-
Vorrichtung zum Vergleich der den beiden Augen eines Beobachters dargebotenen
Helligkeiten. Die Erfindung betrifft eine im Hauptpatent 350455 beschriebene Vorrichtung
zum Vergleich der den beiden Augen eines Beobachters dargebotenen Helligkeiten,
die mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines Spektrums verbunden ist.
-
Nach der Erfindung wird ein Prismensystem vorgesehen, um das Spektrum
parallel den Linien gleicher Wellenlänge in zwei Teile zu zerlegen; es wird ferner
eine Einstellvorrichtung angeordnet, durch die das Zerlegungsverhältnis dieser beiden
Teile verändert werden kann, und schließlich wird die Anordnung der beiden Markensysteme
so gewählt, daß in Jeder der beiden Hälften eines binokularen Beobachtungsinstrumentes
eines der beiden stereoskopischen Halbbilder der beiden Markensysteme, wobei nach
Belieben entweder die Markensysteme oder ihre Halbbilder greifbar angeordnet sein
können,
gleichzeitig mit dem aus einem jener beiden Teile des Spektrums
erziehen Farbengemisch sichtbar ist. Eine derart ausgebildete Vorrichtung kann z.
B. dazu benutzt werden, das Spektrum eines glühenden lsörpers in z«-ei Teile von
gleich heller Farbeinmischung zu zerlegen, wobei das Kriterium für das @'erhältnis
der den beiden Augen zugeführten Helligkeiten, wie im Hauptpatent auseina?idergesetzt
ist, die Art der wahrgenomineuen, gegenseitigen Bewegung der Markensvstenie bildet.
-
Ist die Vorrichtung mit einem optischen System ausgestattet, das @-on
dein Spek:rutn ein reelles Bild entwirft, so wird zur Zerlegung des Spektrums zweckmäßig
ein Prisma gewählt, dessen Hauptschnitt ein gleichseitiges Dreieck bildet und das
in bezug auf die Bildebene jenes optischen Systems derart angeordnet ist, daß sein
Hauptschnitt auf den Linien gleicher Wellenlänge senkrecht steht, daß es ferner
jenem System eine Seite zukehrt, die dessen Bildebene parallel ist, und daß die
dieser Seite gegenüberliegende Kante des Prismas finit dem Bild des Spektrums 7,usammenfällt.
Dabei empfiehlt es sich, um die Linien gleicher Wellenlänge geradlinig zu erhalten,
in bekannter Weise einen Spalt von geeigneter Form zu wählen.
-
Vorteilhaft wird ferner zur Erzeugung des Spektrums ein System von
Prismen mit konstanter Ablenkung vorgesehen und das zur Zerlegung des Spektrums
in zwei Teile dienende Prismensystem fest angeordnet. Die Einstellvorrichtung zur
Veränderung des Zerlegungsverhältnisses dieser beiden Teile wirkt dann also auf
jenes System von Prismen mit konstanter Ablenkung ein, derart, daß jede Betätigung
der Einstellvorrichtung eine Verschiebung des Spektrums in seiner Ebene, senkrecht
zu den Linien gleicher Wellenlänge, zur Folge hat.
-
Soll die Vorrichtung zur Temperaturbestimmung eines glühenden Körpers
dienen., so wird zweckmäßig die Anzeigevorrichtung, die mit der Einstellvorrichtung
zur Veränderung des Zerlegungsverhältnisses der beiden Teile des Spektrums gekuppelt
ist, derart ausgebildet, daß jeweils diejenige Temperatur angezeigt wird, die dem
eingestellten Zerlegungsverhältnis entspricht. Die richtige Teilung der Skala der
Anzeigevorrichtung kann empirisch ermittelt werden, indem die Vorrichtung auf einen
glühenden Körper von der Art desjenigen, zu dessen Temperaturbestimmung sie dienen
soll, gerichtet wird und für verschiedene Temperaturen des Körpers diejenige Teilungslinie
des Spektrums aufgesucht wird, bei der die den beiden Augen des Beobachters dargebotenen
Farbengemische gleich hell erscheinen. Eine solche Vorrichtung kann also, streng
genommen, nur zur Temperaturbestimmung desjenigen Körpers Verwendung finden, für
den sie geeicht ist. Eine allgemeinere Verwendung läßt sich dadurch ermöglichen,
daß die Skala der Anzeigevorrichtung auswechselbar angeordrie: wird.
-
In Abb. i und 2 ist eine `'orrichtung zur Bestimmung der Temperatur
eines glühende:i Körpers dargestellt. Abb. i ist ein wagerechter Schnitt durch die
`-orrichtung, Abb.2 veranschaulicht die zum Helligkeitsvergleich erforderlichen
Marken und die in Abb. i nur schematisch angegebene Antriebsvorrichtung zum Antrieb
der einen Marke im Aufriß.
-
@-"ori einem glühenden Körper hausgesandte Lichtstrahlen gelangen
durch den in der Brennebene eines Kollimators liegenden Spalt a1, durchsetzen zunächst
das Objektiv a' dieses Kollimators und alsdann zwei wie bei einem Spektralapparat
mit fester Ablenkung angeordnete Prismen b1 und b'. Diese Prisnien sind je um eine
Achse Z drehbar und durch eine Mikrometereinrichtung so miteinander gekuppelt, daß
sie beim Antrieb der Mikrometereinrichtung mittels eines Triebknopfes c stets eine
gleiche Drehung, aber im entgegengesetzten Sinne, erfahren. I)ie 2Nt.;-krometereinrichtung
enthält eine Gewindespindel cl, die auf einer Grundplatte d drehbar gelagert ist,
die auch den Prismen b1 und b2 als Lagerplatte dient. Die Spindel cl drückt gegen
einen mit dem Prisma b2 fest verbundenen Arm b3, gegen den sich ein mit dem Prisma
b1 fest verbundener Arm b1 stützt. Damit die Bewegung der Prismen zwangläufig wird,
wirkt dem durch die Gewindespindel cl ausgeübten Druck der Druck einer Feder c'
entgegen, die einen Stift c3, der an der Grundplatte d verschieblich so gelagert
ist, daß seine Achse mit der der Gewindespindel cl zusammenfällt, gegen den Arm
b4 drückt. Dabei zeigt ein an der Grundplatte d befestigter Zeiger dl an einer nach
Temperaturen bezifferten Skala c4, die auf einer auf der Gewindespindel cl befestigten
Trommel aufgetragen ist, die jeweils eingestellte Stellung der Prismen b1 und bz
an. Damit von dein durch die Prismen erzeugten Spektrum ein reelles Bild entsteht,
ist hinter dem Prisma b' eine Sammellinse e angeordnet. Hinter dieser Sammellinse,
und zwar unmittelbar vor ihrer Brennebene, befindet sich eine weitere Linse f. Zwischen
dem Prisma b2 und der Sammellinse e sind zwei Marken ml und m2 (vgl. Abb.
2) angeordnet. Die Marke in'- ist an einem mit der Grundplatte d fest verbunden
zu denkenden Rahmen d° so befestigt, daß ihre Spitze in der Mitte des Gesichtsfeldes
liegt. Die Marke m' ist parallel zur Gewindespindel cl verschieblich
angeordnet.
Sie sitzt zu diesem Zweck fest auf einer Spindel g, die an dem Rahmen (d° verschieblich
gelagert ist und mittels einer Schubstange g1 und einer Kurbelscheibe g2 (s. Abb.
i) durch ein Handrad h eine hin und her gehende Bewegung erfahren kann. Zum Antrieb
der Kurbelscheibe 9 2 könnte z. B. auch ein Uhrwerk Verwendung finden. Um
das von den Prismen b1 und b2 erzeugte Spektrum parallel den Linien gleicher Wellenlänge
in zwei Teile zu zerlegen, ist hinter der Linse f ein Prisma i; dessen Hautschnitt
ein gleichseitiges Dreieck bildet, so angeordnet, daß sein Hauptschnitt auf den
Linien gleicher Wellenlänge senkrecht steht, daß ferner die der Linse f zugewandte
Seite i' des Prismas i auf der optischen Achse der Linse f senkrecht steht, und
daß die dieser Seite gegenüberliegende Prismenkante i° mit (lern von den Linsen
e und f entworfenen, reellen Bild des Spektrums zusammenfällt. Das
Prisma i bewirkt, daß das Bild des Spektrums nicht in der durch die Linsen e und
f bestimmten Bildebene zustande kommt, sondern infolge Spiegelung an je einer der
beiden Prismenseiten i2 und i3 entsteht je auf der anderen dieser beiden Seiten
ein Teilbild des Spektrums, wobei die beiden entstehenden Teilbilder durch die Prismenkante
i° voneinander getrennt sind. Hinter dem Prisma i sind zwei Prismen j' und j' und
zwei Okulare k'- und h2 -so angeordnet, daß in jeder der beiden Okularbildebenen
ein reelles stereoskopisches Halbbild der Marken m" und lfa2 liegt, und daß die
an der Erzeugung jedes der- beiden Teilbilder des Spektrums mitwirkenden Lichtstrahlen
restlos dem zugehörenden Okular zugeführt werden. Jedem Auge des Beobachters wird
also ein Markenhalbbild mit dem aus einem der beiden Teilbilder des Spektrums erzielten
Farbengemisch gleichzeitig dargeboten.
-
Beim Gebrauch der Vorrichtung hat der Beobachter das Handrad h dauernd
anzutreiben und auf die Bewegung des Markenraum-Bildes zu achten. Bei ungleichen
Helligkeiten der aus den beiden Teilbildern des Spektrums erzielten Farbengemische
nimmt er eine kreisende Bewegung der Marke m2 wahr. Durch Einstellen am Triebknopf
c hat er die Teilbilder des Spektrums so einzustellen, daß die kreisende Bewegung
in eine geradlinige _ Bewegung übergeht. Alsdann sind die Helligkeiten der Farbengemische
gleich, und es kann an der Skala c4 die Temperatur des beobachteten, glühenden Körpers
K abgelesen werden.