DE33844C - Verfahren zur Darstellung von Zuckerkalk-Lösung aus Melasse und Kalkhydrat - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Zuckerkalk-Lösung aus Melasse und Kalkhydrat

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DE33844C
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DENDAT33844D
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J. wolfp in Jülich, Zuckerfabrik, Rheinprovinz
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B35/00Extraction of sucrose from molasses
    • C13B35/02Extraction of sucrose from molasses by chemical means
    • C13B35/04Extraction of sucrose from molasses by chemical means by precipitation as alkaline earth metal saccharates

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Kalkhydrat ist früher bei dem Substitutions - Verfahren zur Darstellung von kalkgesättigter Zuckerlösung angewendet worden, jedoch mit ungenügendem Erfolg, weil die Lösungen, mit denen man arbeitete, zu verdünnt waren, und daher die Saccharatbildung in denselben nur äufserst langsam vor sich ging. Man ging deshalb dazu über, anstatt des Kalkhydrats Calciumoxyd in Pulverform zu verwenden.
Diese Art der Sättigung von Zuckerlösungen mit Kalk ist denn auch in das jetzige »Ausscheidungs« - Verfahren mit hinübergenommen worden. Dabei wurde die Verbindung von Kalkhydrat mit Zucker so gänzlich mifsachtet, dafs das bei der freiwilligen Zersetzung des in der Ausscheidung gefällten Saccharats in grofsen Massen sich bildende Kalkhydrat, weil es bis jetzt nicht weiter verwerthet werden konnte, als ein äufserst unangenehmes Abfallproduct betrachtet wurde. Dieses Kalkhydrat in einer möglichst günstigen Weise wieder zu benutzen, ist zunächst der Zweck meines folgenden Verfahrens, welches sich auf die von mir constatirte Thatsache stützt, dafs in einem Gemisch von Zuckerlösung und Kalkhydrat die Saccharatbildung um so energischer und vollständiger vor sich geht, je concentrirter die Lösung ist. Wie dabei das Princip, Melasse und Kalkhydrat immer nur in möglichst concentrirtem Gemisch auf einander wirken zu lassen, durchgeführt ist, zeigt die Ausführung des Verfahrens.
Die Ausführung des Verfahrens erfordert weiter nichts, als drei mit einem kräftigen Rührwerk und regulirbarem Wasserzuflufs versehene Gefäfse, die so aufgestellt sind, dafs die beiden ersten (Saccharatbildner) sich in das dritte (Lösungsgefäfs) leicht entleeren lassen. In einem der beiden ersten Gefäfse werden 100 Theile Melasse von gewöhnlicher Concentration (etwa 50 pCt. Zuckergehalt) mit so viel Kalkbrei (bei sehr verdünnten Melassen pulverförmigem Kalkhydrat) vermischt, dafs auf 100 Theile Zucker der Melasse etwa 40 bis 55 Theile Kalkhydrat kommen. Nach 5 bis 7 Minuten, wenn das anfangs dünnflüssige Gemisch bei gleichzeitig eintretender Temperaturerhöhung beginnt zähflüssig zu werden, wird allmälig unter beständigem Umrühren kaltes Wasser zugegeben, jedoch immer nur so viel, als durch die Saccharatbildung chemisch gebunden wird, oder vielmehr nur so viel, als nöthig ist, um ein Festwerden der Masse zu verhindern. Letztere verliert nach und nach immer mehr die Neigung, fest zu werden, und mufs dann natürlich in diesem Verhältnifs auch der Wasserzuflufs vermindert werden. Nach ungefähr 2 bis 4 Stunden ist die Saccharatbildung beendet. Das Gewicht des bis dahin zugegebenen Wasserquantums ist ungefähr gleich dem der angewendeten Melasse. Der Saccharatbildner enthält nun kalkgesättigte Melasselösung, in welcher (neben wenig Kalkhydrat) ungelöstes Saccharat suspendirt ist. Nach Bedarf läfst man einen Theil seines Inhaltes in das tiefer stehende Lösungsgefäfs abfliefsen und verdünnt hierin allmälig unter fortwährendem Umrühren mit der ι Y2 fachen bis doppelten Menge Wasser (oder auch zuckerhaltiger Waschlauge u. s. w.). Aus der auf diese Weise erhaltenen kalkgesättigten Zuckerlösung läfst sich der Zucker durch
Zusatz von pulverförmigem Calciumoxyd in der durch die Ausscheidung bekannten Weise ausfällen. Beispielshalber sei ein Versuch angeführt:
Die angewendete Melasse polarisirte 50,6 bei 1,422 spec. Gew. Der Kalkbrei enthielt 63 pCt. W'asser (durch Gewichtsverlust beim Trocknen bestimmt). Es wurden 500 Theile Melasse mit 380 Theilen Kalkbrei vermischt. Nach 6 Minuten war Wasserzusatz nöthig. Unter beständigem Umrühren wurden innerhalb 10 Minuten allmälig 100 Theile Wasser zugesetzt. Nach 20 Minuten wurden nochmals 100 Theile Wasser zugesetzt. Im Verlauf von 4 Stunden nach dem Ansetzen waren im Ganzen 500 Theile Wasser zugegeben worden. Ein Theil des Gemisches wurde mit der doppelten Menge Wasser verdünnt. Die Untersuchung der enthaltenen Flüssigkeit. ergab, dafs der in ihr erhaltene Gesammtzucker zu 89 pCt. als kalkgesättigte Zuckerlösung, zu 11 pCt als ungelöstes Saccharat vorhanden war. Mit einem Zusatz von 60 pCt. Calciumoxyd (auf Zucker berechnet), wurde sämmtlicher Zucker aus derselben ausgefällt.
Man kann auch Melasse, Kalkhydrat und .Wasser gleich in dem Verhältnifs mischen, welches man in oben angegebener Weise durch allmäligen Wasserzusatz erhält. Die Saccharatbildung geht dann jedoch nicht so energisch und vollständig vor sich. Bei Anwendung von zu wenig Wasser würde man festes Saccharat bekommen, aus welchem sich kalkgesättigte Zuckerlösung nur sehr schwierig würde herstellen lassen.
Die Vortheile meines Verfahrens sind folgende:
1. Das zur Ausscheidung nach der bisherigen Arbeitsweise nöthige Kalkquantum wird fast auf die Hälfte reducirt.
2. Man braucht nicht mehr bei so niedrigen Temperaturen zu arbeiten.
3. Die Verringerung des als Abfallproduct wegzuschaffenden Kalkhydrats und infolge dessen:
4. die Verringerung der in diesem Kalkhydrat verloren gehenden Zuckermengen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Darstellung kalkgesättigter Zuckerlösungen in der Weise, dafs Melasse oder concentrirte Zuckerlösungen mit Kalkhydrat (auf 100 Theile Zucker 40 bis 55 Theile Kalk) vermischt werden, mit fortschreitender Kalkbindung Wasser zugefügt und der so entstehende Brei mit weiteren Mengen Wasser zur Lösung versetzt wird.
DENDAT33844D Verfahren zur Darstellung von Zuckerkalk-Lösung aus Melasse und Kalkhydrat Expired - Lifetime DE33844C (de)

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