DE3711041C2 - Einstellbare hydrostatische Kolbenmaschine - Google Patents
Einstellbare hydrostatische KolbenmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine einstellbare hydrostatische
Kolbenmaschine gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Wenn bei einer Axialkolbenmaschine der Neutralpunkt der
Kolbenkräfte genau in der Schwenkachse läge, würden sich
keine vom auf die Kolben wirkenden Druck abhängigen Rück
stellkräfte am Stellteil ergeben. Mit Rücksicht auf unver
meidbare Fertigungstoleranzen ist es jedoch nicht möglich,
den Neutralpunkt genau in die Schwenkachse zu legen. Um
zu vermeiden, daß bei einem Teil der Maschinen einer Serie
der Neutralpunkt auf der einen Seite der Schwenkachse liegt
und bei den restlichen Maschinen dieser Serie auf der
anderen Seite der Schwenkachse liegt, legt man bewußt die
Schwenkachse derart, daß der Neutralpunkt auf einer vorge
wählten Seite der Schwenkachse liegt und sich somit Rück
stellkräfte einer vorbekannten Wirkungsrichtung ergeben.
Bevorzugt wird die Schwenkachse bei Axialkolbenmaschinen
derart angeordnet, daß die Rückstellkräfte in Richtung
auf die Nullhublage wirken, so daß sich eine förderdruck
abhängige Rückstellung ergibt. Bei einer Axialkolben
maschine, bei der das Stellteil mit einem Stellkolben ver
bunden ist, der in einem von Steuerdruck beaufschlagbaren
Stellzylinder verschiebbar ist und gegen die Kraft einer Feder
abgestützt ist, soll bei einem bestimmten Steuerdruck der Stell
kolben immer in einem bestimmten Maß gegen die Feder verschoben
werden und somit das Stellteil bei einem bestimmten gegebenen
Steuerdruck eine bestimmte Lage einnehmen. Diese eindeutige
Zuordnung ist nicht mehr gegeben, wenn vom Förderdruck abhän
gige Rückstellkräfte zusätzlich auf das Stellteil einwirken,
so daß die Lage des Stellteils nicht nur von der Größe des
eingestellten Steuerdruckes, sondern auch von der Größe des
Förderdruckes und damit der Rückstellkräfte abhängig ist.
Wirken die Kräfte in Richtung auf die Nullhublage, kann das zu
einem gewünschten Leistungsbegrenzungs- bzw. Leistungsregelungs
effekt führen. In vielen Fällen ist jedoch gewünscht, daß die
Stellage des Stellteils des hydrostatischen Getriebes präzise
durch den Steuerdruck eingestellt werden kann, d. h. unabhängig
von einer anderen Größe eingestellt werden kann. Dieser Wunsch
besteht oft insbesondere im Bereich kleiner Ausschwenkwinkel,
das heißt, bei der Pumpe eines Getriebes im Bereich kleiner
Abtriebsdrehzahlen. Beispielsweise bei einem Fahrantrieb, ins
besondere eines Gabelstaplers, sollen kleine Fahrgeschwindig
keiten sehr präzise angesteuert werden können.
Es ist bereits bekannt, die Rückstellkräfte teilweise durch vom
Förderdruck beaufschlagte Kolben zu kompensieren, um die will
kürlich an einem Handhebel oder einem Pedal aufzubringenden
Betätigungskräfte trotz der großen Rückstellkräfte klein zu
halten (DE-AS 11 15 140). Bei dieser bekannten Einrichtung ging
es nur darum, die Betätigungskräfte im gesamten Betätigungsbe
reich klein zu halten. Es ist auch bereits bekannt, die Kraft
eines vom Förderdruck beaufschlagten Kolbens abhängig von der
Einstellage der Kolbenmaschine auf den vom Steuerdruck beauf
schlagten Kolben einwirken zu lassen (DE-OS 34 34 588). Bei
der bekannten Einrichtung erfolgt das, um auch bei Einstellung
auf großes Hubvolumen sicher ein Zurückschwenken bei Erreichen
eines Grenzdruckes zu gewährleisten. Es ist auch bereits
bekannt, zusätzlich einen vom Förderdruck beaufschlagten
Kolben abhängig von der Ausschwenklage der Pumpe gesteuert
einwirken zu lassen (DE-OS 34 34 588).
Es ist auch bekannt, bei hydrostatischen Getrieben den Gesamt
einstellbereich in zwei Teilbereiche zu unterteilen, von denen
der eine in anderer Weise beeinflußt wird als der andere
(DE-OS 25 22 719). In diesem Fall war angestrebt worden, bei
großen Fahrgeschwindigkeiten eine andere Stellfunktion zu er
zielen als bei kleinen Fahrgeschwindigkeiten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ausgestaltung zu
schaffen, durch die in einem vorbestimmten Steuerdruckbereich,
vorzugsweise dem der Nullhublage benachbarten bzw. bis zur Null
hublage reichenden Bereich, die Einstellage des Stellteiles der
Maschine nur vom Steuerdruck bestimmt wird, während im übrigen
Einstellbereich, insbesondere bei höheren Abtriebsdrehzahlen,
die Eigenrückschwenkkräfte der Pumpe für eine Leistungsbe
grenzung bzw. Drehmomentbegrenzung benutzt werden.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1
angegebenen Merkmale gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungsformen
sind in den Unteransprüchen angegeben. Die Federkraft und die
Eigenrückschwenkkraft können gleichgerichtet sein, so daß der
Zusatzkolben (Kompensationskolben) die Feder um den Betrag der
Eigenrückschwenkkraft entlastet. In diesem Fall ist der Ring
raum um die Kolbenstange des Zusatzkolbens vom Förderdruck be
aufschlagt. Um die einfachere bauliche Gestaltung zu erzielen,
bei der der Förderdruck auf die der Kolbenstange abgewandte
Stirnseite des Zusatzkolbens wirkt, kann der Zusatzkolben als
Druckkolben auf der anderen Seite der Schwenkachse wie die Fe
der angeordnet sein. Da der Abstand der Schwenkachse des Stell
teils vom Neutralpunkt konstruktiv willkürlich gewählt ist und
damit die Größe der Eigenrückstellkraft bekannt ist, kann der
Durchmesser des Zusatzkolbens derart berechnet und gewählt
werden, daß die von dem auf den Zusatzkolben wirkenden Förderdruck erzeugte Kraft
gleich ist der Eigenrückstellkraft, wobei zu berücksichtigen ist, daß die
Eigenrückstellkraft abhängig vom Ausschwenkwinkel des Stellteiles und abhängig von
dem tatsächlichen genauen Abstand des Neutralpunktes von der Schwenkachse ist.
Diese Größen können jedoch bei der Konstruktion entsprechend berücksichtigt werden.
Durch die Ausgestaltungsform gemäß der Erfindung wird eine proportionale Verstellung
mit überlagerter Leistungsregelung ohne den für ein Vorsteuersystem erforderlichen
Aufwand und ohne Zusatzeinrichtungen für Leistungsregelung erzielt und damit eine
sehr preisgünstige Konstruktion.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Anmeldungsgegenstandes
schematisch dargestellt.
Im mittleren Teil der Zeichnung ist ein Blick auf den Steuerboden dargestellt und im
linken Teil der Zeichnung sind um 90° herausgeklappt die auf der linken Seite der
Axialkolbenmaschine angeordneten Stellorgane dargestellt und auf der rechten Seite
der Zeichnung sind ebenfalls um 90° herausgeklappt die auf der rechten Seite der
Axialkolbenmaschine angeordneten Stellorgane dargestellt.
In der Steuerspiegelfläche 1 des Steuerbodens sind die beiden Steuernieren 2 und 3
zu erkennen. Die Wiege 4 ist um die Schwenkachse 15 schwenkbar gelagert. Da die
Wiege 4 in beide Richtungen aus der zu der Steuerspiegelfläche 1 parallelen Lage
herausschwenkbar ist, sind für beide Schwenkrichtungen Stellorgane vorgesehen, die
alle an dem Steuerbodenkörper 7 befestigt sind, an dem auch die Steuerspiegelfläche
1 gebildet ist. Der Stellzylinder 8 ist in dem Steuerbodenkörper 7 befestigt und in dem
Stellzylinder 8 ist der Stellkolben 9 verschiebbar. Innerhalb des Stellzylinders 8 und des
Stellkolbens 9 ist die Feder 10 angeordnet. Die Wiege 4 auf der linken Seite der
Zeichnung ist identisch mit der auf der rechten Seite.
Der Kompensationszylinder 11 ist ebenfalls in dem Steuerbodenkörper 7 befestigt und
in diesem ist ein Kolben 12 verschiebbar, der gegen eine Feder 13 abgestützt ist.
Analog ist auf der anderen Seite ein Kompensationszylinder 17 angeordnet, in dem ein
Kompensationskolben 18 verschiebbar ist und ist ein Stellzylinder 14 mit dem
Steuerbodenkörper 7 verbunden, in dem ein Stellkolben 16 verschiebbar ist.
In der Zeichnung ist die Wiege 4 in ausgeschwenkter Stellung dargestellt. Auf der
linken Seite der Zeichnung ist der Zusatzkompensationskolben 19 zu erkennen und auf
der rechten Seite der Zusatzkompensationskolben 20. Auf der linken Seite ist ein
Leistungsreglerkolben 21 zu erkennen und auf der rechten Seite ein
Leistungsreglerkolben 22. In dem Stellzylinder 14 ist eine Feder 23 angeordnet und in
dem Kompensationszylinder 17 ist eine Feder 24 angeordnet.
Die Wirkungsweise ist folgende: Bei Beginn des Ausschwenkens aus der Nullhublage
heraus wirkt der Zusatzkompensationskolben 20 zusätzlich zum Steuerdruck auf den
Kolbenflächen 16 und 9 in weiter ausschwenkender Richtung. Dieser Kraft wirkt die
hochdruckabhängige Eigenrückschwenkkraft und die Kräfte der Federn 13 und 24
entgegen. Die Stirnfläche vor dem Zusatzkompensationskolben 20 ist mit der
Steuerniere 3 verbunden. Die von dem auf den Zusatzkompensationskolben 20
wirkenden Förderdruck erzeugte Kraft ist ebenso wie die Eigenrückschwenkkraft
abhängig von der Größe des Förderdruckes, der in der Niere 3 wirkt. Dabei ist der
Durchmesser des Zusatzkompensationskolben 20 so gewählt, daß die
Eigenrückschwenkkraft im Verstellbereich von 0° bis zu einem vorbestimmten
Winkel, beispielsweise 6°, annähernd ausgeglichen ist, mit der Folge, daß der
Ausschwenkwinkel der Wiege 4 in diesem Bereich nur abhängig ist von der Größe des
Steuerdruckes.
Erreicht die Wiege 4 den konstruktiv vorgegebenen Grenzwinkel von beispielsweise 6°,
so kommt der Zusatzkompensationskolben 20 bzw. 19 an den Anschlag 5 bzw. 28 zum
Anliegen mit der Folge, daß bei weiterem Ausschwenken der Wiege 4 der
Zusatzkompensationskolben 19 bzw. 20 keine Kraft mehr auf den Stellkolben 9 bzw. 16
ausüben kann. In dem über den vorgegebenen Grenzwert von beispielsweise 6°
hinausgehenden Stellbereich ist somit die Schwenklage der Wiege 4 nicht nur vom
Steuerdruck abhängig, sondern auch von der Eigenrückschwenkkraft. Da diese bei der
vorliegenden Pumpenkonstruktion nicht ausreicht, um eine für eine Regelung auf
konstantes Drehmoment notwendige Rückschwenkkraft zu gewährleisten, ist zusätzlich
der Leistungsreglerkolben 22 vorgesehen, der eine zusätzliche Rückschwenkkraft
erzeugt, die abhängig ist von dem diesen Kolben 22 beaufschlagenden Förderdruck. In
dem konstruktiv vorgegebenen, beispielsweise von 0 bis 6° reichenden
Feinsteuerbereich kann dieser Leistungsreglerkolben 22 nicht eine Kraft ausüben, da
der Weg dieses Leistungsreglerkolbens 22 durch den Anschlag 6 begrenzt ist.
Im Falle des Bremsens mittels der hydrostatischen Pumpe werden bei der dargestellten
Anordnung die Druckseiten vertauscht, d. h. der höhere Druck wird jetzt in der Niere 2
geführt. Auf die Wiege 4 wirkt nunmehr eine druckabhängige Ausschwenkkraft.
Nunmehr wirkt der Zusatzkompensationskolben 19 in Richtung auf die Nullhublage und
unterstützt die Wirkungen der Federn 13 und 24. Da durch den
Zusatzkompensationskolben 19 die Ausschwenkkraft der Pumpe weitgehend
aufgehoben ist, ist die Pumpenstellung nur vom Steuerdruck abhängig. Der
druckbeaufschlagte Leistungsreglerkolben 21 kann nicht wirksam werden, da er durch
den Anschlag 27 festgelegt ist.
Durch den zweiten Anschlag 27 bzw. 6 gemäß Anspruch 4 bzw. 5 wird die Aufteilung
des Stellweges in einen Wegteil, in dem ausschließlich der Steuerdruck wirksam ist,
und einen Wegteil, in dem eindeutig eine Leistungsregelcharakteristik gegeben ist,
verstärkt.
Claims (5)
1. Einstellbare hydrostatische Kolbenmaschine, vorzugsweise Axialkolbenmaschine,
bei der die Schwenkachse des Stellteiles außerhalb des Neutralpunktes der
Kolbenkräfte liegt und bei der das Stellteil mit mindestens einem Stellkolben
verbunden ist, der gegen die Kraft einer Feder in einem von willkürlich wählbarem
Steuerdruck beaufschlagten Stellzylinder verschiebbar ist, gekennzeichnet durch
einen vom Förderdruck beaufschlagten Zusatzkompensationskolben (19 bzw. 20),
der derart bemessen ist, daß die vom auf den Zusatzkompensationskolben (19
bzw. 20) wirkenden Förderdruck erzeugte Kraft gleich ist der vom Förderdruck
erzeugten Eigenrückstellkraft, wobei der Zusatzkompensationskolben (19 bzw. 20)
derart geschaltet ist, daß die an diesem Zusatzkompensationskolben (19 bzw. 20)
erzeugte Kraft der Eigenrückstellkraft entgegenwirkt, wobei der Verschiebeweg des
Zusatzkompensationskolbens (19 bzw. 20) durch einen Wegbegrenzungsanschlag
(28 bzw. 5) begrenzt ist.
2. Kolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Verschiebeweg des Zusatzkompensationskolbens (19 bzw. 20) ausgehend von
der Nullhublage angeordnet ist.
3. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (15) gegenüber dem Neutralpunkt der
Kolbenkräfte derart versetzt angeordnet ist, daß die Rückstellkraft in Richtung auf
die Nullhublage wirkt.
4. Kolbenmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche mit einem vom
Förderdruck beaufschlagten, mit dem Stellteil verbundenen, auf dieses bei
Druckbeaufschlagung eine in Richtung auf die Nullhublage wirkende Kraft
ausübenden Leistungsreglerkolben, dadurch gekennzeichnet, daß für den
Leistungsreglerkolben (21 bzw. 22) ein weiterer Anschlag (27 bzw. 6) vorgesehen
ist, gegen den der Leistungsreglerkolben (21 bzw. 22) bei Unterschreiten einer
vorbestimmten Grenzlage des Stellteiles anliegt.
5. Kolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vorbestimmte
Grenzlage, von der ab der Leistungsreglerkolben (21 bzw. 22) gegen den
zugeordneten Anschlag (27 bzw. 6) anliegt, gleich ist der Lage des Stellteiles, ab
der der Wegbegrenzungsanschlag (28 bzw. 5) des Zusatzkompensationskolbens
(19 bzw. 20) wirksam ist.
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