DE411461C - Gleichrichter mit synchron zu einem Stromwender umlaufendem und getrennt von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem Quecksilberunterbrecher - Google Patents
Gleichrichter mit synchron zu einem Stromwender umlaufendem und getrennt von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem QuecksilberunterbrecherInfo
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Description
Es sind Gleichrichter mit einem Stromwender bekannt geworden, bei welchen ein
synchron mit dem Stromwender umlaufender Unterbrecher so angeschaltet ist, daß die
Funkenbildung in diesem auftritt und dabei gleichzeitig der Belastungskreis bei jedem
Wechsel ausgeschaltet wird. Indessen hatte dieser Gleichrichter den Nachteil, daß der
Unterbrecher einem hohen, den Betrieb stark
ίο beeinträchtigenden Verschleiß unterlag und
außerdem die ständige Belastungskreisunterbrechung für den Betrieb, insbesondere für
Beleuchtung und Elektrolyse, äußerst störend wirkte, so daß dieser Gleichrichter wohl nur
als Versuchs- oder Laboratoriumsgerät geeignet war, für industrielle Anwendungen mit
größeren Spannungen und Leistungen jedoch nicht in Betracht kam.
Man hat weiterhin vorgeschlagen, bei Gleichrichtern solcher Bauart die Schaltung
derart auszuführen, daß der Unterbrecher mit den Klemmen der Transformator-Sekundärspulen
und den Gleichstromklemmen parallel geschaltet ist.
Hierdurch wurde zwar die jeweilige Unterbrechung des Phasenstromes in den Unterbrecher
verlegt und die Funkenbildung am Stromwender gänzlich vermieden, indessen hatte
die vorgeschlagene Anordnung den Nachteil, daß der als Unterbrecher dienende Funkenschalter
dauernd an den Belastungsstrumkreis angeschlossen war, also dauernd unter
Spannung stand. Es konnte daher durch diese Anordnung eines besonderen Funkenschalters
die Gefahr des Funkens und insbesondere des Drehfeuers nicht völlig beseitigt, sondern nur
verringert werden. Der mit auf Metallsegmenten schleifenden Bürsten ausgerüstete
Funkenschalter dürfte daher auch bei normalem Betriebe einen raschen Verschleiß erlitten
haben. Alle diese Umstände, welche die Betriebssicherheit und den Wirkungsgrad des Gleichrichters -in hohem Maße beeinträchtigen,
sollen durch die Erfindung behoben werden.
Das Neue am Gleichrichter gemäß der Erfindung liegt darin, daß ein mit Quecksilber
betriebener Flüssigkeitsunterbrecher jeweils nur in der Zeitspanne des Phasenwechsels an
den Stromwender angeschlossen und während des vollen Arbeitens einer Phase vom Stromwender
und somit vom Belastungsstromkreis abgeschaltet ist.
Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in den Abbildungen beispiels-
weise dargestellt, und zwar ist:
Abb. ι ein im Längsschnitt dargestellter Gleichrichter mit aufgesetztem, ebenfalls im
Schnitt gezeichnetem Unterbrecher.
Abb. 2 ist ein Querschnitt nach Linie A-B in Abb. 1.
Abb. 3 zeigt den Stromwender in Abwick-
lung nebst Schaltungssrhema des Gleichrichters.
Abb. 4 zeigt eine besonders günstige Ausführungsform
der Bürsten des Gleichrichters. Abb. ι zeigt den Aufbau des Gleichrichters.
In zwei Lagerböcken i-i ruht die Welle 2, deren freies Ende mir dem 'Synchron-Antriebsmotor
unmittelbar gekuppelt ist. Die Lagerböcke i-i tragen Schilde, an welchen die die
ίο Bürstenbrücken 3 haltenden Ringe 4 drehbar angeordnet sind. Auf der Welle sind die radartigen
Körper 5 verkeilt, auf welchen die die Kontaktsegmente 8 tragenden Isolationsringe
6 befestigt sind. Zwischen je zwei benachbarten Körpern 5 sind starke Isolationsscheiben 7 von größerem Durchmesser als
die Kontaktsegmente 8 angebracht. Die Kontaktsegmente sind, wie aus Abb. 2 ersichtlich,
aus je einem vollen Ring herausgearbeitet. Zwischen die einzelnen so entstehenden Kontaktsegmente
sind Isolationssegmente 8" eingelegt. Bei dem vorliegenden Ausführung^-
beispiel, welches die Umformung von Drehstrom in Gleichstrom darstellt, sind sechs
solcher Segmentringe vorgesehen, deren jeder vier Segmente aufweist, die mit vier auf dem
Bürstenbrücken 3 sitzenden Bürstenpaaren zusammenarbeiten. Die Segmentringe werden
durch die seitlichen Abschlußplatten 9 zusammengepreßt. Die Welle 2 ist über das
eine Lager hinaus verlängert und treibt mittels Winkelradtriebes 10 den getrennt angeordneten
Unterbrecher an. Dieser besteht zunächst aus dem metallischen Gehäuse 11,.
welches innen nochmals mit einem vollständigen Isolationsgehäu'se 12 ausgekleidet ist.
Durch den Boden dringt vermittels eines Spurlagers die Antriebswalle 13 hindurch,
auf welcher isoliert ein Schleifring 14 aufgesetzt ist, auf dem eine Kontaktbürste 15 aufliegt.
Auf der Welle 13 ist eine Scheibe 16 aus Isoliermaterial befestigt, auf deren Unterseite
eine Anzahl voneinander isolierter Kontaktsegmente 17 aufgesetzt ist. Je zwei einander
gegenüberliegende Segmente arbeiten zusammen und sind elektrisch durch eine Schiene 18 verbunden. Die Welle 13 ist
durchbohrt, und durch die Durchbohrung ist eine Verbindungsleitung zwischen dem Schleif ring
14 und den Kontaktsegmenten geführt. Über der Kontaktscheibe 16 ist im Deckel
des Unterbrechergefäßes eine mittels des Handrades 20 drehbare Welk 19 angeordnet,
welche an einem Querarm zwei Quecksilbergefäße 21 trägt, an deren unteren Enden Düsen
22 mit gegen die Kontaktsegmente 17 gerichteter Spitze sitzen. In die beiden Quecksilbergefäße
eintauchende Elektroden 23 werden parallel geschaltet und bilden die ein© Zuleitung zum Unterbrecher, während der
Schleifring 14 die andere Zuleitung bildet.
: Das aus den Düsen gegen die Kontaktsegmente
ausspritzende Quecksilber sammelt i sich in dem Unterbrechergefäß unten an und fließt durch einen Überlauf und das Rohr 24 zu
einer geeigneten Pumpe, welche es wieder in ' die Quecksilbergefäße 21 befördert. Die ge-
: samte Kontaktsegmenteinrichtung ist durch eine Haube 25 aus Isoliermaterial überdeckt.
! Die isolierende Auskleidung des Unterbrechergefäßes verhindert, daß etwa durch
Quecksilberdämpfe eine leitende Verbindung des metallischen äußeren Gehäuses mit den
hochspannungführenden Kontaktteilen hergestellt werden könnte. Die Verstellbarkeit der
Kontaktdüsen mittels Handrades ist erforderlich, um die zeitlich richtige Beaufschlagung
der Kontaktsegmente 17 einstellen zu können. Die Anordnung von zwei parallel geschalteten,
Unterbrechungsstellen ist besonders bei hohen ! Stromstärken von Vorteil, weshalb zwei
Quecksilberdüsen und immer je zwei Kontaktsegmente vorgesehen sind.
Da im Quecksilberunterbrecher keinerlei Spannungsdifferenz zwischen den einzelnen
Kontaktsegmenten besteht, ist in demselben auch bei höchster Spannung kein Überschlag
bei Bildung von Quecksilberdämpfen durch Spritzer o. dgl. zu befürchten.
Um einen möglichst günstigen, funkenfreien Stromübergang zwischen den Kontaktsegmenten
8 und den auf diesen schleifenden, Bürsten zu· erzielen, werden die Kontaktsegmente
aus Stahl und die Kontaktbürsten aus Kupfer hergestellt.
Die auf den Kontaktsegmenten 8 schleifenden Kontaktbürsten werden auf bekannte
Weise, wie in Abb. 4 dargestellt, ausgebildet. Jede Bürste wird in mehrere Teilbürsten;
unterteilt und der ersten Teilbürste ein Ohmscher Widerstand vorgeschaltet, so daß bei
Überbrückung zweier Segmente durch die Bürste der Widerstand entsprechend zunimmt.
Die Abb. 3 zeigt eine Abwicklung der Kontaktsegmente des Stromwenders, und zwar bezeichnen
hier jeweils die in einer Reihe liegenden Rechtecke die vier Segmente eines Ringes.
Gleichzeitig ist auf ihr die Anordnung der schleifenden Kontaktbürsten dargestellt.
Die Bürsten sind paarweise angeordnet, und der Stromschluß wird durch Verbinden der
Bürsten eines Paares durch die Segmente hergestellt. Eine Kontaktbürste eines Bürstenpaares
(B'-\- und B—) ist jeweils an,ein Spulenende
der Sekundärwicklung einer Phase des Transformators und die andere an einen Pol
des Gleichstromkreises angeschlossen. Im Augenblick der Parallelschaltung zweier
Phasen ist jeweils die eine Bürste eines Hilfspaares (Bh -j- und Bh —) an die gleiche
Transformatorklemme wie die zugehörige Hauptbürste und die andere an den Queck-
silberunterbrecher angeschlossen. Die Transiormatorsekuindärspulen
sind mit 1-4, 2-5 und 3-6 bezeichnet, der Quecksilberunterbrecher ist nur schematisch angedeutet. Es entsprechen
die Klemmen u und ν den Leitungen 11
und ν in Abb. 1. Es zeigt also diese Abbildung
gleichzeitig das Schaltungsschema des Gleichrichters.
Die Wirkungsweise des Gleichrichters ist aus Abb. 3 ersichtlich. Die Klemmen,
der Sekundärwicklung sind mit den Schleifbürsten des Stromwenders so verbunden, daß von jedem Bürstenpaar eines Kontaktringes
je eine Bürste, also B1 -j-, B1 —
oder 5A1 -\~, Bh1 —, über eine gemeinsame
Leitung an die zugehörige Transformatorklemme angeschlossen sind. Die anderen
Bürsten, B -j- und B— bzw. Bh -f- und Bh—,
bilden die Gleichstrompole, und zwar ist je eine Bürste eines Hauptbürstenpaares unmittelbar
an die Gleichstromsammelschiene angeschlossen, während je eine Bürste des Hilfsbürstenpaares Bh -j- und Bh — über den
Unterbrecher angeschlossen werden kann.
In. Abb. 3 ist der Augenblick dargestellt, in welchem die Phasen 1-4 und 2-5 parallel
arbeiten. Wenn die an 1 und 4 angeschlossenen Bürsten der zugehörigen Hauptbürstenpaare
die Kontaktsegmente verlassen, ist über die Hilfsbürsten der Unterbrecher in den
Stromkreis eingeschaltet und somit die Unterbrechungsstelle des ganzen Phasenstromes in
jenen verlegt. Der Unterbrecher unterbricht nun den Pha^enstrom, bevor die Hilfsbürste
ihr Segment verläßt, so daß also, wenn die Hilfsbürste das Segment verläßt, der Strom
bereits völlig unterbrochen ist und hierdurch, an dieser Stelle keinerlei Unterbrechungserscheinungen
auftreten können. Hierbei werden, wie bereits oben erwähnet, die Hauptbürsten
vor Verlassen der Segmente dadurch vor Zerstörung infolge Überlastung geschützt, daß dieselben auf bekannte
Weise unterteilt sind und der das Segment zuletzt verlassenden Teilbürste ein Ohmscher
Widerstand vorgeschaltet ist.
Es ist nun natürlich wichtig, daß die Kontaktsegmente des Unterbrechers genau synchron
mit der Drehung der Kontaktsegmente des Stromwenders beaufschlagt werden. Diese Einstellung ist sehr leicht selbst während des
Betriebes mittels des Handrades 20 möglich. Hierbei spielt an sich die Umdrehungszahl
des Unterbrechers keine Rolle, wenn nur dessen Umdrehung synchron mit jener des Stromwenders erfolgt und im Unterbrecher
die richtige Anzahl Kontaktsegmente 17 vorgesehen sind.
Um bei sehr großen Stromstärken eine Funkenbildung und Erwärmung an den Kontaktsegmenten
des Unterbrechers zu vermeiden, kann die Ausbildung desselben auch derart sein, daß die isolierende Scheibe 16
feststeht, die Kontaktsegmente 17 auf ihr j einen ununterbrochenen metallischen Ring;
; bilden und zwischen diesem und den Düsen 22 möglichst nahe am besagten Ringe auf der
Welle 13 eine sich drehende, durchlochte Isolationsscheibe angeordnet ist, welche die aus
; den Düsen austretenden Strahlen zur gegebenen Zeit durchläßt und unterbricht. Die
Stromunterbrechung findet also nicht mehr an den metallischen Kontaktsegmenten oder
dem Kontaktring selbst, sondern an der Isolationsscheibe statt.
Auch kann der Gleichrichter leicht so ausgeführt werden, daß kein Teil desselben an
der Außenseite Spannung führt, d. h. kein spannungführender Teil der Berührung zugänglich
ist, was gerade mit Rücksicht auf die Betriebskontrolle und Bedienung einen
nicht zu unterschätzenden Vorteil bietet.
Claims (3)
1. Gleichrichter mit synchron zu 'einem Stromwender umlaufendem und getrennt
von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem Quecksilberunterbrecher, welcher mit der Transformatorsekundärwicklung und go
dem Gleichstromkreis parallel geschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Quecksilberunterbrecher jeweils nur in der
Zeitspanne des Phasenwechsels an den, Stromwender angeschlossen und während des vollen Arbeitens einer Phase vom
Stromwender und somit vom Belastungsstromkreis abgeschaltet ist.
2. Gleichrichter gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß neben den den
Wechselstrom den Kontaktsegmenten des Stromwenders zuführenden, paarweise angeordneten
Bürsten (2?-{-, -S1-J-, B—, B1 —)
noch paarweise angeordnete Hilfsbürsten (Bh -f-, Bh1 -f-, Bh —, Bh1 —) zur Anschaltung
der Kontaktsegmente an den Unterbrecher vorgesehen sind.
3. Gleichrichter gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stellung der Düsen des Unterbrechers gegenüber dessen Kontaktsegmenten während
des Betriebes geregelt werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA38059D DE411461C (de) | 1922-07-01 | 1922-07-01 | Gleichrichter mit synchron zu einem Stromwender umlaufendem und getrennt von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem Quecksilberunterbrecher |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA38059D DE411461C (de) | 1922-07-01 | 1922-07-01 | Gleichrichter mit synchron zu einem Stromwender umlaufendem und getrennt von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem Quecksilberunterbrecher |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE411461C true DE411461C (de) | 1925-03-30 |
Family
ID=6930581
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA38059D Expired DE411461C (de) | 1922-07-01 | 1922-07-01 | Gleichrichter mit synchron zu einem Stromwender umlaufendem und getrennt von dessen Kontaktsegmenten angeordnetem Quecksilberunterbrecher |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE411461C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE963711C (de) * | 1937-07-18 | 1957-05-09 | Siemens Ag | Kontaktumformer fuer Starkstrom |
-
1922
- 1922-07-01 DE DEA38059D patent/DE411461C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE963711C (de) * | 1937-07-18 | 1957-05-09 | Siemens Ag | Kontaktumformer fuer Starkstrom |
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