DE41301A - Neuerungen an Carburir- und Gaserzeugungs-Apparaten - Google Patents
Neuerungen an Carburir- und Gaserzeugungs-ApparatenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
(Columbia, V. St. A.).
Vorliegende Erfindung bezweckt, zwei Uebelstände zu beseitigen, welche den bisher gebräuchlichen
Carburir- und Gaserzeugungsapparaten anhafteten.
Diese Uebelstände bestanden darin, däfs die
mit Kohlenwasserstoffen gesättigten (carburirten) Gase in den Gasleitungsröhren wegen der
häufig eintretenden Uebersättigung dieser Gase wieder flüssige Kohlenwasserstoffe ausschieden,
und dafs die Brenner infolge dieser Uebersättigung leicht rauchten.
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat der Erfinder einen auf beiliegender Zeichnung
durch Fig. ι und 2 in Längs- und Querschnitt und durch Fig. 3 bis 8 in einzelnen Theilen
veranschaulichten Apparat construirt. Das zur Carburirung bezw.zur Gaserzeugung zu verwendende
OeI- oder Kohlenwasserstoffmateriäl wird durch einen der beiden Hähne b in das
aus Kupfer oder aus einem anderen geeigneten Material bestehende Reservoir B eingefüllt.
Der andere Hahn b wird durch einen Schlauch mit dem, das OeI bezw. die Kohlenwasserstoffflüssigkeit
enthaltenden Gefäfs verbunden, da-, ,mit das durch die einfliefseride· Flüssigkeit aus
»dem Reservoir, herausgetriebene Gas. in das
; obige Gefäfs .zurückgeht und dort den Raum
•der ausgeflossenen Flüssigkeit einnimmt und so unverloren bleibt.
: Das Reservoir B, dessen Boden besonders ,stark sein mufs, um den Druck der Carburir-
: oder ■ Gaserzeugungsflüssigkeit. ertragen zu
können, ist auf seiner Decke mit einem runden Aufsatz B1 versehen, welcher auf seiner Aufsenseite
ein Schraubengewinde trägt und auf welchem die am Innenrande mit hierzu passendem
Schraubengewinde ausgestattete Kappe bx dicht aufgeschraubt ist. Ferner trägt das Reservoir
B auf seiner Decke eine mit beweglichem Deckel c verschliefsbare Kammer C,
welche derart mit Wasser angefüllt ist, dafs dadurch die Hähne b und der Aufsatz B1 luftdicht
abgeschlossen sind und durch etwa kleine Undichtigkeiten derselben kein Gas aus dem
Innenraum entweichen kann! An der Seite trägt B ein in die Stutzen d d eingefügtes
Standglas D, an welchem man die Höhe der in B enthaltenen Flüssigkeit ablesen kann.
Dieses Standglas ist derart angebracht, dafs es ringsum eingeschlossen ist, und zwar von der
Decke, dem Boden und der Seitenwand. dl
des Reservoirs und nach vorn von einer Glaswand d2. Diese Glaswand sitzt in den Flantschen
ds und ist geschützt durch eine aus Kupfer oder einem anderen passsenden Material
angefertigte verschliefsbare . ThUr dA. Von
oben führt in diesen Standglasraum D' ein mit Hahn versehener Trichter d5 zur Füllung
von D1 mit Wasser, um auch hier die durch
die Verschraubungen möglichen Undichtigkeiten zu verschliefsen und ein Entweichen von
Gas aus dem Apparat zu verhindern. Die in dem Reservoir B enthaltene Flüssigkeit fliefst
durch die Einflufsöffnung j des Ventils, Fig. 1
und 7, in das Ventilgehäuse J und das Speiserohr J\ Fig. i.
Die Ventilstange i ist in die Fassungshülse I des eigentlichen Ventils K eingeschraubt, wel-
ches in dem Ventilgehäuse J geführt wird, in dessen Basis sich ein konischer Ventilsitz j1
befindet, und dessen unteres Ende j2 derart
mit Schraubenwindungen versehen ist, dafs es mit dem durch den Boden des Reservoirs
gehenden Abflufsrohr J1 durch Verschrauben dicht verbunden werden kann. Ventil K,
welches aus Kork gefertigt ist, sitzt mit seinem oberen Theil fest in /,. der mittlere Theil k
ist zu einem ringförmigen Ansatz verstärkt, der untere Theil kx ist konisch geformt.
Um das Korkventil genau einzupassen, wird das Ventilgehäuse stark erhitzt, das Ventil fest
hineingedrückt und in Rotation versetzt, so dafs das unterste Ende k2 des Ventilkegels
oberflächlich kohlt, wodurch die Poren des Korkventils geschlossen werden und das Ventil
genau in den Ventilsitz hineingepafst wird. Die Ventilstange i führt durch die Decke des
Reservoirs B und ist an dem einen Ende des innerhalb des Aufsatzes B1 befindlichen und
in h3 drehbaren Hebels h2 beweglich befestigt,
dessen anderes Ende drehbar mit Stange h1
verbunden ist.
Diese Stange hl hängt frei in dem durch
den ganzen Apparat und durch den Boden der mit Muttergewinde versehenen Hülse e
gehenden Rohr F und ist an ihrem unteren Ende mit einem kupfernen Schwimmer H ausgestattet,
welcher mit einem Drahtnetzschirm h umgeben ist, um H von dem übrigen Raum
des Gefäfses A zu trennen.
Das Abflufsrohr J2 des Ventils K führt durch den Boden des Reservoirs B und den
nach unten durch eine durchbrochene Wandung Q. begrenzten Raum R in den Raum
des Gefäfses A, und zwar in die kleinere Pfanne L. Das untere Ende des Rohres J ist
umgeben von Drahtgaze. Diese kleinere Pfanne L, umgeben von einem ca. 50 mm
hohen Rande, ist in der Mitte mit einer runden Oeffnung / versehen, die so grofs ist, dafs sie
ein Stellen der Pfanne durch Herauf- oder Hinunterschieben derselben an dem das Rohr F
umgebenden Rohr E gestattet. Diese kleine Pfanne L ist durch Stützen /2 an dem Rohr E
befestigt, welches, seinerseits durch den ganzen Apparat hindurchgehend, unten in die auf
Stützen e1 befestigte Hülse e eingeschraubt ist,
Fig. ι und 3. Auf den Rand der Pfanne L
ist ein Streifen Drahtgaze aufgesetzt, welcher bis an den Siebboden Q reicht. Unterhalb
dieser kleineren Pfanne befindet sich eine gröfsere ringförmige Pfanne M, deren Aufsenrand
fest an der Innenwandung des Gefäfses A liegt und welche an letzterem mit Stützen m'2
befestigt ist, Fig. 1 und 4. Der innere Randwj1
der ringförmigen Pfanne M umgiebt die innere Oeffnung m und hat eine Höhe von circa
25 mm, während der Aufsenrand ca. 50 mm, d. h. ebenso hoch ist wie der Rand der kleinen
Pfanne. Die Form der Pfannen hängt von der Querschnittsform des Gefäfses A ab, so
dafs der Umfang der Pfannen rund, viereckig oder anders geformt je nach dieser Querschnittsform
sein kann. Auf m1 ist ein Streifen Drahtgaze aufgesetzt, welcher bis zum Boden
der kleinen Pfanne L reicht.
Auf M folgt wieder eine kleine Pfanne L, dann eine grofse Pfanne M von beschriebener
Construction. Die Anzahl dieser Pfannenpaare kann nach Bedürfnifs vergröfsert oder
verkleinert werden. Der ganze Raum des Behälters A unterhalb des Siebbodens Q, mit
Ausschlufs des vom Rohr E und Drahtgazeschirm h eingeschlossenen Raumes, ist mit kurz
geschnittenem, bestem,, staubfreiem, aufsaugefähigem
Füllstoff angefüllt. Von der Nähe des Bodens der Pfannen führen aus denselben
Rohre G, deren untere Enden mit Drahtgaze umhüllt sind, durch den zwischen den Rohrwandungen
E und F befindlichen Raum in von B1 und bl eingeschlossenen Raum, wo sie
entweder mit Kappen g zugeschraubt sind oder nach Bedarf mit einer Säugpumpe verbunden
werden können. Eines der Rohre G reicht bis ziemlich zum Boden des Behälters A in
der Nähe des Drahtgazeschirmes h.
In dem Raum R befindet sich ein Schlangenrohr P, welches der ganzen Länge seiner
Windungen nach in gleichmäfsigen Abständen perforirt ist und dessen anderes Ende, durch
die Wandung des Behälters A hindurchgehend, sich mit dem Rohr T vereinigt, Fig. 1, 6
und 8.
Unterhalb der untersten grofsen ringförmigen Pfannen befindet sich ein Schlangenro.hr O,
Fig. ι und 5, welches der ganzen Länge seiner Windungen nach derart perforirt ist, dafs die
Oeffnungen nach dem Innern der Windungen zu immer dichter gestellt sind. : .
Dieses Rohr O, welches auf an den Seitenwänden
des Behälters A befestigten Stützen .0 ruht, ist mit dem äufseren Rohr S verbunden,
Fig. ι und 8. .
Rohr 5" und T sind mit einander durch
das Verbindungsrohr U verbunden.'■■ Alle drei Rohre STU sind mit Hähnen 1, 2, 3 versehen.
Das OeI bezw. die Carburirungsflüssigkeit tritt nun aus dem Reservoir B durch die
Seitenöffnungen j des Ventilgehäuses J und das Rohr J1 in die obere Pfanne L. Das in
dieser Pfanne enthaltene Füllmaterial saugt sich von Flüssigkeit voll; nachdem die Pfannen
sich gefüllt haben, läuft die Flüssigkeit über den Rand in die darunter befindliche Pfanne M,
aus welcher dieselbe über den Innenrand m1
in die darunter befindliche kleine Pfanne L und von dieser über die Aufsenwand in die
darunter befindliche grofse Pfanne M gelangen kann. ■
Durch Rohr S wird unter Druck Luft bezw. Gas in das Schlangenrohr . O geprefst, welche
bezw. welches durch die Perforationen in den Behälter A tritt. Dadurch, dafs die Perforationen
nach innen zu, nach welcher .Richtung hin auch der Druck allmälig abnimmt, sich
allmälig. einander nähern, . wird bewirkt, dafs
die in-A hineintretende Luft bezw. das. betreffende
Gas in die. mittleren, sowie in die der Seitenwand nä,her liegenden Theile von A
möglichst gleichmäfsig eintritt, da die,Zahl der Gasaüstrittsöffnungen mit -dem abnehmenden
Drück wächst.. Das Gas bezw'. die Luft windet sich nun in dem Behälter A durch die mit
Carburirflüssigkeit getränkte Masse entgegen dem Flüssigkeitsstrom durch Oeffnung m, dann
um den Aufsenrand der kleinen Pfanne L, dann wieder nach der Achse des Gefäfses zu
durch m u. s. f., und gelangt dann, gesättigt, mit verflüchtigten Theilen der Carburirflüssigkeit
durch die durchbrochene Scheidewand Q. in den sogenannten Condensationsraum R.
Durch die energische Verdunstung von Flüssigkeit vermittelst der Einwirkung des starken
Luft- bezw. Gasstromes auf die grolse Flüssigkeitsoberfläche in dem Füllstoff ist eine bedeutende
Menge Wärme absorbirt, und es gelangt die carburirte Luft oder das carburirte
Gas nach R mit einer verhältnifsmäfsig niedrigen Temperatur. Die Folge dieser niedrigen Temperatur
ist, dafs bei etwa eingetretener Uebersättigung der Luft oder des Gases die im Uebermafs verdampfte Flüssigkeit sich im Condensationsraum
R condensirt und nach A zurückfliefst. Dadurch wird eine nachträgliche
Condensation aus dem carburirten Gase, welches durch die Perforationen des Schlangen-,
rohres P, in dieses eintretend, durch Rohr T in die weitere Gasleitung gelangt, in dieser
Gasleitung vermieden, um so mehr, als die Anfangstemperatur dieses Gases so niedrig war,
dafs eine Erniedrigung seiner Temperatur in der ferneren Leitung nicht zu erwarten steht,
vielmehr dasselbe eine Temperaturerhöhung erfahren wird. Letzteres bringt wieder den
Vortheil mit sich, dafs, da bei erhöhter Temperatur die Sättigungscapacität auch gröfser wird,
das carburirte Gas in nicht völlig gesättigtem Zustande zur Verbrennung gelangt und so ein
Rauchen der Flamme vermieden wird. Aufserdem findet in der Gasleitung keine Störung
statt, da sich in den Leitungsröhren keine condensirte Flüssigkeit absetzt.
Zu bemerken ist noch, dafs, um das Entlanglaufen der Carburirflüssigkeit an der unteren
Bodenseite der Pfannen zu verhindern und ein Abtropfen der Flüssigkeit von der Seitenwandung
nach unten zu ermöglichen, unter der Unterkäme des Innenrandes der grofsen
Pfanne M und des Aufsenrandes der kleinen Pfanne L ringsherum Draht w angebracht ist.
Die Drahtgazestreifen Z1 halten den Füllstoff
in den Pfannen fest.
Ein Vortheil der Anordnung des Ventils K am Boden des Reservoirs B ist der, dafs zuerst
die schwereren und auch unreineren Theile der Carburirflüssigkeit zur Verwendung
kommen, so dafs in B die Flüssigkeit immer möglichst rein erhalten wird. Von der in den
Behälter geflossenen Carburirflüssigkeit werden natürlich die leichter flüchtigen Theile von
dem Luft - bezw. Gasstrom aufgenommen, während die schwerer flüchtigen Theile sich
am Boden der Pfannen oder des Behälters A ansammeln, zuerst natürlich noch in Verbindung
mit einer nicht unbedeutenden Menge der leichtflüchtigen Theile.
Hat die Flüssigkeit am Boden des Behälters A eine genügende Höhe erreicht, so wird
der Schwimmer H in dieser Flüssigkeit gehoben und vermittelst des Hebels /?2 das
Ventil K heruntergedrückt und der Abflufs der Carburirflüssigkeit aus dem Reservoir B
nach dem Behälter A verhindert. Ist durch Verdunstung der flüchtigen Theile die am
Boden von A angesammelte Flüssigkeit vermindert, so wird H tiefer sinken, das Ventil K
lüften und so ein Nachfliefsen von B nach A bewirken.
Sobald auf dem Boden der Pfannen und des Behälters A sich eine genügende Menge
schwer flüchtiger, von leicht flüchtigen Stoffen freie Flüssigkeit, die auch noch andere Verunreinigungen
enthalten kann, angesammelt hat, kann man dieselbe mittelst Saugepumpe
durch die Rohre G entfernen.
Es ist somit leicht möglich, den Apparat stets rein zu halten.
Claims (3)
1. die in abwechselnder Reihenfolge über einander angeordneten grofsen, ringförmigen,
an der Innenwand des mit aufsaugefähigem Füllstoff gefüllten Carburirbehälters (A,
Fig. i) befestigten Pfannen (M, Fig. ι und 4) und kleineren, an dem Rohr (E) verstellbar
befestigten Pfannen (L, Fig. 1 und 3) zur Vertheilung der Carburirflüssigkeit;
2. das Gas- bezw. Luftzuleitungsrohr (S, Fig. ι und 8) aufserhalb des Behälters (A)
in Verbindung mit dem schlangenförmig gebogenen und mit nach innen zu entsprechend
der Druckabnahme sich nähernden Perforationen versehenen Gasvertheilungsrohr (O, Fig. 1 und 5);
3. die mittelst durchbrochener Wand (Q, Fig. 1) von dem übrigen Behälterraum getrennte
und das perforirte und schlangenförmig gebogene Gasableitungsrohr (P,
Fig. ι und 6) enthaltende Condensationskammer
(R, Fig. i);
die auf den Boden der Pfannen (L und M) und des Behälters (A) führenden, mit einer
Absaugevorrichtung verbundenen Reinigungsrohre (G, Fig. ι und 2) zur Entfernung
der entcarburirten Flüssigkeit;
die Anordnung des Flüssigkeitsstandglases (D) in einer wassergefüllten Kammer (JD1, Fig. 1) zur völligen Abdichtung der Verbindungsstellen;
das mit Schwimmer (H, Fig. 1) verbundene, den Zuflufs der Carburirflüssigkeit aus dem Reservoir (B) nach dem Carbürirgefäfs (A) entsprechend dem Stande der Flüssigkeit in letzterem Gefä'fs und somit des Schwimmers (H) regulirende Korkventil (J^ Fig. ι und 7), welches dadurch gut schliefsend erhalten ist, dafs der konisch geformte und in starke Drehung versetzte Ventilkegel (K) kräftig in den ebenfalls konisch geformten Ventilsitz des stark erhitzten Ventilgehäuses (J) hineingedrückt wird, wodurch die konisch geformte Zuspitzung des Ventils äufserlich verkohlt und genau die Form des Ventilsitzes erhält.
die Anordnung des Flüssigkeitsstandglases (D) in einer wassergefüllten Kammer (JD1, Fig. 1) zur völligen Abdichtung der Verbindungsstellen;
das mit Schwimmer (H, Fig. 1) verbundene, den Zuflufs der Carburirflüssigkeit aus dem Reservoir (B) nach dem Carbürirgefäfs (A) entsprechend dem Stande der Flüssigkeit in letzterem Gefä'fs und somit des Schwimmers (H) regulirende Korkventil (J^ Fig. ι und 7), welches dadurch gut schliefsend erhalten ist, dafs der konisch geformte und in starke Drehung versetzte Ventilkegel (K) kräftig in den ebenfalls konisch geformten Ventilsitz des stark erhitzten Ventilgehäuses (J) hineingedrückt wird, wodurch die konisch geformte Zuspitzung des Ventils äufserlich verkohlt und genau die Form des Ventilsitzes erhält.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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