DE366098C - Wasserloesliche OEl- und Lackfarben - Google Patents

Wasserloesliche OEl- und Lackfarben

Info

Publication number
DE366098C
DE366098C DEZ11817D DEZ0011817D DE366098C DE 366098 C DE366098 C DE 366098C DE Z11817 D DEZ11817 D DE Z11817D DE Z0011817 D DEZ0011817 D DE Z0011817D DE 366098 C DE366098 C DE 366098C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
water
soluble
oil
soluble oil
sulfur
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEZ11817D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ZEBU AKT GES fur CHEM TECHN U
Original Assignee
ZEBU AKT GES fur CHEM TECHN U
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by ZEBU AKT GES fur CHEM TECHN U filed Critical ZEBU AKT GES fur CHEM TECHN U
Application granted granted Critical
Publication of DE366098C publication Critical patent/DE366098C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D5/00Coating compositions, e.g. paints, varnishes or lacquers, characterised by their physical nature or the effects produced; Filling pastes
    • C09D5/02Emulsion paints including aerosols
    • C09D5/022Emulsions, e.g. oil in water

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)

Description

  • Wasserlösliche Öl- und Lackfarben. Ifit Ausnahme der streichfertigen Farben stellt man die Ölfarben aus Gründen verschiedener Natur meist als dicke pastöse Massen dar, die erst kurz vor Gebrauch durch entsprechende Verdünnungsmittel verdünnt werden, denn die Anstriche müssen dünn aufgetragen sein, weil nur dünne Farben ein gleichmäßiges Überziehen der Unterlage bei gleichzeitigerFarbeersparnis verbürgen, rasch trocknen und weitaus fester haften als die dick aufgetragenen Farben.
  • Die dicke Grundfarbe, ein inniges Gemenge von Farbkörper (Erdfarben, chem. Mineralfarben) und wasserunlöslichem Bindemittel (Leinöl, Leinölfirnis oder sonstige trocknende Öle, Lacke, Paraffin-, Harz- und Kunstharzlösungen), ist mit Wasser nicht mischbar und kommen- als Verdünnungsmittel nur organische Flüssigkeiten, wie Terpentinöl, Leinöl, Leinölfirnis, Kohlenwasserstoffe, Derivate der Kohlenwasserstoffe, ätherische Öle usw. in Betracht. Alle diese Verbinnungsmittel sind kostspielig und würde es ohne Zweifel gewaltige Vorteile bieten, wenn man an Stelle der teueren organischen Lösungsmittel Wasser verwenden könnte, d. h. eine Grundfarte herstellen könnte, die sich in heliebigem Verhältnis mit Wasser mischt und dennoch sämtliche Eigenschaften derölfarben hzw. der Lacke aufweist. Ein derartiges Verfahren bildet den Gegenstand der Erfindung. l Es ist bekannt, wasserunlösliche Flüssigkeiten organischer Natur (Teer) durch Verrühren mit einer wässerigen Aufschlämmung von Ton wasserlöslich zu machen. Diese Emulsion ist selbstverständlich kein Anstrich im Sinne einer Ölfarbe. Eine ähnliche Emulsion von sauren Teerölen beschreibt auch die deutsche Patentschrift281387, wobei die eigentliche Emulsion von Metalloxyd, Harz und Öl ohne Wasserzusatz hergestellt wird.
  • Der Gegenstand der Erfindung umfaßt dagegen nicht Emulsionen von sauren organischen Flüssigkeiten, sondern solche der chemisch und physikalisch völlig anders gearteten indifferenten, neutralen Glyzeride der höheren trocknenden Fettsäuren (Leinöl, Hanföl, Mohnöl, Nußöl bzw. diese Öle im teilweise oxvdierten Zustand) und der Lösungen von Harzen in Ölfirnis und den übrigen gebräuchlichen Lösungsmitteln. Leinöl läßt sich wohl auch mit wässerihen Aufschlämmungen von anorganischen Farbkörpern zu Emulsionen verrühren (Patent 175q.02), die sich (Seite I, Zeile 55) nachträglich aber nur mit Öl mischen. Von einer Mischbarkeit der Emulsion mit Wasser,' die den springenden Punkt in der Verwertung der Farbe darstellt, weiß die deutsche Patentschrift nichts zu berichten. Nach der schweizerischen Patentschrift 74530 stellt man zuerst eine Emulsion von Leinöl, Mohnöl, Seife, Borax und Wasser her, verreibt die fertige Emulsion sodann mit Farbkörpern auf übliche Weise in einer Farbreibmaschine zu Anstrichfarbe. Über eine Wasserlöslichkeit der fertigen Farbe findet sich auch in dieser Patentschrift keine Andeutung. Die Emulsionen der trocknenden Öle mit wässerigen Aufschlämmungen von Metalloxyden müssen daher bis jetzt als mit Wasser unvermischbar bezeichnet werden. Es wurde nun gefunden, daß man unter bestimmten Umständen zu wässerigen Emulsionen von trocknenden ölen oder Lacken mit Eigenschaften der Ölfarben bzw. der Lacke gelangen kann, die sich nachträglich in jedem Verhältnis sowohl mit Wasser wie auch mit organischens Verdünnungsmitteln vermischen. Läßt man beispielsweise in eine wässerige Aufschlämmung von feinstverteiltem Farbkörper, der man ganz bestimmte Stabilisatoren zusetzt, in einem Rührwerk unter ständigem Rühren das trocknende Bindemittel in dünnem Strahl zufließen, dann erhält man Emulsionen der gewünschten Eigenschaften. Als Stabilisatoren kommen Körper in Betracht, die gleichzeitig im Wasser wie auch im Farbbindemittel löslich sind, beispielsweise Alkohol, Pyridin, Azeton, Glyzerin, Naphthensäure, rizinusölsulfosaure Alkalien, Alkalisalze der Harzsäuren usw. Die Liste der Körper mit den genannten Eigenschaften ließe sich beliebig verlängern, doch ist ihre Wahl neben dein Preis bei den rein organischen Körpern auch von dem Grade ihrer Flüchtigkeit bestimmt. Man kann diese Stabilisatoren sowohl einzeln wie auch in Gemischen verwenden. Verwendet man organische Flüssigkeiten von höherem Siedepunkt, so muß neben dem hochsiedenden Anteil noch ein solcher von niedrigem Siedepunkt zugegen sein, um das Verdunsten der hochsiedenden Komponente zu erleichtern. Die Stabilisatoren können auch im Farbbindemittel gelöst zurAnwendung gelangen, wie auch die Durchführung des Verfahrens zur Herstellung der Emulsion auf verschiedene Weisen erfolgen kann. Die schweizerische Patentschrift 74530 erwähnt wohl Seife als Emulsionszusatz, doch ist unter dieser Seife nur das Alkalisalz einer höheren gesättigten Fettsäure zu verstehen, die wohl in Wasser, nicht aber in Ö1 löslich ist. Von einer Erkenntnis der erforderlichen Eigenschaften der Stabilisatoren nach der Erfindung ist keine Rede. Die Alkalisalze der Harzsäuren (Harzseifen) haben aber neben ihren sonst so ausgezeichneten Eigenschaften für die Zwecke der Erfindung den Machteil, Leim Eintrocknen nicht in wasserunlöslichen Zustand überzugehen. Der getrocknete Anstrich färbt bei Berührung mit Wasser milchig ab, der Anstrich ist nicht Wasser- und wetterfest und daher nur für eine teschränkte Zahl von Verwendungszwecken zu gebrauchen. Um diesen Übelstand bei der Anwendung der Harzseifen als Stabilisatoren zu beheben, setzt .man der Emulsion überdies noch Körper zu, die die Harzseifen beim Eintrocknen in unlöslichen und festen Zustand überführen. Solche Körper sind beispielsweise Elemente wie Schwefel, Phosphor, Selen, die in der dünnen Schicht des aufgetragenen Anstriches durch den Sauerstoff der Luft langsam zu den entsprechenden Säuren oxydiert werden. Das Verhalten und die Wirkung dieser durch Selbstoxydation erst zur Betätigung gelangenden Zusätze soll beispielsweise für den Schwefel näher erläutert werden. Man setzt dem zu emulgierenden Gemenge in einem beliebigen Zeitpunkt Schwefel in feinster Verteilung in einer Menge zu, die etwas größer ist als das der zugesetzten Harzseife entsprechende Äquivalent. In der dünnen Schicht der aufgetragenen Farbe wird der Schwefel durch den Luftsauerstoff zu schwefliger Säure oxydiert. SO, löst sich in Spuren des vorhandenen oder atmosphärischen Wassers zu H. S03. Diese löst teilweise beispielsweise das Zinkweiß des Farbkörpers zu Zinksulfit, welches sich mit dem harzsauren Alkali zu unlöslichem und hartem Zinkresinat umsetzt. Ein anderer Teil der schwefligen Säure zersetzt das harzsaure Alkali zu freier, wasserunlöslicher Harzsäure. Spuren des oberflächlich gebildeten Schwefeldioxyds entweichen ungenutzt, weshalb ein kleiner Schwefelüberschuß angezeigt ist. Das durch die Umsetzungen gebildete Natriumsulfit ist für die Güte der Farbe unschädlich.
  • Es ist bekannt, daß Schwefel beim Stehen an der Luft in Spuren in SO, übergeht und deutlich danach riecht.
  • Es ist nur noch die Frage, ob dieses bekannte Verhalten des Schwefels im Gemisch nach der Erfindung rasch genug verläuft, um eine ÜLerführung der obersten Anstrichschicht innerhalb eines Zeitraumes von 12 bis a4 Stunden in den wasserfesten Zustand zu ermöglichen.
  • Diese Annahme ist auf Grund der nachstehenden Literaturstellen als durchaus annehmbar zu bezeichnen.
  • Der Schwefel ist in Fetten und Ölen ganz oder teilweise löslich (Dr. B. N e u m a n n , Lehrbuch der chem. Technologie igi2, Seite 629, sub 4, Faktis. Kautschuksurrogate). In Form einer Lösung bietet er aber dem Sauerstoff eine weit größere Oberfläche, als wenn er in noch so diinner Schicht für sich allein an der Luft ausgebreitet würde. Demgemäß wird die Reaktionsgeschwindigkeit in Lösung entsprechend gesteigert.
  • Schwefel ist aber auch in Alkalien löslich (G m e 1 i n - K r a u t, Handbuch der anorg. Chemie 1907, BandI/i, Seite 377, letzte Zeile) und muß sich zwischen Schwefel und dem dissoziierten Alkali oder Seife ein Gleichgewicht unter Bildung von Alkalisulfid einstellen. Alkalisulfide sind aber bekanntlich ziemlich leicht oxydierbar (G m e 1 i n -K r a u t , Band II/i, Seite 311, e. Wässerige Lösung).
  • Durch Oxydation des in Leinöl gelösten Schwefels und des Alkalisulfids tritt aber Störung der' bestehenden Gleichgewichte ein. Die sofortige Wiederherstellung der gestörten Gleichgewichte ist aber bekanntlich die Ursache für einen beschleunigten bzw. quantitativen Verlauf eines chemischen Prozesses.
  • Nach M. B e t t 1 e r (Lack- und Firnisfal;rikation igo8, Seite 33, Absatz i) absorbiert im allgemeinen i g Leinöl ioi bis 156 ccm Sauerstoff.
  • Wir verweisen ferner auf das Buch von Dr. F. Seeligmann und E. Zieke »Handbuch der Lack- und Firnisindustrie 191o«, Seite 27q:, Absatz q.: , »Schon früher war beobachtet worden, daß zu Beginn des Trockenprozesses die Reaktionsgeschwindigkeit gering ist, um dann immer mehr zuzunehmen. Ich habe nun festgestellt, daß in jedem Fall, mag man im Dunklen, im Licht, mit Sikkativen usw. arbeiten, eine Autokatalyse vorliegt, d. h. es entsteht während der Reaktion ein Stoff, der die weitere Sauerstoffaufnahme beschleunigt. Der Leinöltrockenprozeß ist geradezu ein Schulbeispiel für die Autokatalyse.« Die Tatsache, daß Leinölfirnisse ausnahmslos mit einem Zusatz von Sauerstoffübertragern (Mangansalze usw.) hergestellt werden, ist ebenfalls feststehend. Zieht man die vorstehend geschilderten Gründe für die rasche Oxydation des Schwefels bei Gegenwart von Leinöl und Harzseife' zusammen, so wird gewiß zugegeben werden, daß unsere diesbezügliche Behauptung durch Literaturangaben hinlänglich belegt erscheint.
  • An Stelle des ledigen Farbbindemittels (Leinöl u. dgl.) kann man auch Lösungen desselben in beliebigen organischen Flüssigkeiten anwenden. Es ist von besonderem Vorteil für die Wasserlöslichkeit der Farbe, wenn auch diese Lösungsmittel die Wasser- und Öllöslichkeit zeigen. Es sind aber auch anderweitige Lösungsmittel ebenfalls verwendbar. Die fertige Farbe kann zur Erhöhung der Feinheit noch durch Farbreibemaschinen laufen. Vor dem Gebrauch wird die pastöse Grundfarbe mit Wasser verdünnt und auf übliche Weise mit Pinsel verstrichen. Beim Verdünnen setzt man das Wasser nur in kleinen Anteilen zu und verrührt jedesmal gut. Als Farbkörper sind Verbindungen kristallinischer Natur nicht zu empfehlen. Der Farbkörper soll amorph oder kolloidal sein. Dem Aufschlämmungswasser für den mineralischen Farbkörper können gleichzeitig auch lösliche oder unlösliche organische Pigmente Zugesetzt sein. Nimmt man statt Leinöl o. dgl. eine Lacklösung, so resultieren Anstriche von lackartiger Beschaffenheit. Die Durchführung des Verfahrens zur Herstellung j der Emulsion kann sowohl auf kaltem wie auch auf warmem Wege erfolgen. Man kann das Bindemittel in dünnem Strahl unter Rühren zufließen lassen, wie auch das Bindemittel sofort zur Gänze zusetzen und bis zur Erzielung der Emulsion rühren.
  • Es wurde weiter gefunden, daß es, um zu wasserlöslichen öl- und Lackfarben zu gelangen, gar nicht nötig ist, von wässerigen Aufschlämmungen des Farbkörpers bzw. von Ernulsionen des Farbbindemittels auszugehen. Man kann diese Produkte auch in der Weise erhalten, daß man in eine beliebige Farbe, beispielsweise eine wasserlösliche käufliche Öl- oder Lackfarbe, nachträglich Iden doppellöslichen Stabilisator .und gegebenenfalls Schwefel usw. einrührt oder Ölfarbe und Lack aus Farbkörper, wasserunlöslichem Bindemittel, doppellöslichem StabilisatorundSchwefel o. dgl. entweder im Rührwerk oder auf der Farbreibemaschine ohne Wasserzusatz herstellt. Alle diese Produkte, ob von Haus aus wasserhaltig oder nicht, sind bei Gegenwart der gekennzeichneten Stabilisatoren nachträglich in jedem Verhältnis mit Wasser und den üblichen bisherigen organischen Verdünnungsmitteln löslich. Bei Gegenwart von Schwefel o. dgl. sind die beispielsweise mit Harzseifen erzeugten Anstriche nach dem Trocknen auch wasserfest. Eine weitere Ausführungsform besteht darin, daß man Farbkörper, Bindemittel und Schwefel o. dgl., all her ohne doppellöslichen Stabilisator, auf übliche Weise zur Farbe rührt und die an sich wasserunlösliche Farbe mit einer wässerigen Lösung der doppellöslichen Stabilisatoren verdünnt.
  • Unter den weiter oben angeführten Stabilisatoren ist auch Glyzerin angegeben. Die Zugabe von beschränkten Mengen Glyzerin hat den Vorteil, den Glanz des Anstriches wesentlich zu erhöhen.
  • Die bisher erwähnten trocknenden Öle sind durchgehends neutrale Glyzeride trocknender höherer Fettsäuren. Die Fähigkeit, an der Luft zu trocknen, haftet nicht am Glyzerin, sondern ist eine Eigenschaft der Fettsäuren. Man kommt daher zu dem gleichen Ergebnis, wenn man statt der Neutralfette mit den freien Fettsäuren arbeitet.
  • Spaltet man die trocknenden Öle auf bekanntem Wege, beispielsweise mit Enzymen, wie sie beispielsweise im Rizinussamen vorkommen, indem man die Glyzeride mit einem Auszug aus Rizinussarnen bei geeigneter Temperatur stehenläßt, so wird das trocknende Öl in Glyzerin und die trocknende Säure gespalten. Die fermentative Spaltung der Neutralfette verursacht fast gar keine Kosten und liefert neben dem trocknenden Mittel der Ölfarben überdies noch völlig kostenlos den doppellöslichen Vermittler Glyzerin.
  • Selbstverständlich darf nicht die Gesamtmenge des trocknenden Bindemittels der fermentativ en Spaltung unterworfen werden (es wäre denn der Fall, den Großteil des Glyzerins nach der Spaltung entfernt zu haben, weil übermäßiger Glyzeringehalt das Trocknen des fertigen Anstriches erschwert), sondern nur ein aliquoter Teil. Der erforderliche Rest der doppellöslichen Vermittler wird nach dem zuerst beschriebenen Verfahren-gewählt.
  • Nachstehend ist ein Verfahren, wie es den Gegenstand der Erfindung bildet, an derHand einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt.
  • 75 Teile Farbkörper (beispielsweise Zinkweiß) und 25 Teile Natron- oder Kalisalz einer beliebigen trocknenden Fettsäure werden mitWasser zu einem Teig passender Konsistenz angemacht und in diesen Teig eine berechnete Menge Schwefel nebst einem angemessenen überschuß desselben eingerührt. Diese Paste wird vor Gebrauch mit Wasser verdünnt und dann gestrichen. Das Alkalisalz der trocknenden Fettsäure ist in Wasser löslich. In der dünnen Schicht des aufgetragenen Anstriches wird der Schwefel an der Luft zu schwefliger Säure oxydiert. Die schweflige Säure zersetzt die Alkaliseife unter Bildung von neutralem Alkalisulfid und trocknender Fettsäure.
  • Die frei werdende trocknende Fettsäure oxydiert sich an der Luft, wie dies bei dem Verhalten des Firnis usw. bekannt ist. An i Stelle von Schwefel können auch andere oxvdierbare Körper, wie Phosphor und Selen, Verwendung finden. Die Schwefelmenge usw. richtet sich gemäß der Umsetzungsgleichung nach der XTenge des fettsauren Alkalis.
  • Zur Beschleunigung der Trocknung der frei werdenden Fettsäure können Sauerstoffüberträger bekannter Art zugesetzt werden.
  • Als trocknende Fettsäuren kommen die im Leinöl, Hanföl, Mohnöl, Nußöl, Holzöl usw. gegebenen Säuren in Betracht.
  • Es ist zwar bekannt, wässerigen Emulsionen von wasserunlöslichen Mitteln Seifen zuzusetzen, doch handelte es sich nicht um Seifen von trocknenden Säuren und ist auch sonst deren Zweck und Wirkungsweise von dem nach der Erfindung grundverschieden.
  • An Stelle der wasserlöslichen Alkaliseifen der trocknenden Fettsäuren können auch die flüchtigen Ammonseifen Verwendung finden. In diesem Fall entfällt die Verwendung von Schwefel u. dgl.
  • Das Amrnoniak der Seife ist flüchtig, und die rückbleibende trocknende Säure oxydiert sich in bekannter Weise an der Luft zu einem unlöslichen Häutchen.
  • Wie bekannt, haftet in den bei den bisherigen gebräuchlichen Ölfarben verwendeten Firnissen und trocknenden Ölen die Trocknungsfähigkeit nicht am Glyzerin, sondern an der Fettsäure. Das Glyzerin ist eigentlich überflüssiger Ballast und hat die Abtrennung des Glyzerins durch alkalische Verseifung noch die Wasserlöslichkeit der trocknenden Fettsäure zur Folge. Als Pigmente kommen anorganische und organische in Betracht. Je nach der Wahl des Pigmentes richtet sich auch die Menge des Salzes der trocknenden Fettsäure.
  • Finden an Stelle der Salze von trocknenden Fettsäuren solche von festen Harzsäuren, mit oder ohne Schwefel, je nach fixem oder flüchtigem Salz, Verwendung, so ergeben sich analoge lackartige Anstriche. Die den Gegenstand der Erfindung bildenden Ausführungsformen können in entsprechender Weise kombiniert werden. Ebenso kann auch ein Teil der fett-und harzsauren Salze durch trocknende :V eutralfette oder trocknende Fettsäuren ersetzt werden.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben, dadurch gekennzeichnet, daß eine wässerige Aufschlämmung von Farbkörpern mit wasserunlöslichen Bindemitteln bei Gegenwart von sowohl in Wasser wie auch in den wasserunlöslichen Bindemitteln löslichen Stabilisatoren emulgiert wird.
  2. 2. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserunlöslichen Farbbindemittel in Lösungsmitteln, die ebenfalls die Eigenschaft der Wasser- und Öllöslichkeit l:esitzen, zur Anwendung gelangen.
  3. 3. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben nach Anspruch T, dadurch gekennzeichnet, daß im Fall der Verwendung von harzsauren Alkalien als Stabilisatoren ein durch Selbstoxydation in eine Säure übergehendes Element der Emulsion zugesetzt wird. q,.
  4. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben, dadurch gekennzeichnet, daB Farbkörper, wasserunlösliche Farbbindemittel, doppellöslicher Stabilisator und Schwefel o. dgl. ohne Wasserzusatz verrührt wird. '
  5. 5. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben, dadurch gekennzeichnet, daß Farbkörper, wasserunlösliche Bindemittel mit Schwefel ohne Wasserzusatz verrührt und erst hernach mit einerwässerigen Lösung eines doppellöslichen Stabilisators verdünnt wird.
  6. 6. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daB als wasserunlösliche Bindemittel die mit Hilfe von Enzymen verseiften Glyzeride trocknender Fettsäuren Verwendung finden.
  7. 7. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben, gekennzeichnet durch ein Gemisch von Pigment, Wasser, Alkalisalz einer trocknenden Fettsäure (oder einer Harzsäure) und Schwefel. B. Wasserlösliche Öl- und Lackfarben, gekennzeichnet durch ein Gemisch von Pigment, Wasser und Ammoniumsalz einer trocknenden Fettsäure (oder einer Harzsäure).
DEZ11817D 1920-08-21 1920-09-26 Wasserloesliche OEl- und Lackfarben Expired DE366098C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT366098X 1920-08-21

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE366098C true DE366098C (de) 1922-12-28

Family

ID=3672869

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEZ11817D Expired DE366098C (de) 1920-08-21 1920-09-26 Wasserloesliche OEl- und Lackfarben

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE366098C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2345560A1 (de) Ueberzugsmittel
DE2839501C2 (de) Goldbronzedruckfarbe
DE366098C (de) Wasserloesliche OEl- und Lackfarben
DE4200678C2 (de) Zumischkomponente bei der Farb- und Malmittelherstellung mit Eibestandteilen
DE2112504A1 (de) Verfahren zur Pigmentherstellung
DE728182C (de) Verfahren zur Herstellung von Trockenstoffen
DE466046C (de) Verfahren zur Herstellung von Trockenstoffen fuer Firnisse, Lacke und Farben
DE609488C (de) Verfahren zur Herstellung von wisch- und wetterfesten Anstrichfarben
DE605384C (de) Verfahren zum Herstellen von Tiefdruckfarben
DE461383C (de) Verfahren zur Herstellung von OElfarben
DE576505C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserechten Wassertiefdruckfarben
DE704820C (de) Verfahren zur Herstellung von geschwefelten Alkydharzen
DE691745C (de) Verfahren zur Herstellung von irreversiblen Emulsionen durch Emulgieren von Chlorkautschukloesungen mit Wasser
DE517902C (de) Mittel zum Lackieren, UEberziehen und Kleben
DE897460C (de) Anstrichfarben, die mit Wasser oder organischen Loesungsmitteln verduennbar sind, und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE601319C (de) Verfahren zur Herstellung von emulgatorfreien Dispersionen
DE436830C (de) Verfahren zur Darstellung von sauren Triarylmethanfarbstoffen
DE700057C (de) Anstrichfarben
DE423320C (de) Farb- und Lackbeizmittel
DE431777C (de) Verfahren zur Herstellung von Anstrichen aus Wasserglas
DE1546777C (de) Druckfarbenbindemittel bzw. Firnisse
DE680424C (de) Verfahren zur Herstellung von trocknenden OElfarben hohen Pigmentgehaltes
AT67754B (de) Druckfarbe.
DE382511C (de) Verfahren zur Herstellung von streichfaehigen OEl- oder Lackfarben aus wasserhaltigen Farbstoffpasten
DE534834C (de) Verfahren zur Herstellung gefaerbter, auch als Anstrich verwendbarer Weichmachungsmittel aus Acajounussschalenoel fuer Celluloseverbindungen