DE39755C - Verfahren und Apparat zur Herstellung von Bleiweifs unter Benutzung einer Lösung von salpetrigsaurem Blei - Google Patents

Verfahren und Apparat zur Herstellung von Bleiweifs unter Benutzung einer Lösung von salpetrigsaurem Blei

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DE39755C
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DENDAT39755D
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O. EYCKENS in Paris, Rue du Faubourg St. Honore Nr. 237
Publication of DE39755C publication Critical patent/DE39755C/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/14Compounds of lead
    • C09C1/16White lead

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
OSCAR EYCKENS in PARIS.
salpetrigsaurem Blei.
Das vorliegende Verfahren zur Fabrikation von Bleiweifs beruht auf der Anwendung von salpetrigsaurem Bleioxyd und zeichnet sich dadurch aus, dafs dieses Agens unter beständigem Kreislauf fortwährend regenerirt wird, so dafs mit einer verhältnifsmäfsig geringen Menge desselben eine unbegrenzte Menge Blei in Bleiweifs übergeführt werden kann. Die einzelnen Phasen des Kreislaufes beruhen auf nachstehenden Reactionen:
1. auf der Ueberführung von Blei in Bleihydrat durch Lösungen von salpetrigsaurem Blei; als Nebenproduct entsteht Stickoxyd:
Pb 2V2 O4 + H2 O + Pb
= 2 2V O + Pb O + PbH2 O2;
2. auf der Bildung einer Doppelverbindung von salpetriger Säure und Salpetersäure bei der Berührung von Stickoxyd mit Sauerstoff der Luft:
4 N O + 4 O = 2V2 O3 + N2 O5 = 2 N2 O4;
3. auf der Bildung von salpetrigsaurem und salpetersaurem Blei durch Einwirkung von Bleioxyd bezw. Bleihydrat auf sogenannte Untersalpetersäure (Doppelverbindung von 2V2 O3 und 2V2 O5):
2 2V2 O4 + 2 Pb O = Pb 2V2 O4 + Pb 2V2 O6;
4. auf der Ueberführung des in dem gebildeten Gemisch vorhandenen salpetersauren - Bleies in salpetrigsaures Blei durch Zusatz von Blei:
Pb 2V2 O1 + PbN2 O6 + 2 Pb
= 2 Pb IV2 O4 + 2 Pb O:
5. auf der nach Maafsgabe des zunehmenden Coefficienten der . Base im basisch salpetrigsauren Salz > abnehmenden Löslichkeit des salpetrigsauren Bleies, derart, dafs bei einem Ueberschufs an Base ' ein Theil des Bleies sogar als Hydrat ausfällt:
(Pb O), 2V2 0, + H2O = (Pb OJ3 2V2 O3 + Pb H2 O3;
6, auf der Ueberführung der Lösung des basischen salpetrigsauren Bleies in die neutrale Lösung durch Einleiten von Kohlensäure, wodurch die überschüssige Base, als kohlensaures Blei ausgefällt wird, welches in Mischung mit dem unter 5. angeführten, bei hinreichendem Ueberschufs an Base gleichzeitig ausfallendem Bleihydrat das gewünschte Product, das Bleiweifs, bildet:
(Pb O)1N2O3 + 2 H2O + 2 C O2
= (PbN2 O4 + H2O) + (2PbCO3 + PbH2 O2)
.salpetrigsaures Blei Bleiweifs.
Die sich beständig wiederholenden und einen continuirlichen Betrieb gestattenden Reactionen sind also kurz folgende:
• Desoxydation der Säure des salpetrigsauren Bleies durch Einführen von Blei in die erwärmte Lösung des erstgenannten Salzes, somit Oxydation des Bleies und Entbinden von Stickoxyd;
Ueberführung des Stickoxyds durch Sauerstoffzufuhr in eine Doppelverbindung von Salpetrigsäure und Salpetersäure, d. i. in Untersalpetersäure ;
Zusatz von Blei oder Bleioxyd behufs Bildung von salpetrigsaurem und salpetersaurem Blei oxy d.
Einleiten von Kohlensäure in die durch verstärkten Bleizusatz entstandene basisch salpetrigsaure Bleilösung.
Bei der auf diesen chemischen Vorgängen beruhenden Bleiweifsfabrikation ist an salpetrigsaurem Blei nur so viel zu ersetzen, als durch mechanische Verluste, welche jeder Fabrikation anhaften, eingebüfst wird.
Die Fabrikation verläuft in folgender Weise:
Das Blei wird in eine Lösung von salpetrigsaurem Blei gebracht und durch letztere ununterbrochen ein Strom Kohlensäure in möglichst feiner Zertheilung hindurchgeleitet, so dafs das Blei beständig mit der Kohlensäure in Berührung steht und jedes Molecül in dem Augenblick, wo es frei wird und sich sonst oxydiren und hydratisiren und in Lösung gehen würde, mit der Kohlensäure in Verbindung treten mufs.
Das Abscheiden des Bleioxyds wird durch das salpetrigsaure Blei veranlafst, welches sich gleichzeitig mit der Einwirkung der Kohlensäure durch die Wärme zersetzt.
Die hierbei frei werdende salpetrige Säure liefert den zur Oxydation des Bleies erforderlichen Sauerstoff, während sie selbst zu Stickoxyd reducirt wird, welches entweicht. Die Lösung würde mit der Zersetzung der salpetrigen Säure bald wirkungslos werden, es ist daher für den ungestörten Fortgang des Processes von gröfster Wichtigkeit, dieselbe beständig zu regeneriren, und nur hierdurch kann das Verfahren zu einem rationellen gemacht werden, da die Säure ein sehr theures Mittel.ist.
Zu diesem Zweck läfst man mit der Kohlensäure gleichzeitig genügend Luft in die Lösung eintreten, so da(s das Stickoxyd im Augenblick seiner Entstehung mit Sauerstoff zusammentrifft und infolge dessen zum Theil zu salpetriger Säure, zum Theil zu Salpetersäure oxydirt wird, so dafs durch Berührung mit dem theilweise entstandenen Bleihydrat in entsprechenden Verhältnissen theils salpetrigsaures, theils salpetersaures Blei entsteht. Letzteres, . das salpetersaure Blei, wird dann durch das noch metallische Blei ebenfalls zu salpetrigsaurem Blei reducirt, mit welchem jedoch noch ein derartiger Ueberschufs an Bleihydrat vermischt ist, dafs die Lösung einen basischen Charakter aufweist.
Alle diese Vorgänge gehen in ununterbrochenem Kreislauf in der ursprünglichen Lösung vor sich und bilden einen geschlossenen Ring jener Reactionen, welche eingangs der Beschreibung genauer dargelegt wurden.
Das auf der Oberfläche des Bleies entstehende Bleiweifs wird in der durch die hindurchströmenden Gase stark bewegten Lösung ..abgebröckelt und fällt zu Boden, von wo es abgezogen und durch eine Filterpresse gedrückt wird. Man erhält hierdurch einerseits als festes Product das Bleiweifs, andererseits eine Lösung von salpetrigsaurem Blei.
Um Verluste an Stickoxydgasen zu ver-' hüten, welche letzteren durch den starken, durch die Lösung hindurchstreichenden Gasstrom doch theilweise mit fortgerissen werden, leitet man diesen Gasstrom durch mehrere Colonnen, welche die oben erwähnte, aus der Filterpresse abfliefsende Lösung von salpetrigsaurem Blei enthalten. In dieser Lösung werden die letzten Spuren der Stickoxydgase zurückgehalten und die Lösung selbst kommt dann wieder vollkräftig nach dem ersten Apparat zurück. Das aus der Filterpresse hervorgehende Bleiweifs wird gewaschen und getrocknet bezw. mit OeI angestellt.
Das vorstehend beschriebene Verfahren kann zweckmäfsig mittelst des auf beiliegender Zeichnung dargestellten Apparates ausgeführt werden.
Das in Späne zerschnittene Blei wird in den Behälter A eingebracht, in welchen unten das Rohr α einmündet, welches ein Gemisch aus Luft und Kohlensäure zuleitet. Letzteres tritt durch die Vertheiler b hoch, welche derart angeordnet sind, dafs sie durch das zu Boden fallende Bleiweifs nicht verstopft werden können.
Zu diesem Zweck ist über denselben ein Rost c angeordnet, auf welchem das durch die ThUr d eingebrachte Blei ruht.
Die Reactionsflüssigkeit wird durch das Rohre zugeleitet; die entstehenden Gase ziehen durch das Rohr f ab. Das entstandene Bleiweifs wird durch den Hahn g abgezogen.
Der Apparat wird zu zwei Drittel mit Blei und einer Lösung von salpetrigsaurem Blei gefüllt, und dann werden mittelst einer Luftdruckpumpe in den Apparat heifse Verbrennungsgase hineingedrückt, welche mit der hinreichenden Menge Luft vermischt sind, so dafs sämmtliche Reactionen gut und rasch verlaufen können.
Nachdem die Gase die Flüssigkeit in A durchströmt haben, werden dieselben noch durch mehrere Colonnen B hindurchgeleitet, woselbst ihnen die letzten Spuren von Untersalpetersäure entzogen werden. Die Colonnen enthalten Lösung von. salpetrigsaurem Blei. Die Gase treten unten in die erste Colonne ein, werden hier durch die Vorrichtung b zertheilt, und der nicht gebundene Theil tritt durch das Rohr f in die nächste Colonne über. Derartige Colonnen können so viel angewendet werden, dafs die Untersalpetersäure unbedingt gebunden wird. Die sonstigen Gase entweichen aus der letzten Colonne einfach ins Freie.
In dem Behälter A lagert sich zu unterst das Bleiweifs ab und unmittelbar darüber
schichten sich die am stärksten basischen Theile der Lösung des salpetrigsauren Bleies.
Von Zeit zu Zeit wird der Hahn g geöffnet und dadurch das gebildete Bleiweifs in den Montejus C abgelassen.
Aus letzterem gelangt das Product in die Filterpresse E, welche das Bleiweifs zurückhält, während die Lösung in einen zweiten Montejus D abfliefst,- aus welchem sie nach einer der beiden Golonnen zurückgedrückt wird.
Da diese Lösung stark basisch ist, so reifst sie mit Begierde die aus der mitgerissenen Untersalpetersäure sich bildende salpetrige Säure an sich. ,
Das in der Filterpresse erhaltene Bleiweifs braucht nur gewaschen und getrocknet zu werden, um eine marktfähige Waare zu liefern. Die Waschwässer können concentrirt und dann zu der Flüssigkeit im Apparat hinzugefügt werden, zu welcher von Zeit zu Zeit etwas salpetrigsaures Blei hinzugefügt werden mufs, um den mechanischen Verlust zu ersetzen.
Das Blei kann bei vorliegendem Verfahren auch durch Bleiglätte ersetzt werden.
Es kann vorkommen, dafs während des eingangs der Beschreibung unter 4. angegebenen chemischen Vorganges bei zu grofsem Zusatz von Blei oder zu kurzer Dauer der Reactionswirkung ein Theil des Bleies nicht in das Oxyd übergeführt wird, sondern durch den Rost c in das am Boden befindliche frisch gebildete Bleiweifs herabfällt.
Man lälst diese Bleipartikel mit dem Bleiweifs bis in die Filterpresse E gelangen, wo selbst das Blei mit dem Bleiweifs zurückgehalten wird. Das Blei läfst sich nun durch Schlämmen der Masse leicht von dem Bleiweifs trennen, und das hierdurch erhaltene Blei wird einfach mit neuen Bleimassen in den Kreislauf der Operationen zurückgeführt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein continuirliches Verfahren zur industriellen Gewinnung von Bleiweifs, dadurch gekennzeichnet, dafs Blei bezw. Bleiglätte in eine Lösung von salpetrigsaurem Blei gebracht wird, in welche mit der Kohlensäure ein Strom Sauerstoff (Luft) eingeleitet wird, derart, dafs die Lösung beständig regenerirt wird, wobei die sich entwickelnden Gase in eben solcher Lösung basischer Natur gebunden werden.
2. Ein Apparat zur Fabrikation von Bleiweifs mittelst einer Lösung von salpetrigsaurem Blei, bestehend aus dem Behälter (A), den Colonnen (B), den Montejus (C und D) und der Filterpresse (E), derart, dafs die genannte Lösung unter fortwährender Regenerirung einen beständigen Kreislauf macht.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT39755D Verfahren und Apparat zur Herstellung von Bleiweifs unter Benutzung einer Lösung von salpetrigsaurem Blei Expired - Lifetime DE39755C (de)

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