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Künstliches Gebiß mit Ventil-Saugekammer. Bei künstlichen Gebissen
mitVentil-Saugekammern sind die verschiedensten Ventile bekannt. Ein genaues Arbeiten
dieser Saugeventile bedingt aber zu ihrer Herstellung so-. wie zur Herstellung der
dazugehörenden Saugekammerschablonen maschinelle und sonstige besonders hierfür
angefertigte Handapparate und Stanzen. Hierdurch verteuert sich das Gebiß, da der
Durchschnittsfachmann nicht in der Lage ist, sich diese teuren Apparate der verschiedensten
Systeme oder ein Lager von fertigen Ventil-Saugekammern anzuschaffen. Ein zweites
Übel der heutigen Ventil-Saugekammersystemebestehtdarin, daß die Anlegung der Blechsaugekammerschablonen
in Form von Blechhülsen und Blechnäpfchen entsprechend den Gaumenkonturen. des Gipsmodells
eine sehr erschwerte und eine sehr umständliche Arbeit ist, indem in den Rand des
Näpfchens die Gaumenkonturen einzeln eingefeilt oder durch eine hierfür besonders
angefertigte Stanze eingestanzt werden müssen. Ein drittes Übel besteht darin, daß
der Fachmann zur Herstellung einer Ventil-Saugekammer die bekannten einfachen Blei-,
Zinn- oder Pappschablonen, die er j ederzeit auf Lager liegen hat, nicht verwenden
kann, sondern besonders hierfür angefertigte Schablonen verwenden muß, und ein viertes
Übel noch darin, daß eine Vorrichtung fehlt, die das Gummisaugersystem mit dem Saugeventilsystem
verbindet. Diesem Übelstande ist nun durch die vorliegende Erfindung einer einfachen
Verstellbarkeit der Federung des Ventils aus einer metallenen Ventil-Lamelle oder
aus Gummi abgeholfen. So zeigt: Fig. i die bekannte übliche Bleischablone a mit
einer auf deren Mitte mittels Feile oder Flachstichel hergestellten Fläche b, in
der ein Blechstreifen als federnde Ventillamelle c eingelagert ist. Das eine Ende
dieser Lamelle ist zweimal rechtwinklig als Ventilverschluß d gebogen, während das
andere Ende e in den Kautschuk einvulkanisiert oder bei Metallgebissen in eine Öse
eingesteckt, angelötet oder vernietet wird. Verdeckt wird die Lamelle c durch eine
dünne zweite Bleischablone oder dickes Stanniol f.
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Fig. 2, Schnitt A-B von Fig. i. Bei f, wird das Ende e so gebogen,
daß es mit der Spiegelfläche der zweiten dünnen Schablone f gleichmäßig glatt abschließt.
Es geschieht dieses dadurch, daß die Schablone f bei f, entsprechend der Breite
der Lamelle c verjüngt wird. Da diese Lamelle c in Form eines Blechstreifens von
jedem Fachmann ohne besondere Apparate und Handwerkszeuge geschnitten und gebogen
werden kann, steht es dem Fachmann frei, der herzustellenden Dicke des Saugekammerbodens
entsprechend, das Verbindungsstück d' des Ventilverschlusses d zu verlängern oder
zu verkürzen, wodurch die Dicke oder Dünne des Kautschuk-Saugekammerbodens bestimmt
wird. Die Punktierung bei cl (Fig. i) zeigt die ursprüngliche Länge des Blechstreifens
bzw. der federnden Lamelle c.
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Zur praktischen Anwendung dieser selbstgefertigten Schablone kommt
die Seite der
dicken Bleischablone a auf das Gipsmodell zu liegen,
hierauf die zu einemVentilverschluß d gebogenen Lamelle c,.worauf die dünne Bleischablone
oder dicker Stanniol f zu liegen kommt. Mit einem oder zwei kleinen Nägelchen wird
das Ganze in üblicher Weise auf dem Gipsmodell festgenagelt. Vor dem Kautschukstopfen
wird der Ventilverschluß d und dx mit Talkum oder Fett bestrichen,. damit nach dem
Vulkanisationsprozesse der Ventilverschluß imKautschukbeweglichbleibt.
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Fig. 3 zeigt den Schnitt einer Kautschukplatte mit diesemVentil-Saugekammersystem.
g ist Kautschuk. Nachdem das Gebiß fertig ausgearbeitet ist, werden die Bleischablonen
a und f entfernt und durch Druck auf den Ventilverschluß bei h (Fig. 3) dieser elastisch
gemacht. Damit die Federung der Lamelle c dem Bedürfnisfalle entsprechend schwach,
mittel und stark gestellt werden kann, ist in die Lamelle c eine Zunge i. (Fig.
i und 3) aus-bzw. eingeschnitten (oder eingesägt) oder statt dessen seitlich der
Lamelle zwei kleine Zungen eingeschnitten, die dann mit der Zange entsprechend der
beabsichtigten Stärke der Lamellenfederung halbrund gebogen werden (s: i, Fig. 3),
welche die Lamelle c vom Saugerboden g,. abdrücken und damit den Ventilverschluß
d mit dem Saugerboden g, besser abdichten. Da diese Federn im Hohlraume der Saugerkammer
liegen, sind sie weder dem Gaumen noch der Zunge lästig.
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.Statt dieserZungenfederungi (Fig: i und 3) kann auch unter den Blechstreifen
c bei c2 etwas weicher Gummi j (Fig. 3) eingeklemmt werden.
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Fig. q. zeigt dasselbe Ventilsystem in Verbindung mit einem Saugekammerbodeng,
aus Blech mit Ventilverschluß d und der Lamelle c aus einem Stück hergestellt, wodurch
die Kautschukplatte g (Fig. 3) dünner als üblich hergestellt werden kann. h ist
der im Kautschuk sich befestigende, mit Verankerung versehene Bodenrand.
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Fig. ä zeigt den Schnitt A-B von Fig. 4 ohne die Bleischablonen a
und f von Fig. i und 2.
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Fig. 6 stellt eine Abweichung der Federlamelle c in der äußeren Form
vor, indem diese nicht über die Mitte der Bleischablonen, sondern an den Rand derselben
ein- oder zweiteilig hergestellt ist. In Fig. 6 ist diese Lamelle c zweiteilig (s.
i zwei Zungenfedern und e zwei Lamellenenden, die im Kautschuk verankert werden).
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Die Verstellbarkeit der Federung oder der Elastizität des Gummis bei
Gebißsaugeventilen in gleichzeitiger Verbindung mit einer Gaumengummisaugscheibe
ist schaubildlich in Fig.7 und als schematischer Schnitt durch eine Kautschukplatte
in Fig.8 dargestellt. f ist die übliche einfache dünne Bleischablone, d, ist in
Form eines Röhrchens das Verbindungsstück des Ventilverschlusses d, deren Länge
der Dicke des Saugekammerbodens entspricht. Der Ventilverschluß d ist in diesem
Falle statt halbkreisförmig rund gehalten. l ist der Luftkanal, der bei 1, seitlich
unter dem Ventilverschluß d mündet. Von hier läuft außerhalb der Röhre parallel
zum inneren Kanal eine Rille nz; n ist eine eingefeilte, um das Verbindungsstück
(Röhrchen) d, herumgehende Rille, in der ein passender Gummizahnregulierungsring
eingelegt wird zum Zwecke des selbsttätigen luftdichten Abschlusses mit dem Ventilverschlusse
d nach dem jeweiligen Ansaugungsprozesse.
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Wie aus Fig. 8, schematischer Schnitt durch eine Kautschukplatte mit
kombinierten Ventilgummisauger, hervorgeht, stellt man sich selbst diesen Sauger
wie folgt her: die 2 bis 4 mm langen Reste von abnehmbaren Wurzelstiftzahnhülsen
oder Röhren von Zahnregulierungsutensilien werden auf den Öffnungsseiten glatt gefeilt.
Der nach der Zungenseite zugekehrte Teil erhält einen Einschnitt im ungefähren Durchmesser
einer Stecknadel (l" Fig. 8); welcher senkrecht an der äußeren Röhre wieder heraufgeht
(2z, Fig. 8). Dann wird in der Mitte- der gewöhnlichen dünnen Bleischablone f (Fig.
7) ein Loch gemacht, entsprechend demDurchmesser desRöhrchens, und die Schablone
von einer Seite bis zur Mitte durchgeschnitten (o, Fig.7). Nun werden die Öffnungsseiten
der Röhre mit einem Blechrand versehen, der in d den Ventilverschluß und in d2 den
Halter für Gummisaugscheiben darstellt. In dem Teile des Röhrchens, welches in den
Kautschukboden zu stehen kommt, erhält dasselbe eine rund herumgehende Rille n,
in der ein weichbleibender Gummiring; (Fig.8) eingelagert wird. Dort, wo die Bleischablone
von der Seite nach der Mitte zu durchschnitten ist (s. o, Fig. 7), werden die Teile
nach oben und unten gebogen und durch diesen so entstandenen Weg das Ventilverbindungsstück
(Röhrchen) dl hindurchgeschoben. Unter diese dünne Bleischablone f kommt jetzt die
gewöhnliche dicke Bleischablone a zu liegen, worauf die Teile dann gemeinsam auf
das Gipsmodell genagelt werden. Vor dem Kautschukstopfen werden die freiliegenden
Metallteile des Ventils mit Talkum oder Fett bestrichen, damit der Kautschuk mit
diesem nach dem Vulkanisieren sich nicht verbindet, während die Luftkanäle mit Gips,
Kreide o. dgl. Material ausgefüllt werden. Ferner wird ein Gummiring in die Rille
n verlagert, der durch den Vulkanisationsprozeß sich mit der Kautschukplatte verbindet.
Werden nun nach dem Vulkanisieren die Bleischablonen f
und d entfernt
und durch Druck auf d2 (Fig.8) das Ventil vom erhärteten Kautschuk abgelöst, so
federt dieses künftig selbsttätig durch den Gummiring p (Fig.8), der durch den Ansaugungsprozeß
nachgibt, und nach Beendigung desselben das Ventil wieder selbsttätig schließt.
Durch Anlegen einer Gummischeibe q wird die Federung erhöht. Durch den Kanal L (Fig.
8) wird die Luft oberhalb aus der napfartigen Gummischeibe q und durch die
senkrechte Rille m die Luft unter der Gummischeibe ausgesaugt.
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Soll der Ventilsauger mit einer Gebißinetallplatte verbunden werden,
so finden zwei ineinandergeschobene Röhren Verwendung (vgl. Fig.9, schematischer
Schnitt durch eine Metallplatte mit Ventilgummisauger). Die äußere Röhre r wird
mit dem Saugekammerboden g, verlötet, während das innere Röhrchen in bekannter Weise
mit dem Ventilverschlusse d und mit dem Gummisaugerhalter d2 versehen wird. Der
Ventilverschluß d wird mit einem weichen Gummiring s abgedichtet, während der Gummisauger
q die Federung des Ventils beim Ansaugungsprozesse bewirkt. Soll keine Guminischeibe
q angelegt werden, so genügt unter dem Halter d2 die Anlegung eines stärkeren elastischen
Gummiringes.
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Um die Höhe des Halters d2 von einer bestimmten Dicke des Gummiringes
oder Saugers nicht abhängig zu machen, ist der Oberteil des Ventils und der innere
Teil des Halters d2 mit Gewinde versehen. Durch Aufschrauben und die Verstellbarkeit
des Halters d2 können dicke wie auch ganz dünne Gummiringe oder Saugescheiben verwendet
und die Federung des Ventils beliebig verstärkt oder geschwächt werden. Ebenfalls
können durch Abschrauben des Halters d2 alle Einzelteile auseinander genommen, -gereinigt
und neue Dichtungsringe s (Fig. 9) angelegt werden. Ist der Fall gegeben, daß die
Tätigkeit des Ventils ganz oder teilweise eingestellt werden muß, so wird der Halter
dz abgeschraubt und eine Verschlußkappe t (Fig.9) aufgeschraubt. Zur Federung des
Ventils kann auch die Federlamelle von c (Fig. i) dienen, die, anstatt mit dem Ventilverschlusse
d versehen, zu einer Gabel (s. ic, Fig. io) ausgeschnitten ist und
unter den Halterrand d2 greift.
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Damit die Ventile sich nicht um die eigene Achse drehen können, sind
diese mit einer senkrechten Führungsrille, die durch Einfeilen bewirkt wird, oder
mit einem senkrecht angelöteten Drähtchen als Führung versehen. Zur Verhütung einer
Saugerwucherung des Gaumens ist bei Nichtanwendung eines .Gummisaugers der Kammerraum
mit poröser Leinwand oder Seide, die mit Wachs oder sonstigem Fett öder Medikamenten
durchtränkt ist, und derenRand mit einem Rande von dünnem Zahnkofferdammgummi umgeben
sein kann, ausgefüllt. Damit idiieseEinlaige nicht unter demGaumen klebenbleibt,
bei der Herausnahme der Gebißplatte, ist die Ventilkapsel t oder der Halterrand
dz in die mehrfach aufeinandergelegte Leinewand oder Seide eingenäht.
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Die Fig. ii und 12 stellen drei abweichende Formendes Ventils dar.
Bei Fig. i i (Metallplatte) ist die Ventilröhre r konisch und damit auch das Ventil
konisch (ohne den Ventilvenschlußrandd von Fig. 9). Bei Fig. -12 (Kautschukplatten)
ist p Gummiring und Gummipolsterung, die den Ventilkegel ständig nach oben drückt.
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Diese abweichenden Formen beeinträchtigen nicht den Erfindungsgedanken
und die Wirkung, auch dann nicht, wenn dem Ventilröhrchen oder Kegel dl, dem sogenannten
Ventilverbindungsstück, die Schraube für den Halter d2 fehlt, und es mit der Fläche
des Saugekammerbodens glatt abschließt Die Vorteile dieses Saugerventilsysterns
beruhen in der außerordentlichen Einfachheit, der leichten Selbstherstellungsweise
ohne besondere Maschinen, Apparate, Handwerkszeuge und Stanzen, in der hiermit verbundenen
Billigkeit. Hinzu kommt eine beliebige Verstellbarkeit der Federung des Ventils,
sowie vollständige Abstellbarkeit der Tätigkeit, leichte Zerlegbarkeit und damit
verbundene Reinigung des Ventils und Auswechselbarkeit des Gummild'ichtungsringes
s.