DE304040C - - Google Patents

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DE304040C
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clay
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Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C02—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00—Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/52—Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities
    • C02F1/5236—Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities using inorganic agents

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Separation Of Suspended Particles By Flocculating Agents (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der Patentschrift 248980 ist ein Verfahren zur Reinigung von Abwässern mittels ■ Ton beschrieben, wobei Gemische von hochplastischem, rohem Ton und Mineraltrümmern S silikathaltiger Gesteine, die sich bereits in verwittertem Zustande befinden, z. B. Schluff, zur Anwendung kommen. Dieses Reinigungsverfahren liefert bei städtischen Abwässern befriedigende Ergebnisse, dagegen versagt es bei schmutzigen Fabrikabwässern, wie sie in den Farbenfabriken, Färbereien, Bleichereien, Wäschereien, Tuchfabriken, Webereien und anderen Textilfabriken entfallen.
Nach zahllosen Versuchen ist es nunmehr gelungen, das ältere Verfahren so auszubauen, daß es auch bei solchen schmutzigen Abwässern aller Art zum Erfolge führt und in wenigen Stunden ein färb- und geruchloses, gereinigtes Wasser liefert, das ohne Nachteil den Flüssen zugeführt werden kann. Es ist frei von irgendwelchen äußerlich erkennbaren Stoffen und auch frei von solchen, die Fischen und anderem Getier schaden können, geworden.
Das verbesserte Verfahren beruht darauf, die Abwässer, bevor sie der Reinigung mit dem besonderen' Tongemisch unterzogen werden, mit gewissen Salzen, nämlich mit den-Chloriden der Erdalkalien und Erden, wie beispielsweise Magnesiumchlorid, Kalziumchlorid, Bariumchlorid, Äluminumchlorid, Zinkchlorid, Ammoniumchlorid, zu versetzen. An deren Stelle kpnnen auch gewisse leicht lösliche Sulfate der Erdalkalien, Erden usw. treten.
Hier sind zu nennen: Magnesiumsulfat, Zinksulfat, Aluminiumsulfat, Ammoniumsulfat.
Der Reinigungsvorgang verläuft dann· in folgender einfacher Weise.
Das schmutzige Abwasser wird' zunächst mit geringen Mengen von Chloriden oder SuI-faten behandelt, vornehmlich mit Chlormagnesiumlösung. Die Lösung wird durch Rübren in dem trüben Wasser verteilt. Nach etwa einhalbstündigem Stehen hat sich ein Bodensatz von Trübungsstoffen gebildet. Die überstehende Flüssigkeit wird abgezogen und nun mit einer Aufschlämmung von Ton und Minerältrümmern nach dem Patent 248980 behandelt. Zweckmäßig ist es, das Verrühren mit der Tonaufschlämmung in einem Rührbottich vorzunehmen, in welchen dauernd in abgepaßten Verhältnissen vorgeklärtes Wasser und Tonschlamm fließen. Das mit Ton und Mineraltrümmern verrührte Wasser wird Absetzgräben zugeleitet. Nach etwa einer Stünde hat sich der Ton zu Boden gesetzt und zieht die verbliebenen Schmutzstoffe herunter. Die abgezogene, eventuell noch nicht völlig geklärte Flüssigkeit wird nun noch mit einer Aufschlämmung von 3 Teilen der Tonmasse und ι Teil gebranntem Kalk verrührt. Hier findet sehr schnelles Absetzen statt; die über dem Bodensatz stehende und dann ablaufende Flüssigkeit ist völlig klar und geruchlos.
Gegenüber dem in der Patentschrift 248980 65-beschriebenen Verfahren bedarf man also einer besonderen Vorbehandlung mit einer geringen Menge Salze und noch einer Nachbehandlung mit Tongemisch, zu dem Kalk' hinzugesetzt wird. '
An die Stelle des Kalkes kann in letzerem Falle auch Gips treten.
Die Salze lassen sich überraschenderweise durch Kaliendlauge ersetzen. Es zeigte sich bei praktischen Versuchen im großen, daß 5 Volumprozent Kaliendlauge zusammen mit der geschilderten Nachbehandlung eine geradezu hervorragende Reinigungswirkung bei den ί schmutzigsten Fabrikabwässern ermöglichen. Γ
Praktisch gestaltet sich das neue Reinigungsverfahren beispielsweise folgendermaßen:
ίο Es werden drei Absetzbassins, ein Vorratsbehälter für die Salzlösung und zwei Aufrührgefäße für Tonschlamm vorgesehen. Die Absetzbassins oder Klärbecken erhalten 200 cbm Fassungsraum, d. h. etwa 10 m Durchmesser und 3 m Tiefe. Sie werden, wenn irgend angängig, terrassenförmig übereinander angeordnet und sind zweckmäßig je · dreifach vorhanden, um ohne jede Unterbrechung arbeiten zu können. Etwas über der obersten Stufe sind nebeneinander das Salzvorrats- oder SaIz-, lösungsgefäß und die beiden Aufrührquirle mit etwa 10 bis 12 cbm Fassungsraum aufgebaut. Vor ihnen befinden sich Meßbottiche, in denen die für jeden einzelnen Klärversuch erforderliche Flü=sigkeitsmenge abgemessen wird. Der Vorratsbehälter für Salzlösung enthält Kaliendlauge oder wird, um auch jegliche andere geeignete Salzlösung benutzen zu können, mit einem Drahteinsatz ausgerüstet, in den das zu lösende Salzquantum eingegeben wird. Im ersten Quirl werden jeweils 3000 kg Ton in 10 cbm Wasser auf geschlämmt, Zu dem zweiten Quirl gehört noch eine Kalklöschpfanne. In dieser werden beispielsweise für eine Kalktonmischung 800 kg frisch gebrannter Kalk mit 2 cbm Wasser eingelöscht. In dem Quirl werden 2400 kg Ton in 8 cbm Wasser aufgerührt und der Kalkschlamm, der erforderlichenfalls noch etwas verdünnt wird, hinzugelassen sowie durchgerührt, bis ein gleichförmiger Schlicker entstanden ist.
Die Reinigungsoperation verläuft nun folgendermaßen : In das Klärbassin A wird Abwasser, z. ß. das von einer Färberei eingelassen. . In den Zulauf mündet das Ablaßrohr der Salzlösung, so daß unmittelbar bereits beim Einlauf die Mischung vor sich geht. Auf 200 cbm des Abwassers werden je nach dessen Zustand zwischen 1 und 10 cbm Endlauge oder das entsprechende Volumen Bariumchloridlösung, die im Kubikmeter 80 kg Bariumchlorid enthält, zugegeben. Das Gemisch bleibt in der Grube A 1J2 Stunde stehen. Dann wird der vorgeklärte Teil mittels über dem Boden befindlicher Stutzen in eine der Gruben B abgelassen. Selbstverständlich kann die Überführung auch durch Heber bewirkt werden. Den überzuziehenden 190 bis 195 cbm werden während des Ablaufens 1,5 bis 15 cbm' des Tonschlammes aus dem ersten Quirl zugemischt. Das so mit Ton versetzte Abwasser wird in dem Bassin B 1 Stunde lang der Ruhe überlassen. Nachdem sich der Ton zu Boden gesetzt und bereits die Hauptmenge der Verunreinigungen niedergeschlagen hat, wird die überstehende Flüssigkeit in ein Bassin der Reihe C abgelassen, wobei dann während des Ablaufens 1,5 bis 15 cbm des Kalktonschlammes aus dem zweiten Quirl zugemischt werden. Nach einer weiteren Stunde kann aus diesem Bassin C das blanke, klare, nicht riechende Wasser herausgelassen und ohne weiteres einem Flußlauf zugeführt werden.
Der sich am Boden der Klärbecken ansammelnde Schlamm .wird entweder ausgeräumt oder gesondert herausgespült.
Um die Mischung zwischen dem Abwasser und den Zusätzen noch weiter zu vervollkommnen, können an * der Zuflußstelle der Salzlösung oder des Tonschlammes vor den einzelnen Klärbecken auch kleine Aufrührbottiche angeordnet werden, in denen ein ' , Durchrühren des Wassers und des Zusatzstoffes vor dem Einlauf in die Absetzgruben bewirkt wird. Eine Verkleinerung der Absetzgruben könnte endlich dadurch ermöglicht werden, daß man vor diesen labyrinthartige Rinnen anordnet, in denen sich bereits' ein Teil der Niederschlagsstoffe abscheidet.

Claims (2)

90 Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur Reinigung und Geruchlosmachung schmutziger Abwässer aller Art, insbesondere von Fabrikabwässern unter Verwendung, eines Gemisches hochplastischer Tone mit verwitterten Mineraltrümmern silikathaltiger Gesteine, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser zunächst mit Chloriden oder löslichen Sulfaten der Erdalkalien und Erden (Magnesiumchlorid, Kalziumchlorid, Magnesiumsulfat usw.), dann mit dem Tongemisch und weiterhin mit demselben Tongemisch und Kalk oder Gips gleichzeitig behandelt wird.
2. Ausführ,ungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die einleitende Behandlung mit Kaliendlauge vorgenommen wird.
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