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Patentiert im Deutschen Reiche vom B. Februar 1921 ab. Die bekannte
Hartfordsche Gradiermaschine, wie solche in der Schuhindustrie gebraucht wird, und
die dazu dient, von einer Schuhteilschablone ganze Serien solcher Schablonen von
verschiedenen Längen- und Weitenabstufungen herzustellen, und die mit Übertragungsmechanismen
nach Art eines Pantographen versehen ist, hat den Nachteil, daß das Einstellen der
Maschine in bezug auf die Einstellschablone und das nachherige Vergrößern oder Verkleinern
eine überaus umständliche und zeitraubende Arbeit ist. Bei jeder Seriengradierung
mit dieser Maschine mußten Leistenweitmaße und Grundmodelllängenmaß halbiert werden,
worauf dann erst an Hand dieses Ergebnisses eine Einstellung der Maschine stattfinden
konnte. Dabei kamen dann häufig Fehler vor, was zur Folge hatte, daß ganze Serien
unrichtig gradiert wurden. Waren die Maße auf die beschriebene Weise ermittelt,
so mußte ein Maßstreifen, z. B. aus Karton, angefertigt werden, dessen Länge und
Breite dem ermittelten Maß entsprechen mußte. Dieser Streifen wurde dann auf der
mit einem Merkzeichen versehenen Schablonenplatte aufgelegt, worauf der Wagen der
Maschine an diesen Streifen herangeführt und mit Hilfe besonderer, mit Skalen versehener
Einstellstäbchen in bezug auf Länge und Breite eingestellt wurde. Dies wird als
Einstellung des Wagens bezeichnet. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß bei dieser
Einstellungsart häufig Fehler vorkommen, was hauptsächlich dann der Fall ist, wenn
diese Streifen nicht ganz genau aufgelegt worden sind. Als Nachteil hat sich weiter
noch erwiesen, daß der Wagen der Maschine beim Gradieren von Nummer zu Nummer jedesmal
in - die Einstellage zurückgeführt werden muß, was sehr zeitraubend war und zu vielen
Fehlern Anlaß gab. Indem die Verstellorgane keine Maßeinteilung aufwiesen, konnten
sogenannte Übertritte, Abbrüche, Spangenbreiten, Osenbelege und Garniturmodelle
überhaupt nicht genau gradiert werden und mußten häufig von Hand unter Zuhilfenahme
eines Zirkels nachgearbeitet werden. Dies war nicht nur sehr umständlich und zeitraubend,
sondern hatte zur Folge, daß ganze Modellserien dann vielfach nicht miteinander
übereinstimmten.
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Diesen Übelständen soll durch die Erfindung abgeholfen werden. Sie
bezieht sich auf eine Gradiermaschine nach Art der Hartfordschen Gradiermaschine,
und zwar liegt das Neue an der Erfindung hauptsächlich darin, daß die Einstellorgane
für die Längen- und Breitenmaße mit einer auswechselbaren Maßeinstellung versehen
sind.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i eine Draufsicht, und Abb. 2 eine Einzelheit.
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Mit a ist der Wagen der Maschine bezeichnet, der in bekannter Weise
mittels Rollen in den Führungen b verschiebbar ist. Die Maschine ist in bekannter
Weise mit einer Schabloneneinstellplatte versehen, auf welcher mittels Schrauben
die Grundschablone G (Abb. i rechte Hälfte) befestigt ist, an deren Umfangskante
ein am Wagen vorgesehener, aus der Zeichnung nicht 'ersichtlicher Fühler in bekannter
Weise geführt wird. Mit d, d' sind zwei schwach gebogene Einstellschienen
bezeichnet, die einerends mit einem Lenker e, e' verbunden und durch Halter f geführt
sind. Letztere sind auf ihrer Oberseite mit je einer Schauöffnung g versehen und
besitzen eine Stellschraube h, mittels deren die Halter an den Schienen
d und d' befestigt werden können. Auf den Einstellschienen
d und d' ist je eine Flachschiene i auswechselbar angeordnet. Die
Flachschienen i werden durch die mit einer Stellschraube versehenen Halter k auf
den Schienen d und d' festgemacht. Auf der Oberseite sind die Flachschienen
i mit einer Maßeinteilung versehen. Mit dem Lenker c und e' ist je ein Arm
L und l' fest verbunden, der an seinem freien Ende mit einem rechtwinklig
von ihm abstehenden, nach einwärts gerichteten Zahn (aus der Zeichnung nicht ersichtlich)
versehen ist, der bestimmt ist, in eine der Zahnlücken des zur Verstellung dienenden
Hebels n oder n', der auf der Außenseite teilweise mit Zähnen m oder vz'
versehen ist, einzugreifen. Die Hebel n und n stehen unter dem Einfluß
von Federn o und o'. Die
Arme 1 und l' sind nahe ihrem
freien Ende mit einer als Schauöffnung dienenden Ausnehmung p und p' versehen, durch
welche die betreffenden Skalenstriche der Maßeinteilung leicht ersichtlich sind.
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Die Gebrauchs- und Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist
folgende: Angenommen, die einzelnen Teile der Maschine befinden sich in der aus
Abb. i ersichtlichen Lage und man wolle von dem Grundmodell G eine Schablone für
eine größere Schuhnummer gradieren, so wird unter die linke Hälfte der Maschine
ein Karton K geschoben, der durch aus der Zeichnung nicht näher dargestellte Mittel
festgepreßt werden kann. Angenommen, die Maschine stimme bezüglich Länge und Weite
des Modelles mit dem Karton überein, wenn sich die Schauöffnung g des Halters f
über dem Nullpunkt der Flachschiehen i befindet, und nimmt man ferner an, das Grundmodell
entspreche beispielsweise der Form und Größe eines für einen Schuh der Größe Nr.37
bestimmten Schuhteiles, und man wolle nun eine Schablone S (linke Hälfte Abb. i)
für einen entsprechenden Schuhteil der Schuhgröße Nr. 42 gradieren, so fährt man
mit der Maschine so weit an die Grundschablone heran, daß der aus der Zeichnung
nicht ersichtliche Fühler bei Punkt L der Grundschablone anzuliegen kommt. Hierauf
verschiebt man den Halter f um fünf Skalenstriche nach links (Nr. 37 bis 42), worauf
man die Einstellschraube h anzieht und den Halter f dadurch gegen Verschieben auf
der Schiene d sichert. Gleichzeitig wird der andere Halter der Maschine um fünf
Striche vom Nullpunkt der Flachschiene i nach abwärts verschoben, worauf man mit
dem Fühler an der Umfangskante des Grundmodelles G entlang bis zu Punkt :2 fährt.
Diese Linie wird durch den Übertragungsmechanismus und die Markierrolle R (Abb.
2) auf den Karton übertragen. Ist man mit dem Taster bei Punkt 2 angelangt, so muß
die Weite der Maschine so eingestellt werden, daß die aus der Zeichnung ersichtliche
Zunge des Grundmodelles in gleicher Weite gradiert wird. Dies geschieht dadurch,
daß man das freie Ende des Hebels tt so weit zurückdrückt, daß die Zähne tra außer
Eingriff mit dem vom Arm l abstehenden Zahn gelangen, worauf man den Arm l um drei
Zahnlücken nach rechts verschiebt. Nach Loslassen des Hebels n greift der am Arm
l vorgesehene Zahn in die entsprechende Zahnlücke des Hebels n ein. Alsdann fährt
man mit dem Fühler bis Punkt'3. Indem die Weite des zwischen den Punkten 3 und 4
liegenden Streifens bei der gradierten Schablone der Weite des Grundmodelles entsprechen
muß, ist es nötig, bei Punkt 3 den Arm l' üm drei Zahnlücken nach oben zu verschieben,
worauf man mit dem Fühler bis Punkt 4 fährt, wo man die beiden Arme 1, l'
auf den Nullpunkt der Einstellhebel n, n' stellt, den Fühler bis Punkt 5 bewegt,
woselbst man den Arm l' um zwei Zahnlücken nach oben verschiebt und mit dem Fühler
alsdann bis Punkt i fährt. Zufolge der beschriebenen Einstellung der Maschine wird
bewirkt, daß die vergrößerte Schablone S auf dem Karton K markiert wird.
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Sämtliche Modelle, welche gleiche Längen-und Weitenmaße aufweisen,
können mit den nämlichen Flachschienen l gradiert werden. Weichen diese Maße erheblich
ab, so können die Flachschienen i nach Lösen der Halter k
leicht weggenommen
und durch andere, mit einer entsprechenden Maßeinteilung versehene ersetzt werden.
Indem sowohl die Flachschienen i als auch die Hebel n, n mit Maßeinteilungen
und entsprechenden Aufschriften versehen sind, kann die Ein- und Verstellung sehr
schnell und im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren auf sehr einfache Weise erfolgen.
Indem die maßgebenden Einstellmaße nicht erst ausgerechnet und die Maschine zwecks
Einstellung nicht erst auf einen bestimmten Einstellpunkt geführt werden muß, bietet
die beschriebene Verbesserung eine ganz erhebliche Arbeitsersparnis.