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Verfahren zum Ausbessern -der Ofenköpfe von Siemens-lnartin-Öfen.
Diese Erfindung bezieht sich auf Regenerativ-Siemens-Martin-Öfen.
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Wenn bei Ofen der erwähnten Art der Ofenkopf verbrannt ist oder nachgibt,
so ist es üblich, das Gas von dein' Ofen abzusperren, den Ofen abkühlen- zu iässen
und- danach den Ofenkopf wieder mit Ziegelsteinen aufzubauen. Dieses Verfahren`
beansprucht einige Zeit, und zwar etwa vier Tage bis ' zu einer Woche, je nach der
Att des Ofens, so daß dieser letztere während dieser Zeit nicht arbeiten kann; was-
einen sehr erheblichen Geldverlust bedeutet. Nachdem der Ofen repariert worden ist,
wird er wieder geheizt und dann so wie vordem benutzt; das Abkühlen und Wiederheheizen
des Ofens und die '\#vTinderhitzerarbeit ist für den Ofen schädlich und verkürzt
seine Lebensdauer.
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Es sind bereits viele Vorrichtungen vorgeschlagen worden zu dem Zweck,
die Lebensdauer des Ofenkopfes zu verlängern, aber alle sind kostspielig, viele
sind schwerfällig, und wieder andere erfordern ein dauerndes Irstandhalten. Eine
von den bisherigen Methoden ist die, den Ofenkopf mit bedeutenden Kosten sehr massiv
aufzubauen, so däß die tatsächliche Arbeitsfähigkeit der Feuerung verlängert wird,
wohingegen in anderen Fällen für diesen Zweck hohle Gußstücke verwendet werden,
die in das Mauerwerk einbebaut werden und durch die Wasser zirkulieren kann. -Wieder
in 'andren Fällen wird der ganze Ofenkopf entfernbar gemacht; so daß er, wenn er
verbrannt oder unwirksam geworden ist, mittels eines Krans abgehoben und durch einen
anderen Kopf ersetzt werden kann, der dann an die Steile des ersten gebracht wird.
Diese Verfahren haben aber wegen der Mühe und der Kosten, mit deL-en sie verbunden
sind, keine allgemeine Anwendung gefunden.
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Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist -wesentlich
einfacher als die bekannten und ermöglicht, den verbrannten Bloch in sehr kurzer
Zeit, in wenigen Stunden; wieder herzustellen, und zwar, was von besonders großer
Wichtigkeit ist, ohne daß der Ofenbetrieb unterbrochen zu werden braucht: Während
der Reparatur tritt mithin kein Wärmeverlust ein, die Ausbeute wird nicht vermindert
und ein Abkühlen und Wiederbeheizen des Ofens erübrigt sich; außerdem kann die Reparatur
bewirkt werden, ohne daß die Arbeitsteile des Ofens in Mitleidenschaft gezogen werden.
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Das neue Verfahren verursacht überdies so wenig Kosten, daß man sie
vernachlässigen kann; das verwendete Material kann leicht mit geringer Mühe und
geringen Kosten herbeigeschafft, und die Reparatur kann von den Arbeitern selbst
ausgeführt werden.
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Das vorliegende Verfahren besteht darin, daß, während der Ofen arbeitet,
eine sogenannte Seele oder Kern in gehörige Stellung
in den abgebrannten
Block eingesetzt und über dieser der Ofenkopf aus schwer schmelzbarem Material wieder
aufgebaut wird. Hierbei erhärtet das plastische Material unter der Einwirkung der
Hitze schnell.
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Auf der Zeichnung ist als Beispiel eine Ausführungsweise der Erfindung
in Verbindung mit einem Siemens-Martin-Ofen dargestellt.
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Fig. i ist ein senkrechter Schnitt durch den Ofen.
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Fig. 2 ist ein Querschnitt in der Linie s -s
der Fig. i, und
die Fig. 3 und q. zeigen Mittel, die beim Reparieren eines Blockes benutzt werden.
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In der Zeichnung bezeichnet a den Ofen, b eine Arbeitstür, c das Arbeitsbett
oder den Herd, d den Luftkanal, e, e die Gaskanäle, f die Schlackenkammer
und g eine Gasregenerativkammer.
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Ist nun der Ofenkopf i zwischen dem Luftkanal und einem Gaskanal bzw.
den Gaskanälen verbrannt oder gibt er in solchem Maße nach, daß es notwendig wird,
ihn zu reparieren, so wird in den Gaskanal oder die Gaskanäle, während der Ofen
arbeitet, eine Seele oder Kern h eingesetzt; sie sind vorzugsweise mehr oder weniger
gewölbt oder von röhrenförmiger Gestalt. Der Kern lt wird in den Kanal oder die
Kanäle e hineingestoßen oder auf andere Weise eingebracht. Der in Fig, i dargestellte
Kern ist in den Gaskanal von der Schmalseite des Ofens aus eingeschoben, zu welchem
Zweck ein Loch j vorgesehen ist, welches unter normalen Umständen durch Ziegel oder
dergleichen verschlossen ist. Wenn sich der Kern h an seinem Platz befindet, so
ist es für die-Arbeiter leicht, mit Hilfe von passenden Werkzeugen durch die benachbarte
Arbeitstür und durch die rückseitige Öffnung j hindurch den Ofenkopf aufzubauen,
indem auf dem Kern h und um ihn herum ein Gemisch aufgeschichtet wird, welches durch
Hinzufügen von Wasser plastisch gemacht ist und aus zerbrochenen sauren Steinen,
Silbersand und saurem Ton oder anderem schwer schmelzbaren Gemisch besteht; . dies
wird getan, während sich der Ofen in Tätigkeit befindet. Das Gemisch erhärtet bald
unter der großen Hitze, wohingegen der Kern wegbrennen und den neugebildeten Teil
des Ofenkopfes in seiner Stellung zurücklassen kann. In der Praxis hat Erfinder
auf diese Weise eine vollständige Reparatur in ungefähr einer Stunde bewirkt; er
hat gefunden, daß ein Gemisch, welches dem Volumen nach aus 5o Prozent von in kleine
Stücke zerbrochenen sauren Ziegeln, 2o Prozent Silbersand und 30 Prozent
saurem Ton zusammengesetzt ist, welch letzterer aus 5 Volumenteilen « gemahlenen
sauren Ziegeln und i Teil Ganister besteht, sehr gut dein Zwecke entspricht. Zum
Fertigmachen des wiederaufgebauten Ofenkopfes kann ein Gemisch aus Silbersand und
saurem Ton verwendet werden; welche Bestandteile in ungefähr gleichem Verhältnis
dem Volumen nach gemischt werden. Nachdem das Gemisch der Wirkung des Feuers ungefähr
eine halbe Stunde ausgesetzt gewesen ist, wird etwas brauner Sand auf den wiederaufgebauten
Ofenkopf aufgeworfen, so daß dieser durch- Erzeugen einer glasier ten Oberfläche
fertiggestellt wird.
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In Fig. i zeigen die ausgezogenen .Linien den Ofenkopf so, wie er
ursprünglich hergestellt worden ist; die dick gestrichelte Linie il zeigt die Entfernung,
auf die der Ofenkopf weggebrannt ist, und die quer dazu gezeichneten, dünn gestrichelten
Linien bei i2 bedeuten den wiederhergestellten Teil des Ofenkopfes, der von dem
Kern h getragen wird.
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Der Kern h kann aus Metall bestehen; im Querschnitt muß er mehr- oder
weniger mit der Gestalt des Kanals e übereinstimmen, aber doch etwas kleiner sein,
so daß er leicht in den Kanal hineingeschoben werden kann. In der Praxis ist gefunden
worden, daß ein aus Eisenblech oder gewalztem Stahl bestehendes Blech hl von der
in den Fig. 3 und ¢ gezeichneten-Form sehr geeignet ist und leicht an seinen gehörigen
Platz in den Gaskanal eingeschoben werden kann. Ein Rohr aus feuerfestem Ton oder
ein gußeisernes oder schmiedeeisernes Rohr oder ein Stahlrohr von passender Länge
und Form würden ebenfalls für den Zweck verwendbar sein, denn der Zweck ist ja einfach
nur der, ein genügend starkes und dem Feuer widerstehendes Mittel vorzusehen, das
plastische Material so lange zu halten, bis es erhärtet.
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In dem Vorstehenden ist die Erfindung beispielsweise nur in einer
Ausführungsform veranschaulicht, und zwar in Verbindung mit einer gewissen Art eines
Regenerativ-Siemens-Martin-Ofens, der einen einzigen Luftkanal und zwei Gaskanäle
hat, aber natürlich kann die Erfindung auch bei Öfen verwendet werden, die zwei
oder mehr Luftkanäle und mehr als zwei Gaskanäle haben. Wenn zwei oder mehr Gaskanäle
weggebrannt sind, so werden dann zwei oder mehr Kerne verwendet, und - der Ofenkopf
wird in derselben Weise wieder aufgebaut, wie es bei einem einzelnen Kanal geschieht.