DE367688C - Verfahren und Vorrichtung zur Steigerung der Foerderleistung im Braunkohlentagebau - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Steigerung der Foerderleistung im BraunkohlentagebauInfo
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Description
Die in den Tagebauen durch Baggerbetrieb gewonnene Braunkohle wird zur Zeit «unaufbereitet«,
also als Gemisch von Grob- und Femkohle in Fördergefäße gefüllt und in diesem gemischten Zustand nach feststehenden Aufbereitungsanlagen
oder nach feststehenden Versandstellen gefördert. Die bestehenden Aufbereitungsanlagen
dienen hauptsächlich dazu, die in dem Kohlengemisch enthaltene Grobkohle
zu zerkleinern, um sie für die daran anschließende Brikettfabrikation verwendbar zu
gestalten. Die bestehenden Versandstellen für Rohbraunkohle sind gewöhnlich örtlich von den
Aufbereitungsanlagen getrennt errichtet und meistens ohne besondere Siebanlagen ausgerüstet,
so daß die Förderkohle nur »unaufbereitet«, also nur als Gemisch von Grob- und
Feinkohfe versandt werden kann.
Diejenigen Versandstellen, welche über eine Siebanlage verfügen, können zwar Grobkohle zum unmittelbaren Versand liefern, sie müssen aber gleichzeitig die Feinkohle, welche kaum verkaufsfähige Ware darstellt, nach den Brikettfabriken abfördern.
Diejenigen Versandstellen, welche über eine Siebanlage verfügen, können zwar Grobkohle zum unmittelbaren Versand liefern, sie müssen aber gleichzeitig die Feinkohle, welche kaum verkaufsfähige Ware darstellt, nach den Brikettfabriken abfördern.
»5 Sind solche Versandstellen nicht besonders
vorhanden, so muß die Rohbraunkohle in den vorhandenen Aufbereitungsanlagen zum Versand
gebracht werden. Dieses war bei der geringen Nachfrage nach Rohbraunkohle naturgemäß
nur in beschränktem Maße möglich.
Nachdem die Nachfrage nach grobkörniger Rohbraunkohle ganz bedeutend gestiegen ist
und letztere ein äußerst wichtiger Ersatz für Steinkohle geworden ist, reichen die voihandenen
Aufbereitungsanlagen und Versandstellen nicht aus, um annähernd einen gesteigerten Versand
zu ermöglichen. Dieses wäre nur zu erreichen, wenn die bestehenden Anlagen entsprechend
vergrößert würden, was entweder örtlich unmöglich ist oder aber nur mit ganz erheblichem Kostenaufwand und mit dauernd
höheren Gestehungskosten ausführbar ist.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Förderleistung ohne bautechnische
Änderungen der vorhandenen Aufbereitungsanlagen und Versandstellen derart zu steigern,
daß es möglich ist, die angeforderten Mengen Grobkohle in größerem Maße als bisher zum
Versand zu bringen, ohne daß dadurch die für die Brikettfabrikation notwendige Kohlenmenge
verringert zu werden braucht.
Dieser Zweck wird dadurch erreicht, daß die als Grob- und Feinkohle gemischte Rohbraunkohle
an der Gewinnungsstelle in Grob- und Feinkohle geschieden wird. Zu diesem Zwecke
wird die Rohbraunkohle einem fahrbaren und dem Fortschreiten der Gewinnungsmaschinen
{Kohlenbaggern) folgenden Trichterwagen zugeführt, welcher mittels einer Siebvorrichtung
eine Trennung der Grob- und Feinkohle bewirkt. Das Sieb kann je nach der örtlichen Struktur
der Rohbraunkohle als festes oder bewegtes Sieb ausgebildet sein. Die somit an der Gewinnungsstelle
in Grob- und Feinkohle getrennte Rohbraunkohle kann nur getrennt aus den Tagebauen
nach den Verbrauchsstellen gefördert werden. Es ist infolgedessen möglich, die Versandstellen
lediglich mit Grobkohle zu beschicken und die Brikettfabrikation unter Ausschaltung der dort vorhandenen Sieb- und Zer-
kleinerungsmaschinen mit brikettierfähiger Feinkohle zu versehen. Während auf diese Weise
die Brikettfabriken ihre Höchstmengen an " Feinkohle ohne weiteres erhalten, so ist es
außerdem unter Anwendung des neuen Verfahrens möglich, die Förderung an der Gewin-
nungsstelle dem Mehrbedarf an Grobkohle beliebig anzupassen, ohne daß also irgendwelche
baulichen Veränderungen notwendig werden, ohne daß dadurch Mehraufwendung für Arbeitslöhne
nötig ist.
Die Zeichnung zeigt ein schematisches Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung im Aufriß.
ίο Dem Aufgabetrichter D wird von der Kohlengewinnungsmaschine
(Kohlenbagger) die Kohle in der üblichen Weise von oben zugeführt. Unter .dem Füllrumpf D befindet sich der
übliche Trichterwagen A mit den beiden Füllrümpfen A1, A2, der auf einem Geleise mittels
der Räder A3, A1 entsprechend dem Vorrücken
des Baggers beweglich ist. Vor und hinter dem Trichterwagen befindet sich je ein Zusatzwagen
B und C, die je dem halben Trichterwagen
A entsprechen und mit einem Füllrumpf B1, C1 und mit Rädern B2, ΒΆ, C2, C3 versehen
sind. Diese Zusatzwagen B, C werden mit dem Trichterwagen durch eine Kupplung, z. B.
durch Laschen, verbunden, die am Trichterwagen und am Zusatzwagen angeschraubt sind.
Man kann auch die Fahrzeuge A1B, C zu einem
gemeinsamen Fahrzeug zusammenfassen.
Die Siebung erfolgt nun je nach der örtlichen
Struktur der Rohbraunkohle. In der Zeichnung ist z. B. durch die dachartigen strichpunktierten
Linien ein festes Steilsieb E angedeutet, dessen untere Enden über die Mündung der Füllrümpfe
C1 bzw. B1 hinüberragen. Die Siebung kann auch durch einen aus festen und dazwischen
laufenden beweglichen Stangen gebildeten Rost erfolgen, wie es in vollen Linien angedeutet ist.
Bei letzterem erfolgt der Antrieb durch eine Kurbelwelle R, an deren Kurbelzapfen Q Lenker
P, P1 angreifen, deren andere Enden an die Gelenkpunkte O, O1 der Lenker H, H1 angreifen.
Letztere sind bei M, M1 am Gestell des Wagens A und bei N, N1 an den beweglichen
Rosten S, F angelenkt. Diese Roste sind ferner an den Gelenkpunkten L, L1 durch Lenker I, I1
in den Gelenkpunkten K, K1 am Gestell des Wagens A angelenkt. Jeder der beiden beweglichen
Roste bewegt sich mit seinen Stangen zwischen den Stangen eines festen Rostes F1, S1.
In der Zeichnung ist nur der Rost F1 ersichtlieh,
weil der bewegliche Rost F über ihn hinausgeschoben ist, während der bewegliche Rost S
sich gerade in der Höhe seines festen Rostes S1 befindet. Durch Antrieb der Kurbelwelle R mittels
irgendeiner Kraft werden die Roste F, S bewegt und vollführen eine schwingende"
Bewegung, teils in der, teils über die Höhe der festen Roste hinaus. Die äußeren Enden
dieser Roste S, F ragen ebenfalls in die Füllrümpfe
C1, B1 der Zusatzwagen C, B hinein. Entsprechend der Struktur der Rohbraunkohle
kann jede beliebige Rost- oder Siebart Verwendung finden. Wenn der Bagger aus seiner
Schaufel die rohe Braunkohle in den Aufgabetrichter D hineinfallen läßt, wird die Kohle
ausgesiebt. Die Feinkohle selber fällt in die FüUrürnpfe A1, A2 und die Grobkohle in die
Füllrümpfe C1, B1, so daß die verschiedenen Kohlen in verschiedene Wagen gefüllt werden.
Durch Anordnung einer Weiche im Geleise ist es dann ohne Schwierigkeit möglich, die Wagen
mit Feinkohle und mit Grobkohle zu getrennten Zügen zusammenzustellen.
Wenn aus irgendeinem Grunde eine Siebung nicht mehr wünschenswert wird, so kann man
durch Abnahme des Siebes und durch Wegnähme der beiden Zusatzwagen sofort wieder
in der alten Weise fördern. Die Zusatzwagen sind auch aus diesem Grunde so augeführt, daß
sie ungefähr einem halben Trichterwagen gleichen, so daß durch Zusammenstellung zweier
solcher Zusatzwagen ein neuer Trichterwagen gewonnen wird. Wenn dieser Gesichtspunkt
nicht wesentlich ist, so kann natürlich der Trichterwagen mit den beiden Zusatzwagen B, C
zu einer geschlossenen Konstruktion ausgebildet werden. Die Hinzufügung der Zusatzwagen
zu dem üblichen Trichterwagen ermöglicht es aber, die bestehenden Anlagen mit sehr
geringen Änderungen zu benutzen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Steigerung der Förderleistung im Braunkohlentagebau, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kohle von einer mit der Fördervorrichtung mitgehenden Sortiervorrichtung
(E, F, S) in Grob- und Feinkohle geschieden wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung de«
Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortiervorrichtung
(E, F, S) _ zwischen die Fördervorrichtung und den Aufgabetrichter des bekannten
Trichterwagens (A) eingeschaltet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die aussortierten Grobkohlen
von der Sortiervorrichtung in an den Trichterwagen angesetzte ZusatzfüUrümpfe
(B, C) geführt werden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzfüllrumpfwagen
(B, C) so ausgebildet sind, daß sie zu einem Trichterwagen zusammengestellt
werden können.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK77536D DE367688C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Steigerung der Foerderleistung im Braunkohlentagebau |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE367688C true DE367688C (de) | 1923-01-25 |
Family
ID=7233035
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEK77536D Expired DE367688C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Steigerung der Foerderleistung im Braunkohlentagebau |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE367688C (de) |
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0
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