DE3344673C2 - Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes - Google Patents
Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen BandbundesInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken des Bandmaterials 3 vom Umfang eines in einem Ablaufhaspels 1 oder dergleichen gehaltenen Bandbundes beim Einlaufen desselben in eine nachgeordnete Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation oder einen zwischen dieser und dem Ablaufhaspel 1 vorgesehenen Treiber 4 oder dergleichen wird so ausgelegt, daß dem beim Abwickeln von Bandmaterial von haubengeglühten Bandbunden 2 auftretenden sogenannten Klebeeffekt entgegengewirkt wird. Die Vorrichtung arbeitet mit einer mittels eines beweglichen Armes 10 gegen den Bandbundumfang anlegbaren, frei drehbaren Rolle 26. Der die Rolle 26 tragende Arm 10 lagert oberhalb des Bandbundumfangs um eine horizontale Achse 9 schwenkbar vor der durch die Bandbund- bzw. Haspelachse gehenden Vertikalebene 5-5 und ist dabei mit der Rolle 26 zumindest in einem gewissen Abstand hinter dieser Vertikalebene 5-5 sowie unterhalb der Einlaufebene 3'-3' des Bandmaterials 3 in die Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation oder unterhalb des Einlaufs in den Treiber 4 oder dergleichen gegen den Bandbundumfang anlegbar. Die Rolle 26 läßt sich in Längsrichtung des Armes 10 zwischen der im Abstand hinter der Vertikalebene 5-5 liegenden Vorbiegerollen-Position B und einer im Abstand vor dieser Vertikalebene 5-5 liegenden Andrückrollen-Position A, vorzugsweise stufenlos, verstellen und in jeder dieser Positionen gegen den Bandbundumfang anlegen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang
eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes beim Einlaufen desselben in eine nachgeordnete
Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation, insbesondere ein Dressiergerüst oder einen zwischen dieser
bzw. diesem und dem Ablaufhaspel vorgesehenen Treiber. Sie befaßt sich dabei mit einer Vorrichtung
derjenigen Art die mit mindestens tnier mittels eine
beweglichen Arms gegen den Bandumfang anlegbaren, frei drehbaren Rolle arbeitet, wobei der die Rolle tragende
Arm oberhalb des Bandumfanges um eine horizontale Achse schwenkbar vor der die Bandbund- bzw.
Haspelachse gehenden Vertikalebene lagen und dabei mit der Rolle zumindest in einem gewissen Abstand
hinter dieser Vertikalebene sowie unterhalb der Einlaufebene des Bandmaterials in die Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation
oder unterhalb des Einlaufs in den Treiber gegen den Bandbundumfang anlegbar ist
Durch die DE-OS 28 48 044 ist eine Abwickelvorrichtung für Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel
oder dergleichen gehaltenen Bandbundes bekannt, die zum Einführen des Bandanfangs in den Treiber
mit einer an einer durch Kraftgeräte verstellbaren Schwinge gelagerten Andrückrolle arbeitet und die weiterhin
eine ebenfalls an einer durch Kraftgeräte verstellbaren Schwinge gelagerte, sogenannte Vorbiegerolle
hat. Diese Vorbiegerolle wird nach dem Einführen des Bandanfangs in den Treiber so gegen den Bandbundumfang
angelegt, daß sich das abgezogene Bandmaterial vom Bandbundumfang an einer vorgegebenen Stelle
unter einem Winkel abhebt, der mit einer Sekante zum Bandbundumfang zusammenfällt oder aber radial hierzu
verläuft.
Diese Maßnahme ist wichtig beim Abwickeln des Bandmaterials von haubengeglühten Metallbandbunden,
weil sich dort nämlich der sogenannte Klebeeffekt nachteilig bemerkbar macht. Aufgrund dieses Klebeef-
fektes löst sich das Bandmaterial bei tangentialem Abziehen
vom Bandbund nicht immer an der gleichen Umfangsstelle,
sondern die Ablösestelle wandert sozusagen sprungartig und in unkontrollierbarer Art und Weise
innerhalb eines gewissen Umfangsbereiches des Bandbundes hin und her. Die Folge davor, ist dann, daß ständig
Schwankungen im Bandzug auftreten, die sich beim Dressiervorgang nachteilig auf der Oberfläche des
Bandmateriaio bemerkbar machen.
Diesen Unzulänglichkeiten begegnet die Abwickelvorrichtung nach der DE-OS 28 48 044 durch den Einsatz
der sogenannten Vorbiegerolle. Nachdem nämlich mit Hilfe der Andrückrolle der Bandanfang in den Treiber
bzw. die ihm nachgeordnete Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation stattgefunden hat, wird die Andrückrolle
vom Bandbundumfang abgehoben und andererseits die Vorbiegerolle an anderer Stelle gegen den
Bandbundumfang zur Einwirkung gebracht, um das Abziehen des Bandmaterials von diesem in sekantialer
oder radialer Richtung einzuleiten.
Ein Nachteil der bekannten Abwickelvorrichtung liegt in deren relativ komplizierten Aufbau sowie auch
darin, daß der die Andrückrolle und die sogenannte Vorbiegerolle aufweisende Funktionsbereich für unumgängliche
Wartungs- und Reparaturvorgänge nur schwer zugänglich ist Andrückrolle und Vorbiegerolle
sind nämlich über ihre Schwingen an einem Wagen aufgehängt, der in ortsfesten Fahrbahnen läuft, die sich nur
über einen Bereich erstrecken, welcher oberhalb der den Ablaufhaspel enthaltenden Fundamentgrube liegt
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, die eine
baulich einfache sowie wartungs- und reparaturfreundliche Auslegung hat und in optimaler Weise sowohl die
Funktion der Andrückrolle beim Einführen des Bandanfangs in den Treiber bzw. die ihm nachgeordnete Behandlungs-
bzw. Bearbeitungsstation als auch die Abhebe- und/oder Ablenkfunktion der Vorbiegerolle erfüllt.
Die Lösung dieses Problems wird nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1 dadurch erreicht, daß eine einzelne
Rolle vorgesehen und in Längsrichtung des Armes zwischen der im Abstand hinter der Vertikalebene liegenden
Position und einer im Abstand vor dieser Vertikalebene liegenden Position, vorzugsweise stufenlos,
verstellbar angeordnet und in jeder dieser Positionen gegen den Bandbundumfang anlegbar ist.
Durch diese Ausgestaltung kann nicht nur der Ablösewinkel des Bandmaterials vom Bandbundumfang auf
unterschiedliche Bedürfnisse, wie bspw. verschiedene Bandbunddurchmesser, verschiedene Bandmaterialdikken
und auch unterschiedliche Bandmaterialqualitäten, abgestimmt werden, sondern es ist auch möglich, ein
und dieselbe Rolle einerseits als Andrückrolle einzusetzen, mit deren Hil'e der Bandanfang in die nachgeordnete
Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation oder den zugehörigen Treiber eingefädelt werden kann, sondern
andererseits mit ihrer Hilfe auch die Wirkung der Vorbiegerolle herbeizuführen, nämlich das abgezogene
Bandmaterial vom Bandbundumfang an einer vorgegebenen Stelle unter einem Winkel abzuheben, der sekan·
tial oder radial zum Bandbundumfang verläuft
Zum Zwecke der erwähnten Relativverlagerung der Rolle gegenüber dem Bandbundumfang ist es nach Anspruch
2 möglich, den die Rolle tragenden Arm in seiner wirksamen Länge verstellbar auszubilden.
Andererseits ist es zum gleichen Zweck aber auch denkbar, bei gleichbleibender Länge des die Rolle tragenden
Armes, entsprechend dem Vorschlag des Anspruchs 3 die Lagerachse des Armes in Richtung einer
Horizon'.alebene verstellbar vorzusehen.
Eine andere wichtige Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nach Anspruch 4 darin gesehen,
daß der Arm um seine Lagcrachse mindestens über einen Winkelbereich von 230° verschwenkbar ist, wobei
seine äußerste unwirksame Endlage wenigstens annähernd einer Horizontallage entspricht
Aufgrund dieser Maßnahme kann die während des
Aufgrund dieser Maßnahme kann die während des
ίο Abwickelvorgangs den Ablösewinkel des Bandipateriais
vom Bandbundumfang sowie auch die Ablösestelie bestimmende Rolle nicht nur dem sich verringernden
Bandbunddurchmesser stetig folgen, sondern es ist auch möglich, sie in eine Ruhestellung oberhalb des Ablaufhaspeis
oder dergleichen sowie in eine Wartungs- bzw. Reparaturstellung vor dem Ablaufhaspel oder dergleichen
zu bringen. In die Ruhestellung sowie auch in die Wartungs- bzw. Reparaturstellung läßt sich die Rolle
mittels des Armes unabhängig davon bringen, ob sie sich in ihrer den Ablösewinkel deö dandmaterials vom
Bandbundumfang bestimmenden BetrLbsstellung oder
aber in ihrer Betriebsstellung als Andrückrolle befindet Ein anderes Weiterbildungsmerkmal der Erfindung
wird nach Anspruch 5 darin gesehen, daß die Rolle längs einer · om freien Ende des Armes getragenen Quertraverse
verstellbar angeordnet ist. Hierdurch ist nämlich die Möglichkeit einer problemlosen Einstellung auf eine
Bandkantenregelung des abzuwickelnden Bandmaterials gegeben.
Wird gemäß Anspruch 6 die Rolle um eine rechtwinklig zu ihrer Drehachse gerichtete Achse verschränkbar
am freien Ende des Armes aufgehängt kann sie sich auch ohne Schwierigkeiten auf Unebenheiten im Bandmaterial
seitlich einstellen.
Damit verhindert wird, daß die Rolle beim Zusammenwirken mit dem ablaufenden Bandmaterial in unerwünschte
Schwingungen gerät, wird nach Anspruch 7 vorgesehen, daß sie durch Dämpfungselemente abgestützt
ist, die wenigstens in Richtung rechtwinklig zu ihrer Drehachse wirksam sind. Nach Anspruch 8 kann
aber die Rolle auch axial gegen Dämpfungselemente abgestützt sein und/oder es können Dämpfungselemente
an ihrer Schränkungsachse angreifen.
Anspruch 9 sieht vor, daß der Schwen'cantrieb für den Arm von Hydraulikantrieben gebildet ist, die, bspw. über Zahnstangen und Ritzel, an einer den Arm tragenden Welle angreifen. Andererseits kann gemäß Anspruch 10 der Antrieb für die Längenänderung des Armes aus hydraulischen Hubkolben bestehen.
Anspruch 9 sieht vor, daß der Schwen'cantrieb für den Arm von Hydraulikantrieben gebildet ist, die, bspw. über Zahnstangen und Ritzel, an einer den Arm tragenden Welle angreifen. Andererseits kann gemäß Anspruch 10 der Antrieb für die Längenänderung des Armes aus hydraulischen Hubkolben bestehen.
Nach den Amgestaltungsmerkmalen des Anspruchs
11 kann der Arm aus zwei parallelen, jeweils ;n
sich längenverstellbarer. Holmen bestehen, deren achss^itifef
Längenabschnitte durch die Welle oder ein diese koaxial umgebendes Distanzrohr auf Abstand gehalten
sind, während dessen verstellbare Längei'.abschnitte
durch die Quertraverse auf Abstand miteinander in Verbindung stehen. Dabei lagert zwischen den achsseitigen
Längenabschnitie" der Holme noch ein aus einer Welle
und zwei Ritzeln bestehender Koppeltrieb, der mit Zahnstangen an den verstellbaren Längenabschnitten
der Holme in Dauereingriff gehalten ist, um deren synchrone
Verstellbewegung zu gewährleisten.
Schließlich besteht nach Anspruch 12 ein wichtiges Ausbildungsmerkm ,1 der erfindungsgemäßen Vorrichtung
auch noch darin, daß die Rolle an ihr ;m dem Bandbund abgewendeten Umfangsbereich an einer Stützrolle
anliegt, wobei diese Stützrolle einen größeren Durchmesser hat als die von ihr gestützte Rolle. Stützrolle und
genützte Rolle sind dabei in jedem Falle in einem gemeinsamen
Lagerkopf angeordnet, der wiederum von einem längs der Quertraverse verstellbaren Schlitten
getragen ist.
Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausfiihrungsbeispiels näher erläutert.
Hierbei zeigt
Fig. 1 in schematisch vereinfachter Seitenansicht einen
Abwickelhaspel,
F i g. 2 eine Ansicht des Abwickelhaspels nach F i g. 1 in Pfeilrichtung II, und
Fig.3 eine Draufsicht auf den Abwickelhaspel in Pfeilrichtung III der F ig. 1 und 2.
Von einem einer Nachbehandlungs- bzw. Bearbeitungsstation, insbesondere einem Dressiergerüst zugeordneten
Abwickelhaspel ist in Fig. 1 der Einfachheit
halber nur der Haspeldorn 1 gezeigt, der den abzuwikkelnden Bandbund 2 trägt.
Das vom Bandbund 2 abgezogene Bandmaterial 3 wird über eine Rolle 4 der Nachbehandlungs- bzw. Bearbdtungsstation,
insbesondere einem Dressiergerüst, zugeführt. Die Rolle 4 kann eine Umlenk- und/oder
Treiberrolle sein, von der das Bandmaterial 3 in der Ein! aufebene 3'-3' der Nachbehandlungs- bzw. Bearbeitunjrsstation
zugeführt wird, welche beim gezeigten Ausfiihrungsbeispiel oberhalb der maximalen Höhenlage
des Bandbundumfanges verläuft.
D'ie Rolle 4 kann jedoch auch als sogenannte Rückbiegerolle
wirksam gemacht werden, sofern ihr ein Treiber nachgeordnet wird, dessen Wirkebene gegenüber
der höchstliegenden Umfangsstelle der Rolle 4 tiefer angeordnet ist.
Mit Abstand vor der vertikalen Achsebene 5-5 durch den Haspeldorn 1 bzw. den davon aufgenommenen
Bandbund 2 ist auf einem Fundament 6 ein Stützgestell 7 montiert, welches aus zwei spiegelbildlich zueinander
angeordneten Ständern r und 7" besteht die jeweils auf einer Auskragung 6' bzw. 6" des Fundamentes 6 montiert
sind, wie dies aus F i g. 2 erkennbar ist Die Ständer T und 7" des Stützgestells 7 tragen je einen Lagerbock
8', 8', wobei in diesen Lagerböcken 8', 8" eine horizontale W eile 9 drehbar ist.
Drehfest verbunden mit der Welle 9 ist ein Arm 10, der jeweils zwei parallele Holme 10" und 10" aufweist
Jeder dieser Holme 10' und 10" besteht dabei aus einem hinteren, von der Welle 9 getragenen Holmteilstück 11'
bzw. 11" und einem vorderen Holmteilstück 12' bzw. 12", wobei die vorderen Holmteilstücke 12' und 12"
durch eine Quertraverse 13 miteinander in Verbindung stehen. Die vorderen Holmteilstücke 12' und 12" mit der
Quenraverse 13 sind an den hinteren Holmteilstücken 11' und 11" des Armes 10 längsschiebbar geführt
Mil: Abstand von der Welle 9 und parallel zu dieser verlaufend ist zwischen den hinteren Holmteustücken
11' und 11" des Armes 10 noch ein Koppeltrieb 14 vorgesehen,
der aus einer drehbar in Lagern 16' und 16" sitzenden Welle 15 sowie zwei auf deren Enden aufgekeilten
Riteein 17' und 17" besteht Die Ritzel 17' und 17" stehen jeweils mit einer Zahnstange 18' und 18" in
Dauereingriff, welche an den vorderen Holmteilstücken 12' und 12" des Armes 10 befestigt sind. Aufgrund des
Koppeltriebs 14 führen die beiden vorderen Holmteilstücke 12' und 12" relativ zu den beiden hinteren HoImteilstiicken
W und 11" des Armes 10 immer eine synchrone Verschiebebewegung aus. Dadurch ist eine ständig
parallele Ausrichtung der Quertraverse 13 zur Achse des Haspeldornes 1 bzw. des Bandbundes 2 gegeben.
Als Schwenkantrieb für den Arm 10 greifen an dessen Welle 9 beidendig jeweils zwei zueinander gegenläufig
betriebene und vorzugsweise jeweils doppell wirkende hydraulische Hubmotoren 19', 20' und 19", 20" an, und
zwar vorzugsweise über an deren Kolbenschäften ausgebildeten Zahnstangen, die mit auf der Welle 9 aufgekeilten
Ritzeln kämmen.
Aus F i g. 1 ist erkennbar, daß die vertikale Achsebene 21-21 durch die den Arm 10 schwenkbar lagernde Welle
9 mit beträchtlichem Abstand vor der Achsebene 5-5 durch den Haspeldorn 1 bzw. den Bandbund 2 liegt.
Die Längenverstellung des Armes 10 durch Längsverschieben der vorderen Holmteilstücke 12' und 12" relativ
zu den hinteren Holmteilstücken W und 11" kann manuell, bspw. über eine am Koppeltrieb 14 angreifende
Kurbel oder ein Handrad, bewirkt werden. Vorteilhaft ist es jedoch, als Stellantrieb für die Längenänderung
des Armes 10 Hydraulikzylinder 22', 22" einzusetzen.
In jedem Falle ist es sinnvoll, die jeweils wirksame Länge des Armes 10 durch eine besondere Anzeigevorrichtung
23 visuell erkennbar zu machen.
Am freien Ende des Armes 10, und zwar an dessen Quertraverse 13, ist zwischen zwei Lagerwangen 24'
und 24" eines Lagerbockes 25 eine Rolle 26 um eine horizontale Achse 27 frei drehbar gelagert. Der Lagerbock
23 ist dabei an der Quertraverse 13 nicht nur in begrenztem Umfang seitwärts, also in Richtung der
Drehachse 27 der Rolle 26, verstellbar angeordnet sondern auch noch um eine rechtwinklig zur Drehachse 27
der Rolle 26 gerichtete Achse 28 gewissermaßen pendelnd aufgehängt Durch die seitliche Verschiebbarkeit
des Lagerbockes 25 an der Quertraverse 13 kann die Rolle 26 für eine Bandmitten- oder Bandkantenregelung
des Bandbundes 2 leicht eingestellt werden. Die pendelnde Aufhängung des Lagerbockes 25 um die Achse
23 an der Quertraverse 13 macht es möglich, daß die Rolle 26 sich auf Unebenheiten des Bandmaterials 3
durch entsprechendes seitliches Ausweichen, also gewissermaßen durch Einnehmen einer geschränkten Lage,
einstellt
Die wirksame Länge des Armes 10 relativ zu seiner durch die Welle 9 gebildeten Schwenkachse kann so
eingestellt werden, daß sich die Rolle 26 am Umfang des Bandbundes 2 an jeder beliebigen Stelle innerhalb des
zwischen der Position A und der Position B liegenden Längenbereiches zur Anlage bringen läßt. In der Position
A liegt die Rolle 26 mit Abstand vor der Vertikalebene 5-5 durch die Achse des Haspeldoms 1 bzw. die
Achse des darauf sitzenden Bandbundes 2 am Bandbundumfang an. Sie wirkt dabei mit dem Bandbund λ als
Andrückrolle zusammen, mit deren Hilfe sich der Bandanfang in den nachgeordneten Treiber 4 oder dergleichen
einführen läßt
In der Position B hat der Arm 10 relativ zu seiner durch die Welle 9 gebildeten Schwenkachse die größte
Ausladung und wirkt mit beträchtlichem Abstand hinter der durch die Achse des Haspeldoms 1 bzw. des darauf
sitzenden Bandbundes 2 gehenden Vertikalebene 5-5 auf den Bandbundumfang ein. In diesem Falle wirkt
dann die Rolle 26 mit dem Bandbundumfang als Vorbiegerolle
zusammen, die dem Klebeeffekt zwischen den am Bandbund 2 sich berührenden Bandmaterialiagen
entgegenwirkt Die Rolle 26 bildet somit gewissermaßen eine Antikleberrolle, durch die das vom Bandbundumfang
abgezogene Bandmaterial 3 relativ zum Bandbundumfang so verlagert wird, daß seine Laufebene
zum Treiber 4 oder dergleichen hin auf einer Sekante durch den Bandbundumfang liegt Das Bandmaterial 3
nimmt damit einen Ablösewinkel ein, der den Klebeeffekt zwischen den einzelnen Lagen des Bandmaterials
exakt an der durch die Rolle 26 bestimmten Stelle aufhebt. Durch entsprechende Längenänderung des Armes
10 kann natürlich die Rolle 26 an jeder beliebigen Stelle des Bandbundumfanges hinter der Vertikalebene 5-5 als
AntiH,'eberrolle wirksam gemacht werden. Diese Einstellung
wird entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen variiert, bspw. in Abhängigkeit vom Bandbunddurchmesser,
von der Bandmaterialdicke und dar Bandmaterialqualitäl.
Gegebenenfalls kann die Rolle 26 auch so eingestellt bzw. beeinflußt werden, daß die Laufebene
des Bandmaterials 3 zum Treiber 4 oder dergleichen hin relativ zum Bandbundumfang radial gerichtet ist, wie
das in Fig. 1 in Verbindung mit dem kleinsten dargestellten Bandbunddurchmesser angedeutet ist.
Wie in F i g. 1 weiter gezeigt ist, kann die Rolle 26 mit Hilfe des Armes 10 nicht nur in ihrer 7wkrhen den
Positionen A und B befindlichen Lage den Durchmesseränderungen des Bandbundes 2 nachgeführt werden.
Vielmehr ist es auch möglich, die Rolle 26 mit Hilfe des Armes 10 in die Ruheposition C über die durch die
Welle 9 gebildeten Schwenkachse zu stellen; sie kann aber auch noch in eine Wartungs- und/oder Reparaturposition
Dvorden Ablaufhaspel gestellt werden.
Die Rolie 26 läßt sich entweder insgesamt als Stahlrolle
ausführen. Sie kann aber auch mit einer Kunststoffummantelung, bspw. aus Polyamid, ausgestattet
werden.
In vielen Fällen erweist es sich auch als wichtig, der Rolle 26 sowohl in Richtung ihrer Drehachse als auch
quer dazu besondere Dämpfungsglieder zuzuordnen, die dem Entstehen von Vibrationen entgegenwirken.
Auch über die Achse 28 kann der die Rolle 26 haltende Lagerbock 25 mit vibrationshemmenden Dämpfungsgliedern
zusammenwirken.
In manchen Fällen kann es sich auch als zweckmäßig erweisen, die Rolle 26 unter Vermittlung einer besonderen
Stützrolle im Lagerbock 25 abzustützen, wobei dann diese Stützrolle einen großen Durchmesser hat,
während die Rolle 26 selbst einen möglichst kleinen Durchmesser aufweist. Je kleiner nämlich der Durchmesser
der Rolle 26 ist, um so weniger besteht die Neigung, daß sich an dieser Rolle 26 ein ähnlicher Klebeeffekt
des Bandmaterials bemerkbar macht, wie am Bandbund 2.
Abschließend sei noch erwähnt, daß die Längeneinstellung des Armes 10 und dessen Positionierung am
Umfang des Bandbundes 2 auch automatisiert werden kann, indem nämlich die vorgesehenen Hydraulikantriebe
durch geeignete Geräte gesteuert werden, welche bestimmte Werte und/oder Betriebsstellungen erfassen,
speichern und reproduzieren können.
Ferner ist noch zu erwähnen, daß in der Ruheposition C der Rolle 26 der Ablaufhaspel von der Vorrichtung
zum Abheben und/oder Ablenken des Bandmaterials 3 so weit freigegeben wird, daß weder die Bewegungen
einer in Vertikalrichtung heb- und senkbaren Restbundzange noch die Bewegungen eines horizontal verfahrbaren
Bundwagens mit höhenzentriertem Bandbund behindert werden können.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (11)
1. VoiTichtung zum Abheben und/oder Ablenken
von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes
beim Einlaufen desselben in eine nachgeordnete Behandlungs-
bzw. Bearbeitungsstation, insbesondere ein Dressiergerüst oder einen zwischen dieser und
dem Ablaufhaspel vorgesehenen Treiber, mit einer mittels eines beweglichen Arms gegen den Bandumfang
anlegbaren, frei drehbaren Rolle, wobei der die Rolle tragende Arm oberhalb des Bandbundumfanges
um eine horizontale Achse schwenkbar vor der durch die Bandbund- bzw. Haspelachse gehenden
Vertikalebene lagert und dabei mit der Rolle zumindest in einem gewissen Abstand hinter dieser Vertikalebene
sowie unterhalb der Einlaufebene des Bandmaterials in die Behandlungs- bzw. Bearbeitungsstation
cder unterhalb des Einlaufs in den Treiber
gegen den Bandbundurnfang snlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine einzelne
Rolle (26) in Längsrichtung des Armes (10) zwischen der im Abstand hinter der Vertikalebene (5-5) liegenden
Position (B) und einer im Abstand vor dieser Vertikalebene (5-5) liegenden Position (A), vorzugsweise
stufenlos, verstellbar angeordnet und in jeder dieser Positionen (B und A) gegen den Bandbundumfang
anlegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß v°.r die Rolle (26) tragende Arm (10) in
seiner wirksamen Länge verstellbar ausgebildet ist (H', 12', 11", -J2"; 22', 22').
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die i^agerachse (9) des
Armes (10) in Richtung einer Horizontalebene und
quer zu ihrer Längsrichtung verstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Arm (10) um seine
Lagerachse (9) mindestens über einen Winkelbereich von 230° verschwenkbar ist und dabei seine
äußerste, unwirksame Endlage (D) wenigstens annähernd einer horizontalen Lage entspricht (F i g. 1).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (26) längs
einer vom freien Ende des Armes (10) getragenen Quertraverse (t3) verstellbar angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (26) um eine
rechtwinklig zu ihrer Drehachse gerichtete, horizontale Achse (28) verschränkbar am freien Ende des
Armes (10) aufgehängt ist (F i g. 2).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (26) durch
Dämpfungselemente abgestützt ist, die wenigstens in Sichtung rechtwinklig zu ihrer Drehachse (27)
wirksam sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (26) axial gegen
Dämpfungselemente abgestützt ist und/oder Dämpfungselemente an der Schränkachse (28) angreifen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkantrieb
für den Arm (10) von Hydraulikantrieben (19', 20', 19", 20") gebildet ist, die, z. B. über Zahnstangen und
Ritzel, an einer den Arm (10) tragenden Welle (9) angreifen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb für die Längenänderung des Armes (10) aus hydraulischen
Hubkolben (22', 22") besteht
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß der Arm (10) aus
zwei parallelen, jeweils in sich längenverstellbaren Holmen (10', 10") besteht, deren achsseitige L ängenabschnitte
(H', 11") durch die Welle (9) oder ein
diese koaxial umgebendes Distanzrohr auf seitlichem Abstand gehalten sind, während die darin verstellbaren
Längenabschnitte (12', 12") durch die Quertraverse (13) auf seitlichen Abstand miteinander
in Verbindung stehen, wobei zwischen den achsseitigen Längenabschnitten (1Γ, 11") der Holme
(10', 10") ein aus einer Welle (15) und zwei Ritzeln (17', 17") bestehender Koppeltrieb (14) lagen (16',
16"), der mit Zahnstangen (18', 18") an den verstellbaren Längenabschnitten (12', 12") der Holme (10',
i0") im Dauereingriff gehalten ist.
YL Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (26) an ihrem dem Bandbund (2) abgewendeten Umfangsbereich
an einer Stützrolle anliegt, wobei die Stützrolle einen größeren Durchmesser hat als die von ihr
gestützte Rolle (26).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833344673 DE3344673C2 (de) | 1983-12-09 | 1983-12-09 | Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833344673 DE3344673C2 (de) | 1983-12-09 | 1983-12-09 | Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3344673A1 DE3344673A1 (de) | 1985-06-20 |
| DE3344673C2 true DE3344673C2 (de) | 1985-10-31 |
Family
ID=6216562
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19833344673 Expired DE3344673C2 (de) | 1983-12-09 | 1983-12-09 | Vorrichtung zum Abheben und/oder Ablenken von Bandmaterial vom Umfang eines in einem Ablaufhaspel oder dergleichen gehaltenen Bandbundes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3344673C2 (de) |
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1983
- 1983-12-09 DE DE19833344673 patent/DE3344673C2/de not_active Expired
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