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Auslösende Presse zum Ausstanzen von Leder. Zum Ausstanzen von Oberlederteilen,
Schuhfuttern u. d-1. sind auslösegde Stanzen, sogenannte Momentstanzen, im Gebrauch,
bei denen der Arbeiter mit der Hand einen beweglichen, armförmigen Preßteil über
dem die Stanzunt#-rlage bildenden Stanzblock Kir und her schwenA-t und bei Erreichung
der gewünschten Preßstellung den Maschinenantrieb einrückt. Dieser Preßarm wird
bei den bisherigen Ausführungsformen ziemlich schwer, da er, zumal bei Verwendung
eines großen Stammessers, einem starken Druck mit ziemlich langem Hebelarm standhalten
muß. Infolge dieses großen Gewichtes ermüdet der die Maschine bedienende Arbeiter
bald, da die einzelnen Stanzvorgänge ziemlich rasch aufeinanderfolgen. Er ist dann
weniger sorgfältig in der Einstellung des Stammessers auf dem das Werkstück bildenden
Leder, wodurch erhebliche Verluste entstehen können. Ferner kann es bei schwerem
Preßarm vorkommen, daß der Preßarm noch während des Stanzens sich seitlich weiterbewegt
und einen schiefen Druck ausübt. Dadurch werden, wenn mehrere übereinanderliegende
Stoffschichten gleichzeitig durchstanzt werden wie beim Futterschneiden, erhebliche
Ungenauigkeiten der entstehenden Stanzstücke erzeugt.
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Um diese Übelstände zu beseitigen, wird gemäß der vorliegenden Erfindung
das Gewicht des Preßarmes nach Möglichkeit verringert und die Masse gegenüber der
Drehachse so verteilt, daß die der Bewegung entgegenwirkende Trägheit und die eine
Weiterbewegung hervorbringende lebendige Kraft nach Möglichkeit vermindert werden,
ohne die Festigkeit des Armes zu beeinträchtigen. Dieses Ziel wird durch Wahl einer
leichten Legierung zur Herstellung des Preßarmes und durch Anbringung einer besonderen
Verstärkung in der Nähe der Drehachse erreicht. Man kann dadurch die Leistung des
Stanzers erheblich erhöhen und verbessern und auch Frauen oder Jugendliche zur Bedienung
der Stanzpresse verwendbar machen. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt.
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Abb. 2 ist ein Grundriß, teilwe_se im Schnitt, den Preßteil und den
Stanzblock von oben aus gesehen.
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Abb.3 ist ein Schnitt nach der Linie 3-3 der Abb. 2.
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Abb. 4 ist ein Schnitt nach der Linie 4-4 der Abb. 2.
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Abb.5 ist ein Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. 2.
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Der Stanzblock io wird von einer an dem Gestell 14. der Presse befes:iaten
Konsole 12 getragen. In Lagern 16, 18 des Ges:eaes 14 ist eine drehbare Säule 2o
untergebracht, die den verschwenkbaren Preßteil 22 trägt. Die Säule 2o wird durch
den Kraftantrieb der Presse in den Lagern 16, 18 auf und ab bewegt, wobei der Preßteil
22 das Stanzmesser 24 in das Stanzgut M hineinpreßt. Die besondere Ausbildung der
Verbindung der Kraftwelle 26 mit der Säule 2o bildet keinen Gegenstand der Erfindung,
so daß sich eingehendere Beschreibung erübrigt.
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An dem Preßteil 22 ist ein Handgriff 3o vorgesehen, der auf einem
festen Stift 32 des vorderen Endes des Preßteiles Auf- und Abbewegungen ausführen
kann. Das gegabelte Ende 38 eines bei 34 an dem Gestell drehbaren Hebels 36 umfaßt
einen genuteten Teil des Handgriffes. Durch Herabdrücken des Handgriffes 3o wird
das rückwärtige Ende des Hebels 36 angehoben, wobei eine Verbindungsstange 40 und
ein Steuerglied 38' das Einrücken der Kupplung der Presse herbeiführt. Der Preßteil
22 senkt sich dann augenblicklich auf das Stanzmesser, wobei er in seine Ruhelage
zurückkehrt.
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Wie bereits erwähnt, besteht der Preßteil aus solchem Stoff, daß der
Preßteil ziemlich leicht ist und dennoch eine beträchtliche Starrheit aufweist.
Der in den Abb. 5 bis 7 dargestellte Preßteil besteht aus einer Aluminium-
Legierung.
Folgende Legierungsformeln haben zu besonders zufriedenstellenden Resultaten geführt
| A) 94 Prozent Aluminium, |
| - Kupfer, |
| 1 - Nickel, |
| o,5 - Mangan, |
| 0,5 - Magnesium; |
| B) 89,o5 Prozent Aluminium, |
| 7 - Zink, |
| 2,75 - Kupfer, |
| 1,20 - Eisen. |
Es liegt natürlich im Bereich der Erfindung, andere Legierungen zur Herstellung
des Preßteiles zu verwenden. Der Preßteil ist ein hohles Gußstück, das durch Flanschen
und Rippen 49, 5o und 51 (Abb.,3 bis 5) verstärkt ist. Das Befestigen des Preßteiles
22 an der Säule 20 erfolgt durch Klemmglieder 52 und 54. Zwischen der Säule 2o und
den Klemmgliedern 52, 54 befindet sich ein Deckel 56, dessen konkave Fläche an der
Säule anliegt und die letztere gegen einen ähnlich gestalteten Teil 59 des Preßteiles
klemmt. Der Dekkel 56 weist eine Nut und zwei Augen 6o auf, die zur Aufnahme des
Klemmgliedes 54 dienen. Der Deckel 56 besitzt ferner eine ,ähnliche Nut und Augen
62 für das Klemmglied 52. Das obere Klemmglied 54 ragt durch seitliche Augen 64
des Preßteiles hindurch. Durch Festziehen der Muttern 65 (Abb. 2) wird eine starre
Verbindung zwischen dem Deckel 56 und dem Preßteil und der Säule 2o hergestellt.
Das Klemmglied 52 besteht aus einem U-BOlzen, dessen Schenkel in Bohrungen 66 des
Preßteiles Aufnahme finden. Die Bohrungen 66 münden in Aussparungen 68, die auf
die Enden des U-Bolzens aufgeschraubte Muttern
70 zugänglich machen. Stellschrauben
72 verhindern unbeabsichtigtes Lockern der Muttern 70.
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Während des Stanzvorganges, besonders wenn sich das Stanzmesser in
der Nähe des vorderen Endes des Preßteiles befindet, liegt das Bestreben vor, einen
Bruch des Preßteiles an dem Punkt 8o (Abb. 1) herbeizuführen und den Körper des
Preßteiles entlang der durch die Pfeile 82 angedeuteten Linien zusammenzudrängen.
Zweckmäßig besteht das Klemmglied 52 aus gewalztem Stahl von großer Zugfestigkeit,
so daß es dem Bestreben, gewisse Teile des Preßteiles zusammenzudrängen und andere
Teile des letzteren zu brechen, standhalten kann. Das Klemmglied 52 ist etwas zu
der Längsachse des Preßteiles geneigt (Abb. 1), wodurch der Preßteil 22 in erhöhtem
Maße verstärkt wird. Das Klemmglied 54 verstärkt ebenfalls den Preßteil, und insbesondere,
wenn der Preßteil Druck auf das sich in der Nähe der Säule 2o befindliche Stanzmesser
ausübt. Das vordere Ende des Preßteiles hat in diesem Falle das Bestreben, sich
dem Stanzblock zu nähern, und diesem Bestreben bietet der aus gewalztem Stahl bestehende
U-Bolzen 54 wirksamen '4'iderstand.
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Versuche haben gezeigt, daß der neuartige Preßteil genügende Starrheit
besitzt, um das irgendeine Lage auf dem Stanzblock einnehmende Stanzmesser durch
das Stanzgut hindurchzupressen. Die aus Stahl bestehenden Verstärkungsglieder befinden
sich in der Nähe der Achse der Säule 2o und erhöhen das Gewicht des Preßteiles in
kaum nennenswerter Weise. Der Arbeiter kann den verhältnismäßig leichten Preßteil
mit so geringer Anstrengung verschwenken, daß seine Tagesproduktion im Vergleich
mit den alten Pressen mit schweren eisernen Preßteilen wesentlich erhöht wird.