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Selbstregelnder Azetylenentwickler mit feststehenden Räumen und beweglicherWassersäule.
Gegenstand der Erfindung ist ein selbstregelnder Sicherheitsazetylensparapparat
für Glühlicht, Heiz- oder Schweißzwecke mit feststehenden Räumen und beweglicher
Wassersäule. Neu ist im allgemeinen die Zusammenfassung einer Reihe wertvoller,
bei ebensoviel Einzelerfindungen schon getrennt vorhandener Eigenschaften bzw. Konstruktionsvorteile
in einem einzigen Apparat, der dadurch auf eine viel höhere Stufe technischer Vollkommenheit
rückt. Neu ist im besonderen erstens, daß die Vermeidung des Gasverlustes (Gasrückstandes)
bei Neufüllung dadurch erreicht wird, daß der Gasrest durch die Wassersäule nicht
nur in bekannter Weise selbsttätig und vollständig in den Gasvorratsraum gedrückt,
sondern daß vor allen Dingen bei völligem Ablassen des Entwicklungswassers stets
selbsttätig ein Wassersackabschluß entsteht, der erst nach Lösung einer besonderen
Verschlußmutter abzufließen vermag und der die verlustlose Aufbewahrung des Gasrückstandes
jeder Betriebsperiode so lange ermöglicht, bis er bei Wiedergebrauch des Entwicklers
(der Lampe) nach Neubeschickung mitverbrennt. Neu ist zweitens die besondere Art
und Weise der Anordnung einer Sicherheitsschraube, deren Benutzung an sich bei Entwicklern
nicht neu ist, die aber hier in grundsätzlich anderer und vorteilhafterer `'eise
angewendet wird und den bekannten Zweck verfolgt, jede Gefahr, die durch falsche
Bedienung des Apparates (der Lampe) entstehen könnte, vollkommen auszuschalten,
sobald der Karbidraum nach vorschriftsmäßiger Beschickung ordnungsgemäß verschlossen
wurde. Alsdann genügt für Inbetriebnahme oder Außerbetriebsetzung die Öffnung oder
Schließung des Gashaupthahnes i. Neu ist drittens insbesondere für selbstentwickelnde
Lampen, daß das infolge übermäßiger Entwicklung entweichende Gas nur unter Wassersäulendruck
und -abschluß aufgefangen und dann ohne Rückstand einem besonders konstruierten
Brenner zugeführt werden kann, der es allmählich mitverbrennt. Neu ist viertens
die Kombination zu Doppel-, Mehrfach- und Hochdruckapparaten unter Wahrung des Grundprinzips,
insofern diese Apparate andern derartigen Entwicklern gegenüber die ganze Reihe
der wertvollen Eigenschaften aufzuweisen haben, die sonst nur einzeln vorkommen,
insbesondere auch bei dem mittels Zahntriebes für beliebige Drucke einstellbaren
Entwickler der Abb. 12.
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Die schematisch gehaltenen Zeichnungen zeigen in Abb. i den Hauptschnitt
durch alle Räume einer Tischlampe ohne Gasreinigungskammer, Abb. 2 den Schnitt A-B
der Abb. i, Abb. 3 den Schnitt C-D der Abb. i, Abb. q. den Schnitt E-F der Abb.
2, Abb. 5 den Schnitt G-H der Abb. 3, Abb.6 einen Schnitt durch den Wasserhochbehälter
e einer Lampe mit Gasreinigungskammer p, Abb. 7 den -Schnitt I-K der Abb. 6, Abb.
8 einen dreigeteilten Karbidkorb, Abb. g einen Verschlußdeckel mit loser Sicherheitsmutter,
Abb. io den Unterteil eines Doppelapparates für Dauerbetrieb, Abb. ii einen Schnitt
N-0 durch Abb. io, Abb. 12 einen Schnitt mit teilweisen Ansichten durch einen
Hochdruckschweißapparat für verstellbaren Druck.
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Insbesondere ist a der Karbidraum, b der Gasentwicklungsraum;
c, cl, c2 sind Wassersteigeräume, die auch rohrartig oder ähnlich und gleichzeitig
als Griffe für die Lampe ausgebildet werden können. Ferner ist d der Auffangeraum
für überschüssiges Gas, e der Wasserhochbehälter, f der Gasvorratsraum, g das Gashauptrohr,
das durch den Gashaupthahn i verschlossen wird, h das Gasnebenrohr,
das überschüssiges Gas aus dem Auffangeraum d zum Brenner führt;
k ist der Sicherheitshahn mit gebogenem Griffhebel, der nach jeder Neubeschickung
durch die Sicherheitsschraube u1 des hier dreiteiligen Verschlußdeckels
(L, h, 7c1) festgeschraubt wird, wodurch der Hahn k dauernd offen bleibt,
bis die Reinigung erfolgen soll; alsdann wird die schematisch in Abb. io ohne Gewinde
dargestellte Sicherheitsschraube ui gelöst und der Hahnhebel muß unvermeidlich gedreht
und dadurch Sicherheitshahn k geschlossen werden, da anders die Herausnähme des
Verschlußdeckels L bzw. 1l nicht möglich ist. Die richtige Behandlung des Apparates
ergibt sich
also zwangläufig von selbst. Auch bei Neubeschickung
ist dieser Zwang vorhanden. Sicherheitsschraube ui besitzt nämlich eine ringförmige
Aussparung, mit der sie in dem etwas länglich ringförmig ausgebildeten Ende des
Griffhebels von k und unter Zuhilfenahme eines beschränkte Bewegung gestattenden-Gelenkes
oder anderer sinngemäß angeordneter Verbindungen zwar drehbar und in den notwendigen
engen dreidimensional verschiebbar, im übrigen aber doch fest verbunden ist. In
dem Karbidraum a, der zur Vermeidung der Einwirkung von Wellenschlag (bei Bewegung
der Lampe) auf das Karbid rohrartig in voller Weite in den Gasentwicklungsraum b
hinabgeführt ist, liegt, um Herabfallen unverbrauchten Karbids zu verhindern, im
unteren Teile ein Doppelsiebkörper m, der auf der oberen Seite weite, auf der unteren
Seite engere Maschen besitzt. Dort wo der Karbidraum a rohrartig in den Gasentwicklungsraum
b eintritt, sind in der Rohrwandung seitlich mehrere Öffnungen ringförmig und so
hoch angeordnet, daß jederzeit volle Verbindung der Räume a und
b vorhanden ist und sich insonderheit keine Gasblasen im Raume b halten können,
wenn sich dieser zum Schluß einer Brenndauer mit Wasser vollkommen anfüllt, was
durch leichte, sinngemäße Wölbung der Decke des Raumes b unterstützt werden kann.
Der Gasentwicklungsraum b wird durch die beiden Zwischenwä4de n1 (Abb. 3 und 5)
von dem Wassersteigeraum c getrennt und steht mit diesem nur durch einen i bis 2
cm breiten Wasserdurchgangsspalt c° dicht über dem Boden des Raumes b in Verbindung.
Die beiden Zwischenwände ial sind seitlich mit den Außenwänden der Räume
f und b, oberseits mit dem Boden des Kühlraumes o luftdicht verbunden.
Zum Wasserkühlraum führt nur von o bzw. cl aus ein allerdings breiter Zugang mit
zwei beiderseits vom Rohrkörper ' des Raumes f liegenden Öffnungen, deren Querschnitte
die Abb. q. und 5 bei o zeigen. In gleicher Weise, wie zwischen b und c die Zwischenwand
n1, ist zwischen f einerseits und cl sowie c2 anderseits (innerhalb der Rohrkörperwand
von fliegend) eine Scheidewand n angeordnet, die mit n1 zwar in derselben Ebene
liegt und am unteren Ende einen ähnlichen Wasserdurchgangsspalt zwischen sich und
dem Boden des Raumes f frei läßt wie ml bei dem Boden von b, im übrigen aber viel
höher hinaufgeht, nämlich bis zum oberen Boden des Raumes f und dort luftdicht verlötet
ist.
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Der Wasserkühlraum o hat den Zweck, bei größeren Apparaten den Karbidraum
a zu kühlen und kann auch bei dem Entwickler der Abb. 12 ohne Schwierigkeit angebracht
werden. Er ist so gebaut, daß sein höchster Punkt nach der Seite des Wassersteigeraumes
zu liegt, so daß Gas- und Luftblasen in ihm nicht zu halten vermögen. Bei kleineren
Apparaten bzw. Lampen ist er nicht notwendig und kann gänzlich fortfallen. Die Lampe
der Abb. i besitzt keine, hingegen die der Abb. 6 eine Gasreinigungskammer p ; letztere
ist aber im übrigen genau so eingerichtet wie die der Abb. i. Das Gas steigt bei
der Lampe der Abb. 6 bis zum höchsten Punkt des Rohres g1 und tritt dann in die
herausnehmbare Reinigungsbüchse, deren äußerer Mantel ein nur unten offener Blechzylinder
ist. Dieser Blechzylinder zwingt das unter Druck stehende Gas, seinen Weg nach unten,
also durch die Reinigungsmasse hindurch zu nehmen, um dann an der Außenwand des
Blechzylinders hochzusteigen und durch die Deckelöffnung und den Hahn i zum Brenner
zu strömen. Im übrigen vermag nach jeder Betriebsperiode in b oder
a auch nicht der Bruchteil eines Kubikzentimeters Gas zurückzubleiben, da
der Wassersäulendruck alles Gas durch Hahn k hindurch nach Vorratsranm f drängt
und auch dann noch mindestens 8o mm beträgt, wenn der Wasserspiegel in
a bis zur Einmündung des Hahnes k
gestiegen ist. Um die vollkommene
Verdrängung des Gases zu erleichtern, greift der auf der Unterseite abgeschrägte
Verschlußdeckel l an der Seite des Hahnes k bis zur halben Öffnungshöhe dieses Hahnes,
auf der entgegengesetzten Seite aber etwas tiefer in den Karbidraum (eventuell eingeschliffen)
a hinein und ist außerdem für die Öffnung des Hahnes k (soweit notwendig) ausgespart,
der selber ein wenig schräg gestellt ist, und zwar so, daß die Öffnung an der Seite
des Raumes f höher liegt. Sobald die Verdrängung des Gasrestes aus a zu Ende geht,
zeigt es der Brenner durch leichtes Flackern an, das durch das Platzen der jetzt
in f entstehenden Gasblasen erzeugt wird. Das Karbid wird mittels eines Karbidkorbes,
wie ihn Abb. 8 zeigt, oder einer beliebigen anders gearteten Vorrichtung in den
Raum a hineingehängt oder -gestellt.
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Überschüssiges Gas kann durch die Wasserdurchlaßspalte erst dann entweichen,
wenn alles verdrängbare Wasser aus a und b nach e hochgedrückt und Raum d
unter Wassersäulendruck gesetzt wurde. Das Wasser aus d wird durch den entweichenden
Gasüberschuß zum Teil verdrängt und dieser unter Wassersäulendruck durch Rohr k
in den besonders konstruierten Brenner geführt, wo es vollkommen verbrennt, so daß
es die Luft nicht verunreinigen kann.
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Abb. io zeigt die Anordnung je zweier Räume a und b in Verbindung
mit nur je einem Raume c, cl, f, d, e usw. bei einem Apparat (Lampe)
für Dauerbetrieb; Abb. ii
zeigt den Umschaltehahn k2, der, wenn
man seinen Handgriff entsprechend verlängert und mit Gelenk versieht, ebenfalls
durch eine Sicherheitsmutter -rsl festgehalten werden kann, wie es in Abb. ii punktiert
angedeutet ist. Bei Benutzung nur einer Seite des Doppelapparates kann man bei zeitweiser
Außerbetriebsetzung die andere vollkommen mit Wasser angefüllte Seite (sinngemäße
Einrichtung des Umschaltehebels k2 usw. vorausgesetzt) als Reservegasbehälter benutzen,
so daß auch bei starker Nachentwicklung kein Gas mehr entweichen würde.
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Abb. 12 zeigt einen Hochdruckentwickler, der an seinem Umfange mit
beliebig vielen Karbidräumen a versehen sein kann und die Einstellung des Druckes
innerhalb weit?r Grenzen gestattet. Zu dem Zwecke wird der Wassethochbehälter e1
durch den rohrartig ausgebildeten Wassersteigeraum c3, der luftdicht durch die Stopfbuchse
y hindurchgeführt ist, mit dem ebenfalls rohrartig ausgebildeten Wassersteigeraum
cl in der Weise verbunden, daß e1 mit c3 zusammen durch ein Zahnradgetriebe z mit
vier diametral gegenüberstehenden Zahntriebstangen (es genügen auch schon drei)
:,l reliebig gehoben oder gesenkt und in jeder Lage durch eine Sperrvorrichtung
festgehalten werden kann. Im übrigen unterscheidet sich der Apparat von den vorher
beschriebenen nur dadurch, daß der Wasserhochbehälter e in zwei Teile, einen feststehenden
und einen beweglichen, zerlegt worden ist; die sonstigen Eigenschaften decken sich
(abgesehen von der Verstellbarkeit des Gasdruckes) vollkommen mit den Apparaten
der Abb. i bis 5, die auch in ähnlicher Weise ausgestaltet werden können.
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Die Räume der Apparate in den Abb. i, 6 und i2 brauchen nicht rund
oder rohrartig, sondern können auch für besondere Zwecke (Raumausnutzung) rechteckig
oder ähnlich ausgebildet werden, z. B. wenn der Apparat in eine Gaskochmaschine
eingebaut wird. Alsdann wird vorteilhaft der Doppelapparat der Abb. lo und il verwendet,
jedoch mit dem Unterschiede, daß die beiden Karbidbehälter a nebeneinander auf derselben
Seite des Raumes f liegen, wodurch die selbsttätige Einschaltung des zweiten bei
Außerbetriebsetzung des ersten und umgekehrt in einfachster «"eise ermöglicht wird.
Überhaupt eignen sich die Lampen auch vorzüglich zum Betriebe von Schnellkochern
u. dgl. und erhalten zu diesem Zwecke statt des einfachen Haupthahnes i einen Dreiwegehahn
mit Schlauchansatz, so daß gleichzeitig Kocher und Glühlampe oder jeder Brenner
auch einzeln für sich benutzt werden kann.
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Die einzelnen Konstruktionselemente des Erfindungsgegenstandes sind
bekannt; aber die Zusammensetzung in bestimmter Weise zur Erreichung bestimmter
Zwecke ist neu und wird als patentfähig beansprucht.