DE4005894A1 - Verfahren zur herstellung eines kosmetikstiftes - Google Patents
Verfahren zur herstellung eines kosmetikstiftesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines insbesondere
für Kosmetikzwecke dienenden Stiftes, wobei eine spitzbare Hülse
mit ihrem vorderen Endabschnitt in eine Gießform eingesetzt und
in die Hülse danach eine kosmetische Minenmasse im verflüssigten
Zustand eingefüllt und nachfolgend verfestigt wird.
Ein derartiges Verfahren ist in der DE 27 18 957 C3 beschrieben.
Dort wird die Minenmasse vom rückwärtigen Ende der Hülse in deren
zentrale Bohrung eingefüllt. In Abhängigkeit von der Viskosität
der kosmetischen, vorwiegend Pigmente enthaltenden Minenmasse ist
es mit diesem bekannten Gießverfahren möglich, Kosmetikstifte mit
einem Minendurchmesser von 6 mm herzustellen. Sollen mit diesem
bekannten Gießverfahren Kosmetikstifte mit einem Minendurchmesser
von 6 mm hergestellt werden, ergeben sich Schwierigkeiten, die
insbesondere damit in Zusammenhang stehen, daß die in der Hülse
vorhandene Luft während des Eingießvorgangs der verflüssigten
Minenmasse nicht mehr vollständig entweichen kann. Das führt zu
Lufteinschlüssen und damit zu fehlerhaften Minen. Derartige in der
Mine Lufteinschlüsse aufweisende Kosmetikstifte sind nicht
spitzfähig, da die Mine im Bereich dieser Lufteinschlüsse
üblicherweise abbricht, so daß derartige Kosmetikstifte
unbrauchbar sind. Ein weiterer Mangel dieses bekannten
Gießverfahrens besteht insbesondere bei Stiften bis zu einer
Normallänge von größenordnungsmäßig 170 mm und relativ kleinen
Minendurchmessern gegenüber Stiften mit einem Durchmesser ihrer
Mine von 6 mm und größer und einer Länge von größenordnungsmäßig
50 mm insbesondere dadurch, daß die verflüssigte Minenmasse während
des vom rückseitigen Ende der Hülse erfolgenden Gieß- bzw.
Einfüllvorgangs beim Durchfließen durch den zentralen Hohlraum
der Hülse zu schnell erkalten kann, so daß die Minenmasse oftmals
nicht bis zur gewünschten Ausformung der Spitze des
Kosmetikstiftes, d. h. bis zum Erreichen des vorderen
Endabschnittes des Kosmetikstiftes fließfähig bleibt. Dieselben
Mängel wurden bei dem in der DE 27 59 856 C2 beschriebenen
Verfahren beobachtet.
Um die oben erwähnten Mängel zu beheben, wurde in der DE 33 27 771
C2 ein Verfahren zur Herstellung eines Kosmetikstiftes
beschrieben, bei dem die für den Kosmetikstift vorgesehene Hülse
evakuiert und die verflüssigte Minenmasse durch Unterdruck in die
Hülse eingesaugt wird. Bei diesem bekannten Verfahren ergibt sich
jedoch der Mangel, daß die nach diesem Verfahren hergestellten
Kosmetikstifte nicht unmittelbar mit einer passenden Minenspitze
ausgebildet werden können. Ein weiterer Mangel des zuletzt
erwähnten Verfahrens besteht darin, daß die genaue
Aufrechterhaltung eines erforderlichen, relativ hohen Vakuums mit
Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Schwierigkeit resultiert
beispielsweise aus dem Erfordernis der Abdichtung zwischen den mit gewissen
Fertigungstoleranzen hergestellten Hülsen für die Kosmetikstifte
und der zur Anwendung gelangenden Gießform. Das erforderliche
Vakuum beeinträchtigende Undichtigkeiten zwischen der
Kosmetikstifthülse und der Gießform können zu einer
unvollständigen Füllung der Hülse mit der kosmetischen Minenmasse
führen, was einen weiteren Mangel darstellt.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem alle oben
beschriebenen Mängel auf ebenso einfache wie elegangte Weise
vermieden werden, d. h. mit welchem Stifte mit Minen relativ
kleinen Durchmessern und relativ großer Länge herstellbar sind,
ohne daß hierzu ein Vakuum erforderlich ist, und mit dem Stifte
mit unmittelbar geformter Minenspitze herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in die
Hülse von ihrem rückwärtigen Ende her eine Kanüle eingebracht
wird, durch welche die verflüssigte Minenmasse in die Hülse
eingefüllt wird. Die bei diesem Verfahren zur Anwendung gelangende
Kanüle weist Außenabmessungen auf, die kleiner sind als die
lichten Innenabmessungen des in der Hülse ausgebildeten
Zentralraumes, so daß die im Zentralraum befindliche Luft
problemlos durch den Zwischenraum zwischen der Kanüle und der
Innenwandung des Zentralraumes der Hülse entweichen kann, wenn
durch die Kanüle die verflüssigte Minenmasse in den Zentralraum
der Hülse eingefüllt wird. Damit die verflüssigte Minenmasse durch
die Kanüle in die Hülse eingefüllt werden kann, wird die
verflüssigte Minenmasse mit einem geeigneten Druck beaufschlagt.
Da bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Luft aus
der Hülse problemlos entweichen kann, werden in vorteilhafter
Weise in der Minenmasse und somit in der verfestigten Mine des
Kosmetikstiftes Lufteinschlüsse vermieden, so daß die mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Kosmetikstifte gut
spitzfähig sind, weil eine durch Lufteinschlüsse gegebene
Bruchgefahr der verfestigten Mine ausgeschlossen ist. Ein weiterer
Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es
möglich ist, die Textur der Mine des Kosmetikstiftes besser als
bisher, beispielsweise den Kundenwünschen entsprechend, einzustellen. Das
betrifft sowohl die Festigkeit der Mine entsprechend einem höher
angesetzten Schmelzbereich der Minenmasse, als auch die
Möglichkeit einer vergleichsweise höheren Pigmentierung und einer
damit zusammenhängenden verbesserten Deckfähigkeit, welche
naturgemäß die Fließfähigkeit der verflüssigten Minenmasse
beeinträchtigt. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird darin gesehen, daß die kosmetische, Pigmente
enthaltende Minenmasse auch flüchtige Bestandteile enthalten kann,
die bei der Applikation auf der Haut einen sanften Abstrich
ermöglichen, wobei durch die flüchtigen Bestandteile gleichzeitig
eine Verbesserung der Haftfestigkeit des Abstriches auf der Haut
erzielt wird, nachdem die flüchtigen Bestandteile sich durch die
Körperwärme verflüchtigt haben. Die Anwendung flüchtiger
Bestandteile in der verflüssigten Minenmasse ist bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren deshalb möglich, weil kein Vakuum zur
Anwendung gelangt, das die flüchtigen Bestandteile aus der
verflüssigten Minenmasse entziehen würde, sondern ein Überdruck,
durch welchen eine ungewollte Beseitigung der flüchtigen
Bestandteile vermieden wird. Des weiteren hat sich gezeigt, daß
bei bestimmten Fett- bzw. Wachszusammensetzungen für die
Minenmasse eine Auskleidung der Innenwandung der Hülse mit einem
Beschichtungsmittel, wie es in der DE 27 18 957 C3 erwähnt ist,
nicht erforderlich ist.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Kanüle
mit ihrem Ausgabeendabschnitt bis in die Nähe des vorderen
Endabschnittes der Hülse in diese eingeführt und dann entsprechend
dem fortschreitenden Füllstand des in die Hülse eingefüllten
verflüssigten Minenmaterials in Richtung vom vorderen Endabschnitt
zum rückwärtigen Ende aus der Hülse herausbewegt wird. Auf diese
Weise ist es möglich, Kosmetikstifte kleinen Minendurchmessers und
großer Stiftlänge genauso problemlos herzustellen wie
Kosmetikstifte vergleichsweise großen Minendurchmessers und
geringer Stiftlänge, ohne daß Lufteinschlüsse in der verfestigten
Mine zu befürchten sind. Demselben Zweck dient es, wenn die Kanüle
kontinuierlich aus der Hülse herausbewegt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines
Kosmetikstiftes wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Die Figur zeigt in einem vergrößerten Maßstab einen
Längsschnitt durch eine abschnittweise gezeichnete Gießform 10,
durch eine in die Gießform eingesteckte Hülse 12 und eine in die
Hülse eingebrachte Kanüle 14. Die Hülse 12 und die Kanüle 14 sind
ebenfalls nur abschnittweise gezeichnet. Die Hülse 12 für einen
Kosmetikstift weist einen kegelstumpfförmigen Endabschnitt 16 auf
und die Gießform 10 ist mit einem dem kegelstumpfförmigen
Endabschnitt 16 der Hülse 12 entsprechenden kegeligen Endabschnitt
18 ausgebildet. Die Hülse 12 des Kosmetikstiftes liegt zumindest
mit ihrem kegelstumpfförmigen Endabschnitt 16 abdichtend an der
Innenwandung 20 des kegeligen Endabschnittes 18 der Gießform 10
an, so daß im in die Gießform 10 eingesetzten Zustand der Hülse
12 zwischen der Hülse 12 bzw. ihrem kegelstumpfförmigen
Endabschnitt 16 und dem kegeligen Endabschnitt 18 der Gießform 10
ein Hohlraum 22 verbleibt, der auf der der Hülse 12
gegenüberliegenden Seite durch einen Auswerfer 24 der Gießform 10
begrenzt ist. Der Hohlraum 22 entspricht formmäßig der
Minenspitze des mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Kosmetikstiftes. Zur Ausbildung der Minenspitze des
Kosmetikstiftes und zum Ausfüllen des zentralen Hohlraumes 26 der
Hülse 12 wird in die Hülse 12, d. h. in ihren zentralen Hohlraum 26
von ihrem rückwärtigen Ende her die Kanüle 14 eingebracht. Durch
die Kanüle 14 wird danach eine verflüssigte Minenmasse in den
Hohlraum 22 und in den zentralen Hohlraum 26 der Hülse 12
eingefüllt, was durch den im Zentralraum 28 der Kanüle 14
eingezeichneten Pfeil 30 angedeutet ist. Entsprechend dem
fortschreitenden Füllstand des durch den Zentralraum 28 der Kanüle
14 in den Hohlraum 22 bzw. den zentralen Hohlraum 26 der Hülse 12
eingefüllten verflüssigten Minenmaterials wird die Kanüle, die mit
ihrem Ausgabeendabschnitt 32 bis in die Nähe des vorderen
Endabschnittes 16 der Hülse 12 in die Hülse 12 eingeführt wird,
anschließend aus der Hülse 12 herausbewegt, was durch den Pfeil
34 angedeutet ist. Während des durch den Pfeil 30 angedeuteten
Einfüllvorgangs des verflüssigten Minenmaterials kann die im
zentralen Hohlraum 26 befindliche Luft durch den Zwischenraum 36
zwischen der Kanüle 14 und der Innenwandung 38 der Hülse 12
entweichen, so daß eine unerwünschte Bildung von Lufteinschlüssen
in der verfestigten Mine des Kosmetikstiftes vermieden wird.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines insbesondere zu Kosmetikzwecken
dienenden Stiftes, wobei eine spitzbare Hülse (12) mit ihrem
vorderen Endabschnitt (16) in eine Gießform (10) eingesetzt
und in die Hülse (12) danach eine kosmetische Minenmasse im
verflüssigten Zustand eingefüllt und nachfolgend verfestigt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Hülse (12) von ihrem rückwärtigen Ende her eine
Kanüle (14) eingebracht wird, durch welche die verflüssigte
Minenmasse in die Hülse (12) eingefüllt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanüle (14) mit ihrem Ausgabeendabschnitt (32) bis
in die Nähe des vorderen Endabschnittes (16) der Hülse (12)
in diese eingeführt und dann entsprechend dem
fortschreitenden Füllstand des in die Hülse (12) eingefüllten
verflüssigten Minenmaterials in Richtung vom vorderen
Endabschnitt (16) zum rückwärtigen Ende aus der Hülse (12)
herausbewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanüle (14) kontinuierlich aus der Hülse (12)
herausbewegt wird.
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Publications (2)
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