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Elektrische Kraftübertragung, bei der die Arbeit einer Kraftmaschine
auf einen angetriebenen Teil durch Vermittlung eines Generatorankers und eines zu
ihm konzentrischen lnotorankers übertragen wird. Die Erfindung betrifft eine elektrische
Kraftübertragung, bei der die Arbeit einer Kraftmaschine, Dampfmaschine, Verbrennungskraftinaschine
o. dgl. auf einen angetriebenen Teil durch Vermittlung eines Generatc rankers und
eines zu ihm konzentrischen llotorailkers übertragen wird, der Strom von dem Generatoranker
erhält und mit ihm in einem gemeinsamen, ruhenden Kraftlinienfelde umläuft. Die
Erfindung be-#,teht im wesentlichen darin, daß das Kraftlinienfeld aus regelbaren
Hauptpolen sowie regelbaren und umkehrbaren Hilfspolen abweichender Größe gebildet
wird, «-elche eiltweder achsial nebeneinander oder mit Beziehung zueinander versetzt
liegen. Die Anordnung ist hierbei eine derartige, (laß elektroniotorische Kräfte
iln Generatoranker und im ':Motoranker entstehen, die teils einander entgegengesetzt
wirken, teils einander unterstützen, und die durchÄnderung der Erregung der Haupt-
und Hilfspole geregelt werden, uni die Zugkraft entsprechend der Belastung und Geschwindigkeit
nach Belieben ändern zu können.
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Abb. i ist eine teilweise geschnittene Anicht einer Ausführungsform
der Erfindung, Abb.2 ein Querschnitt derselben nach der Linie X-X der Abb. i Abb.3
zeigt die Anordnung der Fellinagnete und die Abwicklung der :-Xnker«-ickhingen der
Dynamo und des Motors: Abb..[ zeit eine andere Anordnung der Feldmagnete und der
Ankerwicklungen: Abli. 5 zeigt das Leitungsschema beim Anlassen der Vorrichtung;
Abb. ( zeigt dasselbe während des Betriebes bei geringer Geschwindigkeit: Abb. 7
zeigt dasselbe während des Betriebes bei hoher Geschwindigkeit: Abb.8 zeigt dasselbe,
wenn die Vorrichtung elektrisch gebremst -,viril ; Abb.9 zeigt dasselbe, wenn die
Vorrichtung zum Antrieb des angetriebenen Teiles in umgekehrter Richtung wie beim
normalen Betrieb benutzt werden soll, und Abb. io zeigt schematisch die Anwendung
der Vorrichtung auf ein Automobil, wobei die Kraftduelle Lind der angetriebene Teil
sannt (lein Gestell in einer Flucht liegen.
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Gemäß Abb. i und 2 enthält die Vorrichtung einen ortsfesten Feldinagnetkörper
r, einem drehbaren Dvnanioaill:er 2 und eine tinabhängig von diesem drehbare zweite
Wicklung 3, die zwischen dein Feldmagneten und dem Dvnanioanker liegt.
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Der Feldmagnet i ist mit vier Haupt- und vier filfsfeldmagneten .4
bzw. 5 ausgestattet, weiche vorzugsweise aus weichem Stahl bestehen und achsial
nebene?nanderliegen. Der Feldmagnetkörper ist innen hohl, um die angetriebene Welle
(.i aufzunehmen, an die eine Propellerwelle o. dgl. angeschlossen «erden kann.
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jeder Hauptfeldmagnet enthält einen 1'o1 ; mit der Hauptschlußspule
8, außerdem sind zwei diametral liegende Pole desselben noch mit einer NTeb enschlußspule
9 und einer fremd erregten Spule io ausgestattet. Die Spule io ist z. B. unmittelbar
mit einer Sammelbatterie während des Betriebes verbunden und führt stets nur Strom
einer Richtung, wodurch
eine bestimmte Polarität der Hauptfeldmagnete
nach einer Ruheperiode ohne Zuhilfenahme des remanenten Magnetismus gesichert ist.
Jeder Hilfsfeldmagnet enthält einen Pol i i mit Hauptschlußspule 12. Die unterschiedlichen
Feldspulen werden auf den Kernen mittels der zweckmäßig geblätterten Polschuhe
13 in Lage gehalten. Die achsiale Länge des .Schuhes eines jeden Hauptpoles
7 ist annähernd doppelt so groß wie der Polschuh eines jeden Hilfspolen i i.
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Der Feldmagnet besitzt einen sich nach rückwärts erstreckenden Fortsatz
oder eine Nabe 14, mit welcher der Bürstenlagerstuhl 15 starr verbunden ist. Dieser
ist seinerseits an dem das eine Ende des Gehäuses 17 bildenden Sternes 16 befestigt.
Der Stern 16 ist mit einer das Lager i9 tragenden Nabe 18 versehen, wodurch eine
Lagerung für das eine Ende der angetriebenen Welle 6 gebildet wird, während deren
anderes Ende in Lagern 2o an dein Ende des Kurbelwellenflansches 2o' montiert ist.
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Das Gehäuse 17 wird an einem ortsfesten Träger, z. B. dem Automobilgestell,
mittels des Flansches 2i befestigt. Somit ruht das Gehäuse 1 7 mitsamt dem Stern
16 und dem Feldmagneten i.
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Die zweite Ankerwicklung 3 enthält Kupferleiter 22 mit zwischengeschalteten
Eisenblechen 23. Letztere sind gegenüber den Haupt- und Hilfspolen angeordnet, so
daß der magnetische Fluß in radialer Richtung von clen I-Taupt- und Hilfspolschuhen
zu den entsprechenden Teilen des Dynamoankerkernes übertragen wird. Das eine Ende
der Ankerwicklung 3 ruht auf dem Arm 24, der auf der Nabe 14 des Feldmagneten drehbar
ist. nie Kupferleiter 22 und die Eisenbleche 23 der Wickiullg 3 umgeben unter Wahrung
eines Spielraumes 25 den Feldmagneten in Form eines hohlen, konzentrischen Zylinders.
Die 1?nden der benachbarten Leiter 22 sind nliteinander durch Schuhe oder Büge126
verbunden, so daß eine ununterbrochene Wicklung gebildet wird. Die Anordnung der
zweiten Wicklung ist aus der Abb. 2 ersichtlich, in welcher die Eisenbleche in bezug
auf clie Leiter 22 zahnartig angeordnet sind. Die zweite- Ankerwicklung 3 ist an
dein angetriebenen. Teil 6 mittels des Stromwenders 27 befestigt, der seinerseits
an .dem Allinliniumring 28 festsitzt. Dieser ist mit dem Stern 29 verbunden, der
an der angetriebenen Welle 6 durch einen Keil o. dgl. befestigt ist. Der Stromwender
27 ist als Scheibe ausgebildet und enthält die durchlöcherte Stahlplatte 3o, die
Kupferstreifen 31 und die Stromwen.derstege 32. Die Streifen 3i und die Stege 32,
die an entgegengesetzten Seiten der Platte 3o angeordnet und davon mittels Glimmerblättchen
33 isoliert sind, sind starr miteinander verbunden und ebenfalls starr an der Platte
30 mittels der Kupferbolzen 34 befestigt, welche durch die Lochungen der
Platte 30 hindurchgehen, von ihr jedoch mittels Glimmerhülsen isoliert sind.
Die Platte ,;o ist an ihrem Umfang mit dem Ring 28 verbunden, während der Stromwender
an die Ankerwicklung 3 mittels der Schrauben 36 angeschlossen ist, die durch die
Stromwenderstege 32 die Stahlplatte 30 und die Kupferstreifen 31 hindurchgehen und
in die Schuhe 26 eingreifen.
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Die Bürste 37 des Stromwenders 27 ist auf dem Arm 38 angeordnet, der
mit dem Arm 39 gelenkig verbunden ist. Letzterer ist seinerseits mit dem Bürstenlagerstuhl4o
starr verbunden, jedoch davon isoliert. Der Bürstenlagerstuhl 4o sitzt am Feldmagnetkörper.
Die Bürste 37 ist mit den Leitungsringen 41 durch Leiter 42 elektrisch verbunden.
Die zweite Wicklung enthält vier solcher Bürsten.
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Der Anker 2, welcher mittels des Kurbelwellenflansches 2o' und des
Sternes 43, an dem der Anker starr befestigt ist, durch die Kraftduelle angetrieben
werden kann, liegt konzentrisch zu dem Feldmagneten und der zweiten Wicklung und
ist von der letzteren durch den Luftspalt 44 getrennt. Der Anker 2 enthält einen
geblätterten Eisenkern und eine Ankerwicklung, die aus Leitern 49 zusammengesetzt
ist. Er wird von dem zylindrischen Gehäuse 47 getragen, das an dem einen
Ende an dem Stern 43 befestigt und an dem andern Ende durch Vermittlung des Stromwenders
48 auf der i\Tabe 14 drehbar gelagert ist. Zur Erzielung eines möglichst geringen
Gewichts sind die Ankerbleche in zwei Gruppen 45 und 46 geteilt, die voneinander
getrennt und gegenüber den Haupt- und -Hilfspolen 7 bzw. i i angeordnet sind, so
daß der magnetische Fluß in radialer Richtung von den Haupt-und Hilfspolen in sie
übertritt. Der Anker ist mitInnenwicklung versehen, und dieI_eiter .a:9 sind zwischen
den Zähnen 5o der Blechanker 45, 46 angeordnet. Gemäß Abb. 1 ist (las linke
Ende des Ankergehäuses 47 durch den Stromwender 48 getragen, der ebenso wie der
Strom\vender 27 ausgebildet ist. Jede der Bürsten (vorzugsweise vier) des Stromwenders
48 sitzt gelenkig an dein Arm 51, der seinerseits an dein Arm 52 gelenkig
befestigt ist. Der Arm 52 ist starr illit dein Bür stenlagerstuhl i5 verbunden,
jedoch davon isoliert. Die Bürsten des Stromwenders 48 sind ferner mit den Metallringen
54 durch Leiter 5 5 elektrisch verbunden.
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Die beschriebenen Stromwender werden durch die .-Vibrationen der Vorrichtung
in kaum nennenswerter Weise beeinflußt, so daß die Bürsten schon bei geringem Federdruck
mit
dem Stromwender in guter Berührung bleiben.
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Wie erwähnt, sind der Feldmagnet und die beiden unabhängig voneinander
drehbaren, zueinander konzentrischen Wicklungen innerhalb des Gehäuses 17 eingeschlossen.
Die Sterne 16, 29 und 43 gewähren eine genügende Luftzirkulation. Die Luft
wird durch die Eisenbleche der zweiten Wicklung und des Ankers zwangsläufig in kreisende
Bewegung versetzt.
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In Abb. 3 und ,a. ist die Einrichtung der Feldmagnete und dieAbwicklung
der Dynamo-und Motorwicklungen in bezug aufeinander und auf die bezüglichen Stromwender
veranschaulicht. In Abb.3 liegen die Pole in einer Flucht, während sie gemäß .Abb.
q. 11111 einen halben Polschritt zueinander versetzt sind.
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In Abb. 3 sind die Leiter der Dcnamowicklung finit ihren Stromwenderstegen
und Bürsten in ausgezogenen Linien dargestellt, während die Leiter der Motor- bzw.
zweiten Wicklung mit ihren Stroinwenderstegeü und Bürsten in punktierten Linien
gezeichnet sind. Mit Bezug auf die D_vnainowicklung verläuft der Leiter von dein
Stroinwendersteg A durch den Hilfspol 5 und dann durch den Hauptpol :i hindurch,
geht dann um 45' zurück und ist an den anderen Leiter angeschlossen, der 11111 d.5°
zurückspringt und dann durch den benachbarten Hauptpol: hindurchgeht. Dieser Leiter
geht dann durch den in einer Flucht mit dem letzteren befindlichen Hilfspol 5' hindurch
und läuft dann -r_11 deni mit dein Steg A benachbarten Steg B.
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Bei der Motor- bzw. zweiten Wicklung gebt der Leiter von dein Steg
C durch den Hauptpol q. hindurch, springt dann um 9o' zurück, durchkreuzt den nächsten
benachharten Hilfspol 5', geht um .I5' vor und ist -in den anderen Leiter angeschlossen,
der züinächst uni .I5° vorgeht, dann den nächsten benachbarten Hilfspol ;" durchkreuzt,
um 9o° vorgeht, durch den Hauptpol 4' geht und zurück zu dem Steg D springt, der
dein Steg C benachbart ist. Der Vorteil der Anordnung von Polen und Wicklungen gemäß
Abli. 3 besteht darin, daß die Leiter der Dvn@inowickhing von ziemlich geringer
Länge sind, so daß der Widerstand der Wicklung auf das Mindestmaß herabgesetzt ist.
Dadurch wird ermöglicht, daß finit einer Batterie von geringer Spannung ein starker
Strom durch den Anker geschickt werden kann, so daß nian beim Anlassen ein starkes
Drehmoment erhält, was besonders dann wünschenswert ist, wenn die Vorrichtung ini
Zusammenhang finit einem Gasmotor zwecks Anlassen,; desselben benutzt werden soll.
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Die Leiter der Dynamowicklung liegen auf einem Kreisumfang von größerem
Durchniesser als die Leiter der zweiten Wicklung, nian kann jedoch durch geradlinige
Anordnung der Leiter der Dynamowicklung erreichen, daß die Leiter beider Wicklungen
annähernd die gleiche Länge besitzen.
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Wenn die Hilfspole um einen halben Polschritt gemäß Abb. d. versetzt
sind, so ist der Abstand zwischen den Hauptpolen und Hilfspolen geringer, so daß
die Länge der Leiter in beiden Wicklungen ebenfalls geringer wird. Aus der Abb.
d ist ersichtlich, daß der Leiter von dem Stromwendersteg A durch den Hilfspol 5
hindurchgeht, dann um 45#' zurückspringt, den Hauptpol d. durchkreuzt, alsdann uni
45c vorgeht und an den anderen Leiter angeschlossen ist, der um q.5° vorgeht, durch
den benachbarten Hauptpol a' hindurchgeht, dann um d.5° vorspringt und den Hilfspol
s' durchkreuzt, wonach er zu dem Stromwendersteg B, der mit dem Steg A benachbart
ist, zurückgeht. Bei der zweiten Wicklung geht der Leiter von dein Stromwendersteg
C aus, (itirchkreuzt dann den Hauptpol d', springt dann 11111 .15`' zurück, durchkreuzt
den Hilfspol 5, springt wiederum um .I5`-' zurück und ist an dem anderen Leiter
angeschlossen, der um ,15° zurückgeht, durch den benachbarten Hilfspol 5" hindurchgeht,
dann um ,I5° vorspringt, unter dem Hauptpol q. verläuft und zum Stromwendersteg
D zurückgeht, der mit dein Steg C benachbart ist.
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Wie die Abb. 5 bis 9 zeigen, können die Motorwicklung und die zweite
Wicklung sowohl wie die Haupt- und Hilfserregerspulen des Hauptschlußstromkreises
mittels der Schalter 56, 57 hintereinander geschaltet werden. Der Schalter 56 ist
als zweipoliger, der Schalter 57 als dreipoliger Umschalter ausgebildet. Jedes Messer
jedes Schalters kann unabhängig von den anderen in seine zugehörigen Kontakte gelegt
werden.
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In .den Dynamostromkreis ist die Saminelbatterie 58 eingeschaltet,
deren Stromkreis mittels des Anlaßschalters 59 geschlossen und geöffnet werden kann.
Die Erregerspule io ist an die beiden Klemmen der Sammelbatterie angeschlossen,
und ihr Stromkreis kann mittels des Schalters 6o geöffnet und geschlossen werden.
Während des Betriebes ist der Schalter geschlossen. Im Nebenstromkreis zu den Hilfsfeldspulen
ra ist der Widerstand 61 anreOrdnet, wobei die Feldspulen 12 ebenfalls mit der Batterie
oder mit den Dvnaino- und Motorwicklungen mittels des Schalters 57 hintereinander
geschaltet werden können. Die Hilfserregerspulen 12 führen den Strom zeitweise in
einer Richtung und zeitweise in der entgegengesetzten Richtung. Die Stromstärke
kann mittels des Widerstandes 61 geändert werden. Somit wird der Fluß durch die
Hilfserregerpolschuhe
während des Betriebes nicht nur in seiner Stärke, sondern auch in seiner Richtung
geändert.
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Die Haupterregerspulen des Häuptschluß= strornkreises können mit den
Dynamo- und Motorwicklungen mittels der Schalter 56 und 57 hintereinander' geschaltet
werden. Die Nebenschlußerregerspulen 9 .des Hauptmagneten sind im Neberischluß an
den Dynamoanker über die Sammelbatterie 58 angeschlossen. In diesem Stromkreis ist
ein Präzisionsrelais 62 angeordnet, welches geschlossen wird, wenn die Spannung
der Dynamo einen bestimmten Betrag übersteigt und geöffnet wird, wenn die Spannung
unterhalb dieses bestimmten Betrages liegt. Das Schließen des Relais wird somit
einen Stromkreis durch die Sammelbatterie 58 und die- Nebenschlußwicklung 9 zustande
bringen.
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Zwecks Verwendung der Einrichtung zuin Anlassen eines aus einem Gasmotor
o. dgl. bestehenden Hauptantriebes ist es gemäß Abb. 5 notwendig, daß der Anker
:2 als motorisch wirkt und Strom von der Sammelbatterie 58 erhält. Es- ist wünschenswert,
daß die Polarität der Hauptfeldmagnete bereits bei der Betätigung der Vorrichtung
vorbestimmt ist, da man sich auf den remanenten Magnetismus der Feldmagnete nicht
verlassen kann. Demgemäß wird der Schalter 6o zunächst geschlossen, so daß der Strom
von der Sarninelbatterie 58 durch die Erregerspüle io fließt. Der Anlaßschalter
59 wird dann geschlossen und der Schalter 57 betätigt, so daß die Hilfsfeldspulen
i2- mit der Wicklung des Ankers :2 und der Batterie hintereinander geschaltet werden.
Insoweit diese Ankerwicklung und die Hilfsfeldspulen ia allein in dem Stromkreis
der Batterie liegen, wird der Widerstand dieses Stromkreises auf das Minimum verringert,
und somit ist der Batteriestrom, der durch die Hilfsfeldspule 1ä und die Wicklung
des Ankers-2 fließt, am stärksten, Der Strom verläuft in folgender Weise: Von der
positiven Klemme der Batterie 58 über Leiter 63, 64, Anker 2, Leiter 65, 66, Kontakte
67, 68 des Schalters 57, Leiter 69, Hilfsfeldspule 1ä, Leiter 70,.7r, Anlaßschalter
59 zurück zu der negativen Klemme der Batterie. Der Anker :2 wird unter diesen Umständen
ein Drehmoment entwickeln und die Primärmaschine (Gasmotor o. dgl.) andrehen.. Die
Hauptschluß-und Nebenschlußspulen 8 bzw. 9 der Hauptfeldmagnete sind offen, und
der ganze Nebenschlußwiderstand 61 ist von dein Stromkreis der Hilfsfeldspule i2
abgeschaltet. Sobald die Primärmaschine angelassen ist und genügende Geschwindigkeit.
erreicht hat, wird der. Anlaßschalter 59 geöffnet. Während dieser Zeit ist das Relais
62 offen.
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Das Leitungsschema für den Normalbetrieb der Vorrichtung bei geringer
Geschwindigkeit ist in Abb. 6 dargestellt. Die Schalter 56, 57 sind geschlossen,
so däß der Anker 2 die zweite Wicklung 3, die Hilfsfeldspulen i2 und die Haüpterregerspulen
des Hauptschlüß= siromkreises 8 hintereinander geschaltet sind. Der -Ström verläuft,in
folgender Weise: Von der positiven Bürste des Dynamoankers 2 über die Leiter 64,
72, 73; Kontakt 74 des Schalters 56, Leiter 75, 76, Motorwicklung 3, Leiter 77,
Kontakt 78 des Schalters 56, Leiter 79, Kontakte 8o, 8 1 des Schalters 57,
Leiter 70, Hilfsfeldspule 12, Leiter 69, Kontakte 68, 82 des Schalters 57, Leiter
83, Spule 8 des Hauptfeldmagneten, Leiter 84 und 65 zurück zu der negativen Bürste
der Dynamo. Während dieser Zeit ist die Spannung des Dynamoankers größer als diejenige
der Sammelbätterie; so daß das Relais 62 geschlossen wird und ein Stromkreis behufs
Ladens der. Saminelbatterie durch die Nebenschlußwicklung 9 des Hauptfeldmagneteu@entsteht:
Der Strom `erläuft in folgender Weise: Von der positiven Bürste des Dynainöankers
2 über Leiter 64, 63, Batterie 58, Leiter 85, Relais 62, Leiter 86, Nebenschlußspule
9 des' Hauptfeldinagneten, Leiter 84 und 65 zur ri:egativen Bürste der Dynamo. Die
Geschwindigkeit und das Treibmoment der zweiten Wicklung können in diesem Falle
mittels des Widerstandes 6! gesteuert werden, der- parallel 'zü dem-Stromkreis
des, Hilfsfeldmagneten f2 geschaltet werden kann.
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Bei der Schaltung gemäß Abb. 6 fließt der Strom in irgendeiner Hilfsfeldspule
in "entgegengesetzter Richtung zu derjenigen der entsprechenden Hauptfeldspule.
Es ergibt sich hierbei ein Hauptfeld von einer bestimmten Polarität und ein Hilfsfeld
von entgegen= gesetzter Polarität. Es ist ferner bei Berücksichtigung des Wicklungsverlaufes
der Spulen ersichtlich, daß die benachbarten Pole des Hauptfeldmagneten und des
Hilfsfeldmagneten von entgegengesetzter Polarität sind.
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Während des normalen Betriebes bei g6= ringerer Geschwindigkeit, und
zwar in der Vorwärtsrichtung, wird jeder Leiter in dein Dynamoanker ein Hauptfeld
der einen'Polarität und ein Hilfsfeld der entgegengesetzten Polarität schneiden.
Der Erfolg dieser Anordnung wird sein, daß ein Teil der Ankerleiter auf die Maschine
eine verlangsamende oder bremsende Wirkung, der andere Teil der Leiter aber eine
motorische oder treibende Wirkung auf die. Maschine ausübt. Die effektive Bremswirkung
auf die Maschine ist gleich der algebraischen Summe dieser antreibenden und bremsenden
Wirkungen der Leiter.- Während der geringeren Vorwärtsgeschwindigkeit erreicht der
Fluß des Hilfsfeldes seine,Mäximalstarke, und da der Hilfspolschüh nur die
Hälfte
der Länge des Hauptpolschuhes beträgt, so wird die l@l otorwirl;trng der Leiter
5o Prozent der bremsenden Wirkung der Leiter neutralisieren, so elaß im Enderfolge
die effektive Brernswirkurrg der Leiter, d. h. glas zum Antreiben des Ankers notwendige
Crehnronrerrt, mir ein Drittel des möglichen 2 aximalnioments betragen wird.
Während der geringeren Vorwärtsgeschwindigkeit wird ferner jeder Leiter in der zweiten
oder :Motorwicklung ein Hauptfeld und ein Hilfsfeld von ein und derselben Polarität
schneiden. Infolgedessen wird die gesamte Länge der 1Iotorleiter eine Motor-bzw.
antreibende Wirkung ausüben, so daß die zweite Wicklung mit dein Maximalnroment
angetrieben werden wird. Wenn die Geschwindigkeit der zweiten oder Motorwicklung
steigt, wird der Strom in den Hilfsfeldspulen durch den Widerstand 61 nebengeschlossen,
so daß die l@lotorwirktrng eines Teiles der Leiter im Dynamoanker verringert wird
und ein größeres Moment erforderlich wird, um mittels des Hauptantriebes die Dynamoleiter
anzutreiben. In ähnlicher Weise wird ein Teil der Leiter in der zweiten oder Motorwicklung
eine geringere antreibende Wirkung, welche die zweite Wicklung zu drehen bestrebt
ist, ausüben, und das Moment der zweiten Wirkung wird in demselben Maße verringert,
wie das 1@-Ioment der Dynamowicklung vergrößert wird. Befindet sich der Schaltarm
des Widerstandes 6t auf dem letzten Kontakt, so werden die Hilfsfeldspulen 12 gänzlich
kurzgeschlossen, und die effektive Länge der Leiter sowohl im Dynamoanker wie in
der zweiten Wicklung erreicht ein und dieselben Größe. Unter dieser Bedingung wird
das durch die zweite Wicklung auf die Propellerwelle ausgeübte Moment genau gleich
demjenigen sein, welches die Dynamowicklung von dem Hauptantrieb entnimmt.
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Um die .Vorrichtung mit hohen Vorwärtsgeschwindigkeiten zu betreiben,
wird der Schalter 57 in die in Abb. 7 gezeigte Lage verstellt, so daß die Richtung
des durch die Ililfsfeld spulen 12 fließenden Stromes um-@.ekehrt wird. Zu gleicher
Zeit wird der Schaltarm des Widerstandes 61 allmählich zurückgelegt, so daß Widerstand
mit den Hilfsfeldspulen in Nebenschluß eingeschaltet wird, wodurch durch die letzteren
mehr Strom fließt und das Hilfsfell verstärkt wird.
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Gemäß Abb. 7 verläuft der Strom in folgender Weise: Von der positiver
Bürste des Dynamoankers 2 über Leiter 6q., 72, 73, Kontakt 7;4 des Schalters 56,
Leiter 75 und 76, Motorwicklung 3, Leiter 77, Kontakt 78 des Schalters 56, Leiter
79, Kontakte 8o und 68 des Schalters 57, Leiter 69, Hilfsfeldspule 12, und zwar
in umgekehrter Richtung zu lern Stromverlauf in dieser Spule bei geringer Vorwärtsgeschwindigkeit,
ferner über Leiter Kontakte 82 des Schalters 57, Leiter 83 zu der Haupterregerspule
des Hauptschlußstromkreises 8, Leiter 8 , 65 zu der anderen Bürste der Dynamo. Während
dieser Zit wird die Nebenschlußspule 9 ebenfalls erregt werden, und die Richtung
des durch sämtliche hrregerspulen des Haupt- und des Hilfsfelde gehenden Stromes
wird ein unddi aelhe sein.
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Bei dieser Schaltung wird die zweite oder 1lotomvicklung bzw. deren
Leiter Haupt- und Hilfsfelder 'von entgegengesetzter Polarität schneiden. Infolgedessen
ein feil der zweiten oder bmy. deren Leiter eine bremsende Wirkung ausüben im Gegensatz
zu der antreibenden Wirkung des anderen Teiles der Wicklung bzty. der Leiter, so
daß das effektive Moment der zweiten Wicklung verringert werden wird. Zu gleicher
Geit werden die Leiter des Dynamoankers Haupt- und Hilfsfelder ein schneiden, so
daß die gesamte Länge dieser Leiter eine bremsende auf die zum Hauptantrieb dienende
Primärmaschine ausüben wird und diese e:n stärkeres Drehmoment liefern muß, um den
Dynamoanker anzutreiben. Wenn schließlich Schaltarm des Widerstandes in die ffenlage
gemäß Abb. 7 gebracht wird, wird ein Drittel der effektiven Länge der z eiten bzw.
deren Leiter eine oder bremsende irkung ausüben, während zwei Drittel der effektiven
Länge dieser Leiter eine Motor- bzty. antreibende Wirkung haben wird. Im wird das
effektive Moment der zweiten Wicklung ein Drittel fies von dem Hauptantrieb ausgeübten
:Momentes betragen. Die Geschwindigkeit und Moment der zweiten Wicklung können mittels
des Widerstandes geändert werden. Zwecks Betätigung der Vorrichtung als dynamoelektrische
Bremse wird der Dynamostromkreis mittels des Schalters 56 geöffnet und das oment
bzw. die treibende irkung des angetriebenen Teiles (z. B.
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ird dann die zweite Wicklung 3 als ein Dynamo antreiben, wobei die
zweite Wicklung, die Hilfsfeldspulen und die Haupterregerspulen des Hauptschlußstromkreises
hintereinander mittels des Bremswiderstandes 86 in den Stromkreis der zweiten Wicklung
geschaltet werden. Diese Anordnung ist in Ahb. 8 veranschaulicht, gemäß der von
.der als Dynamo wirkenden zweiten Wicklung entwickelte Strom von der positiven Bürste
der zweiten Wicklung entnommen ird, dann über Leiter 76 und 75, Kontakt des Schalters
56, Leiter 79, Kontakt 8o und des Schalters 57, 70, Hilfsfeldspule t2,
Leiter
69, Kontakte 68 und 82 des Schalters 57, Leiter 83, Haupterregerspule des Hauptschlußstromkreises
8, Leiter 84. und 66, Kontakte 67, 88 des Schalters 57, Leiter 89, Bremswiderstand
86 und schließlich Leiter 90, 77 zu der anderen Bürste der zweiten Wicklung verläuft.
Die durch die zweite als Dynamo wirkende Wicklung verbrauchte Kraft nimmt das Moment
oder die treibende Wirkung des angetriebenen Teiles auf, so daß die zweite Wicklung
und der angetriebene Teil rasch in den Ruhezustand gebracht werden. Zwecks Umkehrung
der Wirkungsweise der Vorrichtung, d. h. zwecks Antriebes der zweiten Wicklung in
der entgegengesetzten Richtung, wird der Strom von dem Dynamoanker 2 durch die Spulen
8 und 12 der haupt-und Hilfsfeldmagnete wie bei geringer Geschwindigkeit, jedoch
in entgegengesetzter Richtung durch die zweite Wicklung 3 geschickt. Dieser Strom
verläuft, wie Abb. 9 zeigt, in folgender Weise: Von der positiven Bürste des Dynamoankers
:2 über Kontakt 78 des Schalters 56, Leiter 6d., 72 und 73, Leiter 77 zu
der zweiten Wicklung 3, und zwar in engegengesetztem Sinne wie bei der geringeren
.Vorwärtsgeschwindigkeit, ferner über die Leiter 76 und 75; Kontakt 7:1, der, jetzt
an der unteren Seite des Schalters 56 geschlossen ist, Leiter 79, Kontakte 8o und
81 des Schalters 57, Leiter 70, Hilfsfeldspule 12, Leiter 69, Kontakte 68 und 82
des Schalters 57, Leiter 83 zu der Haupterregerspule des Hauptschlußstromkreises
8, und zwar in umgekehrter Richtung- zu derjenigen des Stromkreises in der Hilfsfeldspul:e
12, und die Leiter 8¢ und 65 zu der negativen Bürste des Dynamoankers.
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Die Geschwindigkeit und das Antriebsinornent der zweiten Wicklung
3 während dieser Wirkungsweise in entgegengesetztem Sinne kann natürlich mittels
des Widerstandes 61 geändert werden.
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In dein beschriebenen Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
umgibt der Anker 2 die zweite Wicklung 3 und den Feldmagnetkörper i konzentrisch.
Durch die Anordnung des Feldmagnetkörpers in dem Innenraume ergibt das natürliche
Aiiseinandergehen der Flußlinien beim Verlassen der Pole eine größere Polfläche
des Ankers, der einen größeren Innendurchmesser besitzt als die zweite Wicklung,
wodurch die Polflächen der beiden Wicklungen in richtigem Verhältnis gehalten werden.
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Der Anker und der Feldmagnetkörper können übrigens miteinander vertauscht
werden, so daß der letztere nach außen kommt und die zweite Wicklung sowie den Anker
umgibt. Bei solcher Ausführungsform wird der Anker mit dem Hauptantrieb verbunden
und durch diesen letzteren angetrieben, während die zweite Wicklung an dem angetriebenen
Teile angeschlossen wird. _