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Die Erfindung betrifft eine Wechselarmatur für Druckbehälter, z.B. für Flüssiggas mit mindestens zwei Sicherheitsventilen, die in einem Armaturenblock mit einer Behälteranschlußvorrichtung eingesetzt sind, wobei die Behälteranschlußvorrichtung einen Zutrittskanal und der Armaturenblock mit dem Zutrittskanal in Verbindung stehende und zu den Sicherheitsventilen führende Abzweigkanäle mit einer Absperrvorrichtung aufweist, wobei die Abzweigkanäle koaxial in dem Armaturenblock angeordnet sind, jedem Sicherheitsventil ein Ventilsitz in dem zugeordneten Abzweigkanal vorgeordnet ist und zwischen den beiden Ventilsitzen der Zutrittskanal mündet und ein beidseitig durch Druckfedern belastetes Ventilverschlußteil angeordnet ist.
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Nach der geltenden Druckbehälterverordnung müssen Flüssiggasbehälter alle zehn Jahre einer inneren Kontrolle unterzogen werden. Dafür muß der zu überprüfende Flüssiggasbehälter drucklos und gasfrei gemacht werden, folglich muß Gasabsaugung erfolgen. Dies ist zeit- und kostenaufwendig. Die Flüssiggasbehälter sind mit Sicherheitsventilen ausgerüstet, bei denen es sich um Überdruckventile handelt, die bei einem vorgegebenen kritischen Druck öffnen. Im Zuge der zehnjährigen Behälterkontrolle werden diese Sicherheitsventile ausgetauscht. Die Druckbehälterverordnung soll dahingehend geändert werden, daß die innere Kontrolle entfällt. Da die Sicherheitsventile aber weiter alle zehn Jahre ausgewechselt werden müssen, soll dies unter Behälterdruck erfolgen können.
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In einem anderen Zusammenhang, nämlich zum Umfüllen von in gasförmiger oder flüssiger Phase vorliegenden Gasen aus einem Vorratsbehälter in Gasflaschen, Flaschenbatterien oder kleineren Tanks, ist eine Umschaltvorrichtung bzw. Wechselarmatur für Druckbehälter der eingangs beschriebenen Art bekannt, bei welcher das Ventilverschlußteil auf zwei durch die sich gegenüberliegenden Ventilsitzen hindurchführenden Ventilstangen angeordnet. An den Enden der beiden Ventilstangen befinden sich Federn. Die dem Ventilverschlußteil abgewandten Tellerfedersätze sind durch eine Verstelleinrichtung in ihrer Vorspannung einstellbar. Die beiden direkt auf das Ventilverschlußteil einwirkenden Federn bringen eine unterschiedliche Kraft auf, so daß das Ventilverschlußteil keine mittlere Offenstellung zwischen den beiden Ventilsitzen einnehmen kann, vielmehr gegen den einen oder anderen Ventilsitz zur Anlage kommt. Dadurch kann das aus einem Vorratsbehälter abzufüllende Medium über die freigegebene Fülleitung zu der zu füllenden Gasflasche strömen. An diese Fülleitung ist eine Abzweigleitung angeschlossen, durch die das Medium ebenfalls in einem Druckteil der auf der anderen Seite liegenden Verstelleinrichtung strömt. Dadurch herrscht in diesem Druckteil stets der gleiche Abfülldruck wie in der Gasflasche, der sich entsprechend dem Füllungsgrad der Gasflasche langsam bis zu einem vorgegebenen Enddruck steigert. Auf diese Weise wird schließlich das Ventilverschlußteil aus seiner Anlageposition gegen den einen Ventilsitz in eine Anlageposition gegen den anderen Ventilsitz verstellt. Durch diese Verstellung wird der bisherige Strömungsweg unterbrochen und das Medium strömt nunmehr über eine andere geöffnete Fülleitung in eine noch leere Gasflache (vgl. DE-OS 28 54 971). Durch diese bekannten Maßnahmen sind die Probleme um das Auswechseln von Sicherheitsventilen unter Behälterdruck im Rahmen der Druckbehälterverordnung nicht maßgebend beeinflußt worden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wechselarmatur für Druckbehälter, z.B. für Flüssiggas, der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, bei der sichergestellt ist, daß auch nach dem Austausch der Sicherheitsventile zumindest ein Abzweigkanal zwangsweise geöffnet und somit die Zufuhr zu einem Sicherheitsventil gegeben ist.
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Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Wechselarmatur dadurch, daß das Ventilverschlußteil auf einer ungeteilten, durch die beiden sich gegenüberliegenden Ventilsitze hindurchgeführten Kolbenstange angeordnet ist, und daß die Druckfedern an den beiden Enden der Kolbenstange mit gleicher Federkraft angreifen und dadurch das Ventilverschlußteil in mittlerer Offenstellung zwischen beiden Ventilsitzen gehalten ist, sowie daß die Druckfedern mittels Federspanner gesichert und von der Außenseite des Armaturenblocks her entfernbar sind. - Wird bei der erfindungsgemäßen Wechselarmatur ein Federspanner gelöst und folglich die Kolbenstange auf der Seite des gelösten Federspanners von seiner Druckfeder entlastet, dann drückt die andere gespannte Druckfeder das Ventilverschlußteil auf den Ventilsitz auf der federentspannten Seite, so daß dieser Abzweigkanal abgesperrt wird und infolge der unterbrochenen Gaszufuhr das betreffende Sicherheitsventil unschwer ausgetauscht werden kann. Auf der anderen nach wie vor federbeaufschlagten Seite des Ventilverschlußteils bzw. seiner Kolbenstange bleibt die Gaszufuhr zu dem dortigen Sicherheitsventil zwangsweise erhalten, so daß stets einwandfreie Sicherheitsverhältnisse gewährleistet sind. Denn im Ernstfall wird das Sicherheitsventil auf der federbeaufschlagten Seite ansprechen. Nach dem Austausch des einen Sicherheitsventils wird auf dessen Seite die Druckfeder mittels des Federspanners wieder gespannt und drückt das Ventilverschlußteil in seine mittlere Offenstellung zurück. Nun kann auf der anderen Seite der Federspanner gelöst und das Ventilverschlußteil bzw. seine Kolbenstange soweit entlastet werden, daß das Ventilverschlußteil von der wieder gespannten Druckfeder in den anderen Ventilsitz gedrückt wird und die Gaszufuhr zu dem anderen auszutauschenden Sicherheitsventil unterbricht. Folglich bleibt nunmehr der zu dem bereits ausgetauschten Sicherheitsventil führende Abzweigkanal geöffnet und dorthin die Gaszufuhr erhalten, so daß im Ernstfall das ausgetauschte Sicherheitsventil anspricht. Nach dem Austausch des anderen Sicherheitsventils wird auch dort die Druckfeder mit Hilfe des Federspanners wieder gespannt, so daß das Ventilverschlußteil aufgrund identisch gleicher Druckfedern bzw. gleicher Federkräfte in die mittlere Offenstellung zurückgedrückt wird. Wird bei der erfindungsgemäßen Wechselarmatur in fahrlässiger Weise das erneute Spannen der jeweils gelösten Druckfeder vergessen, dann bleibt dennoch das andere Sicherheitsventil funktionsfähig, weil die Gaszufuhr lediglich auf der entspannten Seite zu dem dortigen Sicherheitsventil unterbrochen ist. Folglich ist sichergestellt, daß stets ein Abzweigkanal und die Gaszufuhr zu einem Sicherheitsventil zwangsweise geöffnet ist. Die gleichen Verhältnisse liegen dann vor, wenn die Wechselarmatur beispielsweise vier Sicherheitsventile aufweist. - Darin sind die wesentlichen durch die Erfindung erreichten Vorteile zu sehen.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind im folgenden aufgeführt. So ist vorgesehen, daß die Abzweigkanäle von einer durch den Armaturenblock hindurchlaufenden Montagebohrung gebildet und die Ventilsitze von beidseitig in die Montagebohrung mit Dichtwirkung einsetzbaren Verschlußkörpern gebildet sind, welche jeweils eine Lagerbohrung für die beidseitig des Ventilverschlußteils vorkragende Kolbenstange aufweisen. Die Kolbenstange kann als geteilte Stange ausgebildet sein. Im ganzen lassen sich der Armaturenblock mit der Montagebohrung, die Verschlußkörper, das Ventilverschlußteil und die Kolbenstange in einfacher Weise herstellen und montieren. Vorzugsweise weisen die Verschlußkörper zwischen dem Ventilsitz und der Lagerbohrung Durchtrittsöffnungen auf, welche also den Gasdurchtritt von der Gaszuleitung über die Abzweigkanäle zu den Sicherheitsventilen ermöglichen. Ferner ist vorgesehen, daß sich an die Lagerbohrungen nach außen führende Gewindebohrungen anschließen und in die Gewindebohrungen die Federspanner einschraubbar sind, also in einfacher Weise von der jeweiligen die Sicherheitsventile austauschenden Kontroll- bzw. Bedienungsperson betätigt werden können. In diesem Zusammenhang ist es zweckmäßig, daß die Federspanner Sacklochbohrungen zur Aufnahme der Druckfedern aufweisen und einen Anschlag für die Kolbenstange bilden, der jedoch nur dann wirksam ist, wenn beide Federspanner vollständig in die Gewindebohrungen eingeschraubt worden sind. Im übrigen besteht die Möglichkeit, die Federspanner gegen vollständiges Herausdrehen aus den Gewindebohrungen in den Verschlußkörpern zu sichern, so daß die Druckfedern und Federspanner nicht verloren gehen können, wenngleich stets eine hinreichende Entlastung der einen oder anderen Druckfeder möglich bleibt, damit das Ventilverschlußteil unverändert in den einen oder anderen Ventilsitz überführt wird. Ferner kann die Kolbenstange beidseitig des Ventilverschlußteils jeweils eine Entlüfungsbohrung aufweisen, um nämlich im Zuge des Austauschens der Sicherheitsventile jenen Bereich drucklos machen zu können, der sich bei geschlossenem Ventilsitz eben zwischen diesem Ventilsitz und der auszutauschenden Sicherheitsarmatur befindet. Grundsätzlich können für die Drucklosmachung dieser Bereiche auch Nadelventile eingesetzt werden.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
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Fig. 1 eine erfindungsgemäße Wechselarmatur im teilweisen Vertikalschnitt, und
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Fig. 2 ausschnittsweise den Gegenstand nach Fig. 1 bei einseitig gelöster Druckfeder und geschlossenem Ventilsitz zum Auswechseln des zugeordneten Sicherheitsventils.
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In den Figuren ist eine Wechselarmatur für Druckbehälter, z.B. Flüssiggas dargestellt, und zwar mit mindestens zwei Sicherheitsventilen 1, 2, die in einen Armaturenblock 3 mit einer Behälteranschlußvorrichtung 4 eingesetzt sind. Die Behälteranschlußvorrichtung 4 weist einen Zutrittskanal 5 und der Armaturenblock 3 mit dem Zutrittskanal 5 in Verbindung stehende und zu den Sicherheitsventilen führende Abzweigkanäle 6, 7 mit Absperrvorrichtung auf. Die Behälteranschlußvorrichtung 4 kann als Gewindestutzen oder - wie gezeigt - als Anbauflansch ausgebildet sein. Die Abzweigkanäle 6, 7 sind koaxial in dem Armaturenblock 3 angeordnet. Jedem Sicherheitsventil 1, 2 ist ein Ventilsitz 8, 9 in dem zugeordneten Abzweigkanal 6, 7 vorgeordnet. Zwischen beiden Ventilsitzen 8, 9 mündet der Zutrittskanal 5 in die Abzweigkanäle 6, 7 ein. Auf einer durch die sich gegenüberliegenden Ventilsitze 8, 9 hindurchgeführten und darin gelagerten Kolbenstange 10 ist ein Ventilverschlußteil 11 angeordnet, das aus Kunststoff besteht. Die Kolbenstange 10 ist an ihren beiden Enden von jeweils einer Druckfeder 12, 13 mit gleicher Federkraft beaufschlagt. Dadurch wird das Ventilverschlußteil 11 in mittlerer Offenstellung zwischen beiden Ventilsitzen 8, 9 gehalten. Insoweit ist eine symmetrische Anordnung auch hinsichtlich des Zutrittskanals 5 verwirklicht. Die Druckfedern 12, 13 sind mittels Federspanner 14, 15 gesichert und von der Außenseite des Armaturenblocks 3 her entfernbar bzw. zumindest bis zur hinreichenden Entspannung lösbar. Die Abzweigkanäle 6, 7 sind von einer durch den Armaturenblock 3 hindurchlaufende Montagebohrung gebildet. Die Ventilsitze 8, 9 sind von beidseitig in die Montagebohrung mit Dichtwirkung einsetzbaren Verschlußkörpern 16, 17 gebildet, welche jeweils eine Lagerbohrung 18 für die beidseitig des Ventilverschlußteils 11 vorkragende Kolbenstange 10 aufweisen. Die Verschlußkörper 16, 17 besitzen zwischen dem Ventilsitz 8 bzw. 9 und der Lagerbohrung 18 Durchtrittsöffnungen 19. Ferner ist vorgesehen, daß sich an die Lagerbohrungen 18 nach außen führende Gewindebohrungen 20 anschließen und die Federspanner 14, 15 in die Gewindebohrungen 20 einschraubbar sind, wodurch die Druckfedern 12, 13 gespannt werden. Denn die Federspanner 14, 15 weisen Sacklochbohrungen 21 zur Aufnahme der vorkragenden Druckfedern 12, 13 auf und bilden einen Anschlag 22 für die Kolbenstange 10, wenn die Federspanner 14, 15 vollständig in die Verschlußkörper 16, 17 bzw. Gewindebohrungen 20 eingeschraubt sind und das Ventilverschlußteil 11 sich in Mittelstellung befindet. Ferner können die Federspanner 14, 15 gegen vollständiges Herausdrehen aus den Gewindebohrungen 20 in den Verschlußkörpern 16, 17 gesichert sein, was nicht gezeigt ist. Die Kolbenstange 10 weist beidseitig des Ventilverschlußteils 11 jeweils eine Entlüftungsbohrung 23 auf.
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Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Wechselarmatur wird unmittelbar aus den Figuren deutlich. Wird eine Druckfeder 12 durch Betätigung ihres Federspanners 14 gelöst, dann drückt die andere Druckfeder 13 das Ventilverschlußteil 11 in den Ventilsitz 8 der Seite der gelösten Druckfeder 12, so daß dort die Gaszufuhr zu dem betreffenden Sicherheitsventil 1 unterbrochen wird und dieses Sicherheitsventil 1 ausgetauscht werden kann. Die Gaszufuhr zu dem anderen Sicherheitsventil 2 bleibt unverändert aufrechterhalten, so daß sich dieses Sicherheitsventil 2 in Bereitschaftstellung befindet und selbst dann bleibt, wenn die gelöste Druckfeder 12 in fahrlässiger Weise nicht wieder gespannt werden sollte. Das gleiche gilt für die Umkehrung.