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Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Dreh- und
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Stehbett als Kranken- und Pflegebett für physisch stark behinderte
und schwache Patienten.
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Es ist allgemein bekannt, daß man in Krankenhäusern, in Pflegeinstitutionen
und privaten Haushalten bei der Pflege von physisch stark behinderten und schwachen
Patienten Betten benutzt, die in Bettquerrichtung, d.h. in Bezug auf das Rückenteil
ver- bzw.
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einstellbar sind. Die Einstellung des Bettes in Querrichtung hat den
Vorteil, daß der Körper des Patienten in eine geänderte Liegestellung gebracht werden
kann. Eine Einstellung des Bettes in Längsrichtung hätte den Vorteil, daß der Patient
um 900 gedreht werden kann. Der Patient liegt dann auf der Seite und kann gepflegt
und gewaschen werden.
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Es ist allgemein bekannt, daß ein Bett in eine Hochlage sowie in
eine Kopf-Tief- oder Fuß-Tief-Lage (max. 160) gebracht werden kann.
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Die heute bekannten Bett-Typen sind darüber hinaus für eine allgemeine
Anwendung bei kranken Patienten ausgebildet und weisen keine besonderen Einrichtungen
zur Pflege von physisch stark behinderten und schwachen Patienten auf.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Krankenbett der
eingangs genannten Gattung mit dem Ziel zu verbessern, daß eine Verstellung des
Rückenteils,
eine Verstellung eines Liegenflächenlängsteils, eine
Verstellung der Neigung der Liegenfläche bis in die Senkrechte und eine Höhenverstellung
der Liegenfläche durchführbar ist, wobei die Verstellungen gleichzeitig oder nacheinander
erfolgen können und die jeweiligen Verstellungen stufenlos erfolgen sollen. Darüber
hinaus soll eine elektromotorische Verstellung vorgesehen sein, so daß das Pflegepersonal
oder der die Bettverstellungen bedienende Patient keinen großen Belastungen ausgesetzt
ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Bett aus
einem Verbundrahmen mit drehbaren Rollen besteht, auf den ein Bettrahmen über einen
Elektromotor, beispielsweise Spindelmotor, eine Zugstange und Hebelarme höhenverstellbar
aufgesetzt sind, daß die Liegenfläche um eine Drehachse durch einen Elektro motor,
beispielsweise Spindelmotor, einen Hebelarm und einen Verbindungsarm drehbar ist,
wobei der Hebelarm um eine am Bettrahmen angeordnete Drehachse drehbar ist, daß
die Liegenfläche, die aus einem Hohlrohrrahmen mit eingeschweißten Stahlbändern
aufgebaut ist, aus Teilliegenflächen besteht, wobei die Teilliegenfläche, die das
Kopfteil bildet, um die am Liegenflächenrahmen angeordnete und in Bettquerrichtung
verlaufende Drehachse verschwenkbar ist, während die Teilliegenflächen um die am
Liegenrahmen angeordnete und in Bett längsrichtung verlaufende Drehachse ver-
schwenkbar
sind, und daß als Schwenkantriebseinrichtungen im Liegenrahmen Elektromotoren, beispielsweise
Spindelmotoren angeordnet sind.
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Durch eine derartige Ausbildung des. Bettes wird erreicht, daß eine
vollständige stufenlose, mühelose und gleichzeitige Verstellung des Bettes um die
verschiedenen Freiheitsgrade durchführbar ist.
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Hierbei sind folgende Möglichkeiten gegeben: 1. Eine Höhenverstellbarkeit
zwischen 40 und 80 cm, 2. die Liegenfläche des Bettes kann in eine Stehposition
(ca. 900 gegenüber der Horizontalen) gebracht werden, wobei dann das unterste Ende
der Liegenfläche den Boden berührt.
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3. Verstellbarkeit eines Teiles der Liegenfläche auf etwa 800 gegenüber
der Horizontalen über eine in Bettquerrichtung angeordnete Achse, die innerhalb
des vom Kopfende gesehen, ersten Drittels der Liegenfläche angeordnet ist.
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4. Verstellbarkeit der in Längsrichtung in Teilliegenflächen geteilten
Liegenfläche über eine in Liegenlängsrichtung verlaufende Mittelachse auf ca. 850
gegenüber der Horizontalen.
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Die Verstellbarkeit der einzelnen Betteile und die Kombinierbarkeit
der unterschiedlichen Verstellungen ist dadurch erreichbar, daß die Ausbildung des
Bettes derart ausgeführt ist, daß eine Vielzahl
von Kombinationen
von Positionierungs- und Justierungsmöglichkeiten gegeben sind und daß die Aufteilung
der einzelnen beweglichen Teile derart durchgeführt ist, daß Positionierungen und
Justierungen einfach oder in Kombination möglich sind, ohne daß eine weitere Verstellung
verhindert wird.
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Die einzelnen Bewegungen sind stufenlos und werden unter Verwendung
von Tragarmen, Verbindungsarmen und Drehachsen, die mit einem oder mehreren elektromotorischen
Antrieben wie einem Spindelantrieb in Verb in dung stehen, durchgeführt.
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Darüber hinaus ist, um menschliches Versagen auszuschalten, die Verstellung
im Hinblick auf nicht durchführbare Verstellungen mit Hilfe von Mikroschaltern blockiert,
so z.B. kann eine Verstellung der Teilflächen in Liegenlängsrichtung nur dann erfolgen,
wenn das Kopfteil in seiner neutralen Lage ist.
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Wenn die vollen Verstellmöglichkeiten des Bettes ausgenutzt werden,
können auch stark behinderte und schwache Patienten mit dem Bett eine gezielte Hilfestellung
erreichen. Ein Patient, der z.B. total gelähmt ist, kann mit Hilfe der in der Längsrichtung
aufgeteilten Liegenfläche um 900 gewendet werden, und dies kann unter Verwendung
nur eines Handschalters durchgeführt werden. Sofern eine Restfunktionsfähigkeit
der Arme bzw. Hände verblieben -ist, kann der Patient diese Wendung um 900 selbst
durchführen.
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Der Vorteil mit nur einer Teilung der Liegenfläche in Längsrichtung
besteht darin, daß bei einer Teilung von 900 die noch verbleibende Liegenlängsfläche
so breit ist, daß der Patient die Arme und Beine bequem ausstrecken kann. Bei den
bekannten Bettmodellen kann der Patient nur manuell auf die Seite gedreht werden
und muß dabei zur Unterstützung mit Kissen unterstopft werden, so daß er in dieser
Seitenlage liegenbleibt.
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Mit der voranstehend beschriebenen Ausbildung des Bettes, die für
Rechts- und Linksbetrieb geeignet ist, ist erreichbar, daß der Patient, auch wenn
er sehr schwer ist, immer in der Mitte des Bettes liegt.
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Da der Drehvorgang mit Hilfe eines Elektromotors gleichmäßig durchführbar
ist und an allen Stellen des Körpers des Patienten gleichen Druck ausübt, ist die
Schmerzbelastung für den Patienten gering.
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Patienten, die total gelähmt sind, können eine Kreislaufunterstützung
erhalten, indem das Bett in eine senkrechte Position von ca. 900 zur Horizontalen
gebracht wird. Hierbei ist das Bett normal aus einem lackierten Stahlrohrprofil
hergestellt und die Liegenfläche besteht aus federnden Stahlbändern. Allerdings
kann auch die Fläche innerhalb der Liegenfläche mit Holzlamellen versehen sein.
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Vorteilhafterweise ist das Fußende des Bettes beweglich ausgebildet,
so daß dieses, wenn die Liegenfläche in etwa 850 steht, dem Boden angeglichen werden
kann.
Dies erleichtert für verschiedene Patienten ein Einsteigen in das Bett bzw. ein
Aussteigen aus dem Bett. Ein derartiges Bett kann auch für Brandverletzte benutzt
werden, wobei in diesem Fall rostfreies oder verchromtes Material verwendet wird.
Die Antriebseinrichtungen innerhalb des Bettes können elektromotorisch unter Verwendung
von Spindelölmotoren, wobei hierbei auch ein Batteriebetrieb möglich ist, betrieben
sein, oder es können hydraulische oder pneumatische Antriebseinrichtungen verwendet
werden.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise
dargestellt und zwar zeigt F i g. 1 ein kombiniertes Dreh- und Stehbett mit der
Liegefläche in einer oberen Pflegeposition in einer Seitenansicht, F i g. 2 die
Liegenfläche des Bettes gemäß Fig. 1 mit einem hochgestellten Kopfteil in einer
Seitenansicht, F i g. 3 das Bett gemäß Fig. 1 mit in eine senkrechte Position verfahrener
Liegefläche in einer Seitenansicht, und F i g. 4 das Bett mit einer einseitig hochgestellten
Liegenlängsfläche in einer Ansicht von vorn.
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In Fig. 1 bis 4 ist ein kombiniertes Steh-/Drehbett mit 100 bezeichnet,
das aus einem Verbundrahmen 1, la, lb, lc, der über Räder 1d verfahrbar ist, und
in dem ein elektrischer Spindelmotor 2, der den Bettrahmen 5 über die senkrechten
Tragarme 5a und die Hebelarme 3 und den Verbindungsarm 4 hebt und senkt, angeordnet
ist. Im Bettrahmen 5 ist der Liegenflächenrahmen 6 angeordnet, der an der am Bettrahmen
5 fest angeordneten Drehachse 7 befestigt ist.
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Innerhalb des Liegenflächenrahmens 6 ist die Liegefläche 8 angeordnet,
bei der das Kopfteil 8c, wie Fig. 2 zeigt, um eine in Bettquerrichtung angeordnete
Schwenkachse 9 drehbar ist. Die Drehung wird über einen Arm 10, der in einem am
Liegenflächenrahmen 6 angeordneten Lager 11 drehbar gelagert ist, und einem mit
diesem verbundenen Spindelmotor 12 durchgeführt, wobei am auskragenden Ende des
Armes 10 eine Rolle 22 für den Kontakt mit dem Kopfteil 8c angeordnet ist.
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In Fig. 3 ist das Bett mit annähernd senkrecht gestelltem Liegenflächenrahmen
6 dargestellt, wobei die Senkrecht stellung vermittels einer Drehung um die Schwenkachse
7 und über die Hebelarme 14 und 16 durch den Spindelmotor 13 durchgeführt wird.
Hierbei bildet der Arm 16 eine Verbindung zwischen dem Liegenflächenrahmen 6 und
dem Hebel 14, der um eine in Bettquerrichtung verlaufende Drehachse 15 drehbar am
Bettrahmen 5 gelagert ist.
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über diesen Verbindungs-/Antriebsmechanismus 13, 14, 15, 16 und den
Verbindungs-/Antriebsmechanismus 2g 3, 4, 5a, 5 ist eine gleichzeitige Höhenverfahrbarkeit
des Liegenflächenrahmens 6 und ein Verschwenken des Liegenflächenrahms 6 um die
Drehachse 7 durchführbar. Auf diese Weise ist erreichbar, daß unter Verwendung einer
geeigneten Steuerschaltung für die Spindelmotoren 2, 13, eine Senkrecht stellung
des Liegenflächenrahmens 6 und damit der Liegenfläche 8 in die Vertikale aus jeder
Stellung der Liegenfläche durchführbar ist. Da die Verbindungs-/Antriebsmechanismen
13, 14, 15, 16, 2, 3, 4, 5a, 5 in der voranstehend beschriebenen und in den Figuren
1 bis 4 dargesXllten Weise angeordnet sind, ist eine Behinderung der einzelnen Teile
untereinander bei Anwendung einer entsprechenden Steuerung ausgeschlossen, so daß
das Bewegungsverhalten des Liegenflächenrahmens dahingehend optimierbar ist, daß
schon in der untersten Stellung des Bettrahmens 5 eine gewisse Schrägstellung des
Liegenflächenrahmens 6 durchführbar ist. Durch die entsprechende Anordnung der Mikroschalter
wird dann bei weiterer Schrägstellung des Liegenflächenrahmens 6 ein Hochfahren
des Bettrahmens 5 ausgelöst, so daß automatisch der Bettrahmen 5 in die für die
jeweilige Schrägstellung des Liegenflächenrahmens 6 notwendige Höhe verfährt.
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Am Bettrahmen 5 ist ein Träger 5b angeordnet, auf dem ein Stoßdämpfer
35 austauschbar befestigt ist.
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Die Kolbenstange 35a des Stoßdämpfers 35 ist mit dem Liegenflächenrahmen
6 derart verbunden, daß bei Ausfall des Spindelmotors 13 oder bei Bruch eines der
Verbindungsarme 14, 16 ein stark gedämpftes Zurückschwenken des Liegenflächenrahmens
6 in die Horizontale durchführbar ist. Hierdurch wird die Betriebssicherheit derartiger
Betten wesentlich erhöht.
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Eine Fußstütze 30 des Liegenflächenrahmens 6 ist an dessen Außenfläche
mit einer Radhalterung 31 und einem Rad 32 angeordnet, damit der Liegenflächenrahmen
6 in eine nahezu senkrechte Position verfahren werden kann und gleichzeitig derart
abgestützt ist, daß nicht alle Kräfte auf den Bett rahmen 5 übertragen werden. Hierdurch
ist gewährleistet, daß auch bei einer wünschenswerten leichten Ausführung des Verbundrahmens
1 und des Bettrahmens 5 ein Umkippen des gesamten Bettes 100 sicher vermeidbar ist.
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Das Krankenbett, wie es in der Zeichnung dargestellt ist, ist ohne
Schwierigkeiten auch mit allem bekannten Zubehör derartiger Betten, d.h. z.B. mit
Seitengittern, Kopf- oder Fußhebeln und dergl. ausrüstbar. Auf diese Weise ist ein
Bett geschaffen worden, das allen Ansprüchen von physisch stark behinderten und
schwachen Patienten, insbesondere beispielsweise Querschnittspatienten gerecht wird
und
in seiner Bedienbarkeit und insbesondere in der Möglichkeit,
durch Auslösung eines Bewegungsvorganges ein kontinuierliches Verfahren aus der
untersten Horizontalposition in die Vertikalposition der Liegenfläche an die Bedürfnisse
derartiger Patienten angepaßt ist.