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Durchbrochene Parallel-Endnlaße. Die auf beiliegender Zeichnung dargestellten
Parallel-Endmaße dienen als Hilfswerkzeuge zur genauen Feststellung von Zwischenräumen,
Nuten, Höhen usw. Die Herstellung der Maße geschieht in der Weise, daß der Stahl
in entsprechenden Stücken abgeschnitten, gehärtet, geschliffen und dann durch ein
feines Nachschleifen auf ein bestimmtes Maß gebracht wird.
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Beim Erwärmen der Stücke Stahl auf einen zum Härten erforderlichen
Grad dehnen sich dieselben entsprechend ihren Dimensionen, wenn dann die Stücke
zu Wasser gebracht «-erden, kühlt sich die äußere Wand zuerst ab, während sich der
innere Stahl nur ganz langsam abzukühlen vermag. Da nun der äußere Mantel . der
Stücke zuerst erkaltet, wird es dem inneren Stahl unmöglich, sich his zu seiner
ursprünglichen Lage zusammenzuziehen. Dadurch wird im Stahl eine Spannung erzeugt.
Dieselbe wirkt auf die fertigen Masse in schädlicher Weise insofern zurück, als
sich dieselben durch Temperaturschwankungen bis zur Wertlosigkeit verändern können.
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Man hat diesen Übelstand zu beseitigen versucht durch längeres Ablagern,
durch ein Nachlassen des Härtegrades usw.
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Durch diese Maßnahmen werden die Masse zum Teil entwertet, indem sie
der Abnutzung zu sehr unterworfen sind, anderenteils sind dieselben unzuverlässig.
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Es ist bereits üblich, Meßwerkzeuge zu durchbohren, jedoch lediglich
zu dem Zweck, die sich beim Härten der Werkzeuge in denselben bildende Spannung
zu durchbrechen, um auf diese Weise ein Platzen der Werk= zeuge beim Härten und
Bearbeiten zu verhüten. Den besten Erfolg hat diese Maßnahme dort, wo die Werkzeuge
dünnwandig abgesetzt sind. Hierbei wird die stärkere Wand dicht an der Absetzung
durchbohrt. Dadurch wird das plötzliche Abkühlen der dünnen Wandung zu dem langsamen
Abkühlen der stärkeren Wand etwas ausgeglichen.
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Die Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, daß, wenn man Stahl
beim Härten von innen nach außen, d. h. innen zuerst, gleichmäßig abkühlen könnte,
der Stahl spannungsfrei bleiben würde. Es wurde ferner festgestellt, daß Endmaße
bis zu einer Länge von 3 mm nicht schwinden, deshalb dürfen die nach den Durchbohrungen
verbleibenden Wandungen dieses Maß nicht überschreiten. Der Erfolg der Durchbohrungen
nimmt erst dann seinen Anfang, wenn sich die Stärke der verbleibenden Wandungen
unter der halben Stärke des jeweiligen Ma= terials bewegt, woraus die Meßwerkzeuge
hergestellt sind. Bei einem undurchbrochenen Endmaß von ioo mm Länge, io mm Stärke
und 3o mm Breite, hätte das Wasser dieses beim Härten auf jeder Seite bis zu einer
Tiefe von 5 mm abzukühlen. Wenn also beim durchbrochenen Endmaß die verbleibenden
Wandungen 5 mm betragen würden, so bliebe die Dauer des Härteprozesses dieselbe,
und da die Grenze der Spannungsfreiheit etwa 3 mm beträgt, so wäre durch diese Durch-,
Brechung lediglich eine Durchbrechung der Spannung erzielt, wodurch ein Platzen
der .Maße verhindert, aber die Spannung, nicht
beseitigt wäre. Die
Ziele der Durchbrechungen sind also in beiden Fällen verschieden; während im ersteren
Falle das Platzen der Maße zu verhüten erstrebt wird, ist im.zweiten Falle das Schwinden
der Maße beseitigt, welches, durch Temperaturveränderungen auf Spannung enthaltenen
Stahl hervorgerufen wird.
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Ein durchbrochenes Endmaß paßt sich einer Temperaturveränderung in
einer Zeit an, welche der Stärke seiner verbleibenden Wandungen entspricht, was
auf die zeitliche Benutzung der Maße von größtem Einfluß ist.
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Die Ausführung der Durchbohrung ist in beiden obengenannten Fällen
verschieden. Im ersteren wird dieselbe planlos ohne genauere Vorzeichnung vorgenommen,
im zweiten Falle sind die Durchbohrungen derart ausgeführt, daß die Werkzeuge nach
der Durchbohrung aus lauter dünnen gleichmäßigen Wandungen bestehen, und dadurch
das Aussehen eines Gitters erhalten. Die nach der Durchbrechung verbleibenden Wandungen
müssen, wie bereits erwähnt, in einem bestimmten Verhältnisse zur Stärke des Materials
stehen, woraus die Maße angefertigt sind, denn es ist festgestellt worden, dal Maße
von 3 mm keine Längsspannung auf weisen. Die Maße können somit auch in dei Weise
durchbrochen werden, daß nur dei äußere Rahmen derselben stehen bleibt. Vor aussetzung
wäre auch hier, die vier verblei benden Wandungen in ein Verhältnis zui Materialstärke
zu bringen.
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Die auf der Zeichnung dargestellten Maß( (Fig. z bis 3) sind in der
Weise durchbohrt daß das ganze Maß nur noch aus ganz dünner Wandungen besteht, dieselben
kühlen sicl beim Härten durch das Durchfließen de; Wassers gleichmäßig ab, wodurch
die Bit dung von Spannung und somit ein Veränderr der Maße verhindert wird.