DE34947C - Verfahren zur Verwerthung der bei dem Reinigen der leichten Steinkohlentheeröle resultirenden Abfallsäure - Google Patents

Verfahren zur Verwerthung der bei dem Reinigen der leichten Steinkohlentheeröle resultirenden Abfallsäure

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DE34947C
DE34947C DENDAT34947D DE34947DA DE34947C DE 34947 C DE34947 C DE 34947C DE NDAT34947 D DENDAT34947 D DE NDAT34947D DE 34947D A DE34947D A DE 34947DA DE 34947 C DE34947 C DE 34947C
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DENDAT34947D
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CHEMISCHE FABRIKS - AKTIENGESELLSCHAFT in Hamburg
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/69Sulfur trioxide; Sulfuric acid
    • C01B17/90Separation; Purification
    • C01B17/92Recovery from acid tar or the like, e.g. alkylation acids
    • C01B17/925Recovery from acid tar or the like, e.g. alkylation acids by processes involving a liquid-liquid extraction

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE SS: Fettindustrie.
Abfallsäure.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. Juli 1885 ab.
Die leichten Öele des Steinkohlentheers werden zur Reinigung mit concentrirter Schwefelsäure geschüttelt. Hierbei scheidet sich in der Ruhe die Säure als untere schwarzbraune, dickliche Flüssigkeit ab, welche als Abfallsäure bezeichnet wird und bis jetzt keine Verwendung hat finden können, vielmehr ein lästiges und schwer zu beseitigendes Product der betreffenden Fabriken bildet.
In welcher Weise die Wirkung der Schwefelsäure auf die Verunreinigungen der Theeröle erfolgt, war bisher nicht mit Sicherheit erkannt worden.
Wir haben gefunden, dafs die Schwefelsäure, abgesehen davon, dafs sie die in den rohen Leichtölen enthaltenen Basen auflöst, die darin vorhandenen terpenartigen und anderen Stoffe zunächst nur polymerisirt bezw. verharzt und erst nach längerer Berührung unter Kohleabscheidung oxydirt. Ein Theil der durch diese Wirkung der Säure entstandenen Producte, und zwar insbesondere die polymerisaten Verbindungen, bleibt in dem Leichtöl gelöst, während der Rest, zumal die verharzten Stoffe, in die Schwefelsäure geht.
Daraufhin haben wir ein Verfahren gegründet, diese Abfallsäure in allen ihren Theilen zu verwerthen, indem wir die in ihr enthaltene Schwefelsäure auf marktfähiges schwefelsaures Ammoniak verarbeiten und die von der Abfallsäure gelösten harzartigen Substanzen in Form von Auflösungen in Theeröl, Carbolsäure und dergleichen als Imprägnir- und Anstrichflüssigkeit zu gute bringen. Gleichzeitig verbinden wir damit die kostenfreie Gewinnung der in den rohen Leichtölen enthaltenen organischen Basen. ,
Zu diesem Ende wird die Abfallsäure zur Vermeidung einer weitergehenden Zersetzung (Oxydation) am besten sogleich nach dem Abziehen von den Oelen mit Wasser so weit verdünnt, dafs die gröfsere Menge der in der Säure gelösten theerigen Substanzen sich ausscheidet und die darunter stehende, noch immer sehr unreine, rothbraun gefärbte Schwefelsäure ein specifisches Gewicht von 1,2 bis 1,25 zeigt. Zur besseren Scheidung fügen wir dieser Flüssigkeit Theeröle (Anthracenöl, rohe Carbolsäure) hinzu und trennen die aufschwimmenden, nunmehr flüssiger gewordenen Theersubstanzen von der darunter lagernden Säure. Die obere Schicht wird zur Entfernung eines etwaigen Rückhalts an Säure mit Ammoniakgas oder wässerigem Ammoniak behandelt und von der sich dann noch abscheidenden Ammonsulfatlösung getrennt und kann nach, der Filtration zu Zwecken der Imprägnirung, des Anstrichs u. dergl. Verwendung finden.
Die oben erwähnte, von den theerigen Massen getrennte Säure von 1,2 bis 1,25 kann durch nochmaliges Schütteln mit Theerölen, Carbolsäure u. dergl. völlig farblos erhalten werden und dann auch zur Darstellung anderer schwefelsaurer Salze dienen; wir verwenden sie jedoch zur Herausnahme der in den rohen Leichtölen, bevor sie mit concentrirter Schwefelsäure gewaschen werden, enthaltenen organischen Basen. Man fügt etwa doppelt so viel von der be~
treffenden Säure hinzu, als zur Bindung der vorhandenen Basen nothwendig ist, trennt die saure Basenlösung von dem Leichtöl und sättigt dieselbe mit gasförmigem Ammoniak oder Ammoniakwasser. Die schwefelsaure Ammonlösung scheidet sich klar und farblos ab, während die Verunreinigungen der Säure in den aufschwimmenden freien Theerbasen gelöst bleiben. Die schwefelsaure Ammonlösung wird eingedampft und durch Auskrystallisiren von den kleinen darin enthaltenen Mengen fremder (schwefligsaurer, benzolsulfosaurer, thiophensulfosaurer) Salze getrennt, während die Theerbasen von dem Harz abdestillirt werden und entweder wieder zur Reinigung von Abfallsäure dienen oder anderweit Verwendung finden können. Selbstverständlich kann bei diesem Procefs, wenn es sich um Darstellung anderer schwefelsaurer Salze handelt, das Ammoniak durch andere stärkere Basen vertreten werden, ebenso kann die betreffende Säure auch direct zum Sättigen solcher Basen verwendet, und die Verunreini-' gungen können dann durch Schütteln mit Theerbasen oder Carbolsäure herausgenommen werden.
In den Theerdestillationen combinirt man das Verfahren am besten mit der gleichzeitigen ■■ Verarbeitung des Gas- und Theerwassers, indem man das Wasser in den üblichen Apparaten unter Zusatz von Kalk abdestillirt und das freie Ammoniak zur Neutralisirung der Säure bezw. zum Freimachen der organischen Basen verwendet. Es gelingt auf diese Weise leicht, den gesammten Procefs, der eine gewisse Variirung in den Verhältnissen zuläfst, derartig auf einander abzustimmen, dafs bei der Verarbeitung eines gegebenen Quantums von Rohtheer fast die gesammte zum Reinigen des Leichtöls erforderliche Schwefelsäure ohne Kosten als handelsübliches Ammoniumsulfat wiedererhalten wird, während gleichzeitig sowohl die Theerbasen als auch die durch das Waschen mit concentrirter Schwefelsäure sich bildenden theerigen Substanzen ohne weitere Hinzunähme von Reagentien gewonnen werden.

Claims (4)

  1. Pa tent-Ansprüche:
    ι . Reinigung der Abfallsäure der Theerdestillationen und Theerfabriken sowie anderer ähnlichen Fabriken durch Verdünnen mit Wasser, Versetzen mit Theerölen und Trennen der entstandenen zwei Schichten von einander zur Gewinnung der in der Abfallsäure enthaltenen harzartigen Substanzen in Form von Auflösungen in Theeröl.
  2. 2. Gewinnung der rohen Theerbasen aus den Leichtölen als Sulfate durch Waschen der Leichtöle mit der verdünnten und von den harzigen Substanzen getrennten Abfallsäure.
  3. 3. Gewinnung von Ammoniumsulfat und der freien Theerbasen durch Einführung von Ammoniakgas oder wässerigem Ammoniak in die nach Anspruch 2. gewonnene Lösung der Theerbasen in der verdünnten Abfallsäure.
  4. 4. Gewinnung von Sulfaten jeder Art aus der Abfallsäure durch Schütteln der daraus zu erhaltenden noch unreinen Salzlösungen mit Carbolsäure oder Theerbasen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE741852C (de) * 1939-03-26 1943-11-30 Gewerkschaft Mathias Stinnes Verfahren zur Wiedergewinnung von Schwefelsaeure aus Abfallsaeure der Benzol- oder Benzinreinigung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE741852C (de) * 1939-03-26 1943-11-30 Gewerkschaft Mathias Stinnes Verfahren zur Wiedergewinnung von Schwefelsaeure aus Abfallsaeure der Benzol- oder Benzinreinigung

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