DE4041A - Kissensattel mit biegsamem Gestell - Google Patents

Kissensattel mit biegsamem Gestell

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DE4041A
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DE
Germany
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saddle
frame
construction
cushion
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Pending
Application number
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English (en)
Original Assignee
F. SPERLING in Neifse (Schlesien)

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Description

PATENTSCHRIFT
Klasse
FRIEDRICH SPERLING in NEISSE. Kissensattel mit biegsamem Gestell.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. November 1877 ab.
Der in beiliegenden Zeichnungen Fig. 1, 2, 3, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 dargestellte neue Kissensattel unterscheidet sich von dem gewöhnlichen ungarischen Bocksattel und der englischen Pritsche dadurch, dafs Trachten und Zwiesel nicht aus einem festen unbiegsamen Gestell construirt sind, wodurch die Weichheit und Nachgiebigkeit des Sitzes sehr ■ beeinträchtigt wird, sondern aus einem Polster, das durch das directe Aufliegen auf dem elastischen Pferderücken und durch seine Biegsamkeit grofse Bequemlichkeit für den Reiter und bedeutende Vortheile für den Körper des Pferdes zur Folge hat.
Um die Vortheile des neuen Kissensattels klar hervorzuheben, ist in den Fig. 4 und 5 das bisher gebräuchliche nackte Sattelgestell dargestellt, und ist aus denselben ersichtlich, dafs Trachten α α, Hinterzwiesel b und Vorderzwiesel c ein festes Gestell bilden, welches aus Holz mit Eisenbeschlag hergestellt wird und zur Aufnahme der nöthigen Verkleinerungen und Ausrüstungstheile dient.
In Fig. 4 und 5 sind d und e Beschläge, um eine gröfsere Haltbarkeit der Holztheile zu erzielen.
Das Gestell des neuen Kissensattels besteht dagegen, wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, aus den beiden, den Vorderzwiesel bildenden eisernen Bügeln c c, dem Hinterzwiesel b und den zur Verbindung der Zwiesel dienenden ledernen Trachten α α, auf welche gleichzeitig die Trachtenkissen al al zur nöthigen Formbildimg befestigt sind. Auf der unteren Seite der Trachten ist die Sattelpolsterung//, Fig. 9, angebracht.
Auf diese Weise ist dem Sattel jede Steifheit und Unbiegsamkeit genommen; der Sitz des Sattels ist vollkommen weich und nachgiebig, wodurch 'grofsen Unannehmlichkeiten für Pferd und Reiter abgeholfen wird.
Soll der Sattel zur Anbringung des Gepäckes eingerichtet werden, so wird der Löffel, Fig. 3a, bezw. der Gepäckträger, Fig. 3b, vermittelst des Zapfens g und des Kastens i, Fig. 1, an den Hinterzwiesel angesteckt und durch die Druckschraube h befestigt, wie aus Fig. 1 zu ersehen.
Aus Fig. 7, welche den Längsschnitt des Sattels darstellt, ist ersichtlich, dafs die Bügel c c mit Holz bekleidet und mit Leinwand überzogen werden.
Fig. 8 zeigt den neuen Kissensattel in Form des bei der Kavallerie vorschriftsmäfsigen Dienst-Bocksattels mit festem Löffel und aus Leder und Polsterung bestehenden Trachtenstücken; Fig. 6 dagegen den neuen Kissensattel in Form der englischen Pritsche.
Aus der vorstehenden Beschreibung ist neben dem bereits gesagten noch ferner ersichtlich, dafs, da das Kissen oder Polster im Vergleich zu dem festen Sattelgestell keine festen Kanten hat, das Pferd den Rücken nicht steifen wird, sondern ihn williger hergiebt; Rippen- und Rückenbiegungen werden bedeutend erleichtert, wodurch die Dressur des Pferdes wesentlich gefördert wird. ;
Vermöge der grofsen Biegsamkeit des Kissensattels pafst derselbe auch dem Pferde bei abnehmendem Futterzustande, und beseitigt die dadurch entstehenden Veranlassungen zu Druckschäden, da derselbe für alle Pferde, ohne Unterschied ihrer Bauart, pafst.
Im Vergleich zur englischen Pritsche ist der Kissensattel durch seine oben näher beschriebene Einrichtung zur Anbringung des Gepäckes, besonders für die Campagne, viel angenehmer, und hat derselbe aufserdem noch den grofsen Vortheil, durch Beseitigung des festen Sattelgestelles unter dem Gesäfs dem Reiter in hohem Grade das Gefühl von den Bewegungen des Pferdes, diesem aber die Einwirkung des Gesäfses unmittelbar zu vermitteln.
Mit dem Ersetzen des festen Gestelles durch den Kissensattel fällt jeder zerbrechliche Theil am Sattel fort, wodurch letzterer viel haltbarer als die Pritsche wird.
Beseitigt nun der Kissensattel die oben angeführten Unbequemlichkeiten für Pferd und Reiter, so erhöht er auch dadurch beider Leistungsfähigkeit, indem Pferd sowohl als Reiter durch den bequemen Sattel nicht so leicht ermüden.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Den durch Zeichnung und Beschreibung in seiner Construction erläuterten Kissensattel, welcher durch ein biegsames, aus Leder oder anderem nachgiebigem Material und Polsterung u. s. w. bestehendes Gestell charakterisirt ist. Dieses Gestell ersetzt das früher gebräuchliche feste Holz- oder Eisengestell und ist bequemer und haltbarer.
    Die Construction des Vorderzwiesels, aus zwei eisernen Bügeln bestehend, welche mit Holz bekleidet und mit Leinwand etc. bezogen werden.
    Die Benutzung eines derartigen biegsamen, aus Leder und Polsterung oder sonstigem nachgiebigem Material etc. gefertigten Gestells für Sättel jeglicher Construction.
    Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
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