DE375349C - Streichinstrument - Google Patents
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Classifications
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Description
- Streichinstrument. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen eines Streichinstrumentes, wie Geige, Cello, Baß, gemäß dem die Decke, der Boden und die Zargen aus mehreren Schichten sparartig geschnittener Hölzer zusammengesetzt werden. Die Decke kann beispielsweise aus Tannen, Elsen, Pappeln, Linden, Zedern usw. zusammengesetzt werden, während man für den Boden härtere Hölzer auswählt. Ferner ist es wesentlich, die Späne vor dem Verarbeiten zu erhitzen, wobei der Ton je edler wird, je stärker die Erhitzung war.
- Nachdem die einzelnen, für die Instrumente bestimmten Holzplatten durch Leimen o. dgl. zusammengesetzt sind, werden sie noch in besonderer Weise je nach der Gattung des Streichinstrumentes und dem Ton, den man erzielen will, geschnitten und dann so ausgearbeitet, daß die Schichten teilweise an den Stellen, wo der Ton entsteht, weggeschnitten oder weggeschliffen werden. Es entstehen dann Flächen verschiedener Gestalt, an denen beispielsweise die Decke an Stärke abnimmt, so daß ganz besondere Schwingungen entstehen, die Vorbedingungen eines edlen Tones sind.
- Zur Herstellung einer Geige verfährt man beispielsweise wie folgt: Zunächst werden die frischen oder trockenen Späne des Holzes gehobelt oder in Schälmaschinen geschält. Dann werden die Späne mit Hilfe stark erwärmter Eisen (Kolm) oder auch in üfen erhitzt, so daß sie braun werden. Dann werden sie in ein mittelstarkes Bad witterungsbeständigen Leims gelegt, oder sie werden mit einem Pinsel mit dem Bindemittel bestrichen. Als solches verwendet man Kaltleime oder Heißleime, z. B. auch Kasein, Kollodiumpräparate o. dgl. Jedes Bindemittel ist verwendbar, sofern es keine Schicht in der Bindung bildet. Auch ätzende Bindemittel sind nicht verwendbar, da sie einen dumpfen Ton entstehen lassen.
- Hierauf werden die einzelnen Holzspäne verschiedener Art zusammen furniert mit Hilfe eines heißen Kolms, und zwar bei Kaltleimen nur durch Anreiben der Schichten. bei Heißleimen kann man die Späne auch kalt verwenden.
- Zweckmäßig bedient man sich einer Schirting- oder Papierfläche, die nach dem Trocknen wieder abgezogen wird, auf die die erste Schicht, die Tannenholzschicht, in Streifen dicht nebeneinander aufgelegt wird. Bei Handbetrieben kann hier gleich die richtige Gestalt hergestellt werden. Die weiteren Schichten aus Weichholz werden nachher aufgebracht, so daß nach Fertigstellung der Decke diese ein Gewicht von 55 bis 65 g hat.
- Bei maschinellen Betrieben würde gleichzeitig mit der Zusammenlegung der einzelnen Schichten eine Trocknung in Formen stattfinden, worauf die Platte in der richtigen Größe gestanzt und gleichzeitig die Schlitze oder Schallöcher der Decke gestanzt werden.
- Die Fugen der Schichten werden beim Aufeinanderbringen nicht übereinander gelegt, sondern sie sind gegeneinander versetzt, damit die Platten nicht reißen. Bei Anbringung mehrerer Tannenholzschichten muß stets eine Weichholzschicht dazwischen liegen, denn bei unmittelbarem Anbringen zweier harter Tannenholzschichten könnten sich gerade die harten Fasern der einen Tannenholzschicht auf die Weichschicht der nächsten Tannenholzschicht legen, wodurch der Ton abgeschwächt würde. Die Verwendung des Weichholzes beseitigt außerdem das Näseln des Tones vollständig. Das Zusammenfurnieren bietet den großen Vorteil, daß das tiefere oder unregelmäßige Eindringen des Lackes beim Lackieren verhindert wird.
- Die Platte wird nicht, wie bisher, ausgeschabt, sondern sie wird in besonderer Weise, wie in der Zeichnung dargestellt, bearbeitet. Abb. z zeigt die Decke einer Geige von innen, wobei ein Schnitt aufgeklappt mitgezeichnet ist. Die Schichten sowie die Holzarten können beliebig genommen werden. Man nimmt beispielsweise sechs Holzschichten in folgender Anordnung: a) Hartholzschicht im Schnitt, b) Weichholzschicht, c) Weichholzschicht, große Ellipse, d) zwei Tonstoßschichten aus Weichholz, e) Weichholzschicht, f) verhärtete Raudung durch Pressen, g) 2 ,mm Schicht, Entstehen der Obertöne, h) Tonknotenpunkt (Stimmband bis i mm abschwellen), i) Erweiterung der kleinen Ellipsen im Baßbalken, Tonregelung, k) Abschwellen der kleinen Ellipse im Baßbalken, Tonregelung, 1) bei Herstellung des großen Tones fällt diese Schicht fort (größere Tonausdehnung), m) Schwingungsfläche, n) Keilschicht, Klangfarbe der G- und D-Saite.
- Die Stärke des Holzes unter der großen Ellipse beträgt im Durchschnitt etwa 2 mm. Die große Ellipse enthält noch eine kleine Ellipse, die etwas gestreckt ist und deren Stärke bis auf i mm bei H (Abb. i) abgeschliffen wird, und zwar aus den Schichten a, b und e. Hierdurch erhält das Instrument eine leichte Ansprache.
- Die ursprünglich 2 mm starke Keilschicht verjüngt sich allmählich bis auf Null (Abb. i), und zwar vom Halsansatze bis an den äußeren Rand der Mitte der kleinen Ellipse.
- Einen besonders großen Ton erzielt man durch das Fortfallen der Ausläufer der zweiten Tonstoßschicht, ebenso muß die Schwingungsfläche (Raudung) m verdünnt werden. Auf der großen Ellipse ist der Baßbalken angeordnet, die zueinander in einem genau beinessenen Verhältnis stehen. Die Randungen f werden härter gemacht.
- Nach Fertigstellen der Decke stellt man sie in Metallformen etwa eine Stunde in der Hitze unter leichten Druck; nach Einziehen des Baßbalkens wird der heiße Druck wiederholt.
- Der Boden (Abb. 2) wird aus etwa sieben vollen und mit einer etwa dreifachen Keilschicht ausgeführt, so daß ein Gewicht von 125 bis iqo g entsteht, worauf er unter starken Druck in der Hitze gestellt wird. Die untere innere Platte muß um einen halben Millimeter vor der Stimmstellung verstärkt werden (s. Abb. 2), damit die tiefen Töne der G- und D-Saite hell (Versuche der Stimmstellung) gefärbt bleiben; das Hohlklingen eines Instrumentes wird gleichfalls dadurch vermieden. Die äußere Bodenfläche kann mit Intarsien ausgelegt werden.
- Die Zargen werden aus einer zweifachen, etwa i mm starken, für größere Instrumente entsprechend stärkeren Schicht längslaufend hergestellt, am unteren und oberen Ende um eine Schicht bis il/, mm verstärkt. Die Ecken «-erden mit Holz ausgefüllt, die Zargenleimkanten mit einem vierfachen Holzstab versehen.
- Bevor das Instrument zusammengesetzt wird, reibt man den Boden mit einer ganz leichten Harz- oder Leimlösung, ebenfalls die Zarge und Decke vor der Pressung aus. Die Teile werden mit feinem Sandpapier abgezogen, worauf sie nochmals mit einem Petroleumlappen abgerieben werden.
- Zum Schluß wird das Instrument lackiert. Besteht die äußere Schicht der Decke aus Tannenholz, so braucht die Weichader nur mit einem mittelstarken, gebrannten Spirituslack getränkt zu werden, was dreimal wiederholt wird. Ist die Decke trocken, so zieht man sie am besten mit Glas vorsichtig ab, um die aufliegende überflüssige Harzschicht zu entfernen. Zum Schluß zieht man Decke und Zarge mit ein wenig feinem Spiritus oder Öllack ab. Der Boden wird sechs- bis zehnmal schwach lackiert. Der Lack wird aus Harz, Sandarak, Burgunderlack und Schellack hergestellt; er kann zu gleichen Teilen oder einzeln im Tiegel recht lange auf mäßigem Feuer erhitzt werden. Nach dem Erkalten löst man die Masse in Spiritus auf.- Es werden im Verhältnis von etwa '-/"Harz zu 2/3 Spiritus nur spröde Harze, keine Kittweichharze, verwendet.
- Die Maßverhältnisse der Zeichnung sind für eine Geige maßgebend.
- Sinngemäß läßt sich die Erfindung auch für die Herstellung von Zupfinstrumenten, wie Gitarre, Zither u. dgl., verwerten.
Claims (3)
- PATENT-ANsPRTJcHE: i. Verfahren zum Herstellen eines Streichinstrumentes, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile, aus denen der Schallkörper zusammengesetzt ist, aus Schichten spanartig geschnittenen Holzes verschiedener Härte durch Bindemittel vereinigt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Späne vor der Zusammensetzung durch Erhitzen gebräunt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Decke unter dem Griffbrett so abgeschliffen wird, daß eine große und eine kleine Ellipse entsteht, und daß an die große Ellipse eine allmählich schwächer werdende Keilschicht herangeführt wird. q.. Streichinstrument nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden eine allmählich nach dem Halse zu abnehmende Keilschicht hat.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEST35080D DE375349C (de) | Streichinstrument |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEST35080D DE375349C (de) | Streichinstrument |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE375349C true DE375349C (de) | 1923-05-11 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST35080D Expired DE375349C (de) | Streichinstrument |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE375349C (de) |
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- DE DEST35080D patent/DE375349C/de not_active Expired
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