zweier anderer Entfernungen im Hintergrunde in der Einstellebene
scharf abgebildet werden können, wenn die hrümmungsradien der sphärischen Flächen
in den einzelnen Zonen voneinander abweichen. Sind die Isrümmungsradien dagegen
gruppenweise gleich, so ist die Anzahl der in verschiedenen Entfernungen gelegenen,
gleichzeitig scharf abgebildeten Punkte entsprechend kleiner.
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Um die Wirkung der planparallelen Zonen bei Anwendung der genannten
vier Ausführungsformen zu berücksich :gen, kann man die Einstellung des Lichtbi'.c'systems
auf eine bestimmte Entfernung unter gleichzeitiger Einschaltung einer planparallelen
Platte mit dem Brechungsquotienten und der Dicke einer Zone ohne Brechkraft des
Zusatzsystems an der Stelle vornehmen, welche das Zusatzsystem während der Belichtung
der lichtemfindlichen Schicht einnimmt. Im fünften Ausführungsbeispiel (Abb. 5)
bes=eht das Zusatzsystem aus drei aufeinandergekitteten planparallelen Platten
1, k und m, die in einer Fassung n mittels eines Gewinderinges o befestigt
sind. Das System besitzt drei Zonen y7, j@' und j19 von verschiedener Dicke ohne
Brechkraft. Bei diesem Beispiele ist die vorher vernachl,ässig@e Wirkung p:anparalleler
Platten, gegen das Einfallslot geneigt einfallende Strahlen je nach der Plattendicke
oder weniger zu sich selbst parallel versetzt austreten zu lassen, im Sinne der
Erfindung benutzt. Sie kommt um so mehr zur Geltung je mehr die eintretenden Büschel
in sich konvergieren oder divergieren. Infolge dieser Eigenschaften eignet sich
die Ausführungsform nach Abb. 5 insbesondere als Zusatzsystem, welches unmittelbar
hinter dem Lichtbildsvstem angebracht ist, wenn es sich um den in der Regel vorliegenden
Fall verkleinerter Abbildung handelt. Wird das Zusatzsystem mit einem Lichtbildsystem
angewendet, welches unter Benutzung einer planparallelen Platte von der Dicke der
Zone y7 eingestellt war, dann werden die Vereinigungspunkte der Büschel um so mehr
nach vorn oder hinten verlegt, je größer die Abweichung der Dicke der durchsetzten
Zone von der Dicke der Zone y7 in einer der beiden Richtungen ist. Das die Zone
y' durchsetzende Teilbüschel bildet weiter entfernte, das die Zone y9 durchsetzende
Teilbüschel näher gelegene Gegenstandspunkte scharf ab. Hatte die zum Einstellen
benutzte planparallele Platte die Dicke der Zone y@, dann bilden die die beiden
Zonen j,7 und y' durchsetzenden Teilbüschel näher gelegene Punkte des Vordergrundes
gleichzeitig scharf ab.