DE393C - Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen

Info

Publication number
DE393C
DE393C DE000000000393DA DE393DA DE393C DE 393 C DE393 C DE 393C DE 000000000393D A DE000000000393D A DE 000000000393DA DE 393D A DE393D A DE 393DA DE 393 C DE393 C DE 393C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
brown
iron
yellow
red
black
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE000000000393DA
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
R Steinau & Ch Steinau
Original Assignee
R Steinau & Ch Steinau
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication of DE393C publication Critical patent/DE393C/de
Application filed by R Steinau & Ch Steinau filed Critical R Steinau & Ch Steinau
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Compounds Of Iron (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

1877.
RICHARD STEINAU und CHARLES STEINAU in BRAUNSCHWEIG. Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom n. August 1877 ab.
Der Zweck dieser Erfindung ist, ein Product zu schaffen, welches dem von den Engländern aus chemischen Nebenproducten fabricirten berühmten und gesuchten »Englischen Roth«, sowie dem in Frankreich bergmännisch gewonnenen »Französischen Ocker« sowohl in Hinsicht auf die Güte, als auch in Hinsicht auf den Preis gleichkommt, sowie Eisenoxyde darzustellen, welche frei sind von Säuren oder Salzen.
Bisher wurden diese Farben überall bergmännisch gewonnen oder aus chemischen Neben^ producten fabricirt, und es war diese Fabrikation in Deutschland bisher derart mangelhaft, dafs bessere Qualitäten vom Auslande bezogen wurden, wie statistische Einfuhrtabellen nachweisen.
Die natürlich vorkommenden oder bergmännisch gewonnenen Farben leiden stets an Verunreinigungen und entbehren deshalb häufig des wünschenswerthen Feuers; dieselben Uebelstände finden bei den aus chemischen Nebenproducten gewonnenen statt. Es wird aus diesen nur in England das »Englische Roth« rein und fehlerfrei dargestellt.
Da es nun bei der Untersuchung der besten Farben angedeutet war und bei den Versuchen, dieselben darzustellen, einleuchtete, dafs dieselben nur mittelst reinen Materials zu erzielen seien, so richteten wir unsere Bemühungen vorläufig auf die Darstellung eines reinen Oxydes, ohne Säuren dabei zu verwenden, um das Material nicht über die Concurrenzfähigkeit zu vertheuern; also mit Hülfe von Wasser und dem Sauerstoff der Luft.
Als Material dienen gereinigte schmiedeiserne Drehspähne, welche Wasser und Luft die gröfstmögliche Oberfläche bieten. und vermöge ihrer Structur dem Wasser und der Luft den freiesten Durchgang gestatten.
Um ein von Oxydul freies Oxyd zu erhalten, wird ein Oxydationskasten benutzt, welcher dem in den Erzauf bereitungs - Anstalten gebrauchten Setzkasten ähnlich ist. Dieser Kasten (siehe die Zeichnung) besteht aus zwei miteinander communicirenden und mit Wasser gefüllten Abtheilungen, deren eine Eisenabfälle b auf einem Siebe c ruhend, die andere einen beweglichen Kolben α enthält. Der Hub des Kolbens, die Menge des Eisens und die Menge des Wassers sind so regulirt, dafs, wenn der Kolben auf dem tiefsten Punkte steht, das Eisen mit Wasser bedeckt ist, steht er auf dem höchsten Punkte, so ist das Eisen frei von Wasser. Der Kolben theilt seine Bewegung dem Wasser mit und drückt dasselbe beim Niedergange durch das Eisen, während er es beim Aufgange aus dem Eisen aussaugt. Gleichzeitig schiefst die Luft kräftig in den leeren Raum, wirkt höher oxydirend; das nun gebildete Oxydhydrat wird durch das bewegte Wasser vom Eisen abgespült.
Nachdem der Kolben zwölf Stunden ununterbrochen gearbeitet hat, wird er zum Stillstand gebracht, damit das gebildete Oxydhydrat sich unten im Oxydationskasten setze. Dasselbe wird dann durch Oeffnen des Ventiles d in den Spitzkasten e abgelassen; der Oxydationskasten erhält wieder frisches Wasser und der Kolben wird wieder in Bewegung gesetzt.
Der Spitzkasten ist ein Gerinne mit mehreren Vertiefungen, in welchen sich Unreinigkeiten zu Boden schlagen. Das Product läuft nun von dem Spitzkasten in einen Sammelbehälter und wird dann mittelst Filterpresse vom Wasser befreit. Die hierdurch gewonnenen Kuchen kommen in Trockenräume und sind dann getrocknet das reine Oxydhydrat, aus welchem die Farben hergestellt werden. · Wir erhalten in vierundzwanzig Stunden ca. ί '/2 pCt. Eisenoxydhydrat vom eingelegten Eisen.
Das nun gewonnene Eisenoxydhydrat ist zur Herstellung von Gelb direct zu verwenden, während die Herstellung des Roth, bedingt, dafs das Eisenoxydhydrat in Eisenoxyd umgewandelt und die noch in demselben enthaltenen Verunreinigungen unschädlich gemacht werden. Die erste Bedingung wird erfüllt durch Glühen im Brennofen, ohne directe Einwirkung der Feuerung, die zweite durch Zuführung von atmosphärischer Luft mittelst natürlichen Zuges während des Glühens. Die Herstellung des Schwarz geschieht durch Erhitzung des Eiseroxydhydrates bei Abschlufs der Luft und Zuführung von desoxydirend wirkenden Körpern, wie Kohle oder Schwefel. Braun und dessen Nuancen werden erhalten durch theilweise Desoxydation oder Mischung der Farben Roth, Schwarz, Gelb.
Um die Oxyde in handelsübliche Farben umzuwandeln, mischen wir ihnen einen Procentsatz kohlensauren Kalk bei.

Claims (1)

  1. Die weitere Fertigstellung der Farben geschieht wie üblich durch Mahlen und Sieben.
    Um täglich iooo·—1500 kg fertige Farben zu, fabriciren, sind 30000 kg Eisen erforderlich, welche in zehn Oxydationskasten zu vertheilen sind.
    Patent-Anspruch: Die Fabrikation auf mechanischem Wege mittelst bewegten Wassers und gleichzeitiger Einwirkung der atmosphärischen Luft von Eisenoxydhydrat direct und ohne Beimischung von Oxyd-Oxydulhydrat aus Eisenabfallen, sowie aus diesem die Farben Gelb, Roth, Braun und Schwarz, nebst deren Zwischennuancen, als: Gelbroth, Rothgelb, Braunroth, Rothbraun, Braungelb, Gelbbraun, Braunschwarz und Schwarzbraun künstlich und gewerblich darzustellen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE000000000393DA 1877-08-10 1877-08-10 Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen Expired - Lifetime DE393C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE393T 1877-08-10

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE393C true DE393C (de)

Family

ID=70917954

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE000000000393DA Expired - Lifetime DE393C (de) 1877-08-10 1877-08-10 Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE393C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1063744B (de) * 1953-08-19 1959-08-20 Mont Kessel Herpen & Co K G Rohrwand fuer Dampferzeuger
  • 1877

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1063744B (de) * 1953-08-19 1959-08-20 Mont Kessel Herpen & Co K G Rohrwand fuer Dampferzeuger

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE393C (de) Verfahren zur Herstellung von Farben aus Eisenabfällen
DE617645C (de) Verfahren zur Herstellung von zur Ammoniaksynthese geeigneten Stickstoff-Wasserstoff-Gemischen aus bituminoesen Brennstoffen
DE431326C (de) Verfahren und Hochofen zur Gewinnung von Roheisen
DE490657C (de) Gaserzeuger, insbesondere mit umgekehrter Zugrichtung
DE937277C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von festen Stoffen mit heissen Gasen auf Saugzuggeraeten
DE99229C (de)
DE971243C (de) Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen
DE827224C (de) Verfahren zum Ent- und (oder) Vergasen von Waschbergen
DE1181179B (de) Verfahren zur Herstellung von Schwefeldioxid-haltigen Gasen
AT134604B (de) Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Bleichpulver und Vorrichtung hiezu.
DE418128C (de) Verfahren zur Herstellung von Briketten aus Feinkohle oder Anthrazitklein
EP0052093A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Sintermagnesia
DE132623C (de)
DE974632C (de) Verfahren zur Herstellung eines im wesentlichen aus Kohlenstoff bestehenden Produktes mit grosser chemischer und physikalischer Reaktionsfaehigkeit
DE1943851A1 (de) Verfahren zur Verfluechtigung des Zinnanteils eines Erzes
DE377648C (de) Ringpresse zum Entwaessern von Torf o. dgl.
DE975099C (de) Verfahren zur Herstellung von aktiver Kohle
DE855102C (de) Verfahren zur thermischen Behandlung von festem Gut mit Gasen, ausgenommen die Abroestung sulfidischer Erze, im Drehrohrofen
DE492318C (de) Herstellung von Schwefelkohlenstoff in fortlaufendem Betrieb
DE1029347B (de) Verfahren zum Reinigen der Abluft von Viscosefabriken
DE392668C (de) Verfahren und Retorte zur Erzeugung eines leicht mahlbaren Halbkokses
DE510090C (de) Herstellung koerniger aktiver Kohle
DE409231C (de) Trommelkugelmuehle
AT104840B (de) Stromsetzapparat zum Absetzen und Waschen von Kohle od. dgl.
AT108274B (de) Verfahren zur Herstellung von spezifisch sehr leichten chemischen Farben.