DE32891C - Verfahren zur Herstellung eines neuen Sprengstoffs, ,,Bromolith" genannt - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines neuen Sprengstoffs, ,,Bromolith" genannt

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DE32891C
DE32891C DENDAT32891D DE32891DA DE32891C DE 32891 C DE32891 C DE 32891C DE NDAT32891 D DENDAT32891 D DE NDAT32891D DE 32891D A DE32891D A DE 32891DA DE 32891 C DE32891 C DE 32891C
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B. BRONCE in Wien III. Bezirk, Hainburgerstr. 21
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/04Compositions containing a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
Λ ι ι, , "
ΡΑΤΕΝΤΧΗΤ
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Die bisher zu Spfengzwecken vorzugsweise benutzten Nitroglycerin- und Nitrocellulosepräparate entwickeln bekanntlich bei der Explosion giftige Gase und. üben eine zermalmende Wirkung auf das Gestein derart, dafs ihre Anwendung im Bergbau häufig nicht angängig ist. Diese Uebelstände in Verbindung mit der gefahrvollen Erzeugung, Aufbewahrung und Handhabung der genannten Sprengmittel erklären das Bestreben, weniger gefahrvolle Sprengstoffe darzustellen, welche die erwähnten Uebelstände nicht besitzen. In dieser Hinsicht sind mehrfach die Alkalisalze der Pikrinsäure, insbesondere das Kaliumpikrat, vorgeschlagen worden, jedoch ohne besonderen Erfolg, da diese Verbindungen empfindlich gegen Stofs und Schlag sind und keinen genügenden Effect geben. Ich habe nun gefunden, dafs das Natriumpikrat mit anderen Pikraten Doppelsalzverbindungen bildet, welche ungleich bessere Resultate liefern,. wie dies aus dem folgenden sich ergeben wird.
Die für meine Zwecke verwendbaren Doppelverbindungen sind hauptsächlich pikrinsaures Barium - Natrium (Trinitrophenolbarium - Natrium):
^ (C, H1[NO^O)Ba
+ 3 (C6 H2 [ATO2I3 Na O) + 1 ο H2 O,
und pikrinsaures Blei-Natrium (Trinitrophenolblei-Natrium):
+ 3 (Cn H, [iVO2]3 Na O) + ι ο H2 O.
Diese Verbindungen werden dargestellt, indem man eine Lösung von einem Aequivalent Bariumpikrat oder Bleipikrat, je nachdem man das eine oder andere Doppelsalz erzeugen will, mit einer Lösung von zwei Aequivalenten Natriumpikrat versetzt. Nach Abkühlung der Lösungen krystallisirt die Doppelsalzverbindung aus derselben heraus. In ähnlicher Weise lassen sich noch eine Reihe von Doppelverbindungen des Natriumpikrats mit anderen Pikraten herstellen, während das Kalium- und Ammoniumpikrat dergleichen Verbindungen mit anderen Pikraten nicht eingeht.
Um aus diesen Doppelsalzverbindungen Sprengstoffe herzustellen, verwende ich dieselben vorzugsweise in Verbindung mit Kaliumpikrat und nitrirtem Naphthalin, welches die Geschwindigkeit der Verbrennung bedeutend zu mindern vermag, und allgemein bei Sprengstoffen, welche Pikrinsäure oder deren Salze enthalten, verwendet werden kann, und setze aufserdem noch Kalisalpeter, Zucker irgend welcher Art, Gummi und Kienrufs zu.
Die Mengenverhältnisse ' der Bestandteile richten sich nach den Specialzwecken. Sie können selbstverständlich mannigfach variiren, und zwar für die genannten Verbindungen etwa innerhalb folgender Grenzen:
pikrinsaures Barium-Natrium 3obisi5pCt., pikrinsaures Blei-Natrium . . 30 - 8 -
Kaliumpikrat .10- 2 - .,
nitrirtes Naphthalin ..... 5 - 20 -
Kalisalpeter 20-40 - P'
Zucker . 1Y2 - 3 -
Gummi. . 2 - 3 -»*<
Kienrufs % - 4■■-'. I1
Man kann indessen auch geringere Mengen ts
der Doppelsalzverbindungen verwenden, wenn nur schwache Wirkungen erzielt werden sollen. i'S
Von den genannten Bestandteilen werden diejenigen, welche im Wasser löslich sind, in Wasser gelöst, die anderen werden pulverisirt und ' der Lösung zugesetzt, -worauf man das Ganze eindampft und trocknet. Der so gewonnene Sprengstoff, »Bronolith« genannt, kann in Stücke oder Körner oder in Formen zu Patronen geprefst werden.
,Bezüglich des Zusatzes von nitrirtem Naphthalin, durch welches die Geschwindigkeit der Verbrennung, d. h. das Entbinden der' Gas-• molecule bei der Explosion verlangsamt wird, sei bemerkt, dafs dies nur durch hoch nitrirte Naphthaline in hinreichender Weise erzielt werden kann, und es sollen daher in vorliegendem Falle hauptsächlich auch nur solche zur Anwendung kommen. .
Die Darstellung derselben kann in folgender Weise geschehen: ■
ι Theil Naphthalin wird in geschmolzenem Zustande mit 2 Theilen Natronsalpeter und 2Y2 Theilen concentrirter Schwefelsäure unter Erwärmen auf ca. 900 C. 2 Stunden lang behandelt. Es bildet sich hierdurch eine Masse, welche aus Dinitronaphthalin und Mononitronaphthalin besteht. Nach Ablauf erwähnter .2 Stunden werden zu der Masse weitere .4 Theile Natronsalpeter und 5Y2 Theile concentrirte Schwefelsäure zugesetzt und nun 10 Stunden lang bei 90 bis 1000C. erhitzt. Hierbei erhält man die hoch nitrirten Naphthaline, welche aus Di-, Tri- und Tetranitroverbindungen bestehen. Als Nebenproduct entsteht dabei schwefelsaures Natron (Glaubersalz). Die anhaftenden Säuren werden mittelst warmen oder kalten Wassers ausgelaugt. Das reine Product, die hoch nitrirten Naphthaline, wirken in doppelter Beziehung auf den Vorgang der Explosion ein. Einestheils führen dieselben durch den bedeutenden Sauerstoffgehalt eine vollkommene Oxydation des Kohlenstoffes herbei und potenziren somit das Gasvolumen, anderentheils wirkt die erhebliche Menge an Stickstoffgas in günstiger Weise verlangsamend auf die gesammte« Verbrennung der Sprengmasse ein.
Die Herstellung, Aufbewahrung und Handhabung des Bronoliths ist völlig gefahrlos, seine Entzündungstemperatur liegt zwischen 300 bis 3200C, es kann somit als Füllung für Kartätschen, Bomben, Minen u. dergl. vortheilhaft verwendet werden.
Eine spontane Zersetzung tritt nie ein, auch beeinträchtigt ein Feuchtigkeitsgehalt von 30 pCt., sowie Kälte die Explosionsfähigkeit nicht, so dafs der Sprengstoff auch an feuchten Stellen ohne weitere Vorbereitung verwendbar ist.
Der neue Sprengstoff zeichnet sich den bekannten Sprengmitteln gegenüber durch eine bedeutende Gasentwickelung bei der Explosion aus,' wie dies aus der folgenden Zusammenstellung hervorgeht.
Es. liefert bei 760 mm Druck und 00C:
ι g Schwarzpulver nach Bunsen & Schisskoff .-. . 193,10 ecm Gas, ι g Nitroglycerin nach L'Hote 284,00 .1 g, Schiefsbaumwolle nach
Teschenmacher und
P or et . 483,00 -
ι g Bronolith hingegen . . . 595,70 - - . Gegenüber den Nitroglycerin- und Nitrocellulosepräparaten, welche eine zu grofse zermalmende Wirkung hervorrufen, erzeugt der neue Sprengstoff eine, gröfsere schiebende, aber eine geringere zermalmende Wirkung. Dieser Umstand, sowie die stärkere Gasentwickelung giebt eine Erklärung dafür ab, dafs bei Anwendung des neuen Sprengstoffes für Bergbauzwecke erheblich mehr Gestein losgelöst wird, als bei Anwendung der oben genannten Sprengmittel.
Die Explosionsgase bestehen aus Kohlensäure, Kohlenoxyd, Stickstoff, Wasserstoff und Spuren von Grubengas; aufserdem enthalten sie eine beträchtliche Menge Wasserdampf, da die Doppelpikrate chemisch gebundenes Wasser mit sich führen. Die gas- und dampfförmigen Explosiönsproducte sind somit völlig ,frei von direct giftigen Bestandteilen.
Der neue Sprengstoff wird schon mittelst einer einfachen Zündschnur zur Explosion gebracht und entfällt somit die Verwendung der stets gefährlichen Krtallquecksilberkapseln.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei der Herstellung von Sprengstoffen die Verwendung der Doppelsalzverbindungen des Natriumpikrats mit anderen Pikraten, insbesondere des Bariums und des Bleies, sowie bei Sprengstoffen, welche diese Doppelverbindungen bezw. Pikrinsäure oder deren Salze überhaupt enthalten, die Verwendung hoch nitrirter Naphthaline, zum Zwecke, einerseits durch den hohen Gehalt an Sauerstoff eine möglichst vollkommene Oxydation des Kohlenstoffes herbeizuführen und andererseits durch hohen Stickstoffgehalt die Verbrennung der Sprengmasse zu verlangsamen.
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