DE3539231A1 - Verfahren zur herstellung von futterzusatz und futter aus keratinhaltigen abfaellen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von futterzusatz und futter aus keratinhaltigen abfaellen

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Futterzusatz und Futter aus keratinhaltigen Abfällen. Nach der Erfindung kann man ein als Tierfutter verwendbares Produkt aus verschiedenen keratinhaltigen Abfällen bzw. Neben­ produkten, hauptsächlich aus durch die Geflügel­ verarbeitung entstehenden Federabfällen, und auch aus anderen Nebenprodukten des Tierschlachtprozes­ ses sowie aus Hörnern, Borsten, Klauen, Schuppen, Hufen herstellen.
Wenn man für die Herstellung von Futter oder Futterzusätzen keratinhaltige Stoffe verwendet, muß das Keratin aufgeschlossen werden, damit es verdaulich wird. Das Keratin ist ein schwer spalt­ bares Eiweiß und für Tierfütterung allein nicht geeignet. Um das Keratin aufzuschließen, braucht man intensive chemische Reaktionsbedingungen. Die für solche chemische Reaktionen verwendbaren Ver­ fahren sind jedoch sehr kompliziert.
Keratinhaltige Abfälle, besonders die während der Geflügelverarbeitung entstehenden Federn, können so aufgeschlossen und für die Zwecke der Tierfütterung angewendet werden, daß man die Fe­ dern in einem Autoklaven mit nassem Dampf unter einem Druck von 0,3 MPa 45 Minuten lang behandelt, dann trocknet und mahlt. Das durch dieses Verfah­ ren gewonnene Federmehl hat im allgemeinen nicht die erwünschte Verdaulichkeit. Für das Aufschlie­ ßen der Federn sind auch einige chemische Verfah­ ren bekannt. Laut der ungarischen Patentschrift Nr. 1 77 975 werden die Federn in verdünnter Schwe­ felsäure gekocht, der Überschuß der Schwefelsäu­ re wird in der Form von Kalziumsulphat entfernt, und das Filtrat wird eingedampft. Dieses Verfah­ ren konnte in der industriellen Praxis nicht ver­ breitet werden, da seine Durchführung spezielle und teure Einrichtungen benötigt. Laut der unga­ rischen Patentschrift Nr. 1 74 881 werden die in den Tierschlachtabfällen enthaltenen Federn durch Ätzkalk und Phosphorsäure aufgeschlossen, und auf diese Weise wird ein Federmehl gewonnen. Dieses Produkt hat einen zu hohen Gehalt an Kalzium und Phosphor. Sein Gehalt an Rohprotein kann nur etwa 30% betragen, wegen seines fast 50%igen Gehalts an Mineralstoffen (Rohasche). Dieses Federmehl läßt sich eher nur als Mineralstoffzusatz betrach­ ten.
Zur Verarbeitung anderer eiweißhaltiger, aber nicht keratinhaltiger Stoffe sind mehrere mit en­ zymatischer Hydrolyse arbeitende Verfahren bekannt. Solche Verfahren sind beispielsweise die Verfahren nach der ungarischen Patentschrift Nr. 158 314 oder nach der ungarischen Patentschrift Nr. 1 70 257. Die letztere Patentschrift betrifft eine Hydrolyse der Abfälle der Lederverarbeitung mittels eines Enzyms bakterieller Herkunft.
Die bekannten Verfahren haben im allgemeinen den Nachteil, daß sie den erwünschten Abbau des Keratins nicht gewährleisten können. Sollte jedoch der erwünschte Abbau des Keratins erfolgen, so ist das entstandene Produkt durch seine klebrige, harzartige Konsistenz sehr schwer zu trocknen bzw. zu Tierfutter zu verarbeiten. Weitere Nachteile der Verfahren, die eine totale Hydrolyse des Ke­ ratins erzielen, sind, daß während des Prozesses freigesetztes Ammonia bei Reaktionstemperatur verdampft und dadurch ein großer Verlust an Stick­ stoff verursacht wird.
Ein Verfahren, das technisch leicht ausführ­ bar ist, aber gleichzeitig zu einem als Tierfut­ ter gut verwendbaren Produkt führt, ist nicht be­ kannt.
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren, das eine Erhöhung der Verdaulichkeit der erwähnten Abfälle ermöglicht und gleichzeitig einfach auf industriel­ lem Maßstab zu realisieren ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man die keratinhaltigen Abfälle - gegebenenfalls nach einer enzymatischen Vorbehandlung und/oder Vermischen mit einer oberflächenaktiven Substanz - auf einer Tem­ peratur von 120-140°C in Gegenwart von 0,001-5,0 Masse%, vor­ zugsweise 0,01-0,5 Masse%, einer physiologisch verträglichen, stickstoffhaltigen organischen Base und gegebenenfalls in Gegenwart von Alkalisalzen aromatischer organischer Säuren und/oder einer physiologisch verträglichen, vorzugsweise schwefel­ haltigen Substanz mit reduzierender Eigen­ schaft behandelt und dann gewünschtenfalls trock­ net und/oder Antioxydanten zusetzt, mahlt und ge­ gebenenfalls mit Futterkomponenten vermischt.
Erfindungsgemäß kann somit ein ent­ sprechend verdauliches Produkt gewonnen werden, wenn das Keratin durch eine mäßige Behandlung nur partiell hydrolysiert bzw. denatu­ riert wird. Bei einer begrenzten Hydrolyse muß das Ausgangsmaterial nicht in eine Lösung gebracht wer­ den, sogar eine Zerkleinerung ist unnötig. Das Pro­ dukt des Verfahrens ist ein festes Material. Auf diese Weise sind auch die Verluste an Ammonia ver­ meidbar.
Untersuchungen ergaben, daß man einen ausreichenden Abbau des Keratins durch eine Wärmebehandlung in fe­ ster Phase in Gegenwart der oben erwähnten Chemikalien erreichen kann. Auf diese Weise kann die früher prakti­ zierte enzymatische Hydrolyse begrenzt oder überhaupt vermieden werden.
Erfindungsgemäß werden die keratinhaltigen Abfälle so verarbeitet, daß sie ohne eine vorherige Zerkleinerung auf eine Temperatur von 120-140°C erhitzt werden, in Ge­ genwart einer physiologisch verträglichen stick­ stoffhaltigen organischen Base und gegebenenfalls in Gegenwart eines Alkalisalzes einer aromatischen organischen Säure und/oder einer physiologisch ver­ träglichen, vorzugsweise schwefelhaltigen Substanz mit reduzierender Eigenschaft oder in Gegenwart von Mischungen dieser Verbindungen in einer Menge von 0,001-5,0 Masse%, vorzugsweise 0,01-0,5 Masse% auf das Ausgangsmaterial bezo­ gen. Physiologisch verträgliche Verbindungen sind Chemikalien, die die Verwendbarkeit des Produktes als Tierfutter nicht einschränken, d.h. nicht to­ xisch sind. Als stickstoffhaltige organische Base kann man beispielsweise Harnstoff, Thioharnstoff, Karbaminsäure, Thiokarbaminsäure oder deren Deri­ vate, weiterhin auch Purin- oder Pyrimidinderiva­ te, beispielsweise Guanin, verwenden. Als Quelle dieser Verbindungen können auch natürliche Sub­ stanzen, z.B. Gülle, dienen. Als Alkalisalze aro­ matisch-organischer Säuren kann man die Alkali­ salze aromatischer Karbonsäuren oder Sulfonsäu­ ren verwenden. Als physiologisch verträgliche schwefelhaltige Substanzen mit polarer Eigenschaft können Alkali- oder Ammoniumsulfite oder -thio­ glykolate oder -bisulfite, aber auch andere Verbin­ dungen, beispielsweise Kupfer-tetrathionat, ver­ wendet werden.
Die Wärmebehandlung kann am günstigsten in Gegenwart von Harnstoff durchgeführt werden, dieser kann jedoch innerhalb der erwähnten Kon­ zentrationsgrenzen durch andere genannte Verbin­ dungen ergänzt werden.
Durch eine Ausführung der Wärmebehandlung auf obige Weise läßt sich das Keratin des Aus­ gangsmaterials in entsprechendem Maß binnen 30-40 Minuten abbauen, und man gewinnt ein für Fütterungszwecke geeignetes Produkt.
Gegebenenfalls kann eine enzymatische Vorbe­ handlung zweckmäßig sein.
Zu diesem Zwecke werden dem Ausgangsmaterial 1-200 mg, vorzugsweise 5-40 mg, Protease pro Kilogramm Keratin zugegeben. Diese enzymatische Vorbehandlung kann auch in fester Phase so durch­ geführt werden, daß zum Ausgangsmaterial eine Suspension oder Lösung von einigen %, im all­ gemeinen von 0,5-2,0% des Enzyms gemischt oder gesprüht wird. Wird ein schwer abspaltbares oder keratinreiches Rohmaterial aufgearbeitet, begün­ stigt die enzymatische Vorbehandlung den thermi­ schen Abspaltprozeß. Deshalb soll die Behandlung mit dem Enzym auf einer Temperatur von 40-60°C etwa 0,5-1 Stunde, bei niedriger Temperatur, z.B. Zimmertemperatur, höchstens bis zu 5 Stun­ den dauern. Für diese Vorbehandlung verwendet man vorzugsweise neutrale Proteasen von vorzugs­ weise bakterieller Herkunft. So kann Pronase, Subtilysin oder Thermolysin verwendet werden, aber die Vorbehandlung läßt sich auch mit pflanz­ lichen Proteasen durchführen, z.B. Bromelain, Papain, oder mit aus Streptomyceten oder Schim­ melpilzen hergestellten Proteasen.
Ebenso kann es günstig sein, das Ausgangsma­ terial mit einer oberflächenaktiven Substanz zur Begünstigung der Abspaltung vozubehandeln. Als oberflächenaktive Substanz kann man jedes bekann­ te kationaktive oder anionaktive oder nicht-ion­ aktive Tensid verwenden, beispielsweise Fettalko­ holsulfonate, Alkyl-ammoniumsalze oder Polyhydro­ xyverbindungen, in einer Menge von 0,001-5,0 Masse%, vorzugsweise 0,01-0,5 Masse%, auf das Ausgangsmaterial bezogen.
Durch eine gegebenenfalls durchgeführte Vor­ behandlung und die Wärmebehandlung gewinnt man ein feuchtes festes Produkt, das sich nach Zerklei­ nerung in die verschiedenen Futterzusammensetzun­ gen einmischen läßt. Das Produkt wird nötigenfalls getrocknet. Die Trocknung erfolgt mittels Luft, zweckmäßigerweise bei erhöhter Temperatur, im allgemeinen bis zu einer Feuchtigkeit von 10%. Gegebenenfalls vor oder nach der Trocknung mengt man Antioxydanten bei, um eine langfristige Hal­ tung des Produktes ohne die Zersetzung der enthal­ tenen Nährstoffe zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt man einen der bekannten Anti­ oxydanten zu dem Produkt, zweckmäßigerweise Zitro­ nensäure oder Fumarsäure oder einen anderen Anti­ oxydanten, beispielsweise Äthoxymethyl-chinolin, Butylhydroxy-anisol, in einer Menge von 50-150 mg/kg, vorzugsweise 90-120 mg/kg. Ist der ange­ wendete Antioxydant wärmeempfindlich und geschieht die Trocknung auf einer erhöhten Temperatur, so mengt man den Antioxydanten nach der Trocknung und vor der Zerkleinerung bei.
Nach der Zerkleinerung gewinnt man einen fer­ tigen, verwendbaren Futterzusatz. Ein Masseteil dieses Produktes kann mit etwa 5-100 Massetei­ len anderer Futterkomponenten gemischt werden, um ein dem Verwendungszweck entsprechendes Misch­ futter herzustellen. Der erfindungsgemäß herge­ stellte Futterzusatz bzw. das Futter ist für die Ernährung aller Nutztierarten geeignet.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann bei der Verarbeitung von Geflügelfedern vorzugsweise auf folgende Weise angewendet werden.
Als Ausgangsmaterial verwendet man bei der Geflügelverarbeitung entstandene, etwa 40-70% Trockensubstanz enthaltene Federn. Wenn die Fe­ dern feuchter sind, stellt man ihren Trockensub­ stanzgehalt mittels eines Preßverfahrens zwischen den erwähnten Grenzen spätestens vor der Wärme­ behandlung ein. Das Enzym wird den Federn in Form einer 1%igen Suspension zugegeben. Man kann auch so verfahren, daß das Enzym noch im Geflügelver­ arbeitungsbetrieb zugegeben wird und die Vorbe­ handlung schon während des Transportes und der eventuellen Transitlagerung ablaufen kann. Das Enzym kann selbst in dem zur Wärmebehandlung be­ nutzten Autoklaven zugegeben werden. In diesem Fall müssen die Federn bei einer Temperatur von etwa 40-60°C 30-60 Minuten lang gerührt wer­ den.
Werden dem Ausgangsmaterial auch oberflächen­ aktive Substanzen zugesetzt, so mengt man diese vor oder nach der eventuellen enzymatischen Vor­ behandlung oder im Gefäß der Wärmebehandlung bei. Ebenso müssen die stickstoffhaltige organische Base und die eventuell verwendeten anderen Rea­ genzien vor der Wärmebehandlung zugegeben werden. Man kann die Wärmebehandlung zweckmäßigerweise in einem dampfgeheizten Autoklaven, aber auch in einem kontinuierlichen Reaktor, wenn ein sol­ cher zur Verfügung steht, durchführen. In dem letzten Fall läßt sich das ganze Verfahren in kon­ tinuierlichem Betrieb durchführen, da die Vorbe­ handlung und die Verarbeitung des Reaktionspro­ duktes kontinuierlich ohne Schwierigkeiten durch­ geführt werden können. Die Wärmebehandlung läuft 30-60 Minuten lang bei einer Temperatur von 120-140°C unter ständigem Rühren der Federn ab. Das nach der Wärmebehandlung gewonnene Pro­ dukt läßt sich zweckmäßig in einer mit Rührein­ richtung versehenen Trocknungsanlage auf 100°C trocknen. Gegebenenfalls wird das Produkt in klei­ nerer Menge in das Futter gemischt und gleich verfüttert, so kann die Trocknung vermieden werden. Wenn aber das Produkt längere Zeit vor dem Ver­ brauch gelagert werden muß, ergänzt man es vor oder nach der Trocknung mit einem Antioxydanten in der oben erwähnten Menge.
Das auf diese Weise gewonnene Produkt wird in einer gewöhnlichen Mühle, zweckmäßigerweise in einer bei der Herstellung von Fleischmehl ver­ wendeten Hammermühle, zerkleinert. Das zerklei­ nerte Produkt kann sofort als Futter verwendet oder bis zu einem späteren Verbrauch gelagert werden.
Bei Herstellung der Mischfutter verfährt man so, daß man zu 50-100 Masseteilen von nach der gewünschten Rezeptur zusammengestellten Komponen­ ten 1 Masseteil des aufgeschlossenen Keratinmehls mischt und die Mischung homogenisiert.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es eine einfache Technologie zur Herstellung von Futter bzw. Futterzusatz aus während des Tierschlachtverfahrens in großen Men­ gen entstehenden und sonst schwer verwertbaren Abfällen, hauptsächlich aus Geflügelfedern, ein­ wandfrei gewährleisten kann. Mit diesem erfindungs­ gemäßen Verfahren ist es möglich, ein Produkt her­ zustellen, dessen in vitro Pepsin-Verdaulichkeit des Rohproteins mindestens 70%, im allgemeinen jedoch 75-85%, beträgt, dabei beträgt die in Rattenversuchen gemessene Verwertbarkeit des Roh­ proteins 25-30%. Mit den früheren, auf Wärme­ behandlung basierenden Verfahren konnte man ein Produkt mit diesen günstigen Eigenschaften nicht herstellen.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens im Gegensatz zu den auf enzymatischer Hydrolyse beruhenden Verfahren ist, daß es unter industriel­ len Bedingungen einfach zu realisieren ist, da die Verarbeitung von aufgeschlossenen Produkten weder besondere Technologien noch besondere Ein­ richtungen benötigt.
Die Erfindung wird anhand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1
3000 kg Geflügelfedern mit 50% Trockensub­ stanzgehalt werden mit einer 1%igen wäßrigen Suspension von 40 g aus Bacillus Subtilis herge­ stelltem Alkalase-Enzym bespritzt, und die Feder­ menge wird dann in einem mit Rührgerät versehe­ nem, dampfgeheizten, in Tierkörperbeseitigungsbetrieben benutzten Autoklaven von 6 m3 Inhalt gefüllt. 6 kg Harnstoff und 6 kg Natrium-dodecylben­ zoat werden zugesetzt und bei einer Temperatur von 55°C 45 Minuten lang gerührt. Danach wird der Autoklav mittels Dampf eines Druckes von 0,3 MPa auf 125°C erhitzt und unter ständigem Rühren auf dieser Temperatur gehalten. Nach der Wärme­ behandlung werden die Federn in einer Heißluft­ trocknungsanlage bei 100°C getrocknet und mit­ tels einer Hammermühle zu Mehl gemahlen. Auf die­ se Weise gewinnt man ein Federmehl, dessen in vitro Pepsin-Verdaulichkeit des Rohproteins 82% beträgt. Das gewonnene Federmehl wird für die Herstellung eines Rinderfutters der folgen­ den Zusammensetzung benutzt:
Körnermais76% Komplettes Premix 3% Szemakarb (Harnstoff enthaltender Futterzusatz) 9% Furfurolmehl (Abfallprodukt der Furfurolherstellung) 4% Federmehl 8%
Die Komponenten müssen miteinander vermischt und homogenisiert werden.
Mastrinder. Die Zusammensetzung des komplet­ ten Premix ist die folgende (Beimischungsverhält­ nis 3%):
Vitamin A480 000 NE/kg Vitamin D₃300 000 NE/kg Vitamin E900 mg/kg Butylhydroxytoluol (Antioxydant)300 mg/kg Zn3000 mg/kg J15 mg/kg Se3 mg/kg Mn1250 mg/kg Co60 mg/kg Fe2000 mg/kg P45 g/kg Ca93 g/kg NaCl300 g/kg
Furfurolmehl (auf leeren Maiskolben basierend): Auf leeren Maiskolben basierend, angenehm duften­ des, braunes Nebenprodukt der Furfurolherstellung, fein wie Mehl, Wassergehalt: 10,0%, Rohfasern: 41,0%, Rohprotein: 3,0%.
Szemakarb: Nebenprodukt der Alkoholherstellung, harnstoffhaltig.
Beispiel 2
Zu 500 kg Geflügelfedern mit 40% Trockensub­ stanzgehalt wird eine 1%ige Lösung von 40 g Pro­ nase gemischt, dann werden die Federn auf 20°C 4 Stunden lang stehengelassen. Danach werden sie gepreßt, womit ihr Trockensubstanzgehalt auf 60% erhöht wird. Die Federn mit auf diese Weise er­ niedrigtem Wassergehalt werden in einen Autokla­ ven gegeben, und 0,3 kg eines Gemisches aus Harn­ stoff und Natriumbisulfit im Verhältnis von 4 : 1 beigemengt. Die Wärmebehandlung erfolgt auf in Beispiel 1 beschriebene Weise. Zu dem gewonnenen Produkt wird dann eine 0,5%ige wäßrige Lösung von 40 g Zitronensäure gegeben und ohne Trocknung gemahlen. Dieses Federmehl, dessen in vitro Pepsin-Verdaulichkeit des Rohproteins 79% beträgt, wird zur Herstellung eines Kaninchenfut­ ters der folgenden Zusammensetzung verwendet:
Körnermais29,5% Weizen15,0% Weizenkleie16,0% Luzernenmehl32,0% Extrahierter Sonnenblumenschrot 3,0% Komplettes Premix 3,0% Federmehl 1,5%
Die Komponenten müssen miteinander vermischt und homogenisiert werden.
Beispiel 3
3000 kg Federn werden in einen Lagerungsbehäl­ ter gesammelt, und die durchschnittlich 50% Troc­ kensubstanz enthaltende Substanz wird in einen in Beispiel 1 beschriebenen, mit Rührgerät verse­ henen Autoklaven gefüllt. Hier setzt man 8 kg Harnstoff und 8 kg Natriumdodecylbenzoat zu, und der Autoklav wird auf eine Temperatur von 135°C erhitzt. Nach einer 40minütigen Wärmebehandlung werden die Federn in einer Heißlufttrocknungsan­ lage bei 100°C getrocknet, darin 150 g Fumarsäu­ re in einer 0,5%igen wäßrigen Lösung zugesetzt und gemahlen. So gewinnt man ein Federmehl, dessen in vitro Pepsin-Verdaulichkeit des Rohproteins 76% beträgt. Das gewonnene Federmehl wird für die Herstellung eines Broilerfutters der folgen­ den Zusammensetzung verwendet:
Körnermais72,0% Sojaschrot (47%ig)16,5% Fischmehl (70%ig) 4,0% Komplettes Premix 3,5% Federmehl 4,0%
Die Komponenten werden miteinander vermischt und homogenisiert.
Beispiel 4
3000 kg Geflügelfedern mit 60% Trockensub­ stanzgehalt werden in einen in Beispiel 1 be­ schriebenen Autoklaven gefüllt, und es werden 8 kg Harnstoff zugesetzt. Die Wärmebehandlung erfolgt bei 130°C 40 Minuten lang unter konti­ nuierlichem Rühren, dann werden die Federn bei 100°C getrocknet, 170 g Butylhydroxyanisol zu­ gesetzt, und die Masse wird gemahlen. Das gewon­ nene Federmehl, dessen in vitro Pepsin-Verdaulich­ keit des Rohproteins 75% beträgt, wird für die Herstellung eines Schweinefutters der folgenden Zusammensetzung verwendet:
Körnermais52,5% Weizen30,0% Weizenkleie 2,0% Sojaschrot (47%ig) 7,0% Kompletes Premix 3,5% Federmehl 2,0%
Die Komponenten werden miteinander vermischt und homogenisiert.
Beispiel 5
In einem in Beispiel 1 beschriebenen Autokla­ ven werden zu 3000 kg Geflügelfedern mit 60% Trockensubstanzgehalt 6 kg Harnstoff, 0,5 kg Thio­ harnstoff und 0,1 kg Natriumbenzoat gegeben. Der Autoklav wird auf 130°C erhitzt und die Wärme­ behandlung 30 Minuten lang durchgeführt. Danach werden die Federn getrocknet und gemahlen, auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise. Man gewinnt ein Federmehl, dessen in vitro Pepsin-Verdaulich­ keit des Rohproteins 80% beträgt, und man ver­ wendet es für die Herstellung eines Nutriafutters der folgenden Zusammensetzung:
Körnermais59,0% Weizenkleie10,0% Luzernenmehl10,0% Extrahierter Sonnenblumenschrot13,0% Fischmehl (70%ig) 3,0% Komplettes Premix 3,0% Federmehl 2,0%
Die Komponenten werden miteinander vermischt und sorgfältig homogenisiert.

Claims (8)

1. Verfahren zur Herstellung von Futterzusatz und Futter aus keratinhaltigen Abfällen, dadurch gekennzeichnet, daß der keratinhaltige Abfall - gegebenenfalls nach einer enzymatischen Vor­ behandlung und/oder einem Vermischen mit einer oberflächenaktiven Substanz - bei einer Tempera­ tur von 120-140°C in Ge­ genwart einer physiologisch verträglichen orga­ nischen Base in einer Menge von 0,001-5,0 Mas­ se%, vorzugsweise 0,01-0,5 Masse%, gegebenen­ falls in Gegenwart eines Alkalisalzes einer aro­ matischen organischen Säure und/oder einer phy­ siologisch verträglichen, vorzugsweise schwefel­ haltigen Substanz mit reduzierender Eigen­ schaft behandelt, gewünschtenfalls getrocknet und/oder mit einem Antioxydanten vermischt, ge­ mahlen und gegebenenfalls mit bekannten Futter­ komponenten vermischt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß während der enzymatischen Vorbehand­ lung der keratinhaltige Abfall auf seinen Kera­ tingehalt gerechnet mit einer Menge von 1-200 mg/kg, vorzugsweise 5-40 mg/kg, an Proteasen von vorzugsweise bakterieller Herkunft behandelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß für die enzymatische Vorbehandlung neutrale Protease verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß dem keratinhaltigen Abfall als oberflächenaktive Substanz kationak­ tive oder anionaktive oder nicht ionaktive Tensi­ de in einer Menge von 0,001-5,0 Masse%, vorzugs­ weise 0,01-0,5 Masse%, zugesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung in Gegenwart von Harnstoff, Thioharnstoff, Karb­ aminsäure, Thiokarbaminsäure oder deren Derivaten, Purin- oder Pyrimidinderivaten oder deren Mischun­ gen durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung in Gegenwart von Alkali- oder Ammoniumsulfid oder -thioglycolat, -sulfit, -bisulfit oder deren Mischungen durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß dem nach der Wärme­ behandlung gewonnenen Produkt ein Antioxydant, vorzugsweise eine organische Karbonsäure mit einer niedrigen Anzahl an Kohlenstoffatomen, in einer Menge von 5-150 mg, vorzugsweise 90-120 mg, zugesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß das nach der Wärme­ behandlung, gegebenenfalls nach der Trocknung und der Zerkleinerung von keratinhaltigem Abfall ge­ wonnene Produkt auf seine Masseeinheit bezogen mit 50-100 Masseeinheiten von bekannten Fut­ terkomponenten vermischt wird.
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