DE3239592C2 - Antibakterielles Arzneimittel - Google Patents

Antibakterielles Arzneimittel

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DE3239592C2 DE19823239592 DE3239592A DE3239592C2 DE 3239592 C2 DE3239592 C2 DE 3239592C2 DE 19823239592 DE19823239592 DE 19823239592 DE 3239592 A DE3239592 A DE 3239592A DE 3239592 C2 DE3239592 C2 DE 3239592C2
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Abstract

Antibakterielles Arzneimittel zur peroralen Anwendung, welches das Kaliumsalz von N-[β-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-1-aminohydantoin und basisches Magnesiumkarbonat enthält. Das erfindungsgemäße antibakterielle Arzneimittel weist einen breiteren Bereich der therapeutischen Wirkung und eine höhere biologische Resorption als die bekannten antibakteriellen Arzneimittel der Nitrofuranreihe auf. Das erfindungsgemäße Arzneimittel ist bedeutend weniger toxisch als die bekannten antibakteriellen Arzneimittel der Nitrofuranreihe und ergibt einen bakteriostatischen Effekt, der jenen der bekannten antibakteriellen Arzneimittel der Nitrofuranreihe deutlich überschreitet.

Description

HC CH
I! I!
O2N—C C — CK=N—N C = O
\ / Il
0 H2-C N-H
C
I! ο
so allgemein bekannt, das unter den Handelsnahmen Nitrofurantoin und Furadantin vertrieben wird.
Das genannte Arzneimittel wird aus dem Magendarnitrakt schnell absorbiert Dabei erreicht die Konzentration des Präparats im Blut und im Harn eine Konzentration, die zur therapeutischen Wirkung ausreicht.
Dieses Arzneimittel eignet sich zur Anwendung in der medizinischen Praxis sowohl bei der stationären als auch bei der ambulanten Behandlung, weil es peroral (als Kapseln, Tabletten und Suspension) gegeben wird.
Das genannte Arzneimittel weist aber einen verhältnismäßig begrenzten Wirkungsbereich auf und wird in der praktischen Medizin nur zur Behandlung von uroiogischen Infektionskrankheiten verwendet.
Außerdem hat das genannte Arzneimittel eine bedeutende Toxizität Der LD5O-Wert beträgt bei dessen peroraler Verabreichung an weiße Mäuse 166,7 mg/kg.
In mehreren Fällen wird eine Unverträglichkeit dieses Arzneimittels beobachtet.
Die Konzentration dieses Arzneimittels zur Erzielung einer bakteriostatischen Wirkung ist hoch, was in Kombination mit der bedeutenden Toxizität dieses Präparats dessen Anwendungsmöglichkeiten in der praktischen Medizin häufig begrenzt Dieses Arzneimittel wird außerdem aus dem Organismus schnell ausgeschieden.
Es ist auch ein antibakterielles Präparat der Nitrofuranreihe,
N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2)-acryliden]-l-aminohydantoin der Formel
H-C C-H
Il Il
O2N-C C-CH = CH2-CH = N-N C = O
\ / Il
O H2-C N-H
allgemein bekannt, das unter dem Handelsnamen Furagin vertrieben wird.
Dieses Arzneimittel weist einen breiteren Bereich der therapeutischen Wirkung auf als das vorstehend angegebene Nitrofurantoin und Furadantin. Außer der Behandlung der urologischen Infektionskrankheiten kann es unter anderem als antibakterielles Mittel zur Behandlung von Wund- und Eiterinfektionen verwendet werden.
Bei der peroralen Anwendung des besagten Arzneimittels erreicht die Konzentration des Präparats im Harn ein Niveau, das zur therapeutischen Wirkung ausreicht.
Die bakteriostatische Konzentration von Furagin für verschiedene Arten pathogener Mikroorganismen ist um das 10- bis 20fache niedriger als der entsprechende Wert für Nitrofurantoin.
Außerdem ist dieses Arzneimittel weniger toxisch als Nitrofurantoin und Furadantin.
Furagin ist aber in Wasser sehr schwer löslich. Dies begrenzt die Möglichkeiten seiner Anwendung zur Injektion, insbesondere der intravenösen Verabreichung sowie die Anwendung als Ampullenlösung zur Bearbei-
tung eines Operationsfeldes.
Außerdem wird in mehreren Fällen eine Unverträglichkeit dieses Arzneimittels beobachtet.
Es ist auch ein antibakterielles Arzneimittel der Nitrofuranreihe bekannt, das ein Kaliumsalz von
N-(^-(5'-Nitrofuryl-2-)acryliden-]l-aminohydantoin der Formel
H-C C-H
I! I!
O2H-C C-CH = CH2-CH=N-N C = O
O H2-C N —K
i! °
darstellt und unter dem Handelsnamen Solafur vertrieben wird (GB-PS 11 29 195).
Solafur stellt ein antibakterielles Präparat mit einem breiteren Wirkungsbereich als Furagin dar. Das Präparat besitzt eine Aktivität in bezug auf pathogene Stämme von Staphylokokken und mehreren Mikroorganismen, die gegen andere Chemotherapeutika und Antibiotika resistent sind. Außerdem entwickelt sich bei den Mikroorganismen praktisch keine Heilmittelresistenz gegenüber Solafur. Eine eigentümliche Besonderheit dieses Arzneimittels besteht auch in dessen synergistische Wirkung mit mehreren Antibiotika auf eine Mehrheit von pathogenen Mikroorganismen.
Die Wasserlöslichkeit von Solafur ist bedeutend höher als jene des vorstehend angegebenen Furagins, was seine Injektionseinführung und Anwendung zur Bearbeitung eines Operationsfeldes ermöglicht
Dieses Arzneimittel wird in der medizinischen Praxis als isotonisierte 0,1 %-Lösung für Injektionen, insbesondere für intravenöse Injektionen, verwendet
Damit eine Präparatkonzentration im Blut erzielt wird, welche die bakteriostatische Konzentration überschreitet, ist die Solafurlösung intravenös tropfenweise in größeren Mengen einzuführen. Eine schnellere Präparateinführung bewirkt Kopfschmerzen und Übelkeit Außerdem wird in mehreren Fällen eine Unverträglichkeit dieser Arzneimittel beobachtet
Die Injektionseinführung von Arzneimitteln, insbesondere eine intravenöse Einführung, begrenzt in einer bestimmten Weise die Möglichkeit ihrer Anwendung unter ambulanten Bedingungen.
Eine Unstabilität der wäßrigen ^olafurlösungen bei der Aufbewahrung macht deren Zubereitung ex tempore unmittelbar vor der Anwendung erforderlich.
LD50 von Solafur beträgt für weiße Mäuse bei der peroralen Einführung 390 mg/kg.
Da Furagin eine Säure ist (pKa = 6) und Salze zu bilden vermag, haben Fachleute eine perorale Anwendung seines Kaliumsalzes, d. h. Solafur für unzweckmäßig befunden, weil der pH-Wert des Maget^nediums in der Regel im Bereich von 1 bis 3 liegt Daher haben Fachleute angenommen, daß unter Einwirkung des saueren Magenmediums Solafur in Ausgangsfuragin umgesetzt wird, dessen Wirkung den therapheutischen Effekt des verwendeten Arzneimittels bestimmen soll.
Eine Untersuchung der Furagin- und Solafurexkretion bei einer peroralen Einführung der besagten Arzneimittel in einer Dosis von 5 mg/kg bei Kaninchen mit einem Gewicht von 2,8 bis 3,5 kg hat gezeigt, daß im Laufe der ersten 4 Stunden nach der Einführung die Konzentration der besagten Verbindungen im Harn ungefähr die gleiche ist. Die summarische Menge des im Laufe von 48 Stunden ausgeschiedenen Furagins beträgt 2,75 ±0,41% von der Gesamtmenge des eingeführten Arzneimittels. Für Solafur beträgt diese Größe 2.83 ± 0,48% von der Gesamtmenge des eingeführten Solafurs.
In Verbindung mit den vorstehend angegebenen Ursachen wird Solafur in der medizinischen Praxis nur für Injektionen verwendet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Arzneimittel zu schaffen, dessen Wirkstoff ein Kaliumsalz von N-[^-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-l-aminohydantoin ist und dessen perorale Anwendung eine hohe biologische Zugänglichkeit, einen hohen bakteriostatischen Effekt, eine niedrige Toxizität des Arzneimittels sowie einen weiten Bereich seiner therapeutischen Wirkung erzielen läßt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Entwicklung eines Arzneimittels gelöst, das ein Kaliumsalz von N-[i?-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-1 -aminohydantoin und basisches Magnesiumkarbonat enthält.
Nachstehend wird das erfindungsgemäße Arzneimittel als Furamag bezeichnet.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß bei der peroralen Anwendung von Furamag dessen biologische Zugänglichkeit bzw. Resorption jene von Solafur fast um das 3fache (2,7fache) überschreitet.
Bereits 15 Minuten nach der Verabreichung überschreitet die Furamagkonzentration im Harn die bakteriostatische Konzentration um das 58fache, dabei überschreitet die Furamagkonzentration im Blut nach 15 Minuten die Solafurkonzentration (bei denselben Dosierungen) um das Zweifache.
LD50 von Furamag beträgt bei einer peroralen Einführung bei weißen Mäusen 1400 mg/kg, was um das 3,5fache kleiner als die entsprechende Größe für Solafur und um das 8,3fache kleiner als die entsprechende Größe für Nitrofurantoin ist, die auf die ähnliche Art und Weise weißen Mäusen verabreicht werden.
Bei der peroralen Furamageinführung werden keine Nebenerscheinungen beobachtet.
Die durchgeführten Beobachtungen lassen auf einen anderen Mechanismus der Furamagwirkung im Vergleich mit Solafur schließen. Indem es aus dem Magendarmtrakt absorbiert wird, erzeugt Furamag eine hohe bakteriostatische Konzentration in den die Pfortader der Leber speisenden Venen und beseitigt die Bakteriämie,
wodurch der immunologische Zustand des Organismus verbessert wird.
Zur Herstellung des erfindungsgemäßen antibakteriellen Arzneimittels gibt man in einen sigmafönrigen Mischer unter Vermischen Kaliumkarbonat und Wasser bis eine Lösung entsteht, der man danach Ν-[/9-(5'-Νϊ-trofuryl-2')]acryliden-l-aminohydantoin und basisches Magnesiumkarbonat zugibt bis eine homogene Masse entsteht, die man dann granuliert und trocknen läßt. Die getrockneten Körnchen siebt man durch das Sieb Nr. 0,63 ab, pudert in einem kubischen Mischer mit 18,7 g Talcum (3%) und füllt in feste Gelatinekapseln mit Deckeln (capsulae-nperculatae) ab.
Das erfindungsgemäße Arzneimittel kann zum Beispiel wie folgt hergestellt werden.
Beispiel
In einen sigrnaförmigen Mischer gibt man aufeinanderfolgend unter Vermischen 69,105 g (0,5 Mol) Kaliumkarbonat und 0,2 1 Wasser bis eine Lösung entsteht, der man danach 264,2 g (1 Mol) N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2')acryliden]-l-aminohydantoin und 3023 g basisches Magnesiumkarbonat zugibt, bis eine homogene Masse entsteht, die man dann durch die Siebe Nr. 1,6 und Nr. 0,63 granuliert und trocknen läßt. Die getrockneten Körnchen siebt man durch das Sieb Nr. 0,63 ab, pudert in einem kubischen Mischer mit 18,7 g Talcum (3%) und füllt in feste Gelatinekapseln mit Deckeln (capsulae operculatae) ab.
Das erhaltene Arzneimittel enthält 48,5% Kaliumsalz von N-f/f-fi'-Nitrofuryl^'-Jacryliden]-!-aminohydantoin, 48,5% basisches Magnesiumkarbonat, 3% Talcum.
Biologische Untersuchungen
Untersuchung 1
Die Untersuchung der biologischen Zugänglichkeit des erfindungsgemäßen Arzneimittels führte man mit narkotisierten Kaninchen bei einer intraduodenalen Einführung des Arzneimittels durch.
Das entsprechend dem Beispiel hergestellte erfindungsgemäße Arzneimittel führte man in Form einer wäßrigen Suspension in einer Dosis von 103 mg/kg ein, was umgerechnet auf das Kaliumsalz von N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2')-acrylidein]-l-aminohydantoin 50 mg/kg beträgt.
Die maximale Konzentration des Kaliumsalzes von N-[/5'-(5'-Nitrofuryl-2'-)-acryIiden]-l-aminohydantoin im Harn wird nach 60 Minuten erreicht und beträgt 93,4 mg%.
ftf Untersuchung 2 (Vergleichsuntersuchung)
B Man führte eine Untersuchung der biologischen Zugänglichkeit von Furadantin mit narkotisierten Kaninchen
·$ 35 bei einer intraduodenalen Präparateinführung in einer Dosis von 50 mg/kg umgerechnet auf Nitrofurantoin in
# Form einer wäßrigen Suspension durch.
■'■' Die maximale Furadantinkonzentration im Harn wird nach 60 Minuten erreicht und beträgt 57,6 mg°/o.
fi1, Untersuchung 3
.:' Die Untersuchung der biologischen Zugänglichkeit ues erfindungsgemäßen Arzneimittels führte man mit
'•y nicht reinrassigen Kaninchen mit einem Gewicht von 3,0 bis 3,5 kg durch, die im Laufe von 24 h hungerten und
V: vor dem Versuchsbeginn Standardfutter erhielten.
( Das entsprechend dem Beispiel hergestellte erfindungsgemäße Arzneimittel führte man peroral durch eine
I'■; 45 Sonde in den Magen in Form^-iner wäßrigen Suspension in einer Dosis von 103 mg/kg ein, was umgerechnet auf
;■■; das Kaliumsalz von N-[/?-(5'-NitrofuryI-2')-acryliden]-l-aminohydantoiri 50 mg/kg beträgt. Die gesamte Exkre-
,,; tion des erfindungsgemäßen Arzneimittels im Harn, umgerechnet auf Kaliumsalz von N-[/?-(5'-Nitrofuryl-
.; 2')-acryliden]-1 -aminohydantoin betrug 937 ± 1,04 mg pro 24 h.
Untersuchung 4 (Vergleichsuntersuchung)
Die Untersuchung der biologischen Zugänglichkeit von Solafur führte man mit nicht reinrassigen Kaninchen mit einem Gewicht von 3,0 bis 3,5 kg durch, die im Lauft von 24 h hungerten und vor dem Versuchsbeginn ! Standardfutter erhielten.
Solafur führte man peroral durch eine Sonde in den Magen in Form einer wäßrigen Lösung bzw. einer Suspension in einer Dosis von 50 mg/kg ein.
Die gesamte Solafurexkretion im Harn beträgt 3,41 ±0,4 mg pro 24 h.
Untersuchung 5
60
Narkotisierten Kaninchen führte man intraduodenal das entsprechend dem Beispiel hergestellte erfindungsgemäße Arzneimittel in Form einer wäßrigen Suspension in einer Dosis von 103 mg/kg, was umgerechnet auf das Kaliumsalz von N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-l-aminohydantoin 50 mg/kg beträgt.
15 Minuten nach der Präparateinführung beträgt der Gehalt an Kalium-glz von N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-1-aminohydantoin im Harn 17 mg% und im Blut 0,55 mg%.
Die bakteriosir}:sche Konzentration des Kaliumsalzes von N-[/?-(5'-Nitrofuryl-2')-acryliden]-1-aminohydantoin beträgt 0,25 mg% für solche pathogene Arten von Mikroorganismen, wie z. B. Staphylococcus aureus haemolyticus, Bac. mycoides, Bac. coli.
Untersuchung 6
Die Untersuchung 6 (eine Vergleichsuntersuchung), bei der man den narkotisierten Kaninchen mittels einer Tropfenverabreichung eine 0,1%-Solafurlösung einführte, soll zusätzlich zeigen, wie schnell (15 Minuten nach der Präparateinführung, Untersuchung 5) das erfindungsgemäße Arzneimittel eine hohe Konzentration des Kaliumsalzes von N-[/?-(5'-Nitrofuryi-2')-acryliden]-l-aminohydantoin im Blut in einer Höhe von 0,55 mg% im Vergleich zu der Einführung einer 0,1 %-Solarfurlösung mittels einer Injektion gewährleistet, wobei die Solafurkonzentration im Blut 15 Minuten nachdem Einführungsbeginn 0,82 mg% beträgt.
Klinische Untersuchungen
Man untersuchte Kapseln, die je 100 mg Furamag gemäß dem Beispiel enthielten:
Fall 1
Patientin Sch., 85 Jahre. Anläßlich einer akuten gangränösen Cholezystitis behandelt. Cholezystektomie durchgeführt. In der postoperativen Periode wendete man zunächst Kefzol und Penicillin an. Doch vom 8. Tag un ale die T^n^^erstu!" noch sü&ie&ri! war bc^s"™ rns™ mit der Fufwms^s^v/snciun" in K.unse!n ^'s eine Ks^se! viermal am Tage). Man beobachtete einen guten therapeutischen Effekt. Die Wunde vernarbte sich primär. Die Temperatur normalisierte sich. Die Entzündungserscheinungen verschwanden. Cesund geschrieben am 19. Tage.
Fall 2
Patientin G, 41 Jahre. Cholezystektomie durchgeführt. In der postoperativen Periode vom 6. Tage an begann man mit der Furamaganwendung (je 2 Kapseln zweimal am Tage). Die Entzündungserscheinungen verschwanden allmählich. Die Wunde vernarbte sich primär. Am 14. Tage gesis ;d geschrieben.
Fall 3
Patient Η- 31 Jahre, Laparotomie mit Dränage einer Eiterzyste der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Vom 12. bis zum 19. Tage der postoperativen Periode wendete man Furamag (je 2 Kapseln zweimal am Tage) an. Eine Eiterausscheidung aus der Zyste der Bauchspeicheldrüse hörte auf. Die Wunde vernarbte sich mit Granulation. Die Entzündungserscheinungen verschwanden sowohl klinisch als auch nach Laborbefund. An 24. Tage gesund geschrieben.
Fall 4
Patient G, 36 Jahre. Diagnose — akute Pankreatitis, diffuse Peritonitis. Eine längere Zeit mit herkömmlichen Präparaten (Antibiotika, Sulfanilamide, Spasmolytika) behandelt. Dabei erzielte man keine Zustandsbes- ·*ο serung. Im Blutbild sind septische Änderungen ausgeprägt.
Vom 5. Tage an begann man mit der Furamaganwendung (je 2 Kapseln dreimal am Tage). Am zweiten Tage seit dem Behandlungsbeginn verminderte sich die allgemeine Intoxikation. Am 4. Tage verbesserte sich der allgemeine Zustand. Im Blutbild verminderten sich die Sepsiserscheinungen. Ausscheidungen aus der Wunde wurden aus eiterigen zu serösen, bakteriologisch sterilen. Am 6. Tage normalisierte sich das Blutbild. Der allgemeine Zustand verbesserte sich bedeutend, man beobachtete keine Intoxikationserscheinungen. Es begann die Genesungszeit. Am 12. Tage wurde der Patient aus dem Zentrum für intensive Therapie in die chirurgische Abteilung gebracht.
Fall 5
Patientin S, 52 Jahre. Diagnose — akute Cholezystitis, die mit Antibiotika und Spasmolytika behandelt worden war. Man hatte keine Zustandsbesserung erzielt, es wurde eine Verschlechterung des allgemeinen Zustandes beobachtet
Man schlug einen chirurgischen Eingriff als einziges Heilverfahren vor, doch es wurde entschieden, eine Behandlung mit Furamag zu versuchen. Am 2. Tage nach dem Beginn der Furamagbehandlung (je zwei Kapseln dreimal am Tage) verbesserten sich die Lokalerscheinungen, Schmerzen verschwanden, Entzündungserscheinungen im Blutbild verminderten sich. Am 4. Tage normalisierte sich das Blutbild, sowie die Temperatur, es gab keine Schmerzen mehr. Es trat eine praktische Genesung ein.
Fall 6
Patient CL 26 jähre. Diagnose — Peritonitis nach einer operativen Behandlung der akuten Appendizitis. Man hatte die Operation mit einer Verspätung gemacht, daher entwickelte sich die Peritonitis.
Man begann mit einer Furamagbehandlung (je zwei Kapseln dreimal am Tage). Am 3. Tage nach dem Behandlungsbeginn verbesserte sich der Zustand, das Blutbild normalisierte sich. Eine Flüssigkeitsausscheidung aus der Bauchhöhle verminderte sich. Es wurde eine Tendenz zum Schließen der Darmfistel beobachtet Eine
bakteriologische Untersuchung des Sekrets aus der Wunde ergab, daß es steril war.
Am 6. Tage nach dem Behandlungsbeginn schloß sich die Darmfistel. Der Patient war aus dem Zentrum für intensive Therapie in die chirurgische Abteilung verlegt.
Fall 7
Patient H., 40 Jahre. Diagnose — Bronchialasthma (die infektiös-allergische Form), Bronchiektasie mit einer chronischen eiterigen Intoxikation und begleitenden Pyelonephritis. Eine Furamagbehandlung im Laufe von 14 Tagen (je zwei Kapseln dreimal am Tage).
to Die Effektivität der Präparatwirkung beurteilte man durch eine klinische, endoskopische und Laboruntersuchung des Patienten in der Dynamik vor und nach der Furamagbehandlung.
Man beobachtete eine Besserung des allgemeinen Befindens, eine Verminderung des Hustens und der Auswurfsmenge sowie ein Übergang der Auswurfsart von einer eiterigen zu einer schleimigen. Nach dem Behandlungsschluß stellte man eine Normalierung der Blutanalyse und eine merkliche Tendenz zur Reduzierung der Sialsäuren und des Haptoglobins im Blutserum fest.
Auf diese Weise steht fest, daß Furamag einen weiten Bereich der therapeutischen Wirkung aufweist. Unter anderem kann es zur Behandlung von Pankreatitis, Infektions-und Entzündungskrankheiten der Lunge, sogar dann, wenn diese durch ein infektiös-allergisches Bronchialasthma kompliziert sind, urologischen Infektionskrankheiten und Peritonitis verwendet werden. Furamag kann auch ais antibakterieiies Mittel zur Prophylaxe der Entzündungskomplikationen eingesetzt werden.
Furamag weist eine bedeutend höhere biologische Zugänglichkeit als bekannte antibakterielle Präparate der Nitrofuranreihe auf.
Die Furamagkonzentration im Blut und im Harn erreicht unter Anwendung der üblichen Dosierungen für Präparate der Nitrofuranreihe schnell einen Pegel, der einen bakteriostatischen Pegel meist überschreitet. Furamag ergibt einen bakteriostatischen Effekt, der jenen überschreitet, den man bei einer intravenösen Tropfeneinführung von Solafur erzielt.
Furamag ist wesentlich weniger toxisch, als die bekannten antibakteriellen Präparate der Nitrofuranreihe.
Bei den klinischen Untersuchungen des Präparats sind keine Nebenwirkungen bzw. keine Unverträglichkeit von Furamag festgestellt worden.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Antibakterielles Arzneimittel, gekennzeichnetdurch einen Gehalt an Kaliumsalz von N-{y?-(5-Nitrofuryl-2')-acryliden]-l-aminohydantoin und basischem Magnesiumkarbonat.
    Die Erfindung betrifft ein antibakterielles Arzneimittel.
    ίο Am vorteilhaftesten wird das erfindungsgemäße antibakterielle Mittel zur Behandlung von Infektions- und Entzündungskrankheiten verwendet, wie z. B. Sepsis, urologische Infektionskrankheiten. Pankreatitis. Infckiionen und Entzündungen der Lunge und Aimungswege (chronische Bronchitis, Pneumonic Bronchiektase). einschließlich solcher, die durch ein infektionsallergisches Bronchialasthma kompliziert sind.
    Außerdem kann das erfindungsgemäße antibakterielle Mittel zur Propylaxe von Entzündungskomplikalionen verwendet werden.
    Es ist ein antibakterielles Arzneimittel der Nitrofuranreihe, l-(5'-Nitrofurfurylidenamino)-hydantoin, der Formel
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