DE32083C - Verfahren zur Herstellung von Harzsäureestern, welche die gebräuchlichen Lackharze bei Herstellung von Lacken und Firnissen ersetzen können - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Harzsäureestern, welche die gebräuchlichen Lackharze bei Herstellung von Lacken und Firnissen ersetzen können

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DE32083C
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Dr. E. SCHA AL in Stuttgart
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09FNATURAL RESINS; FRENCH POLISH; DRYING-OILS; OIL DRYING AGENTS, i.e. SICCATIVES; TURPENTINE
    • C09F1/00Obtaining purification, or chemical modification of natural resins, e.g. oleo-resins

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  • Phenolic Resins Or Amino Resins (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE
äS: F ettindustrie.
Dr. EUGEN SCHAAL in STUTTGART.
Verfahren zur Herstellung von Harzsäureestern, welche die gebräuchlichen Lackharze bei Herstellung von Lacken und Firnissen ersetzen können.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 25. September 1884 ab.
Die Harzsäuren lassen sich in ausgiebigster Weise sowohl mit niedrigeren, wie höheren Alkoholen, ferner mit Kohlenhydraten, Phenolen, Naphtolen und ähnlichen aromatischen, hydroxylhaltigen Abkömmlingen unter Wasserabspaltung zu ätherartigen Verbindungen oder echten Harzsäureestern combiniren, welche die gemeinsame Eigenschaft besitzen, sich in Soda nicht aufzulösen, im Gegensatz zu der Löslichkeit der meisten natürlichen Harze in demselben Agens.
Die Harzsäureester sind theils weiche, theils sehr harte harzartige Körper, welche sich in yortheilhafterer Weise als die natürlichen Harze zur Herstellung von Lacken und Firnissen anwenden lassen. Zur Ueberführung in Harzsäureester eignen sich sowohl fertig vorgebildete Harzsäuren, wie auch künstlich aus den Harzen erzeugte Säuren, welche man zunächst von weicheren Antheilen befreit hat. Diese Entfernung flüchtiger, nicht der Klasse der Hartharze angehöriger Körper,kann:
ι. durch Destilliren im Vacuum bei 300 bis 3500 C, durch Destilliren mit überhitztem Wasserdampf oder im Strome indifferenter Gase geschehen;
2. auch durch Extraction der Gemische der Harzsäuren und indifferenten Körper mit Lösungsmitteln, z. B. verdünntem Weingeist.
Bisher sind von mir die Harze der Coniferen (Kolophonium), ferner Erdharze, Harze, "wie sie bei der Oxydation von Petroleum und der Kohlenwasserstoffe aus der Destillation der Braun- und Steinkohlen, des Schiefers und Torfes resultiren, zur Esterbildung verwerthet worden.
Als Alkohole wurden Glieder fast aller Reihen verarbeitet: Methyl-, Aethyl-, Butyl-, Cetyl-, Cerylalkohol und alkoholartige Körper aus Petroleum, ferner ein- oder mehrsäurige Phenole, Naphtole, Phenanthrol,- Anthrol, Glycerin, Kohlenhydrate und Mannit.
Zur Harzsäureesterbildung kann man mit mehr oder weniger Erfolg alle Methoden anwenden , die auch sonst zur Esterbildung gebräuchlich sind. Die ■ geeignetsten Arbeitsweisen sind folgende: .
a) Erhitzen der im Aequivalentverhältnifs gemischten Stoffe auf hohe Temperaturen, mit oder ohne Druck und mit oder ohne Zusatz von wasserentziehenden Stoffen (Säuren, sauren Salzen etc.).
Beispiel: Man destillirt von Kolophonium im Vacuum bis'. 3500 C. flüchtige Producte ab, versetzt den vorwiegend aus festen Harzsäuren gebildeten Destillationsrückstand auf 100 Theile mit 17 Theilen Resorcin und erhitzt unter einem Druck von einigen Atmosphären und einer Temperatur bis ca. 2800C., bis sich der Druck merklich steigert; nun läfst man den : gebildeten Wasserdampf ab und wiederholt das Erhitzen und Ablassen des Dampfes so lange, bis sich die Esterbildung vollzogen hat, was man durch Ausschütteln einer Lösung in Benzin oder Aether mit Soda sofort erkennt.
Es lassen sich auf diese Weise die meisten Harzsäureester gewinnen. Sind die Alkohole
u. s. w. wenig beständig, so mufs dementsprechend eine niedrigere Temperatur eingehalten werden.
b) Erhitzen unter Durchleiten indifferenter Gase zur Entfernung gebildeten Wassers, mit oder ohne Zusatz von wasserentziehenden Stoffen.
Beispiel: ioo Theile abdestillirtes Kolophonium (wie bei a) wird mit 44 Theilen Naphtol auf 250 bis 2800C. erhitzt und von Zeit zu Zeit ein Strom eines indifferenten Gases, z. B. Kohlensäure, darübergeleitet, um den Wasserdampf wegzunehmen; übergegangenes Naphtol wird zurückgegeben. Das Erhitzen wird so lange fortgesetzt, bis sich der Ester gebildet hat. Auch diese Methode ist für höher siedende Alkohole etc. ziemlich allgemein anwendbar.
c) Man löst das Gemisch in absolutem Alkohol und leitet trockene Salzsäure ein oder kocht die Lösung mit Schwefelsäure, sauren Salzen und sonstigen wasserentziehenden Stoffen.
Beispiel: 100 Theile feste Petroleumsäuren, wie sie bei der Oxydation von Petroleum und anderen verwandten Kohlenwasserstoffen entstehen (Patent No. 32705), werden in absolutem Alkohol (ca. 200 Theile) gelöst, und nun wird starke Schwefelsäure (40 bis 50 Theile) zugesetzt und einige Stunden gekocht, oder man leitet in die alkoholische Lösung bis zur Sättigung trockene Salzsäure ein und läfst stehen. Es scheidet sich meist bald der gröfste Theil des gebildeten Esters aus, und kann aus der überstehenden Flüssigkeit durch Abdestilliren des Alkohols oder durch Mischen mit Wasser noch mehr Ester gewonnen werden.
Es ist diese Methode für alle Ester anwendbar, deren Componenten sich in Alkohol lösen.
d) Es kann der Mannitester auf diese drei verschiedenen Methoden hergestellt werden, doch ist es zweckmäfsig, den Mannit in gleichen Theilen Glycerin oder auch in genügendem Eisessig zu lösen und nach a) zu behandeln.
Beispiel: Man setzt zu 100 Theilen abdestillirtem Kolophonium eine Lösung von 5 Theilen Mannit in 5 Theilen Glycerin oder eine Lösung von 10 Theilen Mannit in circa 20 Theilen Eisessig und behandelt wie bei a). Es entstehen hierbei gemischte Ester. Aehnlich läfst sich der Zuckerester herstellen.
Die auf die eine oder andere Weise erzielten Harzsäureester werden, wenn nöthig, durch Waschen mit Wasser, Soda etc., auch durch Destillation von fremden Beimischungen befreit und nun im Vacuum abdestillirt.
Die von 240 bis 3500 übergehenden Theile werden für sich gesammelt; es sind dies farblose, weichere Ester, welche Mastix, Dammar, Sandarac etc. ersetzen, die zurückbleibenden Ester sind harte Harze, welche Copal und Bernstein ersetzen.
Die Harzsäureester sind wie die natürlichen Harze theils zu fetten, theils zu Terpentinöl-, Benzin- und alkoholischen Lacken und Firnissen anwendbar, und werden, falls erforderlich, mit Zusätzen von Wachs, Paraffin, Palmiton, Leinöl und ähnlichen Stoffen geschmeidiger gemacht.
Das Verkochen der Harzsäureester mit Leinöl bei ca. 3000C. kann, anstatt wie gewöhnlich im offenen Kessel, mit Vortheil im geschlossenen Kessel unter Zusatz von einigen Procenten Hyperoxyden, z. B. Blei- oder Baryumhyperoxyd etc. und Durchleiten eines indifferenten Gases, z. B. Kohlensäure, geschehen. Es werden hierbei hellere Lacke erzielt. ' "■'.■;

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Harzsäureestern, indem man rohe Harzsäuren zunächst durch Destilliren oder Extrahiren von flüchtigeren und weicheren Antheilen befreit und die harten Harzsäurerückstände mit Alkoholen oder Phenolen durch Erhitzen mit oder ohne Druck und mit oder ohne Zusatz die Reaction begünstigender Stoffe zu Estern condensirt, endlich die Harzsäureester durch Destillation im Vacuum in weichere und härtere harzartige Körper überführt.
2. Verfahren zur Herstellung von Lacken und Firnissen aus Harzsäureestern, indem man die Harzsäureester nach Art der natürlichen Harze mit ätherischen oder fetten Oelen, mit Kohlenwasserstoffen oder Alkoholen verarbeitet.
DENDAT32083D Verfahren zur Herstellung von Harzsäureestern, welche die gebräuchlichen Lackharze bei Herstellung von Lacken und Firnissen ersetzen können Expired - Lifetime DE32083C (de)

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