DE313620C - Ofenanlage, insbesondere zur Eisen- und Stahlerzeugung - Google Patents
Ofenanlage, insbesondere zur Eisen- und StahlerzeugungInfo
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Description
"A- sä
Die Erfindung betrifft eine Schmelzofen-
anhige, die in erster Linie zur Eisen- und
Stahlerzeugung bestimmt ist. Charakteristisch für die neue Schmelzofen anlage ist einseitige
Flammenführung, Abzug der Verbrennungsgase • nach unten und Einschaltung eines Schlackenüfeiis
zwischen den Schmelzofen und die Wärmespeicher. ·
Es wird nicht- verkannt, daß die einseitige
ίο Flammenführung und der Abzug der Verbrennungsgase
nach unten bereits bekannt sind. Beide. Einrichtungen sind aber in Verbindung mit einem Schlackenofen neu, und besonders
die einseitige Flammenführung ermöglicht es, die Schlacke dauernd flüssig zu erhalten, d. h.
einen Schlackenofen anzuwenden. Der Schlackenolen an sich ist ebenfalls neu.
In dem Schlackenofen treffen die von oben kommenden heißen Abgase senkrecht auf das
ao Schlackenbad und streichen dann wagerecht
TiWr das Bad hinweg. Die Schlacke wird ;ι.ί·;ο gut durchwärmt, so daß sie dünnflüssig
bleibt. In dem Ofen wird die Schlacke entweder mit Zusätzen versehen, um sie als
Düngemittel oder zur Erzeugung von Pflastersteinen zu verwenden. Man kann auch die
Schlacke aus dem Ofen heraus granulieren. Für letztere Verwendung der Schlacke ist es
wichtig, daß der Ofen einen Puffer bildet, d.h. die während des Schmelzvorganges zu
verschiedenen Zeiten verschieden stark fließende Schlacke wird im Ofen gesammelt und kann
aus ihm in ständigem Strahle entnommen werden. Vornehmlich beim Rohciscn-Erzverfahren
ist1 die Pufferwirkung von Bedeutung.
Man kann auch im Schlackenofen einzelne Bestandteile bestimmter Schlacken, z. B. Titan,
durch Reduktion gewinnen. Hierzu ist allerdings eine besonders hohe Temperatur notwendig,
die man mit den Abgasen allein nicht erzielen kann. Deshalb wird der Schlackenofen
nach der Erfindung noch mit einer Heizvorrichtung, ζ. B. Gasbrennern oder einer elek·
irischen Heizung, versehen, die für diesen Fall zur Temperaturerhöhung dient. Mit Hilfe
der Brenner kann man auch den Schlackenofen bei wechselnder Flammenrichtung anwendbar
machen.
Es sind zwar Schlackenkammern bekannt, die von den Abgasen durchstrichen werden.
Die bekannten Kammern weisen jedoch keines der Merkmale eines Schlackenofens auf. Es
ist dort weder eine Einsatztür noch ein Stichloch oder Brenner' vorhanden, so daß jegliche
Einrichtung zum Verarbeiten der Schlacke fehlt und diese bei reversierbaren öfen einfrieren
würde, während die heißen Abgase die Kammer nicht durchstreichen.
Die einseitige Flammenführung ermöglicht es, den Brenner des Ofens so auszubilden, daß
entweder der Gasstrom außen und innen von Luft umgeben ist oder umgekehrt. Man erhält
so eine Flamme mit zwei Verbrennungspunkten, einem inneren und einem äußeren, die leicht regelbar ist. Durch Änderung des
Gas- und Luftdruckes kann man die Verbrennungspunkte verschieben. Je nachdem
sich an der Außenseite der Flamme ein Luftoder Gasstrom befindet, wirkt die Flamme
oxydierend oder reduzierend. Der gleiche Zweck ist bereits mit einem Brenner angestrebt
worden, bei dem von der Seite Luft
über und unter den Gasstrom geblasen wurde. Hierbei winden aber weder zwei regelbare
Verbrennungspunkte erreicht, noch war die geschilderte Umkehrung möglich, so daß die
Flamme nicht so wirksam geregelt werden konnte.
Brenner mit der geschilderten dreifachen Schichtung von Luft und Gas sind bereits
zur Beheizung von Dampfkesseln verwandt
ίο worden, aber nicht für Schmelzöfen, bei denen
sie die geschilderte eigenartige Wirkung haben.
Ferner ist nach der Erfindung der Brenner
seitlich aus der Mittelebcne des Ofens versetzt, so daß die Flamme- auf das Schmelzbad eine
Rührwirkung ausübt und die Behandlungszeit des Schmelzgutes im Ofen verkürzt wird.
Um zu vermeiden, daß infolge der einseitigen Flammen führung die dem Brenner gegenüberliegende
Ofenwand überhitzt wird, wird diese hinter dem Abzugskanal der Verbrennungsgase soweit zurückgerückt, daß die Gase nicht
auf die Ofenwand treffen. Hierdurch entsteht zwischen dem Abzugskanal und der Ofenwand ein Raum, in dem Arbeitsgut vor
dem Einsetzen in das Bad vorgewärmt werden kann. Man kann in diesem Raum auch Rot- oder Gelbguß, in Tiegeln schmelzen.
Endlich sind bei der neuen Ofenanlage sämtliche Kanäle und die Umschaltventile sowie
der Schlackenofen im wesentlichen von allen Seiten zugänglich angeordnet.
Auf der Zeichnung stellt Fig. 1 den neuen Ofen im senkrechten Schnitt dar. Fig. 2 ist'
ein wagerechter Schnitt durch die Wärmespeicher, Fig. 3 eine Aufsicht auf den Brenner
vom Innern des Ofens her. Fig. 4 ist ein Schnitt durch die Wärmespeicher nach ,der
Linie 4-4 der Fig. 2.
Im Ofen α treten von links her die Gasleitung
b und die Luftleitungen c ein! In der Leitung b liegt noch ein besonderes Luftzuführungsrohr
d. Strömen Luft und Gas aus diesen Öffnungen aus, so bildet sich-eine Flamme,
wie sie auf der Zeichnung angedeutet ist.
Diese Flamme hat zwei Verbrennungspunkte B1
und 732. Am Punkte B1 verbrennt gewissermaßen
Luft in Gas., am Punkt B2 Gas in Luft. Vertauscht
man die Funktionen der Gas- und Luftzüge, so brennt bei B1 Gas in Luft und bei B2 Luft
in Gas. Dadurch wird, wie schon eingangs dargelegt wurde, die Flamme reduzierend statt
oxydierend. Die Flamme geht über das Bad β hinweg und über die Feuerbrücke in den
senkrecht nach unten gehenden Abzugskanal f.
Sie wird zur Mittelebene des Ofens seitlich versetzt, so daß sie auf das Bad eine Rührwirkung
ausübt. Da der Kanal f nach unten geht, bleibt die Flamme stets dicht auf dem
Bade und kommt daher mit diesem in bcsonders innige Berührung.
Aus dem Kanal f. gehen die Abgase in den Schlackenofen g. In diesem sammelt sich die ·
Schlacke und wird von den beständig über sie hinstreichenden Gasen flüssig erhalten.
Dies ist, um es noch einmal hervorzuheben, der Gegensatz zwischen einem Schlackenofcn
und einer einfachen Schlackenkammcr, bei der nicht durch besondere Gasführung für ein
Fliissigerhalten der Schlacke gesorgt wird. Diese dauernd flüssige Schlacke kann durch
ein Stichloch h abgezogen werden, um sie zu granulieren. Man kann auch durch die Tür i
des Ofens Zuschläge einbringen, um die Schlacke für Düngezwecke oder zur Herstellung von
Pflastersteinen geeignet zu machen. Endlich können Brenner k am Ofen angebracht werden,
um die Temperatur der Abgase zu erhöhen und auf diese Weise eine Temperatur zu erzeugen,
bei der aus bestimmten Schlacken wertvolle Bestandteile, z. B. Titan, durch Reduktion gewonnen werden können.
Aus dem Schlackenofcn g gehen die. Abgase · durch das Umschaltventil / in den Wärmespeicher
in, von diesem durch ein zweites Umschaltventil η zum Schornsteinzug 0. Durch
das Ventil η tritt gleichzeitig im Gegenstrom Luft in den Wärmespeicher, und zwar in die
zweite Kammer und aus dieser durch das •Ventil I in den aufsteigenden Luftkanal q,
von dem aus die Luft sich dren Luftkanälen c mitteilt. Auf die Luftöffnung des Ventils η
kann ein Ventilator aufgesetzt werden, der dazu dient, die Pressung der Luft beliebig zu
erhöhen oder zu erniedrigen, um die Flammenlänge bzw. die Verbrennungspunkte B1 und B2
zu regeln. Das Ventil I wird zweckmäßig mit Wasser gekühlt und, um eine übergroße Ab- kühlung
.des Gases zu vermeiden, innen mit feuerfester Masse ausgekleidet. Bei dem beschriebenen
Ofen wird nur die Luft vorgewärmt. Dies ist bei Wassergas ausreichend zur Erzielung
der Schmelztemperatur. Man kann natürlich auch bei Verwendung anderer Gase oder zu besonderen Zwecken das Gas ebenfalls
vorwärmen. *
In der Flammenrichtung hinter dem Kanal f befindet sich der Vorwärmeraum s. In diesem
stehen Tiegel t zum Schmelzen von Rot- oder Gelbguß. Ebensogut können Zuschläge zu
dem Gut, das im Ofen verarbeitet werden soll, im Räume s vorgewärmt werden.
Auf der Feuerbrücke stehen ebenfalls Tiegel ti zur Herstellung von Tiegelstahl. Zwischen
den Tiegeln läuft die Schlacke nach unten in den Schlackenofen. Eine Tür υ dient zum
Ausbessern der Feuerbrücke während des Betriebes. Zum Einsetzen der Tiegel sind seitlich
. am Ofen Türen w angebracht.
Oberhalb des Brenners und im Ofengewölbe sind öffnungen χ angebracht, in die Luft zur iao
Kühlung der Ofenwandung . und des Ofengewölbes eingelassen werden kann. Ebenso
kann durch öffnen der Tür ν eine Kühlung ί
an der Rückwand des Ofens erzielt, werden, j Soweit die Erfindung in den nachstehenden j
Patentansprüchen 3.bis 5 beschrieben ist, läßt
sie sich auch auf sogenannte Mischer anwenden.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:-i. Ofenanlage, insbesondere zur Eisen- und Stahlerzeugung mit Wärmespeichern zur Vorwärmung von Gas oder Luft oder beider und von den Abgasen durchstrichenen Scjilackensammelraum, dadurch gekenn-' zeichnet, daß bei einseitiger Flammen führung die Abgase nach unten abgezogen werden, dann durch einen Schlackenofen streichen, in dem sie über das Schlackenbad ständig hinwegstreichen und es· flüssig erhalten, und darauf durch den Wärmespeicher in den Schornstein geführt werden. ..2. Ofenanlage nacli Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlackenofen (g) zwecks Temperaturerhöhung für gewisse Arbeitsverfahren mit Brennern (k) versehen ist.as 3. Ofenanlage nach Anspruch 1 mitzwischen übereinander angeordneten, einzeln regelbaren Luftkanälen liegenden Gask.mal. dadurch gekennzeichnet, ''daß die Kanäle (d, b und c) in an sich bekannter Webe konzentrisch angeordnet sind und die Kanäle (c, d) Luft, der Kanal (b) aber Gas führen, so daß der Gasstrom innen und außen von Luft umgeben ist, während durch Vertauschung von Gas und Luft in den Kanälen die Schichtung von Gas und Luft gewechselt werden kann.4. Ofenanlage nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gas- und Luftzüge (b, c, d) zur Ofenmitte zwecks Erzielung einer Rührwirkung auf das Bad seitlich versetzt sind.5. Ofenanlage nach Anspruch 1 mit durch die Abgase beheiztem Vorwärmeo. dgl. Raum für Zuschläge, Tiegel und ähnliches, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Brenner gegenüberliegende Ofenwand gegen den Abgaskanal (f) so weit zurückverlegt ist, daß ein Vorwärmeraum (s) entsteht.6. Der Schlackenofen nach Anspruch 1 und 2 in Verbindung mit beliebigen Ofenarten.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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| DE1913313620D Expired DE313620C (de) | 1913-09-18 | 1913-09-18 | Ofenanlage, insbesondere zur Eisen- und Stahlerzeugung |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE313620C (de) |
| GB (1) | GB157948A (de) |
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1913
- 1913-09-18 DE DE1913313620D patent/DE313620C/de not_active Expired
-
1921
- 1921-01-10 GB GB165921A patent/GB157948A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| GB157948A (en) | 1922-04-10 |
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