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Beschickungsvorrichtung für Ölauspreßanlagen. Gegenstand der Erfindung
ist eine neue Beschickungsvorrichtung für Ölauspreßanlagen. Sie bezieht sich auf
solche Anlagen, bei welchen eine größere Anzahl von Pressen rings um einen feststehenden
Kocher im Kreise verteilt ist und wobei die Beschickungsvorrichtung mit jeder Presse
in Arbeitsstellung gebracht werden kann. Ihr wesentliches Merkmal besteht darin,
daß,die Beschickungsvorrichtung radial in Richtung mit den verschiedenen Pressen
gebracht und zwecks Beförderns der gewärmten Saat von dem Kocher nach dem Pressen
radial hin und her bewegt wird. Es wird hierdurch der Vorteil erreicht, daß mit
der höchsten Geschwindigkeit unter geringster Aufwendung von Arbeit sämtliche Pressen
nacheinander mit aufeinander folgenden Preßgutschichten von ganz bestimmter Dicke
beschickt werden können. ,Vorzugsweise ist die Beschickungsvorrichtung für hydraulischen
Antrieb eingerichtet. Hierbei besteht ein weiteres Merkmal der Erfindung darin,
daß die gesamte Beschickungsvorrichtung um einen die Druckflüssigkeit zuleitenden
Drehsteuerhahn als Drehzapfen geschwungen werden kann: Es wird hierdurch erreicht,
daß die Zuleitung des Druckmittels in; einfachster Weise bei gleichzeitiger Wahrung
:der Schwenkbarkeit der Beschickungsvorrichtung und,der Hin- und Herbeweglichkeit
des Füllmaßes zwischen .dem Kocher und den Pressen bewirkt wird. Um eine weitere
Vereinfachung der Beschickungsvorrichtung zu erreichen, ist die Beschickungsvorrichtung
vollständig unterhalb des Kochers angeordnet und wird von diesem getragen. Auf der
Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig.
i in schematischer Darstellung die Anordnung .der Pressen zum Kocher von oben, Fig.
a in teilweise geschnittenem Aufriß den Kocher und eine der Pressen, Fig. 3 im wagerechten
Schnitt den unteren Teil des Kochers mit den Auslaßöffnungen, Fing 4 das Pressengehäuse
von oben, Fig. 5 im teilweisen -Schnitt von der Seite eine der Pressen und den unteren
Teil des . Kochers und der Beschickungsvorrichtung; Fig. 6 im Schnitt von der Seite
.die drehbare Verbindung für die Rohre des die Beschickungsvorrichtung treibenden
hydraulischen Getriebes, Fig. 7 im Schnitt von der Seite die Beschickungsvorrichtung
und -den unteren Teil des Kochers, Fig. 8 im Schnitt von der Seite eine der Pressen
während der vorläufigen Pressung, Fig. g die gleiche Presse bei der letzten Pressung,
Fig. io einen Schnitt nach io-io in Fig. g.
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A bezeichnet einen Kocher, um den herum mehrere Pressen i,
2, 3, q., 5, 6 konzentrisch fest angeordnet sind. Die Anzahl der Pressen kann natürlich
beliebig gewählt werden. - Der Kocher kann mit Ausnahme der hierin beschriebe nen
Einzelheiten, irgendeine geeignete Konstruktion besitzen.
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. B stellt die Beschickungsvorrichtung für die Pressen dar, welche
konzentrisch mit dem Kreise, auf dem die Pressen i bis 6 angeordnet sind, schwingbar
befestigt ist, um in radialer Richtung mit jedtr der Pressen in Arbeitsstellung
gebracht werden zu können. Die Vorrichtung besteht aus einem das Preßgut
von
dem 1iocher empfangenden Füllmaß b und Mitteln, um ihn aus der Beschickungsstellung
in eine Lage zu bewegen, in welcher das Preßgut in das offene Ende des Pressenkäfigs
eingeführt wird. -Der Kocher ist feststehend angeordnet und. besitzt im Boden mehrere
Füllöcher & bis a11 (Fig. 3), von denen jedes auf einem radialen Strahl gemeinsam
mit einer der Pressen, angeordnet ist. Die Beschicküngsvorrichtüng B ist hierbei
unterhalb des Kochers wagerecht verschiebbar angeordm net, um das Füllmaß b von
dem Kocher nach den Pressen radial hin und herbewegen zu können. Die Auslaßöffnungen
d bis a° sind mit Schiebern a7 ausgerüstet, die nur dann geöffnet werden, wenn .das
Füllmaß unter der betreffenden Öffnung steht. -C ist das Traggestell für die Beschickungsvorrichtung.
Dieses Gestell ist bei c (Fig. 7) .drehbar mit der Bodenmitte des Kochers verbunden
und an seinem äußeren Ende mit einem oben und unten offenen Füllrumpf cl ausgerüstet.
Seitliche Flanschen c2 des Fi@11-rumpfs cl werden auf am Boden des Kochers befestigten
ringförmigen Schienen c3 und c4 geführt. Der Füllrumpf cl kann auf die Fülllöcher
a1 bis c11 im Boden des Kocher. eingestellt werden und hat zweckmäßig rechteckigen
Querschnitt. Die Abmessungen seines oberen Endes entsprechenderen der Fülllöcher
dl bis a11. Nach abwärts verbreitert sich der Füllrumpf cl, um einen freien Austritt
des Preßguts zu gewährleisten.
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Das Füllmaß b kann von üblicher Gestalt sein und aus einem - offenen,
rechteckigen, nach unten zu zweckmäßig sich erweiternden Rahmen bestehen, dessen
obere C)ffnung dem unteren Ende des Füllrumpfs cl angepaßt ist. Es ruht gleitbar
auf einer Bodenplatte d des Gestells C. In Höhe seiner oberen Öffnung ist es mit
einem Schieber d'1 starr verbunden, der dazu dient, die Auslaßöffnung des Füllrumpfs
cl zu schließen; wenn das Füllmaß radial nach außen verschoben ist, um eine der
Pressen zu beschicken.
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Das Füllmaß wird zweckmäßig durch ein hydraulisches Getriebe hin und
her bewegt, das wie folgt angeordnet ist.
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E (Fig. 7) ist eine an dem Füllmaß b befestigte Kolbenstange, die
einen in einem wagerechten, radial zum Kocher am Gestell C befestigten Zylinder
e hin und her gehenden Kolben trägt. Die den Kolben und das Füllmaß hin und her
bewegende Druckflüssigkeit wird den beiden Enden des Zylinders durch Rohre el und
e2 zugeführt, welche von dem Steuerventil es abzweigen. Nach dem Ventil e3 führen
Zu- und Ableitungsrohre e4 und e11 für die Flüssigkeit, von welchen d'as Rohr e4
die Flüssigkeit von dem Speiserohr nach dem Außenende des Zylinders führt. Soll
das Füllmaß nach außen bewegt werden, um eine der Pressen mit Saat zu beschicken,
so wird das Ventil es .durch eine Stellvorrichtung e11 in eine Stellung gebracht,
in welcher das Zuleitungsrohr e4 mit dem nach dem inneren Zylinderende führenden
Rohr e2 verbunden wind. Der auf das innere Kolbenende wirkende Flüssigkeitsdruck
bewegt den Kolben entgegen dem auf das gegenüberliegende Kolbenen-;le mit geringerem
Querschnitt ausgeübten Druck nach auswärts. Das Ventil wird in dieser Stellung durch
einen Riegel e' (Fig. 7) gehalten, bis das Füllmaß das Ende seiner Bewegung erreicht,
würauf eine an dem Schieberdl vorgeseheneEntriegelungs-orrichtune e$' gegen einen
Hebel e111 stößt und den Riegel e7 auslöst, so daß das Ventil durch die Feder e"
zurückbewegt wird. Wenn das Ventil auf diese Weise zurückbewegt worden. ist, verbindet
es das von dem inneren Ende des Zylinders kommende Rohr e2 mit dem Ausläßrohr cl,
- und der Flüssigkeitsdruck gegen das Außenende des Kolbens bewegt diesen und das
Füllmaß nach innen.
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Um die Beschickungsvorrichtung schwenken und ,das Füllmaß radial verschieben
zu ki:nnen, sind die Zu- und Ableitungsrohre e4 und el für den hydraulischen Hin-
und: Her-bzwegungsmechanismus mit einem Dreh steuerhalin F ausgerüstet, welcher
gleichachsig mit der Beschickungsvorrichtung angeordnet ist. Wie aus Fig. 6 ersichtlich
ist, besteht dieser Hahn -aus einem mit inneren und äußeren Kammern, f l
und f 2 versehenen Gehäuse f. Ein festes Zuleitungsrohr f3 ist an die innere
Kammer fl angeschlossen, und ein festes Ableitungsrohr f4 führt von der äußeren
Kammer f2. ab. Das nach dem Steuer- -ventil e11 führende Zuleitungsrohr e4 ist vermittels
einer aufgeschraubten Kappe f6 drehbar an dem Gehäuse f angeordhet und steht mit
der inneren Kammer f' in Verbindung. Die Packung f 11 verhindert ein Lecken der
Flüssigkeit um das Rohr e4 herum. Das Ge- v hause f umschließt eine drehbare
Muffe f7, die an beiden' Enden mit Packungen f s, f 11 versehen ist.
Das Ableitungsrohr er, mündet in die Kammer ,der Hülse, welche mit der äußeren Kammer
f 2 des Gehäuses durch eine oder 1: mehrere in der Gehäusewanidung vorgesehene Öffnungen
f l" verbunden ist. Hierdurch wird eine drehbare Verbindung einfacher und
praktischer Art zwischen den schwenkbaren Zuleitungs- und Ableitungsrohren e4 und
el -und 1i den feststehenden Zu- und Ableitungsrohren geschaffen.
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Die Presse besteht aus einem senkrechten. Druckzylinder G, einem darin
senkrecht beweglichen Kolben. g, einem durch Säulen h mit 12 dem Zylinder verbundenen
Querhaupt H und einem oben offenen Seiher I. Das Querhaupt
H trägt
einen: senkrechten Zylinder hl, in dem ein Kolben h2 senkrecht beweglich ist, an
.dem das Gegendruckstück K aufgehängt ist. Das Druckstück K kann durch den Kolben
h' in dem oberen Ende des Seihers auf und ab bewegt werden. Der Seiher I besteht
zweckmäßig aus einem äußeren Stahlzylinder i und vier in diesem einen rechteckigen
Raüm umschließenden Einlagen il. Um den Abfluß des Öles zu ermöglichen, sind die
Einlagen il mit Nuten i' (Fig. ¢) versehen und mit durchlochten. Platten i3 abgedeckt;
oder aber es können schmale senkrechte Leisten e4 dicht nebeneinander an- den Innenflächen
der Einlagen il mit dazwischen angeordneten V-förmigen Kanälen angebracht werden.
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Ein Sperrhaken L dient als Widerlager für .,das Druckstück-K beim
Auspressen dies Guts; er ist um eine die eine der Säulen h umgebende Buchse l schwingbar.
Sein freies Ende ist bei h senkrecht geschlitzt, so daß es zwischen Druckstück und
Querhaupt der Presse den Kolben h' umfassen kann.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist wie folgt: Nachdiem der Steiher
der ?russe bis oben mit durch Presserplatten und, Stoffeinlagen voneinander getrennten.
Schichten von Preßgut in der oben beschriebenen Weise gefüllt ist, wird, bevor der
eigentliche Preßvorgang beginnt, das Druckstück K zweckmäßig durch Zuführen von
Druckflüssigkeit nach dem Zylinder hl von oben in den Seiher eingeführt, während
gleichzeitig der Preßkolben g aufwärts bewegt wird, um das, Gut zu sammenzüdrücken
und Platz für weitere Schichten von Preßgut zu schaffen, ohne je-
doch, hierbei
Öl auszupressen. Hierauf wird das Druckstück zurückgezogen, der Preßkolben gesenkt
und die Beschickungsyorrichtung abermals: in Bewegung gesetzt, um die zusätzlichen,
zum Auffüllen des Seiherinhalts notwendigen Schichten von Prellgut zuzuführen. Hierauf
wird das Druckstück K abermals in .den. Seiher eingeführt und, nachdem der Sperrhaken
L eingelegt ist, der Preßkolben angehoben, um das Öl auszupressen. Um den Sperrhaken
zwecks Ausstoßens der Preßkuchen ausschwingen zu können, muß nach beendetem Preßvorgang
zunächst das Druckstück einr wenig gesenkt werden, indem Druckflüssigkeit in dem
Zylinder h1 hinter den Kolben h' zugeführt wird. Das: Druckstück K kann hierauf
wieder angehoben und der Seiher entleert werden.
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Die Preßzylindier können unterhalb des: Fußbodens angeordnet sein,
um die oberen Enden, der Seiher in. handgeneckte Höhe zu bringen,, oder es muß eine
Plattfarm in geeigneter Höhe für .die Arbeiter angebracht werden.