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Verfahren zum Herstellen von Vorgarnen, Garnen, Dochten usw. aus Glasfäden
Garne und Zwirne aus Glasfäden werden bisher in der Weise hergestellt, daß eine
Mehrzahl von aus der geschmolzenen Masse ausgezogenen Fäden zu einem Bündel zusammengefaßt
und dieses unter Drillen aufgespult wird. Für zu Textilzwecken geeignete Glasfäden
ist aber eine hohe Ziehgeschwindigkeit von beispielsweise 2om/Sek. erforderlich,
um den erforderlichen geringen Fadendurchmesser von etwa 5 bis i o Mikron
züi -erzielen. Für die hohen Geschwindigkeiten sind 'aber die für unmittelbares
Drillen von Fadenbündeln erforderlichen kleinen Spulen ungeeignet. Will man jedoch
beim Zusammenfassen der Bündel vorläufig vom DriHen absehen, so kann man zwar größere
Spulen verwenden, die für die hohen Ziehgeschwindigkeiten wesentlich besser geeignet
sind, aber es kommt danri,leicht vof, daß die einzelnen Fäden sich auf den Spulen
miteinander verfangen und das Abspulen erschwer-en. Letzteres kann allerdings dadurch
behoben werden, daß man die Bündel in Kreuzwickelforni aufspult. Bei der hohen Ziehgeschwindigkeit
muß ab-er für die Erzeugung des, Kreuzwickels die Hinundherbewegung des Fadenbündels
mit so großer Geschwindigkeit erfolgen, daß hierdurch die einzelnen Fäden leicht
reißen, wodurch die Arbeit hinsichtlich Güte und Menge des Erzeugnisses stark leidet.
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Auch hat'sich gezeigt, daß Garne aus endlosen #ilasfäden in bezug
auf Biegsamkeit und Knüpfbarkeit Garnen aus Glasfasern unterlegen sind. Es ist daher
bereits vorgeschlagen worden, Garne, Vorgarne u. dgl. aus Glasfasern herzustellen,
indem man die von der Erzeugungsstelle kommenden Glasfasern wirr durch-einander
zu einem Flor auf einer Unterlage ablegt und -von diesem Flor fortlaufend ein, Faserbündel
in
Form eines Faierbandes abzieht, welches gegebenenfalls unter Drehung zu einem Vorgarn
gebildet und aufgespult wird.
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Ge enstand der Erfindung ist ein Verfallg b
ren zum Herstellen
von Vorgarnen, Garnen, Dochten und Zwirnen aus Glasfäden oder Fäden aus ähnlichen
in der Hitze plastischen, anorganischen Massen, durch welches die Schwierigkeiten
und Nachteile der oben erläuterten bekannten Verfahren umgangen bzw. vermieden werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß ein aus mehreren
kreuzweistübereinanderliegenden Schichten parallel gelagerter Fäden bestehendes
Vließ gestreckt und während oder nach dem Strecken unter Drill#en oder Zwirnen weiter
zu einem Garn usw. verarbeitet wird.
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Bei der Herstellung der Vliese kann man sich der bei der Herstellung
von Glasfadenmatten an sich bekahnten Methode des Aufwickelns der von der Erz#eu,gungsstelle
kommenden Fäden in kreuzweisen Lagen auf einer Trommel bedienen. Diese Trommeln
können einen großen, Durchmesser haben, so daß sie für beliebige Ziehgeschwindigkeiten
geeignet sind. Der auf der Trommel entstandene Wickel kann durch mehrere parallel
geführte, - zweckmäßig den Kreuzungswinkel der einzelnen La-gen halbierende
Scl-mitte in schmälere Vliesstreifen geschnitten und dies,- dann der weiteren Bearbeitung
unterworfen werden.
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Bei der Erzeugung solcher Vliese ist man von der Ziehgeschwindigkeit
der Glasfädien unabhängig. In den aus den Vliesen gebildeten Garnen usw. sind die
Fäden nicht mehr endlos, sondern von kurzer Länge, wodurch sich eine bessere Biegsamkeit
und Knüpfbarkeit ergibt.
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Wie an sich bei der Verarbeitung von Fäden zu Vorgarnen, Garnen usw.
bekannt, 1--ann auf die Vliesstreifen während des Strekkens und/oder Drillens und
Zwirnens eine Zurichteflüssigkeit, vorzugsweise durch Sprühen aufgebracht werden.
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Das Verfahren ermöglicht es auch, dem Vlies bzw. den Vliesstreifen
während der Streck-, Drill- oder Zwirnbehandlung andere Fasern oder Faserstreifen
zwecks Verarbeitung mit den ersteren zuzuführen, so daß Misc4garne entstehen.
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Nachstehend sei das Verfahren unter Bezugnahme auf die beiliegende
Zeichnung erläutert.
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In dieser zeigen: Abb. i schematisch eine Einrichtung zur Erzeugung
eines Vlieses durch Aufwickeln von Gl#asfäden auf einer Trommel, Abb. 2 eine Draufsicht
eines Teiles des von der Trommel abgenommenen Vlieses, ,Abb. 3, 4 und
5 drei aus dem Vlies geschnittene Streifen verschiedener Breite, Abb-
6 schematisch !eine Anordnung zum gleichzeitigen Strecken und Drillen eines
Vliesstreifens zwecks Erzeugung eines gezwirnten Garnes, Abb. 7 und
8 Vorder- und Seitenansichten der in Abb. 6 gezeigten Wickel- -Lind
Zwirnungs-spulen, Abb. 9 eine Darstellung eines Vliesstreifens beim Strecken,
Drillen und Aufspulen, Abb. i o und i i Spinnöfen zum Erzeugen von groben und feinen
Fäden und Abb. 12 eine schematische Darstellung der Fadenlage desVIieses und'seiner
Streckrichtung. Gemäß Abb. i wird das Vlies i in der Weise gebildet, daß auf der
Trommel 2 Glasfäden aufgewickelt werden, welche aus; Öfen 3, 3' ausgezogen
werden. Diese Öfen -werden von einem zum anderen Ende der Trommel längs dieser mit
einer Geschwindigkeit hin und her bewegt, die zur Umfangsgesch-windigkeit der Trommel
in -einem solchen VerMItnis steht, daß die parallel gelagerten Fäden der übereinander
sich bildenden Fadenschichten sich in -einem spitzen Winkel kreuzen,.
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Das von dem Fadenwickel auf der Trommel gebildete Vlies wird durch
Aufschneiden in einem parallel zur Trommelachse längs dem Trommelumfang geführten
Schnitt von der Trommel gelöst und abgenommen. Das Vlies wird dann gestreckt und
während oder nach dem Strecken unter Drillen oder Zwirneu weiterverarbeitet. Zweckmäßig
wird je-
doch das Vlies längs Linien 4 (Abb. 2) in schmale Streifen
5 geschnitten, die dann #entsprechend weiterverarbeitet werden. Die parallelen
Schnitte4 werden zweckmäßig so geführt, daß sie den stumpfen Kreuzungswinkel der
einzelnen Fadenlagen halbieren. Die Breite der Vliesstreifen 5 richtet sich,
nach der Art der herzustellenden Dochte, Garne o. dgl. Die Breite kann etwa zwischen
3 bis 15 cm liegen. Das Strecken des Vlieses oder der Vliesstreifen
erfolgt ebenfalls zweckmäßig in Richtung der vorgenannten Halbierungslinie, wie
insbesondere durch den PfeiIX im Abb. 12 angedeutet ist.
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Eine Einrichtung zur Durchführung des Streck- und Zwirnvorganges an
einem Vliesstreifen 5 ist durch die Abb. 6 veranschaulicht. Die Einrichtung
besteht aus Zugrollen 6, 7 und 8 sowie einer Spule 9, welche
sich um ihre eigene Achse dreht und gleichzeitig eine Drehbewegung um eine zu ihrer
Dreh achse senkrechte Achse ausführt. Zur Durchführung dieser Drehbewegungen greift
ein an der Spulenspindel befestigtes Zahnradio in ein Bockradii ein, so daß beim
Drehen des Radesio die Spuleg w-n den Mittelpunkt des Bockrades i i rotiert.
Es
können auch ein- oder z%veiflügelige Zwischenspindeln verwendet werden, um einfache
oder doppelte Zwirnung zu erzielen.
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Die Abb. i o und i i sollen erläutern, daß man Spinnöfen
13 bzw. 12 mit Fadenziehdüsen in einer oder mehreren Reih-en und/oder von,
verschiedenen Durchmessern verwenden kann.