DE308144C - - Google Patents
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
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Landscapes
- Treating Waste Gases (AREA)
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- Heat Treatment Of Water, Waste Water Or Sewage (AREA)
- Treatment Of Water By Oxidation Or Reduction (AREA)
Description
KAISERLICHES A1
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
·- JVi 308144 KLASSE 55 b. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. April 1917 ab..
Vorliegende Erfindung betrifft die Behandlung von Ablaugen der Sulfitzellulosefabriken
zu dem Zweck, die organischen und unorganischen Bestandteile derselben abzutrennen.
S Ein Verfahren für den gleichen Zweck ist in der deutschen Patentschrift 266096 beschrieben.
Danach wird die in der Ablauge enthaltene schweflige Säure in' Schwefelsäure
umgewandelt, wodurch das Kalziumlignosulfit
ίο zersetzt und gefällt wird. Dieses Verfahren
wird unter hohem Druck und bei hoher Temperatur, vorzugsweise unter Einführung von
Luft in das Reaktionsgefäß zwecks Erhöhung des Druckes und zur Sicherung der Oxydation
ausgeführt.
Die Sulfitzelluloseherstellung wird gegenwärtig auf verschiedene Art durchgeführt, so
daß die Ablauge auch verschiedene Zusammensetzung und Beschaffenheit aufweist und
sehr häufig nur eine kleine Menge freier schwefliger Säure enthält. Wird die Ablauge
zur Gewinnung von Alkohol benutzt, so enthält sie überhaupt keine freie schweflige Säure.
Dann ist es erforderlich, die nötige Menge Schwefelsäure zur Einleitung der erwähnten
Reaktion zuzusetzen, z. B. 0,1 bis 0,5 Prozent, um den Prozeß einzuleiten.
Bei dem den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahren wird nun Säure zu dem
Inhalt der Reaktionsbehälter in der Weise zugesetzt, daß zur Erzeugung des nötigen
Druckes in den Behälter saure Gase eingeführt werden. Solche Gase oder Dämpfe sauren
Charakters sind z. B. die Gase eines Sulfitkochers, die zur Druckminderung gerade abgeblasen
werden sollen. Man kann zweckmäßig in der Weise verfahren, daß man die
Gase in den zur Zersetzung der Ablauge benutzten Autoklaven unter einem Überdruck
von ι Atm. einführt und die Flüssigkeit alsdann erhitzt. Sobald die Lauge die nötige
Temperatur (etwa 170 bis 20o° C) erlangt hat,
wird die schweflige Säure augenblicklich durch Selbstoxydation unter Abscheidung freien
Schwefels in Schwefelsäure umgewandelt. Die so gebildete Schwefelsäure vollendet in üblicher
Weise die Reaktion in der Lauge.
Die Umwandlung der schwefligen Säure in Schwefelsäure, und zwar entsprechend der
Gleichung: 3 SO2 = 2 S O3 + S, ist z. B. durch
die Veröffentlichungen von Gärtner und
Berthelot bekannt und auch von Prof. P. Klason in Verbindung mit Versuchen, betreffend
die Eigenschaften der Sulfitablauge, studiert worden. Indessen wurde die Reaktion
nur bei niedrigeren Temperaturen (zwischen 135 bis 140 ° C) studiert. Dabei braucht
die in den Laugen enthaltene schweflige Säure 8 bis 10 Stunden zu ihrer Umwandlung im
Sinne der erwähnten Gleichung. Das Verfahren für den industriellen Betrieb wäre so
unmöglich, da die Kosten zu groß sein würden. Bei dem neuen Verfahren werden Temperaturen
von etwa 190 ° C und ein Druck von ungefähr 20 Atmosphären angewendet,
wodurch eine augenblickliche Umsetzung erzielt wird.
Es ergab sich, daß von den oben erwähn-
(■2. Auflage, ausgegeben am 5. November igiS.I
• ten Abgasen nicht nur die schweflige Säure bei der Zersetzung des Kalziumlignosulfits
wirksam ist, sondern daß auch Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure und andere saure
5 organische Verbindungen an dem Prozeß' tätigen Anteil nehmen. Wenn solche der
schwefligen Säure beigemischt sind, ist von dieser letzteren nur eine kleine Menge nötig,
um die Ablauge zur Zersetzung genug sauer
ίο zu machen.
Das neue Verfahren kann in ähnlicher Weise ausgeführt werden, wie es in der deutschen
Patentschrift 266096 beschrieben wurde. Sobald die Temperatur und der Druck dienötige
Höhe erlangt hat, werden die Lignosulfinverbindungen in Ligninsubstanzen und
unorganische Metallsalze und schweflige Säure zersetzt.
Bei der Ausführung des Verfahrens im Fabrikbetriebe, wobei eine Anzahl von Autoklaven
benutzt wird, kann die erforderliche Menge der schwefligen Säure verringert werden,
indem man die freigemachte und nicht oxydierte schweflige Säure von einem Auto-
kiaven. nach einem anderen überträgt.
Bei einer um etwa 500 C über Autokläventemperatur
gesteigerten Temperatur in Gegenwart von Luft verbrennt der bei der Zersetzung mit den Gasen sublimiereride Schwefei,
und eine äquivalente Menge schwefliger Säure bildet sich. Die zu diesem Zweclk'erforderliche'Luft
kamrin den Autoklaven oder besser in die Abgäserohre eingeführt· werden,
wo sie mit dem Schwefligsäuregas gemischt wird und dann die erwähnte Oxydation des
Schwefels veranlaßt, sobald das Gas erhitzt wird. Kleine Mengen von Kalzium- und
Natriumsulfiten, die in der Lauge vorhanden sind, werden, wie oben angegeben, zersetzt
und bilden dann schwefelsaure Salze und Sulfide. Die Sulfide erzeugen mit der während
der Reaktion gebildeten Schwefelsäure Schwefelwasserstoff. Letzterer bildet zusammen mit
freier schwefliger Säure eine weitere Menge von kolloidalem Schwefel, der in der vorbeschriebenen
Weise in schweflige Säure umgewandelt wird.
Daraus ergibt sich, daß bei dem neuen Verfahren der Zusatz von freier schwefliger
■Säure, außer beim Beginn des Prozesses in dem.ersten Autoklaven; nicht- erforderlich ist.
Bei der Zersetzung .der Lauge wird späterhin mehr freie schweflige Säure erhalten, die dann
für den nächsten Autoklaven benutzt wird. Ganz erhebliche Mengen schwefliger Säure
können überdies auf solche Weise zur Benutzung im Sulfitprozeß wiedergewonnen
werden.
Um durch die Benutzung von aus den Kochern erhaltenen Gasen in den Autoklaven
eine noch größere Wirkung zu erzielen, kann atmosphärischer Sauerstoff oder ein anderes
Oxydationsmittel während des Zersetzungsprozesses eingeführt werden, wodurch eine
noch stärkere Säurebildung erzielt wird.
Claims (4)
1. Verfahren zur Gewinnung von wertvollen organischen und unorganischen
Stoffen durch Erhitzen von Sulfitzelluloseablaugen in Autoklaven, dadurch gekennzeichnet,
daß jn den die zu behandelnde Ablauge enthaltenden Autoklaven Gase
oder Dämpfe sauren Charakters, hauptsächlich schweflige Säure, eingeführt werden,
so daß in dem Autoklaven ein Druck, der wesentlich höher ist als der der Autoklaveninnentemperatur entsprechende
Dampfdruck, erzielt wird.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den die zu
behandelnde Ablauge enthaltenden Autoklaven Abgase oder Dämpfe aus Sulfitzellulosekochern
eingeführt werden.
3. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, - daß die zu verarbeitende
Ablauge in einer Reihe hintereinandergeschalteter und mit Gas aus dem
jeweils vorgeschalteten Autoklaven beschickter Druckkessel erhitzt wird.
4. Verfahren nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in den die zu
behandelnde Lauge enthaltenden Autoklaven die Gase oder Dämpfe saurer Beschaffenheit
in Mischung mit einem Oxydationsmittel, wie z. B. Luft, zugeführt 'werden.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE308144C true DE308144C (de) |
Family
ID=22609046
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Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE308144C (de) |
Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
| US2680113A (en) * | 1949-12-22 | 1954-06-01 | Svenska Cellulosaforeningens C | Method of producing water-soluble products from black liquor lignin |
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1917
- 1917-05-10 US US167838A patent/US1361506A/en not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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