DE390037C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Putzwolle - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von PutzwolleInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Putzwolle.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Putzwolle, die in all sich l:e- kannter :Weise zum Teil aas Baumwollfäden- abfällen der Spinnereien und Webereien, zum Teil aus einem kurzfaserigen, saugfähigen Füllmaterial zusammengesetzt ist. Das Neue des Verfahrens besteht darin, daß inan dem aus reinen, f: steil, Langfaserigen B-ittni%voll- abgangsfäden auf Icr Streckmaschine erzeug- ten Vlies. über seine Breite in der Aufwickel- lichtung verlaufend, ungestreclaeha_I%nsträngc annähernd parallel zuführt, lie aus kurzfase- rigen, aus zerrissenen Lumpen erhaltenem .Material gesponnen sind. Dieses aus den kurzen Baumwollfasern erhaltene lose ge- sponnene dicke Garn ist zwar infolge seine lockeren Gefüges sehr saugfähig, aber zu wenig haltbar, uni für sich allein zu Putzwolle verwendbar zti sein, es würde zu schnell zer- fallen. Gemäß Erfindung unter @7errneidung jeder Vorstreckung mit lein Baumwollgarn in der Streckmaschine vermengt, ergibt es jedoch infolge seines lockeren Gefüges mit dein guten Material zusammen ein brauchbares Putzmaterial. Wesentlich ist hierbei, daß das kurzfaserige Material in der ihm vor dem Mischen ge- gebenen, unverändert erhaltenen Form voll weichen Fäden eineu solchen Zusainnienhang mit den guten Baumwollfäden erhält, daß es möglichst gleichmäßig über die ganze Länge und Breite des Vlieses vermischt wird und daher beim Gebrauch Ier Putzwolle nicht ausfällt. All Hand der heiliegendeil Zeichnung soll das gemäß der Erfindung auszuübende Ver- fahren erläutert werden. Abb.r zeigt einen senkrechten Schnitt durch die für die Erfindung in Betracht kom- rrenaen Hauptteile einer Streckniascliitie. Abb. 2 ist eine Draufsicht auf eine gemäß der Erfindung neu geschaffene .'orrichtuilg. Die zur Ausübung des Verfahrens benutzte Streckmaschine ist all sich bekannt. Die wesentlichen Teile der Streckmaschine sind: ]-in endloser Fördergurt a, zwei oder mehrere Walzen b, meist Quetsch- oder Rückzugwalzen ,genannt, und zwei Strecktromtlieln c. Die Otietschwalzeil b sin in der Längsrichtung geriffelt, während die Strecktrommeln c an ihrem Umfange finit Stachelzähnen besetzt sinn. Die Quetschwalzen b, zwischen welchen die Baumwollwirrfälen d hindurchgehen, hal:eil eine wesentlich ,geringere Umfangs- ,geschwin(ligkeit als flie Strecktrommeln c. Infolgedessen reißen die Stachelzähne die all, den Quetschwalzen b hervortretenden Wirr- fäden auf und wickeln sie in solcher ausge- streckten Lage im Sinne der Umfangsrichtung auf die Strecktrommeln auf. Es bildet sich somit uni den Umfang der beiden Streck- trommeln c nach und nach aus den gestreckten feinen Bauni@vollfäden ein Vlies, das nach Er- reichen einer genügenden Dicke und Auf- klappen der Schutzbleche c quer über den Trommehunfang aufgeschlitzt wird und dann von den Trommeln durch Rückwärtsdrehen derselben abgelöst werden kann. Gemäß der Erfindung soll nun in dieses Vlies (las meherer .Iillillieter dicke, weiche, aus den kurzen, minderwertigen Baumwoll- fasern gesponnene- Garn annähernd parallel hineingearbeitet werden. Es ist bereits l:e- kannt, dieses Garn f schon auf dem Förder- gurt,a den Baumwollwirrfäden d beizufügen. Auch wurden bereits in einzelnen Fällen aus solchem minderwertigen Material lose ge- sponnene dicke Baumwollkopsfäden in größe- ren Längen abgewickelt und in losem Haufen entweder zu dein übrigen .Material auf dem endlosen Förderband a oder in dein Einfalls- winkel vor den Strecktrommeln c hinzugefügt, so daß die Stachelzähne der Quetschwalzen h oder der Strecktrommeln c aus dein vor' ihnen sich anstauenden Knäuel oder Haufen der Baumwollkopsfäden in unregelmäßiger Weise einzelne Fäden herauszerren 'und sie unter Streckung in das Vlies auf den Strecktrommeln einwickeln, wobei naturgemäß diese dicken Baumwollkopsfäden infolge des losen Zu- sammenhanges ihrer Fasern vielfach und in umregelmäßig lange Stücke zerrissen werden. Im Gegensatz dazu werden gemäß der Er- findung die dicken, weichen Fäden zunächst dem zurückhaltenden Einfluß der Ouetsch- walzei b entzogen, indem sie hinter diesen zwischen die Streckwalzen c. eingeführt wer- den. Da somit keine zurückhaltende, zerrende oder ausziehende Wirkung auf die Fäden f ausgeübt wird, so fiigen sich diese kurzfase- rigen dicken Baumwollfäden ohne Verände- rung ihrer Beschaffenheit in das Vlies ein. Ferner muß gemäß der Erfindung, um ein Vlies von gleichmäßiger Beschaffenheit der so hergestellten, also aus hochwertigen festen und minderwertigen losen Baumwollfäden zu- sammengesetzten Putzbaumwolle zu erzielen, dafür Sorge getragen werden, daß die dicken Fäden f über die Breite der Strecktrommeln möglichst gleichmäßig verteilt werden. Hier- zu dient zweckmäßig eine Einrichtung, deren Gestalt am festen aus Abb. 2 zu ersehen ist. Auf einer Platte g, deren Länge der jeweiligen Breite ,der Streckwalzen c entspricht, «werden durch aufrecht stehende Scheidewände h eine Anzahl Fächer i gebildet, die zur Aufnahme von aus den dicken Garnfäden f gebildeten hopsen f1 dienen. Die Anzahl der Fächer i wird zweckmäßig etwa der Anzahl der auf einer Strecktrommel c angeordneten Stachel- zahnringreihen entsprechen, doch können dies- bezüglich auch Abweichungen vorgenommen werden. Die Kopse f 1 der dicken Fäden f können verschiedener Art sein. Bei dem dargestell- ten Ausführungsbeispiel bestehen die Kopse aus Spiralwindungen. Sie lassen sich daher vom Ende aus leicht abwickeln, wenn sie in die Fächer i eingelegt werden. Bei derartiger Gestaltung .der Kopse kann aber auch an Stelle des Fächerkastens g, lt, i eine rechenförmig ge- staltete Vorrichtung benutzt werden, indem die Rechenzinken den Spiralkopsen als Träger dienen. Es lassen sich al--er auch rollspulartige Kopse zur Ausübung des Verfahrens anwen- den. Als Träger für die Kopse wird in diesem Falle zweckmäßig ein .aufrecht stehender Rah- men benutzt, auf welchem in schräg nach oLen laufenden Reihen und somit versetzt überein- ander, aufrechte Stifte als Achsen für die Rollspulen angeordnet sind. Diese kasten- förmigen oder rahmenartigen Träger für die Kopse müssen für die Ausübung des Ver- fahrens in größerer Anzahl vorhanden sein und über dem Fördergurt cr für die Baumwoll- wirrfäden leicht auswechselbar angebracht sein, so :daß es möglich wird, ohne die Bildung des Vlieses zu-unterbrechen, einen le-ergelauferien Fächerkasten oder Rahmen schnell durch einen gefüllten zu ersetzen. Das Einführen der Fadenenden einer neu eingelegten Kopsgruppe zwischen die Streck- trommeln c macht keinerlei Schwierigkeiten. Es ist nur nötig, ;die sämtlichen Fadenenden etwa in der Mitte vor den Streckwalzen mit der Hand zusammenzufassen und sie zwischen die Streckwalzen einzuwerfen. Die einzelnen Faden verteilen sich dann schon während einer kleinen Winkeldrehung der Strecktrommeln selbsttätig und gleichmäßig über deren ganze Breite. Sobald dies geschehen ist, vermischen sich diese dicken, weichen, aber kurzfaserigen Fäden mit den ausgezogenen dünneren, aber langfaserigen und daher festen Baumwollfäden zu einem innig zusammenhängenden @Tlies von gleichmäßiger und hoher Saugfähigkeit.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Putzwolle unter Verwendung von Baumwolfabgangfäden, dadurch gekennzeichnet, daß dem aus reinen, festen, langfaserigen Batimwollabgangfäden auf der Streckmaschine erzeugten Vlies über seine ganze Breite in der Transport- oder Aufwickelrichtung verlaufend ungestreckte Fadenstränge annähernd parallel zugeführt werden, die aus kurzfaserigem Spinnmaterial gesponnen sind.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß über dein das reine, langfaserige Material zuführenden Förderband ein unterteilter Träger für die in Kopsen aufgewickelten, aus kurzfaserigem Material bestehenden Fäden derart angeordnet ist, daß die Fäden (f) der Kopse (f') in gestreckter Lage unmittelbar den Streckwalzen (c) zugeführt werden.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der unterteilte kastenförmige Träger als Ganzes auswechselbar über dem Förderband (a) angeordnet ist.
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| DEM75735D DE390037C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Putzwolle |
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| DE390037C true DE390037C (de) | 1924-02-12 |
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Family Applications (1)
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