DE382745C - Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus - Google Patents

Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus

Info

Publication number
DE382745C
DE382745C DEB101534D DEB0101534D DE382745C DE 382745 C DE382745 C DE 382745C DE B101534 D DEB101534 D DE B101534D DE B0101534 D DEB0101534 D DE B0101534D DE 382745 C DE382745 C DE 382745C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
peat
production
white
dump
compaction
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEB101534D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DEB96076D external-priority patent/DE366242C/de
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEB101534D priority Critical patent/DE382745C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE382745C publication Critical patent/DE382745C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10FDRYING OR WORKING-UP OF PEAT
    • C10F5/00Drying or de-watering peat

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

  • Haldenverdichtung von Weiß- und Übergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus. I. Nach dem Verfahren gemäß dem Hauptpatent 366242 und dem Zusatzpatent 387517 kann man aus weißen Stichtorfsoden, wenn sie entweder in einem nur bis zur Aufschichtungsfähigkeit frostfrei angetrockneten, innen also noch feuchten Zustand mindestens etwa 3 Monate oder in frostfrei fertig getrockneter Beschaffenheit wenigstens etwa i Jahr lang in einer Halde (d. h. in loser Aufschüttung oder in einer sonstwie Abzugmöglichkeiten zwischen den einzelnen Soden lassenden Aufschichtung) eingelagert waren, mit Massenwirkung (z. B. auf Kreissägegattern) Steine und Platten schneiden, die nicht mehr schrumpfen oder quellen, also formbeständig sind und außerdem Feuchtigkeit nur noch sehr widerstrebend aufnehmen, so daß sie zweckmäßig imprägniert werden können.
  • Dieser technische Erfolg ist in noch verstärktem Maße auch durch die gleiche Behandlung von Stichtorfsoden erzielbar, welche aus Übergangstorf (Torf, der schon stärker zersetzt als Weißtorf, aber doch noch leicht, oder der kalkreicher als Hochmoortorf und kalkärmer als Niederungsmoortorf und dabei noch leicht ist) hergestellt sind. Derartige leichte Stichtorfsoden werden nämlich bei der Haldeneinlagerung noch härter und unbenetzbarer (wasserfeindlicher) als Weißtorfsoden, und jede der beiden leichten Stichtorfarten. wird auch härter und unbenetzbarer durch die kürzere, aber teilweise noch feuchte, als durch die längere, aber ganz trockene Haldeneinlagerung, so daß man mit Hilfe der ersteren aus übergangstorfsoden formbeständige Steine herstellen kann, die an Trag- und Druckfähigkeit den Ziegelsteinen nahe oder gar gleichkommen und hochgradig unbenetzbar sind, aber außerdem noch die Fähigkeit besitzen, wieder zu erhärten, wenn sie durch die Einwirkung von Nässe an ihrer Oberfläche doch feucht und weich geworden sind.
  • Die Haldenverdichtung der beiden leichten Stichtorfarten geht nicht wie die vom schweren (schwarzen oder gemischten) Maschinentorf bis zur Druckverkohlung (Druckkohle) oder wie die vom Formtorf, der aus verw ässertem oder fein zerkleinertem Moorstoff jeder. (auch leichter) Art hergestellt ist, bis zu steinartiger Erhärtung (Steintorf), sondern bleibt auf den Grad der Moorstoffverdichtung beschränkt, der noch das schnelle Massenschneiden der leichten Steine und Platten auf Kreissägegattern zuläßt, durch das diese stets billiger herstellbar als Hinterrnauerungssteine sind, obgleich sie letztere durch ihre isolierenden Eigenschaften und durch ihr leichtes Gewicht' für Hintermauerungszwecke, Innenwandungen und Deckenkonstruktionen an Wert weit übertreffen.
  • Nach der Erfindung werden also Stichsoden aus t'l;ergangstörf entweder nur bis zur Aufschichtungsfähigkeit frostfrei angetrocknet und mindestens etwa 3 Monate lang oder aber frostfrei fertig getrocknet, etwa i Jahr lang iii loser Aufschüttung oder in einer sonstwie Abzugmöglichkeiten zwischen den einzelnen Soden lassenden Aufschichtung eingelagert, und zwar zur Herstellung von Platten, Steinen, Brennstoff u. dgl. Ferner soll nach der Erfindung auch in dieser Weise behandelter Weißtorf beliebig anders als nach dem Hauptpatent und dein ersten Zusatz nachbehandelt und verwendet werden.
  • 11. Die Haldenverdichtung der Stichtori-,oden bringt aber noch eine andere Sonderirkung auf leichten, bindigen Moorstoff, und zwar gleicherweise Weiß- und Übergangstorf, hervor. Dieser verliert nämlich durch sie seine kurzfaserige Struktur so weit, ,laß er mit Massenwirkung zu feinkörnigem und staubfeinem Mehl vermahlbar ist.
  • Derartiges »Haldentorfnielil« ist vielseitig lohnend in Massen verwertbar.
  • i. Da es lückenlos lagert und so hochgradig tinbenetzbar ist, daß es Wasser weder aus der Luft aufsaugt, noch in Form von Regen aufnimmt, so ist es als Konservierungsmittel und als konservierender, sowie gegen Regen ::-hützender Packstoff deni Torfmull weit überlegen, denn letzterer lagert locker und ist livgroskopisch und läßt somit durch seinen (:rehalt an Luft- und Wassersauerstoff noch Fäulnisvorgänge zu.
  • 2. Wegen seiner hochgradigen Unbenetzharkeit ist das Haldentorfinehl auch zur Isolation gegen Feuchtigkeit, z. B. als Füllsel hohler Wände für Kühlräume hervorragend geeignet.
  • 3. Das Haldentorfniehl ähnelt dem Korkinehl an Aussehen und - abgesehen von ,einem metallfeindlichen Säuregehalt - auch an Eigenschaften und ist deshalb als Korkmehlersatz, z. B. für die Herstellung von i.inoleum und Fußbodenestrich, verwendbar.
  • d.. Staubfeines Haldentorfniehl ist wegen seiner hochgradigen Unbenetzbarkeit, Schwebefähigkeit, Entzündbarkeit und Flarnniteniperatur für Staubfeuerungszwecke - inson-(lerheit als Beimischung zu Kohlen- oder Koksstaub - finit viel größerer Heizwirkung verwertbar als der vernialilene Sodentorf für 1Zostfeuerungen.
  • 5. Das Haldentorfmehl kann zu Druckkohle oder Steintorf verärbeitet werden, Druckkohle oder Steintorf verarbeitet werden, indem man es zur Herstellung oder Erhöhung der Formbarkeit und Preßbarkeit von nassem Moorstoff verwendet. Eine derartige Verwendung von Haldentorfmehl erschließt den bisher in nicht großen Massen verwertbar gewesenen Weiß- und Übergangstorfschichten der Hochmoore einen lohnenden Massenabsatz, bedingt also nicht, wie der Brenntorfinehlzusatz bei den bisherigen Naßtorfpreßverfahren, einen für den Verwendungszweck unvermeidbaren wirtschaftlichen Nachteil und muß deshalb nicht sparsam, sondern soll im Gegenteil recht ausgiebig bemessen werden, weil dadurch nicht nur die Herstellung des - gemischten - Preß- oder Formtorfes verbessert und verbilligt, sondern auch das Haldentorfmehl selbst gut verwertet wird.
  • 6. Endlich nimmtHaldentorfmehl trotzseiner \Vasserfeindlichkeit fettartige Flüssigkeiten, wie z. B. Öl, Glyzerin u. dgl., mit Saugwirimng auf und wird deshalb, zumal es auch zellstoffreich ist, wohl auch als Träger oder Bestandteil von Sprengstoffen (Nitroglyzerin u. dgl.) und Öl Verwertung finden können.
  • 111. Auch schon in Stichsodenform wird der leichte Moorstoff trotz seines geringen Zersetzungsgrades durch die hier in Frage stehende Art der Haldenverdichtung unter ganz wesentlicher Verringerung seines Volumens hochgradig unbenetzbar und in ähniichem Maße heizkräftiger wie durch seine ! eredelung zu Steintorf, hat aber als Haldentorf vor letzterem den Vorzug leichterer 13ntzündbarkeit, so daß er als Holzersatz zum l?eueranmachen (»Zündtorf«) sowie zwecks Verhütung unvollkommener Verbrennung zur XIitfeuerung mit schwer brennbaren tieizstoften mit heiztechnischem und wirtschaftüchem Nutzen verwertbar ist.
  • IV. Daß die Halleneinlagerung des bloß bis zur Aufschichtungsfähigkeit angetrockneten Stichtorfs die natürliche Trocknung, insbesondere der auf den Trockenfeldern sonst wasseraufnahmefähig bleibenden leichten Torfsoden wesentlich billiger, sicherer und für Massenleistungen geeigneter macht, bedarf keiner Erläuterung. Sie verbessert aber auch die durch großes Volumen und starke Wasseraufnahmefähigkeit so überaus mangelhafte Beförderungsfähigkeit des unverarbeiteten leichten Stichtorfs durch weitgehende V erringerung beider Fehler für seinen Fernversand und ermöglicht seine fast kostenlose Nahbeförderung in Form von 1Ieh1. Wegen der hervorragenden Unbenetzbarkeit des Haldentorfs und des Haldentorfmehls kann man nämlich den ersteren gleich aus der Halde heraus vermahlen und dann das Haldentorfmehl in bekannter Weise mit Druck- oder Saugluft in einer Rohrleitung an seine (zweckmäßig zusammenliegende) Verarbeitungs- oder Verpackungs- und Verladestelle blasen oder saugen, um es dort durch Weiterverarbeitung oder Pressung fernversandfähig zu machen.
  • Daß die Halleneinlagerung von erst teilweise entwässertem Moorstoff bisher nicht auf leichten Torf Anwendung gefunden hat, liegt wohl daran, daß gerade der letztere für seine bisher einzige Massenverarbeitung zu Streu und Mull meist durch Überwinterung auf Trockenflächen möglichst saugfähig gemacht zu werden pflegt und- dann bei noch feuchter Hochaufschichtung durch Vererdung minderwertig werden würde.
  • Die zahlreichen Sonderwirkungen der Haldenverdichtung von leichtem Stichtorf machen das ganze Verfahren und nicht bloß die verschiedenen Arten seiner besonderen Aasnutzbarkeit patentfähig.

Claims (3)

  1. PATENT-ANsPRÜcHE: I. Verfahren nach Patent 3662q.2 zur natürlichen Härtung von Übergangstorf zwecks Herstellung von Platten, Steinen, Brennstoff u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der Torf in Form von Stichtorf entweder nur bis zur Aufschichtungsfähigkeit der Soden,.frostfrei angetrocknet, mindestens etwa 3 Monate oder, frostfrei fertig getrocknet, etwa I Jahr lang in loser Aufschüttung oder in einer sonstwie Abzugmöglichkeiten zwischen den einzelnen Soden lassenden Aufschichtung eingelagert wird.
  2. 2. Verfahren nach Patent 366242, dadurch gekennzeichnet, daß Weißtörf zu beliebigen anderen Sachbehandlungen und Verwendungen als nach Patent 366242 und dem Zusatzpatent 387517 wie nach Anspruch i behandelt wird.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung von Torfmehl, dadurch gekennzeichnet, daß als Mahlgut Weiß- oder Übergangstorf dient, der nach dem Verfahren gemäß Ansprüchen i und 2 aufbereitet ist.
DEB101534D 1920-09-17 1921-09-14 Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus Expired DE382745C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB101534D DE382745C (de) 1920-09-17 1921-09-14 Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB96076D DE366242C (de) 1920-09-17 1920-09-17 Formbestaendige Weisstorfplatten
DEB101534D DE382745C (de) 1920-09-17 1921-09-14 Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE382745C true DE382745C (de) 1923-12-08

Family

ID=33512197

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEB101534D Expired DE382745C (de) 1920-09-17 1921-09-14 Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE382745C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH205452A (de) Mauerwerk.
DE19757418A1 (de) Dämm-, Füll- oder Packstoff und daraus hergestellte Formkörper
DE382745C (de) Haldenverdichtung von Weiss- und UEbergangsstichtorf und Herstellung von Torfmehl daraus
EP4357547A1 (de) Bauprodukt
DE523151C (de) Verfahren zur Herstellung von hochverdichtetem Holz durch Verleimung von Brettern zu einem Block und Verdichtung des Blockes
CH677487A5 (de)
DE950409C (de) Verfahren zur Herstellung von Leichtbaukoerpern
DE864632C (de) Verfahren zur Herstellung von Platten oder Formkoerpern aus Holzspaenen od. dgl. nebst organischen Bindemitteln
DE10217185A1 (de) Lehmbauplatte und Techniken zur Herstellung und Bearbeitung
DE3730208C2 (de)
EP0985723A2 (de) Festbrennstoff
DE747408C (de) Verfahren zur Herstellung streufaehiger, insbesondere als Bodenverbesserungs- und Duengemittel geeigneter Koerperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen
DE1592573C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Moostorf
DE102007018597A1 (de) Lehmbauplatte
DE418707C (de) Verfahren zur Herstellung von Baukoerpern aus Torf
DE456798C (de) Verfahren zur Erzeugung eines volumenbestaendigen Kunsthartholzes
DE387517C (de) Formbestaendige und impraegnierungsfaehige Weisstorfplatten
DE23056C (de) Verfahren zur Herstellung einer Wärmeschutzmasse
AT164265B (de) Verfahren zum Herstellen von porösen keramischen Gegenständen unter Verwendung von Ausbrennstoffen
DE951437C (de) Verfahren zur Herstellung von Bauelementen aus Rohtorf
DE1592573B2 (de) Verfahren zur herstellung von moostorf
DE885391C (de) Verfahren zum Herstellen von Briketten aus feinkoernigen Brennstoffen od. dgl.
DE432712C (de) Verfahren der Behandlung von nassem Rohmoor mit poroesen Zusatzmitteln
DE355634C (de) Verfahren zur Herstellung von Lehmsteinen und -waenden
DE270305C (de)