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Fernrohr, bei denn die Einblickachse und die Ausblickachse von Schwankungen
seines Trägers unabhängig sein sollen. Die Erfindung betrifft ein Fernrohr, das
mit seiner Einblickachse und mit seiner Ausblickachse von etwaigen Schwankungen
seines Trägers unabhängig sein soll, sei-es, daß es sich z. B. um ein Fernrohr handelt,
das auf einem Schiff aufgestellt werden soll, so daß es dort den Schwankungen des
Schiffes ausgesetzt wäre, oder um ein Mastfernrohr von beträchtlicher Größe, bei
dem seiner Größe wegen mit merklichen Schwankungen zu rechnen wäre.
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Fach derErfindung läßt sich dergewünschte Zweck dadurch erreichen,
daß man das Fernrohr aus zwei voneinander getrennten Teilen bestehen läßt und von
diesen beiden Teilen den hinteren dagegen sichert, an den- Schwankungen des vorderen
Teils teilzunehmen, und den vorderen so ausbildet, daß er die Vergrößerung -6-i
hat. Die Sicherung des hinteren Teils wird verschieden sein, je nach der Art des
Fernrohrs und der in Betracht kommenden Schwankungen. Handelt es sich z. B. um ein
Fernrohr, das auf einem Schiff angeordnet ist, so muß man den hinteren Teil z. B.
mit einem Pendel oder einem Kreisel verbinden, wenn man ihn verhindern will, an
den Schwankungen des auf dem Schiff fest aufgestellten und daher mit diesem schwankenden
vorderen Teils teilzunehmen. Handelt es sich dagegen beispielsweise um ein auf der
Erde stehendes Mastfernrohr, bei dem die störenden Schwankungen diejenigen sind,
die sich aus der -Nachgiebigkeit der Haltevorrichtungen ergeben, so bildet die Trennung
der beiden Teile voneinander, also die gesonderte Aufstellung des hinteren Teils,
schon eine genügende Sicherung. Durch die Sicherung des hinteren Fernrohrteils ist
die Einblickachse gegen Schwankungen gesichert. Daß durch die obenerwähnte Ausbildung
des vorderen Teils auch die Ausblickachse von Schwankungen frei gemacht ist, hat
darin seinen Grund, daß bei einem optischen System von der Vergrößerung +i zwei
beliebige Strahlen den Winkel, den sie beim Eintritt in das Svstein miteinander
bilden, auch beim Austritt miteinander bilden; infolgedessen ändert ein 'Strahl
seineAustrittsrichtung auch dann nicht, wenn das System Schwankungen unterworfen
ist.
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Legt man die Austrittspupille des vorderen Teils in denjenigen Punkt,
um den sich bei einer Schwankung des vorderen Teils dieser Teil-gegen den vorderen
Teil bewegt, so bleibt der Ausblick aus dem gesamten Fernrohr in einer bestimmten
Richtung (z. B. der wagerechten) so lange im wesentlichen ungehindert, wie die Abweichung
des Trägers von seiner Mittellage die halbe Größe des gegenstandseitigen Gesichtsfeldwinkels
des vorderen Teils nicht übersteigt. Dabei ist vorausgesetzt, daß die Eintrittspupille
des hinteren Teils die Austrittspupille des vorderen Teils an Größe genügend übertrifft,
daß die Eintrittslinse des hinteren Teils also, im Falle die Eintrittspupille (wie
üblich) in der -Nähe dieser Linse liegt, verhältnismäßig groß gegenüber der Austrittspupille
des vorderen Teils ist. Legt man auch die Eintrittspupille des hinteren Teils in
den oben bezeichneten Punkt, so braucht die Eintrittslinse des hinteren Teils, im
Falle diese Eintrittspupille in ihrer Nähe liegt, nur ebenso groß zu sein wie die
Austrittspupille des vorderen Teils.
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Fernrohre, die aus zwei voneinander getrennten Teilen bestehen, von
denen der hintere dagegen gesichert ist, an den Schwankungen des vorderen teilzunehmen,
sind z. B. schon durch die deutsche Patentschrift 2a9456 bekannt geworden. Es hatte
bei diesen Fernrohren die Trennung jedoch den Zweck, die beiden Teile weit auseinanderrücken
zu können.
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. In der Zeichnung ist die Erfindung an zwei
Ausführungsbeispielen
erläutert, die beide den verwickelteren Fall darstellen, daß das gesamte Fernrohr
auf einem schwankenden Träger steht.
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Bei dem in Abb. i dargestellten ersten Ausführungsbeispiel ist an
einem Ständer a ein Rohr b befestigt, das an seinem oberen Ende ein Dachprisma b1
trägt. Hinter diesem Prisma liegt ein Objektiv b2, eine Blende c, ein Kollektiv
b3 und eine Sammellinse b4. Eine Gabel d1 ist mit Hilfe eines Zapfens d2 in dem
Ständer a um eine wagerechte Achse drehbar gelagert. Auf der von der Gabel d1 abgewendeten
Seite'trägt der Zapfen d2 ein Gewicht d3. In der Gabel d1 ist ein Gehäuse e um eine
wagerechte Achse drehbar gelagert, die die Achse des Zapfens d2 rechtwinklig schneidet.
'Dieses Gehäuse enthält eine Sammellinse e1, ein Dachprisma c2, eine Strichplatte
e3 und ein Okular f, dessen Linsen mit f1 und f2 bezeichnet sind. Die optische Achse
der Linse el wird von der Drehachse des Gehäuses c geschnitten. Unten trägt das
Gehäuse e ein Gewicht e°. Das Objektiv b2 entwirft von dem beobachteten Gegenstande
ein Bild in der Nähe des Kollektivs b3. Von diesem Bilde entwirft die Linse b4 ein
virtuelles Bild. Von diesem virtuellen Bilde entwirft die Linse el@ ein reelles
Bild am Orte der Strichplatte e3. Die Linsen b2, b3 und b4 sind so gewählt, daß
das von diesen drei Linsen entworfene Bild des beobachteten Gegenstandes die Vergrößerung
i hat; daß es sich dabei um die-Vergrößerung +i handelt, folgt aus der gesamten
Anordnung des Fernrohrs. Die Eintrittspupille des vorderen Teils des Fernrohrs besteht
in dem Bilde der Blende c, das das Ob-
jektiv b2 Von dieser Blende entwirft.
Die Austrittspupille des vorderen Teils ist das Bild, das die Linsen b3 und b4 von
der Eintrittspupille entwerfen; dieses Bild liegt in dein Punkte, in dem die Drehachse
der Gabel dl von der Drehachse des Gehäuses e geschnitten wird. Bei allen Schwankungen,
die die das Fernrohr tragende Fläche g und damit der Ständer a samt dem vorderen
Teil des Fernrohrs erleidet, behält infolge der Wirkung der Gewichte d3 und e° der
hintere Teil des Fernrohrs seine Lage gegenüber der Erde bei.
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Bei dem in Abb. z dargestellten zweiten Beispiel ist auf einer Grundplatte
l7. auf einem Fuß il ein Rohr j befestigt, das ein Objektiv j1, ein Kollektiv j2,
eine Umkehrlinse j3 und ein Okular j4, f enthält. Eine Gabel k1 ist mit Hilfe eines
Zapfens k2 in einem auf der Grundplatte h angebrachten Lager i2 um eine wagerechte
Achse drehbar gelagert. An der von der Gabel k1 abgewendeten Seite trägt der Zapfen
k2 ein Gewicht k3. In der Gabel k1 ist ein Gehäuse L um eine wagerechte Achse drehbar
gelagert, die die Achse des Zapfens k2 rechtwinklig schneidet. Dieses Gehäuse enthält
ein Objektiv 11, ein zweimal spiegelndes Prisma l2, ein Dachprisma
13, eine Strichplatte 14 und ein Okular in, dessen Linsen mit 71a1 und m2
bezeichnet sind. Die optische Achse des Objektivs 11 wird in dem Objektiv
von der Drehachse des Gehäuses L geschnitten. Unten trägt das Gehäuse
L ein Gewicht L°. Der vordere, auf dem Fuß i1 starr befestigte Teil des Fernrohrs
ist für sich ein terrestrisches Fernrohr von der Vergrößerung i. Der hintere, kardanisch
gelagerte Teil ist ebenfalls für sich ein Fernrohr. Die Austrittspupille des vorderen
Teils ist in den Punkt gelegt, in dem die Drehachse der Gabel k2 und die des Gehäuses
L einander schneiden, und liegt infolgedessen am Orte der Eintrittspupille des hinteren
Teils, die von der Fassung des Objektivs 11 gebildet wird. Bei allen Schwankungen,
die die das gesamte . Fernrohr tragende Fläche ia, auf der sich eine mit einer Durchblicköffnung
o° versehene Schutzwand o- befindet, und damit der vordere Teil des Fernrohrs erleidet,
behält infolge der Wirkung der Gewichte k3 und l° der hintere Teil des Fernrohrs
seine Lage gegenüber der Erde bei.