DE32334C - Neuerungen an dem durch Patent Nr. 24334 geschützten Apparat zur Erzeugung von Cyaniden der Alkali- und Erdalkalimetalle mittelst Anwendung von Stickstoffgas. (I - Google Patents
Neuerungen an dem durch Patent Nr. 24334 geschützten Apparat zur Erzeugung von Cyaniden der Alkali- und Erdalkalimetalle mittelst Anwendung von Stickstoffgas. (IInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
•KLASSE 12: Chemische Apparate und Processe.
VICTOR ALDER in WIEN.
Dritter Zusatz zum Patent No. 12351 vom 11. März 1880.
Patentirt im Deutschen Reiche vom g. December 1884 ab. Längste Dauer: 10. März 1895.
Fig. ι, Blatt I, zeigt einen verticalen Längenschnitt
des Ofens nach der Linie A-B der Fig. 2; Fig. 2 ist ein horizontaler Schnitt längs
C-D der Fig. 1. Die Fig. 3 und 4 sind Querschnitte nach den Linien E-F und G-H
der Fig. 1.
Dieser Ofen besteht aus folgenden Theilen: Aus einem Schacht A, welchem die entsprechend
vorbereiteten, in Cyanide bezw. Cyanüre überzuführenden Carbonate, Oxyde
und Hydrate der Alkalimetalle und Erdalkalimetalle (Baryt, Strontian) durch einen Trichter
zugeführt werden; ferner aus zwei Kammern B B \ die mit einem Gitterwerk aus feuerfesten
Ziegeln . ausgefüllt sind. Letztere werden abwechselnd durch die von den Rosten C C 1
kommenden und in die Kamine DD1 entweichenden Heizgase stark erhitzt. Die Kamine
sind mit Absperrklappen EE1 versehen.
Der mittlere Theil des Schachtes A, in dem die Ueberführung der obenerwähnten Verbindungen
der Alkali- und Erdalkalimetalle in Cyanide bezw. Cyanüre sich vollzieht, ist mit
seitlichen, schiefen Kanälen α versehen, durch welche das Stickgas in den Schacht eindringt,
das zu behandelnde Material durchzieht und die beabsichtigte Ueberführung der mehrgenannten
Materialien in Cyanide bezw. Cyanüre bewirkt.
Der nicht absorbirte Theil des Stickstoffes tritt mit den gasförmigen, brennbaren Reactionsproducten
(Kohlenoxyd) durch die correspondirenden Kanäle α der gegenüber . befindlichen
Schachtseite in den Kamin und wird hierbei verbrannt.
Im unteren Theil des Schachtes A befindet sich ein System von sich kreuzenden Röhren
b b und O1O1, durch welche von aufsen
kommende Luft streicht, um dieselbe vorzuwärmen und damit auch das im Schacht herabsinkende
Material abzukühlen, das dann in einen kleinen, unterhalb befindlichen Wagen (Hund)
entleert wird.
Die beim Durchgang durch -diese ..Röhren
erwärmte Luft tritt durch passende Oeffnungen in den Seitenwänden unter die Roste und wird
daselbst verbrannt.
Die Wirkungsweise dieses Ofens ist folgende : Es werden zuerst die Feuer auf beiden
Rosten C und C1 angemacht, das Ziegelgitter
in den Kammern B und -B \ sowie die Schachtwände
und die vorerst in den Schacht eingebrachte Holzkohle, sowie das zu behandelnde Material glühend gemacht. Sodann schliefst
man z. B. die Klappe E1 des Schlotes D1
und bringt auch kein Feuerungsmaterial mehr auf den Rost C1, während auf dem Rost C
die Feuerung lebhaft erhalten wird. Gleichzeitig werden die Schieber c1 und d1 für die
Zuleitung der kalten Luft in die Abkühlrohre bl bl bezw. für den Eintritt der yorgewärmten
Luft unter den Rost C1 geschlossen.
Dann wird reines Stickgas durch eine Oeffnung in den Raum oberhalb oder unterhalb
des Brennmaterials am Rost C1 mittelst einer Pumpe eingeprefst. Dieses passirt die Kam-
Claims (4)
- mer B', erwärmt sich daselbst auf den entsprechenden Temperaturgrad und gelangt dann in den Schlot D1; durch den Druck der darin infolge der Absperrung mittelst Klappe E1 angehäuften Gase, -sowie des directen Druckes der Pumpe einerseits und durch die im Schlot JD herrschende Zugwirkung andererseits wird das hoch erhitzte Stickgas aus dem Schlot JD1 durch die schrägen Kanäle α in den Schachtel gedrückt bezw. gesaugt, woselbst es, mit dem herabsinkenden Material in directe Berührung kommend, dasselbe glühend macht und dessen Ueberführung in das entsprechende Cyanid bezw. Cyanür bewirkt.Wurde durch einen in der angegebenen Weise während längerer Zeit unterhaltenen Betrieb des Ofens der Kammer B1 zum gröfsten Theil ihre Wärme entzogen, so wechselt man das Spiel der Feuerung, d. h. man schliefst die Klappe E des Schlotes D, unterbricht das Feuer auf dem Rost C, während auf dem Rost C* das Feuer angefacht wird, und öffnet die Schieber c1 und d1, während jene c und d geschlossen werden.Dann preist man, wie früher, das Stickgas durch eine Oeffnung in den Raum unter- oder oberhalb des Brennmaterials auf dem Rost C, das, nun in entgegengesetzter Richtung, wie früher, nämlich durch die Kammer B, den Schlot JD und durch die schrägen Kanäle a in den Schacht A gelangt und die Bildung der Cyanide bezw. der Cyanüre bewirkt.Die Fig. ι des Blattes II zeigt in einem verticalen Schnitt nach der Linie a-b-c-d der Fig. 2 eine Modification meines neuen Ofens, bei welcher ebenfalls ein continuirlicher Betrieb gesichert ist und nur in der örtlichen Anlage der Feuerungen und der Kammern B Bl sowie der Kamine eine Abweichung gegenüber dem auf Blatt I dargestellten Ofen besteht. Fig. 2 ist ein horizontaler Schnitt nach der Linie e-f der Fig. ι und Fig. 3 ist ein Querschnitt längs g-h der Fig. 1.In diesen Figuren bezeichnen A den Schacht für die Aufnahme der in Cyanide bezw. Cyanüre überzuführenden Materialien.B B x sind die mit dem Ziegelgitterwerk versehenen Kammern für die Erhitzung des Stick- " stoffes, CC1 die Roste, DD1 die Kamine, EE1 die Absperrklappen für die Kamine; α α sind die Ein- bezw. Austrittskanäle für den Stickstoff und b b blb1 die eisernen Abkühlrohre wie in der auf Blatt I dargestellten Construction und wird der Zug der Luft durch diese Rohre mittelst der Schieber c und c1 regulirt.Die Wirkungsweise und die Art des Betriebes dieses Ofens ist ganz gleich, wie vorbeschrieben, nur müssen die Heizgase und auch der eingeprefste Stickstoff nach Passirung der Kammern B bezw. B1 eine Wendung um 900 vornehmen, um in die Kamine D Dv und in den Schacht A zu gelangen.Ich behalte mir vor, anstatt der in der Zeichnung angegebenen Rostfeuerung eine Generatorfeuerung in Anwendung zu bringen.Die Hitze der durch die Kamine entweichenden Heizgase wird in passender Weise einer weiteren. Verwerthung noch dadurch zugeführt, dafs man sie vor ihrem Austritt in den Kamin, der in diesem Falle seitlich angebracht sein müfste, durch Kanäle leitet, in denen sie zur Beheizung von Abdampfpfannen, Kesseln etc. Verwendung finden.Dieser Ofen ist mit gleichen Vortheilen zu Oxydations- und Reductionsprocessen verwendbar, wobei das zu oxydirende oder zu reducirende Material in geeigneter Form (Stückform) in den Schacht A eingebracht und der Einwirkung des betreffenden oxydirenden oder reducirenden Gases, das in den Kammern BB1 auf die entsprechende Temperatur gebracht wird, ausgesetzt wird. Der Vorgang ist der ganz gleiche, wie vorhin bezüglich der Cyanbildung beschrieben. Für diese Anwendungsart des Ofens ist die, Generatorfeuerung vorzuziehen.Pat ε nt-An sp rüche:Für die Durchführung des unter No. 12351 patentirten Verfahrens der Erzeugung von Cyaniden bezw. Cyanüren der Alkali- und Erdalkalimetalle mittelst Anwendung von Stickgas die verbesserte Construction des im (Zusatz-) Patente No. 24334 vom 3°· November 1882 beschriebenen' Ofens, welche Verbesserungen wesentlich in folgendem bestehen:
ι. In der Anwendung der schief nach ab- und einwärts gerichteten Kanäle α in den Wänden des Schachtes zur Einführung des hoch erhitzten Stickgases unter Druck in denselben. - 2. In der Verwendung der mit dem Ziegelgitter ausgefütterten Kammern B und JS1 zur Ueberhitzung des eingeprefsten und eingesaugten Stickgases, wobei eine Rostoder auch eine Generatorfeuerung vortheilhaft angewendet werden kann.
- 3. In der Anwendung von zwei Feuerstellen zur Erzielung eines continuirlichen Betriebes dieses Ofens.
- 4. Bei der auf Blatt II dargestellten Modification in der Anordnung der Kamine an der Längsseite des Ofens, so dafs die Verbrennungsgase abwechselnd alle vier Wände des Schachtes umgeben müssen, wodurch eine gleichmäfsige und ausgiebigere Erhitzung desselben ermöglicht wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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