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Anlage zum Reinigen von Abwässern. Die Erfindung bezieht sich auf
eine Anlage zum Reinigen von Abwässern in einem oder mehreren Behältern, woselbst
das Abwasser, welches vorzugsweise Bakterienschlamm enthält, mit Luft in abwechselnd
größeren und kleineren Mengen behandelt wird. Erfindungsgemäß wird die Luftzuführung
durch selbsttätig wirkende Luftverteilungsventile einerseits in kurzen Zeiträumen
unterbrochen und anderseits in bestimmte Grade geändert.
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Die Zeichnung veranschaulicht zwei beispielsweise Ausführungsformen
der Anlage.
Abb. i ist ein Grundriß der Anlage; A;bb.2 ist ein Schnitt
einer Ventilsteuerung in größerem Maßstab; Abb. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform;
Abb. q. ist ein Schnitt durch einen Behälter dieser letzteren.
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Das Schöpfrad i sitzt auf einer Welle 2, die in einem Wasserbehälter
3 angeordnet ist. Das Rad i wird durch Drüekluft in Umdrehung versetzt, die in bekannter
Weise durch ein Rohr 4 zugeleitet wird.
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Das von der Welle 2 des Schöpfrades i beeinflußte Steuerungsventil
ist als Schieber io ausgebildet. Das Luftverteilungsventil 2i zur Steuerung der
Luftzuleitung nach den Reinigungsbehältern erhält die Druckluft durch !den Einlaßstutzen
26 und besitzt die Gestalt eines doppelten Kolbenventils 22. Der Schieber io in
dem Gehäuse 8 wird von der Welle 2 ,durch eine Kurbelscheibe 45 und einen Hebel
4.6 beeinflußt. Dem Innern des Gehäuses 8 wird die Luft durch einen Kanal 13
zugeführt,
der sie von, einem Rohr .4 erhält. Das Rohr 4 erhält die Druckluft von der mittleren
Kammer .49 des Ventilgehäuses 23.
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Die auf das Abwasser einwirkende Luft wird dem Ventilgehäuse 23 .der
Ventileinrichtung 21 von einem Kompressor 40 zugeführt und abwechselnd in einen
der beiden Behälter 47 geleitet, die als Vorratsbehälter dienen. Von diesen Behältern
47 fließt die Luft mittels der beiden Rohre 41 in die beiden Behälterreihen 5o.
Die Wirkung :des Luftverteilungsventils 2,1 ist derart, daß die Luft zuerst nach
dem einen Rohr 41 und alsdann in das andere Rohr 41 geführt wird, so daß ein abwechselndes
Abschneiden der Luftzuleitung stattfindet. Die Luft wird durch den Schieber io zu
dem einen Ende des Ventilgehäuses 23 geführt und wirkt auf den an diesem Ende befindlichen
Kolben: 22. Der Kolben 22 wird verschoben und verschließt hierbei die nach dem einen
Behälter 47 führenden Öffnungen des Ventilgehäuses; gleichzeitig werden die Zuleitungsöffnungen
an dem gegenüberliegenden F-nde des Gehäuses 23 geöffnet, so daß Luft in,den anderen
Behälter 4.7 von der Mittelkammer .I9 des Gehäuses 23 strömen kann. Das andere Ende
des Gehäuses 23 wird dabei durch das Rohr 4.8 nach der Außenatmosphäre hin geöffnet.
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In Verbindung mit den ringförmigen Luftkästen 27 sind Rohre 51 mit
Ventilen 52 angeordnet, mittels deren eine kleine Luftmenge , stets den Behältern
.47 und den Behältern' 50 zugeführt werden kann.
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Wenn einem der Behälter .47 und somit auch den Reinigungsbehältern
50 :Duft zugeführt wird, so wird der Druck in den Behältern 47 und den hiermit verbundenen
Teilen des Systems infolge :der Wirkung des Kompressors 40 erhöht werden. Es wird
somit Reinigungsluft direkt in die Behälter 47 gepreßt. Die Druckerhöhung wird teilweise
durch den Widerstand vergrößert, den die Luftverteiler 55 darbieten. Wenn das Ventil
21 durch den Schieber io umgesteuert wird, wird die Luftzuführung zu diesem Behälter
4.7 unterbrochen. Der Luftdruck wird alsdann in diesem Teil der Anlage allmählich
sinken. Auf diese Weise wird in dem einen Teil der Anlage eine mehr oder weniger
große und schrittweise Druckerhöhung und dem anderen Teil eine sIchrittweise Druckverminderung
und umgekehrt auftreten..
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In einigen Fällen wird eine Mehrzahl von Behältern so angeordnet,
däß sie hintereinander arbeiten, und es tritt hierbei ein kontinuierlicher Durchfluß
des Abwassers in der ganzen Anlage ein. Hierbei ist die Wirkungsweise folgende:
Wenn der eine der Behälter voll ist, wird der zweite annähernd voll und beispielsweise
eine Stunde später ganz gefüllt sein. Der Inhalt einiger Behälter wird nun nach
erfolgter Füllung durchlüftet, wähnend in einem anderen oder anderen Behältern eine
Füllung und schrittweise Entleerung. der gereinigten Flüssigkeit erfolgt. Sowie
ein Behälter voll ist, wird die Durchlüftung unterbrochen. Diese Unterbrechung kann
selbsttätig durch eine später beschriebene Steuerung bewirkt werden, welche weiter
auf das Einlaßventil für das Abwasser und das Auslaßventil für die gereinigte Flüssigkeit
einwirkt. So wird in kontinuierlicher Folge die selbsttätige Zuführung der Luft
und Flüssigkeit und die Ableitung der letzteren in bestimmter Zeitfolge herbeigeführt,
die mit Ruhepausen abwechseln. Eine diesbezügliche Anlage ist in Ab1@. 3 und q.
dargestellt.
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Im folgenden wird ein Schema für die Wirkungsweise einer Reihe von
sechs Behältern angegeben.
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i. Die vollständige Füllung des ersten Be- i hälters verursacht eine
selbsttätige Untexbrechung der. Luft- und der Flüssigkeitsleitung zu diesem Behälter
und öffnet den Auslaß des sechsten Bdhälters und desgleichen den Einlaß für die
Luft und Flüssigkeit nach dem fünften Behälter.
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2. Die vollständige Füllung des zweiten Behälters verursacht eine
Unterbrechung der Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach diesem Behälter und öffnet
die Luft- und-, nach dem sechsten Behälter und desgleichen den Ausfluß !des ersten
Behälters.
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3. Die vollständige Füllung,des dritten Behälters verursacht eine
Unterbrechung der Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach: diesem Behälter und öffnet
die Luft und, Flüssg
keitszuleitung nach dem ersten Behälter und
desgleichen den Auslaß des zweiten Behälters.
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4. Die vollständige Füllung des vierten Behälters verursacht eine
Unterbrechung -der Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach diesem Behälter und öffnet
die Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach dem zweiten Behälter und desgleichen den
Auslaß des dritten Behälters.
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5. Die vollständige Füllung,des fünften Behälters verursacht eine
Unterbrechung der Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach diesem Behälter, es tritt
eine Luftzuleitung und eine Zuführung von Abwasser nach dem dritten Behälter ein,
und es wird außer4dem der Auslaß des vierten Behälters geöffnet.
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6. Die vollständige Füllung des sechsten Behälters verursacht eine
Unterbrechung der Luft- und Flüssigkeitszuleitung nach diesem Behälter und ein Öffnen
der Luft- und Abwasserzuführung nach dem vierten Behälter, außerdem wird der Aus@laß
des fünften Behälters geöffnet. In einigen Fällen können, wenn der Durchfluß veränderlich
ist, die verschiedenen Flüssigkeitszuleitungen und Auslaßeinrichtung durch ein Uhrwerk
bekann-, ter Bauart gesteuert werden.
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Die Ventileinrichtung 8 (Abli. 3) eines jeden Behälters wird für den
genannten Betrieb durch einen Schwimmer beeinflußt; wenn -die Flüssigkeit in diesem
Behälter ihren höchsten Spiegel erreicht, und wenn sie bei der Entleerung sinkt.
Dieses Ventil beeinflußt die Luft- und Wasserventile 21, 30 in irgendeiner
bekannten Weise, so daß die oben angegebene Reihenfolge eintreten kann.
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Die Auslaßvorrichtungen des Behälters sind mit 33 beze'ich'net und
werden durch eine Art Wasseruhr geöffnet und, geschlossen. Es geht nämlich die Flüssigkeit
von dem nahezu gefüllten Behälter durch ein Rohr 34 (Abb. 4) in einen Behälter 35
und alsdann durch einen Reglerstutzen 36 am Boden desselben in bestimmter Menge
in einen Kasten 37. Dieser wird von einem Seil 38 getragen, welches mit ctem Auslaßventil
33 verbunden ist. Wenn somit der Kasten, 37 aus dem Behälter 35 genügend gefüllt
worden ist, werden die Ventile 33 durch das Gewicht der Flüssigkeit geöffnet.
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Der Stutzen 39 wird so eingestellt, daß der Kasten sich in der vorbeschriebenen
Zeit entleert. Die Auslaßrohre für die gereinigte Flüssigkeit sind mit
31 Sezeichnet.
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Die Ventileinrichtung 8 (Abb. 3) besitzt das übliche Luftventil, wie
ein soliehes@.in Luftpumpen zur Anwendung kommt, behufs Beeinflussung -der Luftzuleitungsventile
21 und rler Flüssigkeitszuleitungsventile 30. In eini-'Yen Fällen wird die Belüftung
der Flüssigkeit cine gewisse Zeit. fortgesetzt, nachdem der rehälter voll ist, was
beispielsweise durch verzögertes Schließen der Hauptzuleitungsventile 21 eines jeden
Behälters !bewirkt werden kann.
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Anstatt der oben beschriebenen Anordnung können auch zwei Ventile
an einer und derselben Spindel durch einen Schwimmer beeinflußt werden, so daß die
Lufzuleitung nicht unterbrochen wird, wenn der Behälter voll ist, sondern erst dann,
wenn der nächstfolgende Behälter der Reihe teilweise gefüllt ist.
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Die erwähnte Steuerung könnte auch so angeordnet sein, daß sie die
Wirkung des Auslaßventils 33 steuert. In diesem Falle kommt eine geeignete Vorrichtung
zur Anwendung, um den Zufluß des Wassers in Aden ersten Behälter 35 zu verzögern,
bis die Belüftung vollendet .ist. Auch kann der Stutzen 34 so bemessen sein, da,ß
er eine längere Zeit zum Füllen des Behälters 35 braucht.