DE375366C - Verwendung von Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schiesspulver und Sprengstoffen - Google Patents
Verwendung von Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schiesspulver und SprengstoffenInfo
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Description
- Verwendung von Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schießpulver und Sprengstoffen. Gegenstand vorliegender Erfindung ist die Verwendung von Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schießpulver und Sprengstoffen aller Art sowie Sprengpatronen für das Sprengen mit flüssiger Luft und ein Verfahren zur Gewinnung solchen Staubes.
- Der nach- der Erfindung verwendete Staub ist pulverförmig, fein, besonders leicht, trocken und von allen Unreinigkeiten frei und eignet sich infolge seiner leichten Explosionsfähigkeit ganz besonders für den-vorliegenden Zweck.
- Die Verwendung von Braunkohle als Kohlenstoffträger in Sprengstoffmischungen, besonders in mehreren Arten Sprengsalpeter, ist bekannt. Wie bei den mit Holzkohle bereiteten Schwarzpulverarten die Eigenschaften der Holzkohle eine große Rolle spielen, so gilt dies auch in ähnlicher Weise für die Braunkohle im Sprengsalpeter. Daher sind für die Herstellung von Sprengsalpeter bestimmte Braunkohlenarten mit besonderen Eigenschaften bevorzugt und andere völlig ausgeschlossen worden.
- Um den gewöhnlichen Braunkohlenstaub für den Zweck der Erfindung verwenden zu können, wird dem Staub der größte Teil der nicht gebundenen Feuchtigkeit entzogen. Darauf werden die leichten Bestandteile des Braunkohlenstaubes von allen schweren nicht geeigneten Stoffen, wie Holz, Sand und allen bitumenarmen Stoffen, auf mechanische Weise; z. B. durch Absaugen, befreit; außerdem werden dem Braunkohlenstaub noch durch Sieben oder Sichten_, alle ungeeigneten Bestandteile entzogen, so daß der pulverförmige Braunkohlenstaub möglichst rein zurückbleibt. Der Rückstand wird allein oder in Verbindung mit anderen bei der Herstellung von Sprengstoffen bisher schon verwandten Stoffen, wie beispielsweise Pikrinsäure oder Nitroglyzerin, zu einem Sprengstoff verarbeitet.
- Durch das Verfahren gemäß der Erfindung wird aus der Braunkohle ein für den genannten Zweck äußerst geeignetes Präparat hergestellt, welches der einfach gepulverten Braunkohle gegenüber wesentliche Vorzüge aufweist.
- Der feinpulverige und trockene Zustand des Braunkohlenstaubes macht ihn zwar für die beabsichtigte Verwendung besonders geeignet. Aber nicht nur die Verwendung einer möglichst feinen und von allen Verunreinigungen, wie Holz, Sand und bitumenarmen Stoffen, freien Braunkohle, wie es durch ein; Pulvern der Braunkohle erreichbar ist, ist das wesentliche, ausschlaggebend ist vielmehr die eigenartige Sichtung, der die rohe Braunkohle unterworfen wird, durch die die besonders leichten, die leichter verstäubenden Bestandteile der Braunkohle ausgesondert werden. Diese Sichtung bedeutet eine Fraktionierung der Braunkohle auf trockenem Wege, wodurch der für den genannten Zweck wertvollere Teil ausgesondert wird. Auf diese Weise wird aus der Braunkohle ein Stoff gewonnen, welcher das Ausgangsmaterial in seinen Eigenschaften bedeutend übertrifft.
- Es wird so nicht nur ein Braunkohlenpulver von außerordentlicher Feinheit gewonnen, das im Vergleich zur rohen Braunkohle nur wenig Feuchtigkeit enthält, sondern es ist auch im Vergleich zum Rohmaterial der Aschengehalt wesentlich erniedrigt und der Heizwert erhöht. Das gewognene Material ist außerdem leichter entzündlich, besitzt eine gesteigerte Brennbarkeit und ist daher für die Verwendung in Sprengstoffmischungen wesentlich geeigneter als die Braunkohle, aus der es gewonnen wird.
- Die große Bedeutung, welche den Eigenschaften der Holzkohle für das eigentliche Schießpulver zukommt, läßt ohne weiteres erkennen, daß auch die Beschaffenheit der Braunkohle bei ihrer Verwendung in Sprengstoffmischungen einen erheblichen Einfluß haben muß.
- Der verminderte Aschengehalt und der erhöhte Heizwert, die dem nach dem Verfahren der Erfindung gewonnenen Braunkohlenstaub zukommen, bedeuten auch eine entsprechend erhöhte Leistung in der Sprengstoffmischung.
- Es ist daher auch ohne weiteres erklärlich, daß die gesteigerte Entzündlichkeit und vermehrte Brennbarkeit gerade für die Verwendung in Sprengstoffmischungen wertvolle Eigenschaften sind.
- Bisher hat man unter den Braunkohlenarten nur solche ausgewählt, die sich für die Herstellung von Sprengsalpeter besonders eigneten. Eine besondere Vorbereitung der Braunkohle, die zu einer Veränderung oder Verbesserung ihrer Eigenschaften führen, sind in der Technik für diese Verwendung bisher nicht vorgeschlagen worden. Die Isolierung der besonders leichten Bestandteile der Braunkohle bedeutet demnach in dieser Hinsicht einen wesentlichen Fortschritt, und es ist damit ein Weg gefunden, aus der Braunkohle, die an sich nicht oder wenig geeignet zur Verwendung im Sprengsalpeter ist, ein hierzu geeigneteres Material herzustellen. Die Anwendung der Braunkohle als Bestandteil von Sprengstoffmischungen, die bis jetzt auf den Sprengsalpeter beschränkt geblieben ist, wird sich durch die Verbesserung ihrer Eigenschaften auch auf weitere Sprengstoffmischungen ausdehnen lassen.
Claims (2)
- PATENT-ANsPRÜCHE: z. Verwendung von lediglich die spezifischleichterenBestandteile enthaltendem, trockenem, von allen Verunreinigungen befreiten Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schießpulver, Sprengstoffen aller Art sowie Sprengpatronen für das Sprengen mit flüssiger Luft.
- 2. Verfahren zur Gewinnung von Braunkohlenstaub nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß der Braunkohle einerseits alle schweren Stoffe auf mechanische Weise, anderseits durch Siebenoder Sichten alle sonstigen ungeeigneten Bestandteile entzogen werden.
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| DEF41893D Expired DE375366C (de) | 1917-05-10 | 1917-05-10 | Verwendung von Braunkohlenstaub zur Herstellung von Schiesspulver und Sprengstoffen |
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1917
- 1917-05-10 DE DEF41893D patent/DE375366C/de not_active Expired
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