DE3447341C2 - Verfahren zur Schließwinkelregelung einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zur Schließwinkelregelung einer fremdgezündeten BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur
Schließwinkelregelung einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine
nach der Gattung des Hauptanspruchs. Eine solche
Schließwinkelregelung ist bereits aus der DE-OS 28 03 556
bekannt, bei welcher der Primärstrom erfaßt und mit einem
Vergleichswert verglichen wird. Der Schließwinkel wird entweder
verringert, wenn der Vergleichswert überschritten oder
vergrößert, wenn der Vergleichswert nicht überschritten wird.
Aus der US-PS 4 198 936 ist eine Vorrichtung zur
Schließwinkelregelung einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine
bekannt, bei der ein Inkrementgebersystem an einen
Zündungsrechner und eine elektronische Vorrichtung zur
Schließwinkelregelung angeschlossen ist. Der Zündungsrechner
berechnet aus Motordaten den Zündzeitpunkt, während in der
elektronischen Vorrichtung das Tastverhältnis, d. h. das
Verhältnis zwischen Offenwinkel und Schließwinkel während einer
Umdrehung der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine, festgelegt
wird. Hierfür wird der Primärstrom der Zündspule über einen
Strommeßwiderstand erfaßt und mit einem Vergleichswert
verglichen. Wird der Vergleichswert überschritten, so wird ein
in der elektronischen Vorrichtung enthaltener Zähler gesperrt,
wodurch sich für den nächsten Verbrennungszyklus der
Schließzeitpunkt verzögert und damit der Schließwinkel
verkleinert.
Weiterhin ist in der nicht vorveröffentlichten DE-OS 34 02 537
vorgeschlagen worden, eine Schließzeitregelung für
Brennkraftmaschinen mit einem Segmentsystem durchzuführen.
Hierfür wird die Schließzeit relativ zu zwei auf einem Geberrad
angebrachten Bezugsmarken eingestellt. Der Primärstrom der
Zündspule wird dabei über zwei Komparatoren erfaßt, deren
Ausgangssignale an einen Zündungsrechner geführt werden. Der
Zündungsrechner berechnet dann in Abhängigkeit der Bezugsmarken,
der Ausgangssignale der zwei Komparatoren und der Drehzahl
jeweils den gültigen nächsten Schließ- und Zündzeitpunkt.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, die bekannten Verfahren zur
Schließwinkelregelung zu verbessern.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Schließwinkelregelung
einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine mit den kennzeich
nenden Merkmalen des Hauptanspruches hat demgegenüber den
Vorteil, besonders einfach und daher kostengünstig und
störsicher aufgebaut zu sein. Gleichzeitig wird ein be
sonders gutes Dynamikverhalten bei starken Drehzahlwech
seln der Brennkraftmaschine, etwa während eines Schalt
vorganges in einem Kraftfahrzeug, erreicht.
In den Unteransprüchen sind besonders vorteilhafte Ausge
staltungen der Erfindung angegeben. Besonders vorteilhaft
ist es, durch Interpolation zwischen zwei Marken eine
fiktiv höhere Markendichte zu erreichen, womit eine genaue
re Schließwinkelregelung erreicht wird.
Bei Realisierung als Software im Zündungsrechner ist die
Schließwinkelregelung vom Algorithmus her besonders ein
fach, wenn der Offenwinkel im Anschluß an den Zündzeit
punkt geregelt wird. Eine sichere Brenndauer eines Zünd
funkens auch bei hoher Drehzahl ist dann besonders gewähr
leistet, wenn der Offenwinkel einen minimal zulässigen
Wert nicht unterschreitet. Die Schließwinkelregelung nur
oberhalb einer festgelegten Drehzahl der Brennkraftma
schine durchzuführen und unterhalb dieser Drehzahl den
Schließwinkel auf einen festen Wert einzustellen hat den
besonderen Vorteil, daß ein sicherer Start und ein ruhi
ger Anlauf der Brennkraftmaschine gewährleistet ist. Um
unter bestimmten Betriebsbedingungen, etwa im Fall der
Beschleunigung, eine erhöhte Regeldynamik zu erreichen,
ist es besonders einfach und vorteilhaft, wenn dazu der
Schließwinkel um mehr als eine Winkeleinheit inkremen
tiert oder dekrementiert wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher er
läutert. Die
Fig. 1 zeigt ein Strukturdiagramm des schal
tungstechnischen Aufbaus des Erfindungsbeispieles und die
Fig. 2 ein Signaldiagramm zur Erläuterung der Wirkungs
weise.
In der Fig. 1 ist ein Markenrad 1 mit einer Bezugsmarke
11 und weiteren Marken 12 dargestellt. Die Marken 12 sind
gleichmäßig auf dem Umfang des Markenrades 1 angebracht,
wobei die Bezugsmarke 11 durch eine an einer Stelle des
Umfangs fehlende Marke gebildet wird. Andere bekannte Lö
sungen zur Bildung einer Bezugsmarke sind selbstverständ
lich ebenfalls einsetzbar. Die Bezugsmarke 11 und die Mar
ken 12 werden von einem Markensensor 2 erfaßt. Die Marken
sind dabei als ferromagnetische Zähne auf dem Markenrad
ausgebildet, so daß bei Passieren eines Zahnes am Marken
sensor 2 eine Induktivitätsänderung erfolgt und darauf
ein elektrisches Signal an eine Impulsformerschaltung 3
abgegeben wird, die an den Markensensor 2 angeschlossen
ist. Die Impulsformerschaltung 3 verstärkt die Ausgangs
signale des Markensensors 2 und überführt sie in digi
tale elektrische Signale, deren Pegel für einen an die
Impulsformerschaltung 3 angeschlossenen Zündungsrechner
4 verarbeitbar ist.
Der Zündungsrechner 4 erhält von der Brennkraftmaschine
Betriebsdaten 41, insbesondere die Temperatur T der Brenn
kraftmaschine und den Druck p im Ansaugrohr. Aufbau und
Funktionsweise eines solchen Zündungsrechners 4 ist dem
Fachmanne hinreichend aus dem Stand der Technik bekannt,
so beispielsweise aus der US-PS 4 198 936. Zur Vereinfa
chung der Darstellung ist daher der Zündungsrechner 4
nicht weiter erläutert, als daß er aus den Betriebsdaten
der Brennkraftmaschine den richtigen Zündzeitpunkt be
rechnet und zu diesem Zeitpunkt einen Zündfunken in der
Brennkraftmaschine auslöst.
Hierfür ist der Zündungsrechner 4 an eine Zündungsendstufe
5 angeschlossen, deren Endstufentransistor mit dem Kollek
tor in herkömmlicher Weise an die Primärwicklung einer
Zündspule 6 angeschlossen ist. Bei leitendem Endstufen
transistor der Zündungsendstufe 5 fließt ein Strom von der
positiven Batteriespannung UB über die Primärwicklung der
Zündspule 6, durch den Endstufentransistor der Zündungs
endstufe 5 und über einen Stromerfassungswiderstand 8 ge
gen Masse. Die Sekundärwicklung der Zündspule 6 ist in
herkömmlicher Weise zwischen den Kollektor des Endstufen
transistors der Zündungsendstufe 5 und eine Funkenstrecke 7
geschaltet. Zum Zündzeitpunkt wird vom Zündungsrechner 4
der Endstufentransistor der Zündungsendstufe 5 geschlos
sen, so daß der Strom durch die Primärwicklung der Zünd
spule 6 unterbrochen wird, worauf an der Sekundärwicklung
eine hohe Spannung induziert wird und an der Funkenstrecke
7 ein Funken entsteht. Die über dem Stromerfassungswider
stand 8 abfallende Spannung, die nach dem Ohm′schen Gesetz
direkt proportional zum Primärstrom der Zündspule 6 ist,
wird auf einen Eingang eines Komparators 9 geführt. Ein
anderer Eingang des Komparators 9 ist mit einer Referenz
spannung Uref verbunden. Der Ausgang des Komparators 9
führt auf einen Eingang des Zündungsrechners 4. Überschrei
tet nun die über dem Stromerfassungswiderstand 8 abfallen
de Spannung die Referenzspannung Uref, so erscheint am
Ausgang des Komparators 9 ein Impuls, der dem Zündungs
rechner 4 mitgeteilt wird.
Die Wirkungsweise der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung
wird nun anhand der in der Fig. 2 dargestellten Signal
diagramme erläutert. Das Markenrad 1 rotiert synchron
mit der Drehzahl der Brennkraftmaschine. Dabei werden die
Bezugsmarke 11 und die Marken 12 am Markensensor 2 vor
beigeführt. In der ersten Zeile der Fig. 2 ist eine Im
pulsfolge U3 aufgetragen, wie sie am Ausgang der Impuls
formerschaltung 3 erscheint. Dabei entspricht ein Impuls
einer Marke 12 am Markenrad 1, eine in der Impulsfolge U3
auftretende Lücke entspricht der Bezugsmarke 11. In der
zweiten Zeile der Fig. 2 ist ein Signal U5 dargestellt,
wie es am Eingang der Zündungsendstufe 5 und an der Basis
des Endstufentransistors anliegt. Dabei ist der Schließ
winkel mit ws und entsprechend der Offenwinkel mit wo ge
kennzeichnet. Der Schließwinkel ws setzt sich aus dem
Vorsteuerwinkel wv und dem Regelwinkel wR zusammen. Dabei
wird der Zündwinkel wz ab der Bezugsmarke 11 gezählt.
Während der Schließzeit wird die Zündspule 6 aufgeladen,
so daß über dem Stromerfassungswiderstand 8 eine Spannung
U8 abfällt, wie sie in der dritten Zeile der Fig. 2 dar
gestellt ist. Überschreitet diese am ersten Eingang des
Komparators 9 anliegende Spannung U8 die am zweiten Ein
gang anliegende Referenzspannung Uref, so erscheint am
Ausgang des Komparators 9 ein Impuls U9, wie er in der
vierten Zeile der Fig. 2 dargestellt ist.
Nach jedem Zündzeitpunkt berechnet der Zündungsrechner 4
aus den Betriebsdaten 41 der Brennkraftmaschine den für
den nächsten Verbrennungszyklus gültigen Zündwinkel wz
und aus Drehzahl und Batteriespannung den Vorsteuerwin
kel wv. Der Vorsteuerwinkel wv ist hierfür in einem Kenn
feld als Funktion von Drehzahl und Batteriespannung abge
speichert. Aus dem vorhergehenden Verbrennungszyklus ist
bekannt, ob am Ausgang des Komparators 9 ein Impuls U9
erschien oder ob nicht. Aus dieser Information wird der
Regelwinkel wR bestimmt. Er ist positiv oder negativ, je
nachdem ob der Schließwinkel ws für den folgenden Ver
brennungszyklus vergrößert oder verkleinert werden soll.
Daraus ergibt sich der nächste Offenwinkel wo, der am
Anschluß an den Zündzeitpunkt in durch den Abstand der
Marken 12 am Umfang des Markenrades 1 festgelegten Win
keleinheiten abgezählt wird. Nach Ablauf des Offenwin
kels wo wird die Zündungsendstufe 5 angesteuert, so daß
zur Spule 6 geladen wird. Der Zündungsrechner 4 wartet
dann auf das Erscheinen der Bezugsmarke 11, das er an der
Lücke in der Impulsfolge U3 erkennt. Ab der Bezugsmarke
11 wird der Zündwinkel wz ebenfalls in durch den Abstand
der Marken 12 festgelegten Winkeleinheiten abgezählt, bis
der Zündzeitpunkt erreicht ist und der nächste Verbren
nungszyklus beginnt.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das hier
gewählte Ausführungsbeispiel beschränkt. Es ist insbeson
dere möglich, in der Impulsformerschaltung 3 eine Fre
quenzvervielfacherstufe unterzubringen, die eine fiktiv
erhöhte Markendichte und damit erhöhte Genauigkeit der
Schließwinkelregelung bewirkt. Weiterhin ist es möglich,
eine Bezugsmarke mit einem zweiten Bezugsmarkensensor
auf einem getrennten Markenrad zu erfassen, während das
erste Markenrad eine kontinuierliche Markenfolge auf
weist. Durch Multiplexbetrieb innerhalb des Zündungsrech
ners 4 kann die erfindungsgemäße Schließwinkelregelung
zylinderspezifisch durchgeführt werden. Da der Schließ
winkel ws und der Zündwinkel wz getrennt berechnet wer
den, ist die Schließwinkelregelung problemlos in eine
Klopfregelung integrierbar, auch wenn die Klopfregelung
ein großes Dynamikverhalten zeigt.
Claims (8)
1. Verfahren zur Schließwinkelregelung einer fremdgezünde
ten Brennkraftmaschine, wobei während der Schließzeit zur
Speicherung von magnetischer Energie ein Primärstrom durch
eine Zündspule fließt und am Ende der Schließzeit durch
Unterbrechung des Primärstromes ein Zündfunken erzeugt
wird, wobei der Primärstrom erfaßt und mit einem Ver
gleichswert verglichen wird, wobei der Schließwinkel ver
ringert wird, wenn der Vergleichswert überschritten wird,
oder vergrößert wird, wenn der Vergleichswert nicht über
schritten wird, wobei der Schließwinkel um wenigstens eine
Winkeleinheit inkrementiert oder dekrementiert wird und wo
bei die Winkeleinheit durch den von einer Marke bean
spruchten Umfangswinkel eines synchron mit der Drehzahl
der Brennkraftmaschine rotierenden Markenrades festgelegt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schließwinkel in Ab
hängigkeit der Batteriespannung und/oder der Drehzahl der
Brennkraftmaschine vorgesteuert wird, und daß die Schließ
winkelvorsteuerung über ein Kennfeld durchgeführt wird, das
in einem Zündungsrechner abgespeichert ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Winkeleinheit ein ganzzahliger Teiler des von einer
Marke beanspruchten Umfangswinkels ist und durch Interpo
lation zwischen zwei Marken gebildet wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Schließwinkelregelung indirekt durch Regelung des
Offenwinkels im Anschluß an den Zündzeitpunkt erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Offenwinkel um eine Winkeleinheit inkrementiert wird,
wenn zum Zündzeitpunkt der Vergleichswert überschritten ist,
oder dekrementiert wird, wenn zum Zündzeitpunkt der Ver
gleichswert nicht überschritten ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Offenwinkel einen minimal zulässigen Wert
nicht unterschreitet.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Schließwinkelregelung nur
oberhalb einer festgelegten Drehzahl der Brennkraftmaschi
ne durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
unterhalb der festgelegten Drehzahl der Brennkraftmaschine
der Schließwinkel auf einen festen Wert eingestellt ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit wenigstens eines
Betriebsparameters der Brennkraftmaschine, vorzugsweise
der Beschleunigung der Schließwinkel um mehr als eine Win
keleinheit inkrementiert oder dekrementiert wird.
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1984
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